Positiv 1

Positiv

Definition

Ein Positiv bezeichnet in der Fotografie ein Bild, bei dem die Helligkeits- und Farbwerte der Realität „richtig herum“ wiedergegeben werden. Helle Bereiche erscheinen hell, dunkle Bereiche dunkel. Das Positiv ist somit das direkt betrachtbare Endbild.

Der Begriff stammt ursprünglich aus der analogen Fotografie und bildet den Gegenbegriff zum Negativ, bei dem Tonwerte und Farben umgekehrt dargestellt werden.

Ursprung des Begriffs

In den frühen fotografischen Verfahren entstand nach der Belichtung zunächst meist ein Negativ. Erst durch einen weiteren Kopiervorgang wurde daraus ein Positiv erstellt.

Beispiel:

  • Negativ:
  • Positiv:

Das Positiv entsprach also der natürlichen Wahrnehmung.

Positiv 2
Links Positiv, rechts Negativ

Positiv in der analogen Fotografie

Papierpositiv

Das klassische Foto auf Fotopapier ist ein Positiv.
Es entsteht durch:

  1. Aufnahme auf Filmnegativ
  2. Entwicklung des Negativs
  3. Belichtung von Fotopapier
  4. Entwicklung des Papierbildes

Das Ergebnis ist ein direkt betrachtbares Bild.

Dia / Umkehrfilm

Ein Dia ist ebenfalls ein Positiv, allerdings auf transparentem Film.

Bekannte Diafilme:

Besonderheiten von Positivfilm:

  • sehr hohe Farbsättigung
  • hoher Kontrast
  • geringe Belichtungstoleranz
  • direkte Projektion möglich

Dias wurden häufig mit Projektoren präsentiert.

Positiv im digitalen Zeitalter

In der Digitalfotografie wird der Begriff seltener verwendet, weil digitale Bilder standardmäßig bereits als Positiv dargestellt werden.

Trotzdem bleibt der Begriff relevant:

  • bei Filmscans
  • in der Bildbearbeitung
  • bei Archivierung analoger Bestände
  • im historischen Kontext

Ein gescannter Negativfilm muss beispielsweise „invertiert“ werden, um ein Positiv zu erzeugen.

Unterschied zwischen Negativ und Positiv

MerkmalNegativPositiv
TonwerteUmgekehrtNatürlich
FarbenKomplementärfarbenReale Farben
BetrachtungNicht direkt geeignetDirekt betrachtbar
VerwendungZwischenstufeEndbild

Positive direkt in der Kamera

Einige historische Verfahren erzeugten bereits unmittelbar Positive:

Daguerreotypie

Die Einführung der Daguerreotypie erzeugte ein einzigartiges Direktpositiv auf versilberten Metallplatten.

Merkmale:

  • extrem detailreich
  • spiegelnde Oberfläche
  • kein Negativ vorhanden
  • Unikat

Polaroid / Sofortbild

Sofortbildkameras liefern ebenfalls direkt ein Positivbild.

Bekannte Systeme:

  • Polaroid
  • Instax

Das Bild entwickelt sich unmittelbar nach der Aufnahme sichtbar.

Positivkopie

Eine Positivkopie ist ein Abzug oder eine Reproduktion eines Negativs oder Dias.

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Anwendungsbereiche:

  • Ausstellungsprints
  • Kontaktbögen
  • Archivkopien
  • Reproduktionen

Positivumkehr in der Bildbearbeitung

In Programmen wie Adobe Photoshop oder Adobe Lightroom können Negative digital in Positive umgewandelt werden.

Typische Arbeitsschritte:

  1. Negativ scannen
  2. Farben invertieren
  3. Weißabgleich korrigieren
  4. Kontrast anpassen
  5. Farbstiche entfernen

Charakteristik von Positivmaterial

Positivmaterial – insbesondere Diafilm – besitzt bestimmte Eigenschaften:

Hoher Kontrast

Lichter brennen schneller aus, Schatten saufen schneller ab.

Präzise Belichtung nötig

Die Belichtung muss deutlich exakter erfolgen als bei Negativfilm.

Brillante Farben

Viele Fotografen schätzen den typischen „Look“ klassischer Diafilme.

Bedeutung in der fotografischen Praxis

Der Begriff Positiv ist wichtig für:

  • analoge Dunkelkammerarbeit
  • Filmscans
  • Restaurierung historischer Bilder
  • Archivierung
  • Verständnis fotografischer Prozesse

Gerade in der heutigen Renaissance analoger Fotografie gewinnt das Verständnis von Negativ- und Positivprozessen erneut an Bedeutung.

Verwandte Begriffe

  • Negativ
  • Umkehrfilm
  • Dia
  • Kontaktabzug
  • Dunkelkammer
  • Silbergelatineabzug
  • Filmscan
  • Invertierung

Kurzdefinition

Positiv bezeichnet in der Fotografie ein Bild mit natürlicher Tonwert- und Farbwiedergabe, das direkt betrachtet werden kann. Es ist meist das Endergebnis eines fotografischen Prozesses und bildet den Gegenpol zum Negativ.

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Der Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Stephan Forstmann - Fotografie Experte

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.

Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen und Veranstaltungen zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen und erstelle Tutorials, in denen ich meine Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.

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