Spiegelreflexkamera
Eine Spiegelreflexkamera ist eine Kamera mit Wechselobjektiv, bei der ein beweglicher Spiegel das Licht aus dem Objektiv in einen optischen Sucher lenkt. Die digitale Variante wird DSLR genannt, kurz für Digital Single Lens Reflex. Sie war von Anfang der 2000er-Jahre bis zum Aufkommen der spiegellosen Systemkameras die meistgenutzte Kamerabauart für ambitionierte Hobbyfotografen und Profis.
Das erwartet dich im Beitrag
Aufbau und Funktionsweise
Zwischen Objektiv und Bildsensor sitzt ein Spiegel im 45-Grad-Winkel. Er wirft das Bild nach oben auf eine Mattscheibe. Ein Pentaprisma oder bei günstigeren Modellen ein Pentaspiegel dreht es seitenrichtig in den Sucher. Ein Teil des Lichts geht durch einen halbdurchlässigen Bereich im Hauptspiegel auf einen kleinen Hilfsspiegel und von dort auf das Autofokusmodul im Kameraboden. Ein weiterer Sensor im Sucherbereich misst die Belichtung.
Beim Auslösen passiert in kurzer Zeit Folgendes:
- Die Blende schließt sich auf den eingestellten Wert.
- Der Spiegel klappt nach oben, der Sucher wird dunkel.
- Der Schlitzverschluss belichtet den Sensor.
- Spiegel und Blende kehren in die Ausgangsstellung zurück.

Entwicklung der digitalen Spiegelreflexkamera
Die erste kommerzielle DSLR war 1991 die Kodak DCS 100, die auf einer Nikon F3 aufbaute. Mit der Nikon D1 von 1999 kam eine DSLR auf den Markt, die vollständig vom Kamerahersteller selbst entwickelt war. Die Canon EOS 300D von 2003 machte die Technik für Hobbyfotografen erschwinglich. 2008 brachten die Nikon D90 und die Canon EOS 5D Mark II die Videofunktion in die Spiegelreflexkamera. Inzwischen konzentrieren sich Canon und Nikon bei Neuentwicklungen auf ihre spiegellosen Systeme.
Vorteile
- optischer Sucher ohne Verzögerung und ohne Stromverbrauch
- sehr lange Akkulaufzeit
- große Auswahl an neuen und gebrauchten Objektiven
- gebraucht oft günstig zu bekommen
- griffige, robuste Gehäuse
Nachteile
- Sucher zeigt weder Belichtung noch Weißabgleich vorab
- Autofokus über separates Modul kann Front- oder Backfokus verursachen
- Autofokus im Live-View und beim Filmen oft langsamer
- größer und schwerer als vergleichbare spiegellose Kameras
- kaum noch neue Modelle und Objektive
Spiegelreflexkamera oder Systemkamera?
| Merkmal | Spiegelreflexkamera | Spiegellose Systemkamera |
|---|---|---|
| Sucher | optisch | elektronisch |
| Autofokus | separates Modul | auf dem Bildsensor |
| Akkulaufzeit | sehr lang | kürzer |
| Gewicht | meist höher | meist geringer |
| Neuentwicklungen | kaum noch | laufend |
Verwandte Begriffe
- DSLR
- SLR
- DSLM
- Systemkamera
- Pentaprisma
- Spiegelvorauslösung
- Sucher
Fazit
Die Spiegelreflexkamera lenkt das Bild über einen Klappspiegel in einen optischen Sucher. Sie bietet lange Akkulaufzeiten und ein riesiges Objektivangebot, wird aber kaum noch weiterentwickelt. Gebraucht ist sie weiterhin eine günstige Möglichkeit, mit Wechselobjektiven zu fotografieren.
« Zum Fotografie LexikonDer Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.
Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen, Veranstaltungen und in der Milchstraßenfotografie zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen sowie Milchstraßenfotokurse. Ich erstelle Tutorials, in denen ich meine Foto-Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.
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