Zonenfokussierung
Die Zonenfokussierung, im Englischen Zone Focusing, ist eine Methode, bei der die Schärfe vor der Aufnahme manuell auf einen Entfernungsbereich eingestellt wird. Mit einer ausreichend geschlossenen Blende ist dann alles scharf, was sich innerhalb dieser Zone befindet. Der Fotograf muss beim Auslösen nicht mehr fokussieren und kann sofort reagieren. Die Technik ist vor allem in der Streetfotografie verbreitet, eignet sich aber auch für Reportage, Konzerte und Kinderfotos.
Das erwartet dich im Beitrag
Funktionsweise
Zonenfokussierung nutzt die Schärfentiefe gezielt. Je kürzer die Brennweite und je kleiner die Blendenöffnung, desto größer ist der Bereich, der scharf abgebildet wird. Stellst du zum Beispiel ein Weitwinkelobjektiv auf drei Meter und Blende f/8 ein, reicht die Schärfe von deutlich vor bis weit hinter diese Entfernung. Alles, was in diesen Bereich läuft, wird scharf, ohne dass der Autofokus arbeiten muss.
Beispielwerte
Die folgenden Werte sind gerundet und gelten für Vollformat mit einem Zerstreuungskreis von 0,03 mm:
| Brennweite und Blende | Fokus auf | Scharf von ungefähr |
|---|---|---|
| 28 mm, f/8 | 3 m | 1,6 m bis gut 30 m |
| 28 mm, f/8 | 3,3 m (hyperfokale Distanz) | 1,7 m bis unendlich |
| 35 mm, f/8 | 5,1 m (hyperfokale Distanz) | 2,6 m bis unendlich |
Wird auf die hyperfokale Distanz fokussiert, reicht die Schärfe von etwa ihrer Hälfte bis unendlich. Apps und Online-Rechner liefern die Werte für jede Kombination aus Brennweite, Blende und Sensor.
So gehst du vor
- Objektiv auf manuellen Fokus stellen.
- Blende auf f/8 oder f/11 schließen.
- Entfernung über die Skala am Objektiv oder die Entfernungsanzeige im Sucher einstellen.
- Belichtungszeit kurz genug wählen, damit Bewegungen scharf bleiben, notfalls mit Auto-ISO.
- Abschätzen üben: Wie weit sind drei Meter? Ein paar Schritte abzählen hilft am Anfang.
Vorteile und Grenzen
Die Vorteile sind sofortige Auslösebereitschaft, kein Pumpen des Autofokus und eine unauffällige Arbeitsweise, weil man die Kamera nicht zum Fokussieren ans Auge nehmen muss. Die Grenzen liegen bei langen Brennweiten und offener Blende, wo die Schärfezone sehr schmal wird. Viele moderne Objektive haben außerdem keine Entfernungsskala mehr. Dann hilft die Entfernungsanzeige im elektronischen Sucher. Bei hochauflösenden Kameras und großer Vergrößerung sind die üblichen Schärfentiefe-Werte etwas zu großzügig.
Verwandte Begriffe
- Schärfentiefe
- Zerstreuungskreis
- Streetfotografie
- Weitwinkelobjektiv
- Blende
Fazit
Bei der Zonenfokussierung wird die Schärfe vorab auf einen Entfernungsbereich gelegt, der durch Abblenden groß genug ist. So kannst du ohne Autofokus blitzschnell auslösen. Am besten funktioniert die Technik mit Weitwinkelobjektiven und Blenden um f/8.
« Zum Fotografie LexikonDer Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.
Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen, Veranstaltungen und in der Milchstraßenfotografie zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen sowie Milchstraßenfotokurse. Ich erstelle Tutorials, in denen ich meine Foto-Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.
In diesen Beitrag habe ich viel Rechercheaufwand, Zeit und Herzblut investiert und ich gebe gerne mein Fachwissen an andere Fotografiebegeisterte weiter. Das macht aber auch sehr viel Arbeit und braucht vor allem viel Zeit. Fandest du diesen Artikel hilfreich und hast ihn gerne gelesen? Dann spendiere mir doch einen Kaffee für meine Mühe! Damit hilfst du mir und meiner Familie, hier alles am Laufen zu halten.
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