SLR
SLR steht für Single Lens Reflex, auf Deutsch einäugige Spiegelreflexkamera. Bei dieser Bauweise schaut der Fotograf durch dasselbe Objektiv, mit dem später auch das Bild aufgenommen wird. Ein Spiegel hinter dem Objektiv lenkt das Licht dafür nach oben in den Sucher. Der Begriff wird vor allem für analoge Spiegelreflexkameras verwendet. Die digitale Variante heißt DSLR.
Das erwartet dich im Beitrag
Funktionsweise
Im Inneren einer SLR sitzt ein schräg gestellter Spiegel im Winkel von 45 Grad zwischen Objektiv und Film. Das Licht läuft über diesen Weg:
- Das Licht fällt durch das Objektiv auf den Spiegel.
- Der Spiegel lenkt es nach oben auf die Mattscheibe.
- Ein Pentaprisma oder Pentaspiegel dreht das Bild seitenrichtig und aufrecht.
- Über das Okular sieht der Fotograf das Motiv im Sucher.
Beim Auslösen klappt der Spiegel nach oben, der Verschluss öffnet sich und das Licht trifft auf den Film. Danach klappt der Spiegel wieder zurück. In diesem kurzen Moment ist der Sucher dunkel.
Abgrenzung zu anderen Kamerabauarten
Der Name grenzt die SLR von der zweiäugigen Spiegelreflexkamera ab, der TLR (Twin Lens Reflex). Bei einer TLR wie der Rolleiflex gibt es ein Objektiv für den Sucher und ein zweites für die Aufnahme. Auch Messsucherkameras, etwa die Leica M, und einfache Sucherkameras zeigen nicht exakt das Bild durch das Aufnahmeobjektiv. Bei ihnen kann es vor allem im Nahbereich zu Parallaxenfehlern kommen. Die SLR hat dieses Problem nicht.

Bedeutung in der Fotografiegeschichte
Die Spiegelreflexkamera für Kleinbildfilm setzte sich ab den 1950er-Jahren durch. Mit Modellen wie der Nikon F von 1959 wurde sie zum Standardwerkzeug für Profis und ambitionierte Amateure. Wechselobjektive, präzise Bildkontrolle im Sucher und später die Belichtungsmessung durch das Objektiv (TTL) machten sie für fast alle Bereiche der Fotografie geeignet. Erst mit den digitalen Spiegelreflexkameras und schließlich den spiegellosen Systemkameras verlor die analoge SLR an Bedeutung.
Vorteile
- Sucherbild durch das Aufnahmeobjektiv, ohne Parallaxe
- optischer Sucher ohne Verzögerung
- große Auswahl an Wechselobjektiven
- analoge Modelle funktionieren teilweise ganz ohne Batterie
Nachteile
- Sucher wird beim Auslösen kurz schwarz
- Spiegelschlag kann Erschütterungen verursachen
- größer und schwerer als Messsucher- oder spiegellose Kameras
- Sucher zeigt die Schärfentiefe meist nur bei Offenblende
Verwandte Begriffe
- DSLR
- Spiegelreflexkamera
- Pentaprisma
- Mattscheibe
- Spiegelvorauslösung
- Parallaxe
- SLT
Fazit
Eine SLR ist eine Kamera, bei der ein klappbarer Spiegel das Bild aus dem Aufnahmeobjektiv in den Sucher lenkt. Dadurch siehst du genau den Ausschnitt, der später auf dem Film landet. Über Jahrzehnte war sie die verbreitetste Bauform für anspruchsvolle Fotografie.
« Zum Fotografie LexikonDer Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.
Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen, Veranstaltungen und in der Milchstraßenfotografie zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen sowie Milchstraßenfotokurse. Ich erstelle Tutorials, in denen ich meine Foto-Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.
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