Rim Lighting 1

Rim Lighting

Definition

Rim Lighting (auch Konturenlicht oder Säumenlicht) ist eine Lichttechnik in der Fotografie, bei der das Motiv von hinten oder seitlich-hinten beleuchtet wird, sodass sich ein heller Lichtsaum entlang der Kanten des Motivs bildet. Dieser Lichtsaum hebt die Konturen deutlich vom Hintergrund ab und sorgt für eine starke räumliche Trennung zwischen Motiv und Umgebung.

Funktionsweise

Beim Rim Lighting wird eine Lichtquelle so positioniert, dass sie nicht frontal auf das Motiv trifft, sondern knapp dahinter oder seitlich hinter dem Motiv steht. Das Licht „streift“ die Kanten und erzeugt dadurch eine helle Umrandung.

Rim Lighting 2

Typische Eigenschaften:

  • Lichtquelle hinter dem Motiv
  • Kamera blickt gegen die Lichtquelle
  • nur die Kanten werden beleuchtet
  • Hintergrund bleibt oft dunkel oder neutral

Das Ergebnis ist eine klare Konturzeichnung durch Licht.

Wirkung in der Bildgestaltung

Rim Lighting hat eine sehr charakteristische visuelle Wirkung:

  • starke räumliche Trennung vom Hintergrund
  • Betonung der Silhouette
  • mehr Tiefe im Bild
  • dramatische, oft cineastische Stimmung
  • Fokus auf Form statt Oberfläche

Es wird häufig genutzt, um Motive „freizustellen“, ohne sie technisch freizustellen.

Einsatzbereiche

Porträtfotografie

Im Porträtbereich wird Rim Lighting verwendet, um:

  • Haare zu betonen
  • Gesichts- und Körperkonturen zu definieren
  • eine plastische Wirkung zu erzeugen
  • dramatische oder elegante Looks zu schaffen

Produktfotografie

Bei Produkten hilft Rim Lighting dabei:

  • Formen klarer darzustellen
  • Kanten hervorzuheben (z. B. Glas, Metall)
  • hochwertige, technische Anmutung zu erzeugen

Sport- und Actionfotografie

Hier wird Rim Lighting oft genutzt, um:

  • Bewegungen zu betonen
  • Figuren vom Hintergrund abzuheben
  • Dynamik und Energie zu verstärken

Filmische und künstlerische Fotografie

In der kreativen Fotografie erzeugt Rim Lighting oft:

  • dramatische Silhouetten
  • geheimnisvolle Stimmung
  • starke Kontraste zwischen Licht und Dunkelheit

Technische Umsetzung

Für gutes Rim Lighting sind mehrere Faktoren entscheidend:

  • präzise Positionierung der Lichtquelle
  • Kontrolle über Streulicht (z. B. mit Abschattern)
  • dunkler oder kontrollierter Hintergrund
  • oft harte Lichtquellen für klare Kanten

Softboxen oder gerichtete Spots werden häufig verwendet, je nach gewünschtem Look.

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Kombination mit anderen Lichtarten

Rim Lighting wird selten allein eingesetzt. Häufige Kombinationen sind:

  • Hauptlicht (Key Light) von vorne oder seitlich
  • Hintergrundlicht zur Trennung
  • Aufhelllicht (Fill Light) zur Kontrolle von Schatten

So entsteht ein klassisches Mehrlicht-Setup, das Tiefe und Struktur verstärkt.

Häufige Fehler

  • zu starke Lichtquelle → überbelichtete Ränder
  • falscher Winkel → kein sichtbarer Lichtsaum
  • fehlende Abschattung → Streulicht zerstört Kontrast
  • zu helle Hintergründe → Rim-Effekt geht verloren

Kreative Nutzung

Rim Lighting wird oft bewusst eingesetzt, um:

  • Motive „heroisch“ wirken zu lassen
  • Silhouetten zu definieren
  • Licht als Gestaltungselement sichtbar zu machen
  • eine starke visuelle Trennung im Bild zu erzeugen

Besonders in der Porträt- und Werbefotografie ist es ein beliebtes Stilmittel.

Verwandte Begriffe

  • Konturenlicht
  • Backlight (Gegenlicht)
  • Drei-Punkt-Beleuchtung
  • Haarlicht
  • Lichtführung
  • Silhouette
  • Kontrast
  • Studiobeleuchtung

Fazit

Rim Lighting ist eine Beleuchtungstechnik, bei der das Motiv von hinten oder seitlich-hinten angestrahlt wird, sodass ein heller Lichtsaum entlang der Konturen entsteht. Dadurch wird das Motiv stark vom Hintergrund getrennt und plastisch hervorgehoben.

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Der Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Stephan Forstmann - Fotografie Experte

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.

Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen und Veranstaltungen zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen und erstelle Tutorials, in denen ich meine Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.

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