Titelbild von Beitrag Portrait fotografieren: 10 Tipps für Anfänger. Auf dem Bild ist ein Ganzkörper-Portrait einer Schauspielerin zu sehen.

Portrait fotografieren: 10 Tipps für Anfänger

Im Beitrag werfen wir einen kurzen Blick auf die technische Seite der Portraitfotografie, beschäftigen uns mit Licht und sprechen über die Kommunikation zwischen Fotograf und der zu portraitierenden Person. Zudem bekommst du ein paar Tipps zur Bildgestaltung in der Portraitfotografie.

Im heutigen Beitrag möchte ich dir ein paar handfeste Tipps geben, wie du ganz einfach gute Portraits fotografierst und worauf du dabei im Speziellen achten solltest.

Portraitfotografie Tipps: Das Wichtigste zuerst

  1. Fotografiere Portraits nicht bei strahlendem Sonnenschein, sondern suche dir weiches Licht (wie neben einem Fenster) oder fotografiere bei bewölktem Himmel, im (offenen) Schatten oder im Sonnenuntergang.
  2. Rede so viel wie möglich mit deinem Modell und sei freundlich. Kommunikation ist der Schlüssel für herausragende Fotos, ein ungestelltes Lächeln, einen authentischen Gesichtsausdruck und Vertrauen. Frage nach Interessen, lasse dein Modell von sich erzählen und bleib dabei trotzdem bereit, Fotos zu machen.
  3. Widme dem Modell deine Aufmerksamkeit und nicht dem Kameradisplay, indem du ständig die Bilder anschaust, die du gemacht hast.
  4. In der Portraitfotografie wird immer auf die Augen, bzw. das der Kamera am nächsten liegende Auge scharfgestellt, was mit einer spiegellosen Systemkamera leicht zu bewerkstelligen ist.
  5. Portraits fotografiert man in der Regel mit einer offenen Blende. Gängige Werte für Fotos im Freien sind 1.4, 2.0, 2.8. Im Studio nutzt man hingegen eher Blende 8 und arbeitet mit einfarbigen Hintergründen.
  6. In der Portraitfotografie erzielt du mit Vollformat Kameras leichter beeindruckende Ergebnisse mit unscharfen Hintergründen, bekommst ein schöneres Bokeh und kannst den Betrachter in das Portrait hineinziehen.
  7. Nutze am besten Objektive mit 35mm, 50mm, 85mm oder 135mm Brennweite. Vermeide extreme Weitwinkelobjektiven unter 35mm, da Portraits damit stark verzerrt wirken. Vermeide auch alles über 200mm, da starke Teleobjektive Gesichter durch die Komprimierung schnell dicker wirken lassen.
  8. Die Belichtungszeit sollte bei Portraits im Idealfall kürzer als 1/125 Sekunde sein, um Verwacklungen oder Bewegungsunschärfen zu vermeiden. Bewegt sich dein Modell, dann nutze eher 1/500 Sekunde. Im Studio wird durch den Blitz die Bewegung eingefroren, daher sind auch längere Belichtungszeiten möglich.
  9. Bereite dich auf das Portrait-Shooting vor, notiere deine Motivideen oder erstelle dir ein Moodboard, das du dann beim Shooting abarbeitest.
  10. Mache viele Aufnahmen hintereinander um den besten Gesichtsausdruck in jeder Situation zu bekommen. Viele Fotos zu machen ist nichts schlechtes. Vermeide aber Sessions, bei denen du 20 Fotos die Sekunde machst. Das ist dann übertrieben viel.
  11. Wenn du draußen fotografierst, halte unbedingt Ausschau nach spannenden Hintergründen, die Linien, Rahmen oder Symmetrie anbieten und nutze diese Elemente, um dein Portrait spannender zu gestalten.
  12. Fotografiere Portraits unbedingt aus unterschiedlichen Distanzen und Perspektiven um viele Variationen und Bildwirkungen zu erzielen. Gehe ruhig auch mal ganz nah ran!

Über den Beitrag Portrait fotografieren

Ich bin Stephan, Berufsfotograf aus Rheinhessen und ich fotografiere Portraits.

In mein Tutorial habe ich sehr viel Zeit, Herzblut und Rechercheaufwand investiert.

Ich gebe dir hier meine Erfahrungen als Portraitfotograf komplett kostenlos an dich weiter.

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Danke dafür und viel Spaß beim Lesen!

Die richtige Kameraausrüstungin der Portraitfotografie

Die technische Seite der Portraitfotografie möchte ich in diesem Beitrag nur ganz kurz ansprechen, da ich bereits zwei ausführliche Beiträge über Kameras zur Portraitfotografie und Objektive für die Portraitfotografie in meinem Blog habe.

Ich verrate dir ein paar Tipps, die dir helfen werden, dich in der Portraitfotografie zu verbessern.

Richtig, ohne Kamera geht es nicht. Aber wichtig ist auch, dass Erfahrung und Expertise wertvoller sind, als die Wahl deiner Fototechnik. Trotzdem kannst du mit einer hochwertigen, spiegellosen Kamera und einer lichtstarken Festbrennweite deutlich schneller und einfacher exzellente Portraits anfertigen.

  1. Grundsätzlich empfehle ich für das Anfertigen von Portraits in der Regel mindestens eine Kamera mit APS-C oder noch besser Vollformatsensor.
  2. APS-C- oder Vollformat-Sensoren ermöglichen es dir, besonders einfach einen unscharfen Hintergrund zu erstellen.
  3. Ich rate dir davon ab, Portraits mit einer Bridgekamera oder einer Kamera mit noch kleineren Sensoren zu fotografieren, da hier die Ergebnisse eher enttäuschen.
  4. Eine spiegellose Systemkamera (DSLM) besitzt gegenüber einer Spiegelreflexkamera den bei Fotografen geschätzten Augen-Autofokus. Da man bei Portraits immer die Augen scharf stellt, ist das eine extreme Erleichterung, die du nicht missen möchtest!
  5. Außerdem bietet eine spiegellose Systemkamera im Vergleich zur Spiegelreflexkamera immer ein simuliertes Live-Bild. Dadurch siehst du bereits vor dem Auslösen, wie das Foto aussehen wird, was dir das Fotografieren zusätzlich erleichtert.
  6. Nutze ein lichtstarkes Objektiv im Brennweitenbereich von 35mm bis 200mm. Natürlich kann man auch mit anderen Brennweiten, wie etwa 20mm fotografieren. Allerdings bringt das Verzerrungen mit sich und das Portrait kann schnell seltsam wirken.
  7. Idealerweise arbeitest du auch mit einer Festbrennweite für maximale Bildqualität und besonders schöner Hintergrundunschärfe.
  8. Als Anfänger ist eine 50mm Festbrennweite mit einer Offenblende von 1.8 in der Regel gut geeignet um die ersten Portraits zu fotografieren. Besonders beliebt ist bei vielen Profis allerdings das 85mm Objektiv, viele Fotografen arbeiten auch mit 35mm.

Gutes Licht finden

Mit gutem Licht hast du in der Portraitfotografie schon das halbe Rezept für ein gutes Foto und unterstreicht die Stimmung des Fotos.

Der entscheidende Faktor für gelungene Portraitfotografie ist das Licht, das entweder draußen oder drinnen auf dich und dein Modell wartet.

Es gibt viele Möglichkeiten, mit dem Licht zu arbeiten:

  1. Am häufigsten wirst du vermutlich mit dem natürlichen Tageslicht arbeiten, dass bei uns Fotografen gern und umständlich als „available Light“ bezeichnet wird. Dafür gehst du einfach nach draußen oder nutzt das Licht in hellen Räumen. Mit dem available Light erzielst du schnell und einfach gute Ergebnisse, die zudem sehr natürlich wirken. Aber auch nur, wenn das Licht entsprechend weich ist.
  2. Als weitere Möglichkeit kannst du ausschließlich mit Dauerlicht oder Blitzen ganz gezielt Licht setzen, so wie du das möchtest. Diese Methode erfordert mehr Equipment und Know-how, führt aber ebenfalls zu hervorragenden Ergebnissen.
  3. Zuletzt kann man auch beide Methoden kombinieren um, hervorragende Portraits zu schaffen.

Tipps zur Portraitfotografie im „available“ Light

  1. Meide unbedingt die Mittagssonne. Gute Portraits sind bei diesem harten Licht sehr schwierig, brauchen extrem viel Erfahrung und dieses Licht wird dir das Leben schwer machen. Zusätzlich bekommst du Schlagschatten in den Gesichtern.
  2. Die Mittagssonne erzeugt außerdem helle Glanzstellen auf der Haut, betont Augenringe und das Model kneift häufig die Augen zusammen.
  3. Wenn du bei strahlendem Sonnenschein fotografieren musst, dann gehe mit deinem Modell in den Schatten. Dort wirst du deutlich weicheres Licht haben, da es von der Umgebung reflektiert wird. Gutes Licht ist weich und diffus.
In der Sonne ein Portrait fotografieren: Wenn die Sonne scheint, suchst du dir am besten eine Fläche mit Schatten, da dort das Licht deutlich weicher ist.

Mein Portraitfotografie Anfänger-Tipp

Mache nicht nur einen großen Bogen um direktes Sonnenlich, sondern beschäftige dich mit der Lichtsituation. In der prallen Sonne zu fotografieren, ist der häufigste Anfängerfehler in der Portraitfotografie. Der zweithäufigste ist, sich gar nicht mit dem Licht auseinander zu setzen und in schlechtem Licht zu fotografieren, obwohl zehn Meter weiter eine bessere Lichtsituation herrscht.

Fotografiere deine Portraits im Schatten, im Sonnenuntergang oder wenn es bewölkt ist. Und drehe dein Modell mit dem Rücken zur Sonne!

Suche unbedingt gutes Licht. Besonders einfach wird die Sache mit dem Licht, wenn der Himmel bewölkt ist, da du dann von jeder Seite fast das gleiche Licht hast. Nutze auch das indirekte Sonnenlicht, das durch ein Fenster oder eine Tür hereinfällt. Platziere dazu dein Modell einfach einen Meter direkt neben dem Fenster und du wirst mit sehr weichem Licht dafür belohnt.

Wenn du einmal in blanken Sonnenschein fotografieren musst, dann drehe dein Modell so, dass es nicht in die Sonne blicken muss. Das kannst du dir mit dem Spruch „Sonne im Rücken – Auslöser drücken!“ merken.

Wenn du bei starkem Sonnenschein Portraits fotografieren musst, empfehle ich dir, dein Modell so zu drehen, dass es nicht in die Sonne schaut.

Noch einfacher wird die Sache mit dem Licht, wenn du Portraits bei Sonnenuntergang fotografierst. Du bekommst dadurch ein sehr weiches, warmes Licht, dass sehr viel Ruhe ausstrahlt. Aber auch hier solltest du das Modell nicht in die Sonne blicken lassen.

Hilfreich sind auch natürliche Reflektoren, die groß sind und viel weiches Licht zurückwerfen. Dass muss nicht unbedingt der so oft empfohlene Faltreflektor sein (Den ich übrigens extrem nervig finde). Es langt beispielsweise auch eine graue Hauswand oder ein heller Fußboden. Vermeide aber, dein Modell bei strahlendem Sonnenschein auf eine weiße Hauswand blicken zu lassen.

Das Modell schaut hier in Richtung einer grauen Wand, die sehr viel Licht reflektiert und wird dadurch sehr weich und gleichmäßig ausgeleuchtet.

Stelle zudem dein Modell bei Sonnenschein nicht auf eine grüne Wiese, da hier das Grün vom Boden reflektiert wird und die Haut einen schwer zu bearbeitenden Grün-Stich bekommt.

Licht zu „sehen“ kann man lernen. Am besten fragst du dich immer Folgendes:

  • Von wo kommt das Licht?
  • Ist es weich oder hart?
  • Gibt es natürliche Reflektoren in der Nähe?
  • Welche Stimmung erzeugt das Licht?

Kommunikation zwischen Fotograf und Model

Wenn du einfach nur deine Kamera auf jemanden hältst und das Shooting ansonsten aus Schweigen besteht, wird sich dein Modell sehr schnell extrem unwohl fühlen.

Einer der wichtigsten Schlüssel neben gutem Licht, ist in der Portraitfotografie daher immer eine gute Kommunikation.

Deswegen solltet ihr viel miteinander reden – auch während fotografiert wird. Bei Shootings führe ich viel Smalltalk. Auch bereits wenn wir zur Shootinglocation unterwegs sind. Das mache ich, weil ich die zu portraitierende Person natürlich näher kennenlernen möchte und ihr auch die Ängste vorm Shooting nehmen will. Smalltalk hilft dabei, Distanz abzubauen und miteinander „warm“ zu werden.

Meist erkläre ich auf den Weg zur Location, dass ich Portraits eher locker fotografiere, wir ausreichend Zeit haben, um erstmal jeglichen Stress rauszunehmen.

Natürlich kann man in so kurzer Zeit eher kaum eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen. Aber man kann die Grundsteine dafür setzen, indem man immer freundlich und selbstbewusst auftritt und der Rest entwickelt sich während man die Portraits fotografiert.

Wenn du redest, dann pass auf, dass du es nicht übertreibst. Die Leute vor der Kamera ununterbrochen vollzuquatschen kann nämlich schnell stören. Versuche am besten den Mittelweg zwischen Schweigen und Alleinunterhalter zu finden.

Extrem viel reden musst du nur bei Personen, die das „brauchen“ um locker zu werden. Du kannst und solltest auch beim Fotografieren reden oder deinem Modell Fragen stellen. Du musst nur im richtigen Moment auf den Auslöser drücken.

Kommunikation bedeutet in der Portraitfotografie aber nicht nur reden. Deine Körpersprache ist ebenfalls extrem wichtig. Wenn du unsicher, ideenlos oder unkreativ wirkst, kann das schnell ein Problem werden.

Daher solltest du dich immer auf ein Portraitshooting ausreichend vorbereiten, damit du nicht unsicher wirkst.

Und ganz wichtig: begegne deinem Model auf Augenhöhe und sei höflich. Shootings wie sie oft bei GNTM gezeigt werden, finde ich immer extrem verstörend. Aber das ist ein anderes Thema.

  1. Kenne den oder die Namen der zu portraitierenden Menschen. Nichts ist peinlicher, als jemandem mit falschem Namen anzusprechen. Wenn es dir schwer fällt, dir Namen zu merken, dann baue dir Eselsbrücken.
  2. Erstelle dir eine Motivliste und merke dir grob die Reihenfolge der Motive. Wenn du deine ersten Portraitaufnahmen machst, dann suche dir Inspiration im Netz. Es gibt auch Apps wie Unscripted, die dir mit Posen und Anweisungen helfen.
  3. Überlege dir unterschiedliche Perspektiven und Kompositionen, damit du Vielfalt in deine Motive bekommst.

Gute Kommunikation hilft dir ungemein, aber auch dem Modell. Das schöne daran ist, dass du relativ leicht lernen kannst, gut mit Menschen umzugehen und offen zu wirken. Für mich, als introvertierter Mensch, war das nicht schwer.

Du findest dazu extrem viele Bücher. Eines das ich besonders empfehlen kann, ist „Wie man Freunde gewinnt*„.

Richtig Fokussieren

Das ist nichts Neues, aber einige Einsteiger wissen tatsächlich nicht, dass in der Portraitfotografie fast immer auf die Augen scharf gestellt wird – und zwar auf das uns am nächsten zugewandte. Denn unser Gehirn ist darauf trainiert, anderen Menschen in die Augen zu schauen. Deswegen wirken Portraits, bei denen die Augen nicht scharf sind oft befremdlich.

Arbeitest du mit sehr großer Blende, dann achte darauf, dass das Auge scharfgestellt wird, was dir am nächsten ist.

Am besten arbeitest du mit dem Augenautofokus bei Systemkameras, oder richtest den Fokuspunkt deiner DSLR auf das Auge.

Portrait: Musiker Rainer Clausnitzer
Dieses Portrait vom Musiker Rainer Clausnitzer habe ich fotografiert, als er am Klavier in einem dunklem Zimmer gespielt hat. Da ich nur wenig Licht dafür hatte, musste ich das Portrait offenblendig mit 1.2 fotografieren.

Besonders bei einer DSLR kann es passieren, das eher die Nase fokussiert wird. Kommst du mit dem festen Fokuspunkt der DSLR nicht auf das Auge, kannst du auch die Mundwinkel fokussieren, da die Schärfeebene auf einer ähnlichen Höhe ist, wie bei den Augen.

Am besten aber nutzt du einfach ab jetzt eine spiegellose Kamera mit Augenautofokus – es lohnt sich!

Sehr gute Kamera für die Portraitfotografie
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02/15/2024 12:36 pm GMT

Gute Motive und „Posen“

Wenn ich eines in den letzten Jahren gelernt habe, dann dass die ersten Ideen und Vorstellungen meist die langweiligsten Portraits sind. Daher versuche ich diese offensichtlichen Motive inzwischen zu vermeiden.

So wie in dieser Schwarz-Weiss Serie. Das erste, offensichtliche Foto, ist das Schwächste, die beiden kreativeren Varianten gefallen mir deutlich besser und passen eher zu einer Musical-Darstellerin.


Ansonsten kann ich dir empfehlen, von jeder „Pose“ immer Aufnahmen aus naher, mittlerer und großer Distanz anzufertigen. Einfach damit du genug Material und Möglichkeiten hast.

Versteife dich zudem nicht auf bestimmte Motive und Versuche aufmerksam und jederzeit bereit zu sein, ein Foto zu machen.

Hier konnte ich im Gespräch ein schönes Lächeln festhalten.

Bleib vor allem flexibel und sei bereit, von deinem ursprünglichen Plan abzuweichen. Ganz besonders, wenn sich die Bedingungen (Licht, Menschen, Hintergrund) an der Location ändern.

Versuche als Anfänger auch weniger statische Posinganweisungen zu geben, sondern halte es eher natürlich. Motive aus der Bewegung sind oft sehr ansprechend.

Dazu lässt du dein Modell am besten auf dich zu laufen. Dieses Motiv ist ein guter Einstieg, um die anfängliche, nervöse Situation etwas aufzulockern und dann gute Portraits zu fotografieren.

Lieber mehr Portraits machen, als zu wenige

Ein häufiger Fehler in der Portraitfotografie ist das zu zaghafte Auslösen. Ich mache in der Portraitfotografie von jedem Motiv immer 5 bis 6 Fotos hintereinander, einfach weil ich den besten Ausdruck im Gesicht haben möchte. In 1/125stel Sekunde kann nämlich schon viel im Gesicht passieren.

Aber bitte gehe nicht in den Serienbildmodus. Arbeite mit kurzen, kontrollierten Aufnahmen.

Nah ran gehen und experimentieren

Experimentiere mit Perspektive und Abstand. Close-Ups können bei Portraits sehr spannend wirken. Besonders wenn du eine interessante Perspektive nutzt. Wenn du nah ran gehst, solltest du das aber vorher ankündigen.

Fotografiere auch mal ein Portrait, dass mehr als nur den Menschen zeigt und die Umgebung mit einbezieht. Halte dafür auch Ausschau nach Rahmen, Symmetrie und Linien, die das Portrait unterstützen. Linien und Rahmen findest du überall.

häufige Fragen zur Portraitfotografie

Was sind die häufigsten Fehler in der Portraitfotografie?

Schlechtes Licht und ablenkende Hintergründe sind neben falschen Kameraeinstellungen die häufigsten Fehler beim fotografieren von Portraits.

Wie fotografiere ich gute Portraits?

Gute Portraits bekommst du, wenn du mit guter Kommunikation im Shooting arbeitest und dem Modell die Möglichkeit gibst, sich zu öffnen und sich wohlzufühlen.

Welche Einstellungen empfiehlst du für die Portraitfotografie?

Am besten arbeitest du mit Blende 2.0 und einer Verschlusszeit von mindestens 1/250. ISO wählst du so niedrig wie möglich, um Bildrauschen zu reduzieren. Du kannst im AV Modus fotografieren. Dabei solltest du jedoch darauf achten, dass die Belichtungszeiten immer plausibel sind. Ich selbst fotografiere Portraits immer im komplett manuellem Modus

Wie kommuniziere ich am besten mit meinem Modell in der Portraitfotografie?

1. Schaffe eine positive und entspannte Atmosphäre, um Vertrauen aufzubauen.
2. Bespreche vor dem Shooting Ideen, Ziele und Erwartungen, um sicherzustellen, dass ihr beide auf derselben Seite seid.
3. Gebe klare Anweisungen zu Posen, Blickwinkeln und Gesichtsausdrücken, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Hier kannst du auch Posen vormachen, so dass dein Modell dich nur spiegeln muss.
4. Rede viel und gib ehrliches Lob. Vermeide Negatives wie “ Das sieht leider nicht so schön aus“ sondern sage lieber: „Lass uns was anderes versuchen!“
5. Nutze nonverbale Kommunikationstechniken wie Handzeichen oder Gesten, um dem Modell Anweisungen zu geben, während du hinter der Kamera stehst.
6. Sei geduldig und nimm dir die Zeit, um verschiedene Posen auszuprobieren und dem Modell Feedback zu geben.
7. Stelle sicher, dass du während des Shootings offen für die Ideen und Vorschläge des Modells bist und diese gegebenenfalls integrierst.
8. Halten die Kommunikation während des Shootings offen und spreche das Modell regelmäßig an, um sicherzustellen, dass es sich wohl fühlt und bereit ist, weitere Anweisungen entgegenzunehmen.

1 Kommentar zu „Portrait fotografieren: 10 Tipps für Anfänger“

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  1. Die Portraitaufnahmen auf dieser Webseite sind wirklich beeindruckend. Besonders im Absatz über die Verwendung von natürlichem Licht wird deutlich, wie wichtig die Wahl der richtigen Beleuchtung für gelungene Portraits ist. Die Tipps zur Nutzung von Reflektoren sind äußerst hilfreich, um die Schatten im Gesicht des Models zu mildern und die Konturen besser zur Geltung zu bringen. Ich finde es spannend, wie kleine Details in der Fotografie einen so großen Unterschied machen können. Danke für die nützlichen Einblicke! Auf der Suche nach weiteren Informationen bin ich auf folgende Seite gestoßen: https://fotoboutique-karin.de/leistungen/portraits/

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