Festbrennweite oder Zoomobjektiv: Was ist besser? Unterschiede, Vor- und Nachteile der Objektive erklärt

Festbrennweite oder Zoom: Was ist besser? Im heutigen Beitrag geht es um die Frage: Soll ich lieber mit Zoomobjektiv oder mit einer Festbrennweite fotografieren? Und wann lohnt sich ein Zoomobjektiv, wann nimmt man besser eine Festbrennweite? Diesen und anderen Fragen gehen wir gemeinsam im Beitrag auf den Grund.

Unterschied Zoomobjektiv und Festbrennweite – ein Vergleich

Festbrennweite oder Zoomòbjektiv?
Festbrennweite oder Zoomobjektiv?

Vergleicht man als Einsteiger Festbrennweiten und Zoomobjektive nur oberflächlich, dann sieht es auf den ersten Blick so aus, als ob das Zoom besser wäre, schließlich kann man heraus- und hineinzoomen. Bei der Frage ob nun eine Festbrennweite oder ein Zoom besser ist, sollte man die grundlegenden Unterschiede zwischen Zoom und Festbrennweite ein wenig näher betrachten. Also schauen wir uns das doch einfach mal an und vergleichen die Festbrennweite mit einem Zoom:

Tabelle: Festbrennweite vs. Zoom

Eigenschaften Festbrennweite Zoom
Bildauschnitt veränderbar nein ja
Abbildungsleistung sehr gut gut
Gewicht leichter schwerer
Größe kleiner größer
Anschaffungskosten gering bis mittel mittel bis hoch
Verzeichnung gering mittel bis hoch
Lichtstärke sehr hoch mittel bis gering
Bildstabilisator selten verbaut häufig verbaut
Fokusgeschwindigkeit schnell bis mittel sehr schnell bis mittel

Eigenschaften vom Zoomobjektiv

Bei einem Zoomobjektiv hast du einen veränderbaren Bildausschnitt. Du kannst ihn die Brennweite (immer in Millimeter angegeben) verkleinern oder vergrößern, sprich „hinein- und herauszoomen“. Zooms sind meist größer und etwas schwerer. Zoomobjektive bieten aber eine enorme Flexibilität, diese geht aber oft etwas auf Kosten der Lichtstärke und insbesondere der Bildqualität. Das ist so, weil bei einem Zoom ein großer Brennweitenbereich abgedeckt wird, was die optische Konstruktion entsprechend kompliziert werden lässt. Denn bei unterschiedlichen Brennweiten schleichen sich Bildfehler ein, die durch Korrekturlinsen ausgebessert werden müssen.

Vorteile Zoomobjektiv

Hier wäre ein Zoom wohl besser, als eine Objektivtasche voller Brennweiten mitzuschleppen
Hier wäre ein Zoom wohl besser gewesen, anstatt eine Objektivtasche voll Festbrennweiten mit sich herumzutragen.

Aber schauen wir uns doch mal genauer an, welche Vorteile Zoomobjektive haben:

  • Mit einem Zoomobjektiv bist du enorm flexibel! Du kannst in Sekundenbruchteilen die passende Brennweite für dein Motiv einstellen und auf jede Situation sofort reagieren. Für Presse- und Reportagefotografen ist das sehr wichtig.
  • Zooms sind ideal für die Reisefotografie geeignet, da man nur ein Objektiv benötigt.
  • Zoomen ist auch für das erstellen von Videos extrem nützlich.
  • Die Fokusgeschwindigkeit von Zoomobjektiven ist oft sehr schnell.
  • Zoomobjektive haben oft einen Bildstabilisator verbaut, die dabei helfen, dass man eine Aufnahme nicht verwackelt.
  • Mit einem Zoom mit großen Brennweiten (Telezoom) kannst oft Details auf weit entfernten Motiven sichtbar machen.

Nachteile Zoomobjektiv

Zoomobjektive haben aber auch einige Nachteile, die ich dir in dieser Liste zeigen möchte:

  • Zoomobjektive lassen oft zwei bis drei Blenden weniger Licht auf den Sensor als Festbrennweiten.
  • Das Freistellen von Motiven ist schwerer
  • Zooms haben häufiger eine schlechtere Bildqualität ggü. Festbrennweiten – besonders am Bildrand.
  • Zoomobjektive verzeichnen oft tonnen- oder kissenförmig.
  • Zoomobjektive sind häufig groß und schwer.
  • Sie verleiten dazu, kaum andere Perspektiven beim Fotografieren zu wählen und hemmen die Kreativität und dadurch wird die Bildwirkung oft langweilig.
  • Gute Zoomobjektive sind oft sehr teuer.

Und wann eignen sich jetzt Zoomobjektive besser? Nun, beispielsweise auf Reisen, beim Klettern, in der Sport- und Tierfotografie bist du mit einem Zoomobjektiv oft besser aufgehoben. Besonders im Urlaub ist es angenehmer, wenn man nur ein Objektiv benötigt, um einen großen Brennweitenbereich abzudecken. Aber Achtung: günstige Zoom-Objektive, mit einer sehr großen variablen Brennweite, haben oft deutlich weniger Bildschärfe, als teurere und werden nicht ohne Grund als „Suppenzooms“ bezeichnet.

Also sind ausnahmslos alle Zoomobjektive schlechter als Festbrennweiten?
Nein. Es gibt ein paar Ausnahmen:

Festbrennweite oder Zoom - das Canon RF 28-70mm - eines der besten Zoomobjektive
Das Canon RF 28-70mm – eines der besten Zoomobjektive, die es gibt*

Beispielsweise sind heutzutage fast alle Teleobjektive mit dem Brennweitenbereich von 70-200 Millimeter so gebaut, dass diese tatsächlich an die Abbildungsqualität einer Festbrennweite herankommen.

Und was ist das beste Zoomobjektiv was es derzeit gibt? Nun, ich finde, das RF 28-70mm 2.0 ist eines der besten Zoomobjektive, das nicht nur die Bildqualität einer festen Brennweite hat, sondern auch eine Offenblende von 2.0 mitbringt! Allerdings ist dieses Objektiv mit dem stolzen Preis von knapp 3200€ und einem Gewicht von 1,6kg wohl nur für die Profis nützlich. Es steht übrigens auf meiner Wunschliste 🙂

Empfehlenswerte Zoomobjektive

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Wenn du nun herausgefunden hast, dass ein Zoomobjektiv genau das Richtige für dich ist, dann zeigt dir die folgende Liste ein paar empfehlenswerte Zoomobjektive für den Einstieg:

Zoomobjektive für Canon

Zoomobjektive für Nikon

Zoomobjektive für Sony

  • Sigma 17-70mm 2.8-4 OS* – lichtstarkes Zoomobjektiv für Einsteiger mit größerem Zoombereich, für Sony APS-C Kameras
    Alpha 6xxx, Alpha 5xxx
  • Sony 16-70mm 4.0* – Sonys Einsteiger Zoom für alle Kameras der Alpha 6xxx, Alpha 5xxx Serie

Eigenschaften einer Festbrennweite

Eine Festbrennweite
Festbrennweiten haben keinen Zoomring und der Bildausschnitt bleibt somit immer gleich.

Festbrennweiten haben immer den gleichen Bildausschnitt wenn du durch den Sucher schaust. Dieser Bildausschnitt ist also „fest“ und nicht veränderbar. Festbrennweiten sind häufig klein und leicht und lichtstark. Sie lassen durch ihre Offenblende viel Licht auf den Sensor fallen – und das nicht gerade wenig: Sie erlauben dir gegenüber einem Zoom die doppelte bis vierfache und manchmal sogar achtfache Menge an Licht einzufangen. Zusätzlich fördern Festbrennweiten deine fotografische Kreativität und ermöglichen dir, dein Motiv leichter vom Hintergrund abzuheben. Zudem haben Festbrennweiten eine bessere Bildqualität, da die komplette Objektivkonstruktion auf genau eine Brennweite optimiert werden kann. Zusätzlich wirst du mit solche einem Objektiv eine andere Bildwirkung erreichen, da du mit geringer Schärfentiefe fotografieren kannst.

Vorteile Festbrennweite

Eine Festbrennweite - 35mm
35mm Festbrennweite mit Blende 1.4

Aber schauen wir uns die ganzen Vorteile einer Festbrennweite in der Übersicht an:

  • Eine sehr gute Abbildungsleistung (Bildqualität) auch bei Offenblende, denn bei einer Festbrennweite ist die komplette optische Konstruktion auf die Brennweite optimiert.
  • Hohe Lichtstärke – Festbrennweiten lassen oft deutlich mehr Licht auf den Sensor fallen. Dadurch sind schnelle Verschlusszeiten möglich.
  • Unscharfer Hintergrund – durch die hohe Lichtstärke kann man sein Motiv gut vom Hintergrund freistellen.
  • Oft klein und kompakt konstruiert – Festbrennweiten sind oft leicht und unauffällig.
  • Viele Festbrennweiten sind „spezialisierte Objektive“ für bestimmte Fachgebiete der Fotografie, beispielsweise als Portraitobjektiv.
  • Objektive mit festen Brennweiten sind oft günstiger als Zooms.
  • Objektive mit festen Brennweiten helfen dabei, spannende Perspektiven zu suchen und schulen die fotografische Kreativität.

Nachteile Festbrennweite

Natürlich haben Festbrennweiten auch ein paar Nachteile, die ich dir nicht verschweigen möchte:

  • Mit einer festen Brennweite ist man nicht flexibel, da man die Brennweite nicht verändern kann. Man läuft deutlich häufiger um den richtigen Bildausschnitt zu bekommen.
  • Festbrennweiten haben oft keinen Bildstabilisator verbaut.
  • Objektivwechsel nötig:Wechselt man ständig zwischen mehreren Festbrennweiten, kann Staub in die Kamera kommen und man muss den Sensor häufiger reinigen (lassen). Zusätzlich kann man beim Objektivwechsel keine Fotos machen.

 

Und wann eignen sich jetzt Festbrennweiten besser? Festbrennweiten sind etwas für dich, wenn du kreativ arbeiten möchtest und maximale Bildqualität suchst. Besonders in der Street-, Landschafts-, und Portraitfotografie werden Festbrennweiten besonders oft eingesetzt.

Empfehlenswerte Festbrennweiten

Wenn du nun herausgefunden hast, dass eine Festbrennweite genau das Richtige für dich ist, dann zeigt dir die folgende Liste ein paar empfehlenswerte 50mm Festbrennweiten, die sich besonders für den Einstieg eignen. Natürlich wieder für Kameras von Canon, Nikon oder Sony:

50mm Festbrennweite für Canon

  • Canon EF 50mm 1.8 STM* – DIE 50 Millimeter Festbrennweite von Canon für Einsteiger – kostet gerade mal 100€.
  • YONGNUO YN50mm F1.8* – Eine Art Nachbau vom Canon 50mm 1.8 – made in China – dennoch sehr beliebt
  • Sigma 50mm 1.4 Art* – Eines der schärfsten 50mm Objektive mit tollem Bokeh – nutze ich selber sehr oft. Eine meiner Lieblings-Brennweiten

50mm Festbrennweite für Nikon

50mm Festbrennweite für Sony

  • Sony SEL-50F18F* – Sonys Einsteiger Festbrennweite mit 50mm – leider nicht ganz so günstig, wie bei Canon.
  • Samyang 50/1,4 FE* – beliebtes 50mm mit Offenblende von 1.4 und exzellenter Schärfe.
  • Sigma 50mm 1.4* – Eines der schärfsten 50mm Objektive mit tollem Bokeh – nutze ich selber sehr oft.

Fazit: Festbrennweite oder Zoom?

Übersicht - empfehlenswerte Festbrennweiten
Hier seht ihr ein paar Festbrennweiten, mit denen ich gelegentlich fotografiere.

Bei der Entscheidung für eine Festbrennweite oder Zoom, kommt es zunächst immer darauf an, wie man fotografieren möchte und was einem wichtig ist. Benötigt man eine hohe Flexibilität, so ist man mit einem Zoom sehr gut aufgehoben.

Möchte man maximale Bildqualität haben und mag spannende Perspektiven, sollte man lieber zur Festbrennweite greifen. Übrigens: ich arbeite ausschließlich mit Festbrennweiten.

Nun interessiert mich, was du lieber nutzt: Festbrennweite oder Zoom?
Lass‘ mir doch einen Kommentar dazu da. Ich antworte dir bestimmt 🙂

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1 Kommentar zu Festbrennweite oder Zoomobjektiv: Was ist besser? Unterschiede, Vor- und Nachteile der Objektive erklärt

  1. Harzluchs Oktober 12, 2020 at 10:13 am

    Hallo,
    ich habe gerade diesen interessanten Artikel gelesen. Ich bin mir völlig im klaren darüber, dass Festbrennweiten schärfer zeichnen, als Zoom-Objektive, trotzdem arbeite ich lieber mit einem Zoom. Meist bin ich mit einem Reisezoom unterwegs, damit bin ich flexibel ohne größeres Gepäck. Derzeit nutze ich meist meine Olympus EM 10 mit dem 12-200. Wenn ich mal mehr Lichtstärke benötige, kommt das 12-40 f2,8 zum Einsatz. Als Festbrennweite habe ich lediglich ein 60mm f2,8.

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