Spiegelvorauslösung

Die Spiegelvorauslösung ist eine Funktion von Spiegelreflexkameras, bei der der Spiegel vor der eigentlichen Belichtung hochgeklappt wird. Zwischen Spiegelschlag und Öffnen des Verschlusses liegt eine kurze Pause. In dieser Zeit klingen die Vibrationen ab, die der Spiegel beim Hochklappen auslöst. So werden Aufnahmen vom Stativ schärfer, vor allem bei langen Brennweiten und in der Makrofotografie.

Warum der Spiegel stört

Der Spiegel einer DSLR schlägt beim Auslösen mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Anschlag. Das erzeugt eine kleine Erschütterung, die sich auf Kamera und Objektiv überträgt. Freihand fällt das kaum auf. Auf dem Stativ und bei starker Vergrößerung kann diese Bewegung aber zu leichter Unschärfe führen. Besonders anfällig sind mittlere Belichtungszeiten, grob im Bereich von etwa einer Sekunde bis 1/100 Sekunde. Bei sehr kurzen Zeiten ist die Belichtung vorbei, bevor die Schwingung eine Rolle spielt. Bei sehr langen Zeiten macht der kurze Moment der Erschütterung nur einen kleinen Teil der gesamten Belichtung aus.

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So funktioniert die Spiegelvorauslösung

  1. Spiegelvorauslösung im Kameramenü aktivieren.
  2. Erster Druck auf den Auslöser: Der Spiegel klappt hoch, der Sucher wird dunkel.
  3. Kurz warten, bis die Kamera wieder ruhig steht.
  4. Zweiter Druck auf den Auslöser: Die Belichtung startet.

Damit beim zweiten Druck keine neue Erschütterung entsteht, sollte die Kamera mit Fernauslöser, Kabelauslöser oder Selbstauslöser bedient werden. Bei einigen Modellen löst die Kamera nach dem Hochklappen des Spiegels auch automatisch nach einer festen Verzögerung aus.

Bezeichnungen bei den Herstellern

Canon nennt die Funktion „Spiegelverriegelung“, Nikon bietet sie als eigene Betriebsart „Mup“ am Auslösemodus-Rad oder im Menü an. Bei manchen Kameras ist sie auch Teil des Selbstauslösers. Eine Alternative ist der Live-View: Hier ist der Spiegel ohnehin hochgeklappt. Viele DSLRs nutzen im Live-View zusätzlich den elektronischen ersten Verschlussvorhang, wodurch auch die Erschütterung durch den Verschluss geringer ausfällt.

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Typische Einsatzbereiche

  • Makrofotografie mit hohem Abbildungsmaßstab
  • Teleaufnahmen vom Stativ
  • Astrofotografie durch das Teleskop
  • Landschafts- und Architekturaufnahmen mit hochauflösenden Kameras
  • Reproduktionen von Dokumenten und Kunstwerken

Nachteile

  • keine Kontrolle über den Bildausschnitt, solange der Spiegel oben ist
  • ungeeignet für bewegte Motive und schnelle Serien
  • zusätzliche Verzögerung bei jeder Aufnahme

Spiegellose Kameras

Spiegellose Systemkameras haben keinen Spiegel und brauchen die Funktion daher nicht. Hier kann allerdings der mechanische Verschluss selbst eine leichte Erschütterung auslösen, den sogenannten Shutter Shock. Dagegen helfen der elektronische erste Verschlussvorhang oder der vollelektronische Verschluss.

Verwandte Begriffe

Fazit

Die Spiegelvorauslösung klappt den Spiegel einer DSLR vor der Belichtung hoch, damit seine Erschütterung abklingen kann. Sie lohnt sich bei Stativaufnahmen mit langen Brennweiten oder hoher Vergrößerung, idealerweise in Verbindung mit einem Fernauslöser.

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Fotografie Tipps Stephan Forstmann

Der Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor aus Dolgesheim, Rheinland-Pfalz

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.

Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen, Veranstaltungen und in der Milchstraßenfotografie zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen sowie Milchstraßenfotokurse. Ich erstelle Tutorials, in denen ich meine Foto-Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.

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