Symmetrie
Symmetrie bedeutet in der Bildgestaltung, dass sich zwei Bildhälften spiegelbildlich oder sehr ähnlich entsprechen. Zusammen mit Mustern, also sich wiederholenden Formen, Linien oder Farben, gehört sie zu den stärksten Ordnungselementen in der Fotografie. Symmetrische Bilder wirken ruhig, ausgewogen und oft monumental. Muster ziehen den Blick an und geben einem Bild Struktur.
Das erwartet dich im Beitrag
Arten der Symmetrie
- Achsensymmetrie (vertikal): linke und rechte Bildhälfte spiegeln sich, etwa bei Kirchenfassaden, Brücken oder frontalen Porträts.
- Horizontale Symmetrie: obere und untere Hälfte spiegeln sich, typisch bei Spiegelungen auf ruhigem Wasser.
- Radiale Symmetrie: Formen laufen strahlenförmig von einem Mittelpunkt aus, wie bei Blüten, Kuppeln oder Wendeltreppen von oben.

Symmetrie fotografieren
Symmetrie verzeiht kaum Ungenauigkeit. Schon eine leicht schiefe Kamera oder ein Standpunkt wenige Zentimeter neben der Mittelachse fällt sofort auf. Hilfreich sind:
- Gitterlinien und elektronische Wasserwaage im Sucher
- ein Stativ für die exakte Ausrichtung
- die Kamera parallel zur Fassade halten, um stürzende Linien zu vermeiden
- nachträgliches Geraderichten und Perspektivkorrektur in der Bildbearbeitung
Bei symmetrischen Motiven darf das Hauptmotiv in die Bildmitte. Hier ist die zentrale Komposition die bessere Wahl als die Drittelregel.
Muster
Muster entstehen durch Wiederholung: Fensterreihen an einem Hochhaus, Dachziegel, Weinreben, Stühle in einem Saal oder Rillen im Sand. Ein enger Ausschnitt mit Teleobjektiv verstärkt den Eindruck, weil das Muster dann den Bildrand zu überschreiten scheint. Streiflicht macht flache Strukturen sichtbar.
Symmetrie und Muster brechen
Perfekte Ordnung kann auf Dauer langweilig wirken. Spannend wird es, wenn ein Element aus der Reihe fällt: ein offenes Fenster in einer Fassade, ein roter Regenschirm in einer grauen Menge, eine Person in einem symmetrischen Gang. Dieser Bruch wird sofort zum Blickfang.
Typische Motive
- Architektur, Treppenhäuser, Kirchenschiffe
- Spiegelungen auf Seen und Pfützen
- Natur wie Blüten, Blätter oder Insekten
- frontale Porträts
- Luftaufnahmen von Feldern und Siedlungen
Verwandte Begriffe
Fazit
Symmetrie und Muster bringen Ordnung und Ruhe ins Bild. Sie verlangen eine genaue Ausrichtung der Kamera und profitieren von einer zentralen Komposition. Ein bewusster Bruch in der Ordnung kann aus einem gefälligen Bild ein spannendes machen.
« Zum Fotografie LexikonDer Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.
Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen, Veranstaltungen und in der Milchstraßenfotografie zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen sowie Milchstraßenfotokurse. Ich erstelle Tutorials, in denen ich meine Foto-Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.
In diesen Beitrag habe ich viel Rechercheaufwand, Zeit und Herzblut investiert und ich gebe gerne mein Fachwissen an andere Fotografiebegeisterte weiter. Das macht aber auch sehr viel Arbeit und braucht vor allem viel Zeit. Fandest du diesen Artikel hilfreich und hast ihn gerne gelesen? Dann spendiere mir doch einen Kaffee für meine Mühe! Damit hilfst du mir und meiner Familie, hier alles am Laufen zu halten.
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