Arbeitsblende
Definition
Die Arbeitsblende bezeichnet die Blendenöffnung, die während der tatsächlichen Aufnahme eines Fotos genutzt wird. Sie unterscheidet sich von der Offenblende, die für die Komposition und Fokussierung des Bildes verwendet wird, indem sie die spezifische Blendenöffnung repräsentiert, die der Fotograf für die endgültige Belichtung einstellt. Die Arbeitsblende beeinflusst direkt die Belichtung des Bildes und die Schärfentiefe.
Das erwartet dich im Beitrag
Technische Details:
- Blendenzahl (f-Wert): Die Arbeitsblende wird oft durch den f-Wert angegeben, der das Verhältnis der Brennweite des Objektivs zur effektiven Durchmesseröffnung der Blende beschreibt. Kleinere f-Werte (z.B. f/2.8) bedeuten eine größere Blendenöffnung, während größere f-Werte (z.B. f/16) eine kleinere Blendenöffnung bedeuten.
- Schärfentiefe: Eine größere Blendenöffnung (kleinerer f-Wert) erzeugt eine geringere Schärfentiefe, was dazu führt, dass nur ein schmaler Bereich des Bildes scharf ist, während der Vorder- und Hintergrund unscharf wird. Eine kleinere Blendenöffnung (größerer f-Wert) erhöht die Schärfentiefe, sodass mehr Bereiche des Bildes scharf erscheinen.
- Lichtmenge: Die Arbeitsblende regelt die Menge an Licht, die auf den Sensor oder Film trifft. Eine größere Blendenöffnung lässt mehr Licht durch und ist daher nützlich bei schlechten Lichtverhältnissen. Eine kleinere Blendenöffnung lässt weniger Licht durch und ist hilfreich bei hellen Lichtbedingungen oder wenn eine größere Schärfentiefe gewünscht wird.
- Beugungseffekte: Bei sehr kleinen Blendenöffnungen (hohe f-Werte) kann es zu Beugungseffekten kommen, die die Schärfe des Bildes verringern. Dies ist ein wichtiger Aspekt, den Fotografen bei der Wahl der Arbeitsblende berücksichtigen müssen.
Praktische Anwendung
- Porträtfotografie: Hier wird oft eine größere Blendenöffnung verwendet, um das Motiv scharf und den Hintergrund unscharf (Bokeh-Effekt) zu halten. Dies lenkt die Aufmerksamkeit auf das Hauptmotiv.
- Landschaftsfotografie: Eine kleinere Blendenöffnung wird häufig bevorzugt, um sicherzustellen, dass sowohl der Vordergrund als auch der Hintergrund scharf abgebildet werden, was von der erhöhten Schärfentiefe profitiert.
- Makrofotografie: Makrofotografen spielen oft mit der Blende, um die Schärfentiefe präzise zu kontrollieren und die winzigen Details eines kleinen Motivs hervorzuheben.
- Nachtfotografie: Bei Aufnahmen unter schwachen Lichtbedingungen, wie in der Nachtfotografie, kann eine größere Blendenöffnung entscheidend sein, um genügend Licht einzufangen und das Bild ohne zu hohe ISO-Einstellungen korrekt zu belichten.
Der Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.
Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen und Veranstaltungen zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen und erstelle Tutorials, in denen ich meine Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.
In diesen Beitrag habe ich viel Rechercheaufwand, Zeit und Herzblut investiert und ich gebe gerne mein Fachwissen an andere Fotografiebegeisterte weiter. Das macht aber auch sehr viel Arbeit und braucht vor allem viel Zeit. Fandest du diesen Artikel hilfreich und hast ihn gerne gelesen? Dann spendiere mir doch einen Kaffee für meine Mühe! Damit hilfst du mir und meiner Familie, hier alles am Laufen zu halten.
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