Zwischenringe

Zwischenringe sind hohle Ringe ohne Glas, die zwischen Kamera und Objektiv gesetzt werden. Sie vergrößern den Abstand zwischen Objektiv und Sensor. Dadurch kann das Objektiv näher fokussieren als normal, und kleine Motive erscheinen größer im Bild. Zwischenringe sind eine günstige Möglichkeit, mit vorhandenen Objektiven in die Makrofotografie einzusteigen.

Funktionsweise

Um ein nahes Objekt scharf abzubilden, muss das Objektiv weiter vom Sensor entfernt sein als bei einem fernen Objekt. Beim Fokussieren fährt das Objektiv deshalb ein Stück heraus. Der Weg ist aber begrenzt, daher die Naheinstellgrenze. Ein Zwischenring verlängert diesen Abstand zusätzlich. Das Objektiv kann nun näher scharfstellen, verliert aber die Möglichkeit, auf unendlich zu fokussieren.

Wie viel Vergrößerung bringen sie?

Als Faustregel ergibt sich der zusätzliche Abbildungsmaßstab, wenn man die Länge der Zwischenringe durch die Brennweite teilt. Ein 25-mm-Ring an einem 50-mm-Objektiv bringt bei Fokus auf unendlich also einen Abbildungsmaßstab von 1:2. Daraus folgt: Zwischenringe wirken an kurzen Brennweiten deutlich stärker als an langen.

Ringlängean 50 mman 100 mm
12 mmca. 0,24-fachca. 0,12-fach
25 mmca. 0,5-fachca. 0,25-fach
50 mmca. 1-fach (1:1)ca. 0,5-fach

Die Werte gelten bei Fokus auf unendlich. Wird das Objektiv zusätzlich auf seine Naheinstellgrenze fokussiert, kommt dessen eigener Abbildungsmaßstab noch hinzu. Zwischenringe werden meist als Satz mit mehreren Längen verkauft, zum Beispiel 12, 20 und 36 mm, die sich kombinieren lassen.

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Worauf du achten solltest

  • Elektrische Kontakte: Ohne Kontakte funktionieren Autofokus und Blendensteuerung bei modernen Objektiven nicht.
  • Lichtverlust: Je größer der Abstand, desto weniger Licht erreicht den Sensor. Die effektive Blende wird kleiner.
  • Kein Fokus auf unendlich: Mit Zwischenring gelingen nur Nahaufnahmen.
  • Arbeitsabstand: Mit kurzen Brennweiten muss man sehr nah heran, was scheue Insekten vertreibt.

Zwischenringe, Nahlinsen oder Makroobjektiv?

LösungVorteileNachteile
Zwischenringegünstig, kein zusätzliches Glas, an vielen Objektiven nutzbarLichtverlust, kein Unendlich-Fokus
Nahlinseneinfach vorschraubbar, kein Lichtverlustzusätzliches Glas, Qualität je nach Linse
Makroobjektivbeste Qualität, 1:1 ohne Zubehör, auch für normale Fotosdeutlich teurer

Verwandte Begriffe

Fazit

Zwischenringe vergrößern den Abstand zwischen Objektiv und Sensor und ermöglichen so Nahaufnahmen mit normalen Objektiven. Sie sind günstig und verändern die optische Qualität nicht, kosten aber Licht und den Fokus auf unendlich. An kurzen Brennweiten ist ihre Wirkung am größten.

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Der Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Stephan Forstmann - Fotografie Experte

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.

Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen, Veranstaltungen und in der Milchstraßenfotografie zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen sowie Milchstraßenfotokurse. Ich erstelle Tutorials, in denen ich meine Foto-Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.

In diesen Beitrag habe ich viel Rechercheaufwand, Zeit und Herzblut investiert und ich gebe gerne mein Fachwissen an andere Fotografiebegeisterte weiter. Das macht aber auch sehr viel Arbeit und braucht vor allem viel Zeit. Fandest du diesen Artikel hilfreich und hast ihn gerne gelesen? Dann spendiere mir doch einen Kaffee für meine Mühe! Damit hilfst du mir und meiner Familie, hier alles am Laufen zu halten.

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