Kamera gebraucht kaufen – darauf solltest du achten

In diesem Ratgeber zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du beim Kauf einer gebrauchten Kamera klug und sicher vorgehst.

Kamera gebraucht kaufen - darauf solltest du achten: Beispielbild Nummer 1

Autos kauft fast jeder gebraucht. Und auch eine Kamera gebraucht zu kaufen, ist eine sehr gute Idee! Denn so kannst du zum einen günstig an hochwertige Kamera-Ausrüstung kommen und zweitens brauchst du nicht immer die neueste Technik um gute Fotos zu machen. Gleichzeitig birgt der Gebrauchtkauf aber auch einige Risiken, die dafür sorgen, dass der Gebrauchtmarkt für viele gar keine Option ist. Du findest alles – von technischen Mängeln bis zu Betrug. Denn sicher willst du nicht nach dem Kauf feststellen, dass die Kamera zwar günstig, aber leider ein kompletter Fehlgriff war.

Aber mit etwas Vorsicht und Vernunft kannst du sicher und ohne Probleme eine Kamera gebraucht kaufen. Und darum geht es in diesem Beitrag. Ich zeige dir, worauf du beim Gebrauchtkauf einer Kamera achten solltest. Von technische Details bis hin zu nützlichen Tipps für den Kaufprozess. Hier bekommst du alles an die Hand, um eine fundierte Entscheidung zu treffen. Lass uns loslegen!

  1. Kamera gebraucht kaufen spart Geld: oft 30–70 % günstiger als Neuware, bei gleicher oder sogar besserer Ausstattung.
  2. Sicher kaufen: Fachhändler bieten mehr Schutz (Gewährleistung, Prüfung), Privatverkäufe sind günstiger, aber riskanter; immer auf Transparenz und Vertrauen achten.
  3. Risiken bei Privatverkäufen kennen: versteckte Mängel, kein Rückgaberecht, Betrug und unklare Vorgeschichte gehören zu den typischen Fallstricken.
  4. Zustand gründlich prüfen: Shutter Count, Gehäuse, Sensor, Display, Anschlüsse und alle Bedienelemente sorgfältig checken.
  5. Empfehlenswerte Händler für gebrauchte Kameras: Calumet*, Foto Erhardt*, Foto Leistenschneider*

Vorteile und Gründe, eine gebrauchte Kamera zu kaufen

Eingangs habe ich schon erwähnt, dass es eine gute Idee ist, gebrauchte Kameras zu kaufen. Denn der Gebrauchtkauf einer Kamera bringt eine Menge Vorteile mit sich und das nicht nur für dein Bankkonto. Viele Menschen unterschätzen, wie lohnenswert es ist, sich auf dem Second-Hand-Markt umzuschauen. Hier bekommst du oft deutlich mehr Technik fürs Geld als im regulären Einzelhandel. Aber lass uns das mal genauer anschauen:

  • Preisvorteil: Neue Kameras verlieren schnell an Wert. Gebrauchte Modelle sind oft deutlich günstiger.
  • Zugang zu Profi-Modellen: Besonders teure Vollformatkameras lassen sich gebraucht erschwinglicher erwerben.
  • Es muss nicht immer das Neuste sein: oft langen Funktionen und Autofokus von älteren Kameras um in allen Bereichen sehr gute Fotos zu machen.
  • Nachhaltigkeit: Gebrauchte Technik wiederverwenden schont Ressourcen.

Geld sparen und zwar richtig

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Gebrauchte Kameras sind in der Regel deutlich günstiger als neue Modelle. Je nach Zustand, Alter und Marke kannst du locker 30 bis 70% sparen. Stell dir vor, du bekommst eine semiprofessionelle Vollformat DSLM, die neu 1200 € gekostet hat, für 400 bis 500 €. Klingt gut, oder? Für viele ist genau das der Grund, sich für eine gebrauchte Kamera zu entscheiden. Vor allem, wenn du erst mal in die Welt der Fotografie reinschnuppern willst.

Bessere Ausstattung fürs gleiche Budget

Du bekommst mehr Kamera für dein Geld. Statt einer Einsteigerkamera von heute kannst du ein semiprofessionelles Modell von vor ein paar Jahren kaufen. Oft mit deutlich besseren Features, robusteren Gehäusen und mehr Einstellungsmöglichkeiten als eine Einsteigerkamera.

Gutes tun für die Umwelt

Wer gebraucht kauft, handelt nachhaltig. Du verlängerst die Lebensdauer eines Produkts und trägst aktiv zur Reduzierung von Elektroschrott bei. Gerade Kameras bestehen aus wertvollen Materialien und elektronischen Komponenten, deren Herstellung viel Energie verbraucht. Warum also immer neu kaufen, wenn ein gebrauchtes Gerät genauso gut seinen Dienst tut?

Risiken im Blick

So verlockend der Gebrauchtkauf auch klingt es gibt durchaus Stolperfallen. Daher solltest du auch die potenziellen Risiken kennen und wissen, worauf du achten musst. Lass uns mal einen ehrlichen Blick auf die Nachteile werfen:

Versteckte Mängel

Eines der größten Risiken beim Kauf einer gebrauchten Kamera sind Defekte, die auf den ersten Blick nicht auffallen. Ein sauber aussehendes Gehäuse bedeutet nicht automatisch, dass technisch alles in Ordnung ist. Verdreckte oder oder zerkratzte Sensoren sind aber eher selten. Häufiger findest du Pixelfehler in Display oder Sucher als versteckten Mangel. Gelegentlich sind auch die Druckpunkte der Knöpfe nicht mehr optimal, besonders bei stark genutzten Modellen. Leider erkennst du so etwas immer erst nach dem Kauf, wenn es schon zu spät ist.

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Das Äußere einer Kamera gibt nur einen Bruchteil von dem wider, was sie erlebt hat. Meine alte EOS 6D hat sehr viel erlebt, aber war in einem ausgezeichnetem Zustand als ich sie verkauft habe.

Keine Garantie oder Rückgaberecht

Kaufst du die Kamera von einer Privatperson, gibt es in der Regel keine Garantie oder Rückgabemöglichkeit. Wenn das Gerät also nach wenigen Tagen den Geist aufgibt, bleibst du auf dem Schaden sitzen. Selbst bei Händlern, die gebrauchte Kameras verkaufen, ist die Garantiezeit meist auf wenige Monate beschränkt. Im Vergleich zum Neukauf, bei dem du zwei Jahre Gewährleistung bekommst, ist das deutlich weniger Sicherheit. Wenn jedoch mit der gebrauchten Kamera gut umgegangen wurde, dann ist das aber kein wirklich großer Punkt. Denn Kameras sind in der Regel so konstruiert, dass sie mehrere Jahrzehnte genutzt werden können.

Risiko von Betrug und Abzocke

Einer der fiesesten Punkte, wen du eine Kamera gebraucht kaufst: Gerade auf Plattformen wie eBay Kleinanzeigen oder in Facebook-Gruppen gibt es Betrüger, die dein Geld wollen, aber keine Ware liefern. Lass die Finger von zu schön klingenden Angeboten, zu niedrigen Preisen gegenüber anderen Verkäufern oder Verkäufer, die die Zahlung nur per Überweisung und auf ausländische Konten akzeptieren oder dich zu einer Entscheidung drängen.

Auch gestohlene Ware wird immer wieder auf diesen Wegen verkauft. Daher solltest du, wenn möglich, vorher die Seriennummer der Kamera prüfen. Dafür gibt es viele Online-Tools, die als gestohlen gemeldete Seriennummern gegenchecken. Beispielsweise Stolen Camera Finder – find your photos, find your camera.

Unsicherheit über die Vorgeschichte

Wie wurde mit der Kamera umgegangen? Ist sie mal heruntergefallen? Hat sie 100.000 Auslösungen hinter sich (dazu gleich mehr)? All das weißt du im Zweifel nicht. Es sei denn, der Verkäufer ist ehrlich und offen. Viele Mängel lassen sich mit bloßem Auge nicht auf Fotos erkennen. Sturzschäden sind aber immer eindeutig auf Fotos erkennbar. Deshalb ist es umso wichtiger, das der Verkäufer dir erzählt, was die Kamera schon erlebt hat und wie damit umgegangen wurde.

Darauf solltest du beim Kauf gebrauchter Kameras achten

Ich hoffe, ich habe dir jetzt keine Angst gemacht, denn meist sind Betrug oder versteckte Mängel eher die Ausnahme. Lass uns nun einmal schauen, woran du erkennst, ob eine Kamera in gutem Zustand ist. Denn auch wenn du online nach eine gebrauchten Kamera schaust, kannst du auf Fotos oder in den Details viele Kriterien sicher abhaken. Achte besonders auf:

Anzahl der Auslösungen

Die Auslösungen (Shutter Count) sind sowas wie der Kilometerstand einer Kamera . Sie geben an, wie oft die Kamera bereits ausgelöst wurde.

  • Jede Kamera hat eine geschätzte Lebensdauer des Verschlusses (z. B. 100.000 bis 400.000 Auslösungen bei DSLM & DSLR).
  • Ein hoher Shutter Count bedeutet, dass die Kamera intensiver genutzt wurde, was Verschleiß, Reparaturbedarf oder einen kürzeren Restwert bedeuten kann.
  • Die Betonung liegt aber auf KANN. Nur weil eine Kamera beispielsweise 200000 Auslösungen hinter sich hat, heißt das nicht, dass sie bei der 200001. Auslösung kaputt geht. Ich habe schon AKemras gesehen, die über 1 Million Auslösungen mit einem Verschluss geschafft haben.
  • Der Verschluss kann übrigens auch im Service getauscht werden. Dabei sind Kosten so um die 300€ fällig.

Den Shutter Count kann man mit Hilfe von Tools oder beim Service bei DSLR & spiegellosen Kameras auslesen lassen. Bei modernen Kameras ist das nicht mehr ganz so leicht möglich und hier muss der Verkäufer ggf. ein kostenpflichtiges Programm nutzen, um den Count auszulesen.

Faustregel: Für Gelegenheitsfotografen ist eine gebrauchte Kamera mit 25 bis 50 % der erwarteten Auslösungen unproblematisch. Bei professioneller Nutzung lohnt sich ein niedrigerer Shutter Count.

Gehäuse prüfen

Wenn du eine gebrauchte Kamera begutachtest, solltest du dir die Außenseite sehr genau anschauen. Am Gehäuse erkennst du bei einer gebrauchten Kamera schnell, wie sie behandelt wurde. Leichte Gebrauchsspuren wie kleine Kratzer oder Glanzstellen sind völlig normal, vor allem bei Geräten, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben.

Ich als Profi fordere meine Kameras sehr, aber trotzdem gebe ich mir immer Mühe, mit dem Equipment umsichtig umzugehen. Trotzdem gibt es einige Dinge, die auch bei vorsichtiger Behandlung unvermeidbar sind. Lackabrieb am Gehäuse lässt sich oft gar nicht vermeiden und ist absolut unbedenklich.

Aufpassen solltest du aber, wenn du Dellen, riesige Kratzer oder auch verbogene Filtergewinde am Objektiv siehst. Problematisch wird es ebenfalls bei tiefen Dellen, Rissen oder abgeplatzten Kanten. Das ist ein Hinweis darauf, dass die Kamera einen Sturzschaden erlitten hat oder es einen unsachgemäßen Umgang mit der Kamera in der Vergangenheit gab. Von solch einer Kamera würde ich definitiv die Finger lassen. Gerade bei einer DSLR ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Autofokusmodul durch den Sturz nicht mehr präzise arbeitet.

Ein oft übersehener Bereich sind die Gummierungen an Griffen oder Tasten. Wenn sie sich ablösen, klebrig sind oder stark abgenutzt wirken, zeigt das intensive Nutzung oder einfach schlechte Lagerung. Zwar kannst du diese Gummiteile teilweise ersetzen, aber das kostet Zeit und Geld.

Display und Sucher

Display und Sucher sind deine wichtigsten Kontrollpunkte beim Fotografieren und sollten daher einwandfrei funktionieren. Achte beim Gebrauchtkauf darauf, dass keine riesigen Kratzer oder Sprünge im Glas vorhanden sind. Kleinere Kratzer halte ich persönlich für unbedenklich.

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Oft übersehen werden Pixelfehler und tote Bereiche in Display und Sucher. Das sind kleine Punkte, die dauerhaft leuchten oder komplett schwarz bleiben. Ein paar tote Pixel sind nicht das Problem. Wenn es aber mehr als drei oder vier sind, wird es dich definitiv stören. Teste das Display oder den Sucher idealerweise mit einem durchgehend hellen und einem dunklen Bild (z. B. Himmel oder weißes Blatt) und achte auf unregelmäßige, helle, dunkle oder einfarbige (rote, grüne, blaue Punkte).

Sensor

Der Sensor ist der wichtigste Teil in der Kamera und neben dem Verschluss auch einer der empfindlichsten Komponenten. Schon ein kleines Staubkorn wird auf Bildern sichtbar werden, besonders bei geschlossenen Blenden. Deshalb solltest du den Sensor vor dem Kauf so gut es geht prüfen. Staub ist harmlos, denn Kamerasensoren kannst du leicht reinigen. Kritischer wird es bei Ölflecken, fest sitzendem Schmutz oder Kratzern auf dem Sensor. Letzteres ist ein klares Ausschlusskriterium, denn auch wenn „nur“ das Schutzglas auf dem Sensor zerkratzt ist, wirkt sich solch ein Kratzer stark auf die Lichtbrechung aus. Und eine Sensorreparatur ist extrem teuer.

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Den Sensor solltest du auf Staub und Dreck prüfen und ggf. reinigen.

So testest du den Kamerasensor auf Staub, Kratzer oder Flecken: Setze ein Objektiv auf und fotografiere eine gleichmäßig helle Fläche. Idealerweise der Himmel, eine weiße Wand oder ein weißes Blatt Papier. Stelle die Blende auf f/16 oder höher. Nutze niedriges ISO und passe die Belichtungszeit so an, dass du ein ausgewogen belichtetes Bild bekommst. Zoome dann in das Bild hinein und suche nach dunklen Punkten oder Flecken. Wenn du kleinere Flecken erkennst, ist vermutlich eine Sensorreinigung nötig.

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Staub und andere Verunreinigungen auf dem Sensor kannst unkompliziert mit einer Trocken oder Nassreinigung selbst durchführen.

Kratzer erkennst du durch Auffälligkeiten im Bild, verzerrte Farben und unscharfe Stellen.

Anschlüsse & Batteriefach

Gerade bei Kameras, die über viele Jahre genutzt wurden, sind Anschlussbuchsen und das Batteriefach potenzielle Schwachstellen. Feuchtigkeit, Korrosion oder mechanische Schäden können hier schnell teuer werden. Schau dir das Batteriefach genau an: Gibt es Rostspuren, Grünspan oder klebrige Rückstände? Das könnte auf ausgelaufene Batterien oder schlechte Lagerung hindeuten.

Auch USB-, HDMI- und SD-Karten-Slots müssen funktionieren. Prüfe, ob sich die Anschlüsse leicht und ohne Widerstand nutzen lassen. Wird die Speicherkarte sofort erkannt? Kannst du die Kamera per Kabel mit dem Computer verbinden? Gerade bei älteren Modellen sind ausgeleierte oder beschädigte Buchsen keine Seltenheit. Und das Problem: Diese lassen sich oft nur durch aufwendige Reparaturen beheben. Besser also direkt beim Kauf darauf achten.

Knöpfe, Drehräder, AF- und Blendensteuerung prüfen

Deine gebrauchte Kamera soll sich intuitiv und flüssig bedienen lassen. Das geht nur, wenn alle Tasten und Einstellräder sauber funktionieren. Dreh an jedem Rad, drück jede Taste, navigiere durchs Menü. Besonders bei Kameras, die intensiv genutzt wurden, können Tasten klemmen oder überhaupt nicht mehr reagieren. Auch die sogenannten Soft-Touch-Gummis an den Tasten können sich abnutzen oder lösen.

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Kleinere Kratzer auf Knöpfen, Display oder Gehäuse sind idR. kein Problem.

Nicht zu vergessen: die Steuerung von Autofokus (AF) und Blende. Stelle also sicher, dass die Kamera bei angeschlossenem Objektiv schnell fokussiert und keine Fehlermeldungen zeigt. Auch der Blendenmechanismus im Objektiv sollte präzise arbeiten. Das siehst du gut beim Fotografieren mit offener und geschlossener Blende.

Achte also unbedingt auf diese Punkte:

  • Gehäuse: Kratzer, Dellen, abgenutzte Gummierungen.
  • Display: Keine Pixelfehler, Kratzer oder tote Bereiche.
  • Sensor: Auf Staub, Flecken oder Kratzer achten. Testfoto mit kleiner Blende (f/16–f/22) prüfen.
  • Anschlüsse & Batteriefach: Keine Rostspuren, korrekte Funktion von USB/HDMI/SD-Kartenschacht.
  • Bedienelemente: Knöpfe, Drehräder, AF- und Blendensteuerung prüfen.
  • Komplette Historie anfragen: Seriöse Verkäufer geben Auskunft über Service- oder Reparaturhistorie.

Wo kann man gebrauchte Kameras kaufen?

Die Frage, wo du deine gebrauchte Kamera kaufst, ist fast genauso wichtig wie die Kamera selbst. Stichworte wie Sicherheit, Preis, Zustand und deine Rechte als Käufer solltest du dabei auf dem Schirm haben. Glücklicherweise gibt es heute viele Möglichkeiten von Online-Marktplätzen über Fachgeschäfte bis hin zu Foto-Communities. Schauen wir uns die wichtigsten Bezugsquellen einmal genau an.

Fotofachhändler mit Second-Hand-Abteilung

Viele deutsche Fotohändler bieten gebrauchte Kameras an, oft sogar mit kurzer Garantie und einem Jahr Gewährleistung und sogar im Online-Shop mit Second-Hand-Angebot. Der große Vorteil: Du kannst die Kamera entweder direkt vor Ort ansehen, anfassen und testen oder bei Nichtgefallen wieder zurücksenden. Der technische Zustand wird vorher professionell geprüft und eingeschätzt. Eventuelle Mängel sind in der Regel sehr gut beschrieben und du ersparst dir einige Überraschungen.

Ich selbst kaufe gelegentlich gebrauchte Kameras beim Fachhändler. Hier bezahlst du etwas mehr, als bei Ebay und Kleinanzeigen, aber du hast auch nach dem Kauf einen Ansprechpartner und Support bei Problemen. Empfehlenswerte Fachhändler mit gebrauchten Kameras sind:

  • Calumet*: Übersichtliches Sortiment an gebrauchten Kameras mit präzisen Zustandseinstufungen
  • Foto Erhardt*: Ebenfalls ein umfangreiches Gebrauchtsortiment
  • Leistenschneider*: Zuverlässiger Händler mit vielen gebrauchten Kameras
  • Rebuy*: geprüfte Gebrauchtware mit Garantie
  • MPB*: spezialisiert auf gebrauchte Kamera- und Videoausrüstung, mit Zustandseinstufungen
  • Amazon Warehouse Deals*: generalüberholte Geräte mit Prime-Versand

eBay, Kleinanzeigen & Co.

Kleinanzeigen ist besonders bei Privatverkäufern beliebt. Hier kannst du oft echte Schnäppchen machen, gerade wenn du lokal suchst und die Kamera persönlich abholen kannst.

Marlene Presets

Meine Lightroom Presets: Stimmungsvoller Bildlook mit wenigen Klicks.

Käuferschutzfunktionen bekommst du aber nur über die integrierte Zahlungsfunktion oder wenn du Paypal nutzt (Achtung: nicht die Funktion an Freunde senden, nutzen). am besten immer mit persönlicher Übergabe und Barzahlung. Schaue dir auch bitte die Reputation des Verkäufers an. Bei Nutzern mit Top-Zufriedenheit ist in der Regel immer alles in Ordnung, solange die Ware nicht extrem unter Preis angeboten wird. Bei Nutzern, die sich eben erst angemeldet haben, wäre ich ebenfalls misstrauisch. Bitte überweise kein Geld per Vorkasse, sondern nutze entweder Paypal!

Das klassische eBay ist einer der bekanntesten Anlaufstellen für gebrauchte Kameras. Du findest hier sowohl private als auch gewerbliche Angebote, oft mit Bewertungen des Verkäufers. Der Vorteil: Du kannst gezielt nach bestimmten Modellen suchen und Preisvergleiche anstellen. Käuferschutz bekommst du, allerdings nur, wenn du mit von Ebay präferierten Zahlungsmöglichkeiten bezahlst.

Flohmärkte und Kamerabörsen

Klingt seltsam, ist aber für echte Jäger ein Paradies: Auf Flohmärkten oder speziellen Fotobörsen findest du manchmal unglaubliche Schnäppchen. Vor allem bei älteren analogen Kameras oder seltenen Objektiven. Aber du brauchst Fachwissen und ein gutes Auge, um den Zustand richtig einzuschätzen. Es gibt hier in der Regel keine Rücknahme oder Garantie. Aber wer weiß, vielleicht findest du dort eine Leica die dir für 20€ verkauft wird?

Foren und Foto-Communities

In spezialisierten Online-Foren oder Facebook Gruppen gibt es Kauf- und Verkaufsbereiche. Hier verkaufen meist Hobby- oder Profifotografen ihre Ausrüstung. Mal gepflegt, mal weniger aber meist ehrlich beschrieben und mit nachvollziehbarer Historie. Der Umgangston ist freundlich, aber auch hier gilt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Tipp: Egal wo du kaufst – lasse dir möglichst viele Fotos und Informationen zur Kamera geben. Je transparenter der Verkäufer ist, desto besser.

Unterschied: Privatkauf vs. Händlerkauf

Wenn du eine gebrauchte Kamera kaufen möchtest, wirst du schnell feststellen: Es gibt zwei Hauptwege den Privatkauf und den Kauf bei einem Händler. Beide Optionen haben ihre ganz eigenen Vor- und Nachteile. Der Schlüssel liegt darin, den Unterschied zu verstehen und bewusst zu entscheiden, welcher Weg besser zu dir, deinem Budget und deiner Risikofreude passt. Lass uns das mal Stück für Stück anschauen.

Privatkauf: günstig, aber risikoreicher

Beim Privatkauf kaufst du die gebrauchte Kamera direkt von einer anderen Person. Sei es über eBay Kleinanzeigen, Foren, Facebook-Gruppen oder durch persönliche Kontakte. Der größte Vorteil liegt auf der Hand: der Preis. Privatverkäufer haben selten feste Preisvorstellungen und sind oft verhandlungsbereit. Das kann dir echte Schnäppchen einbringen.

Die Kehrseite ist das Risiko. Beim Privatkauf hast du in der Regel kein Rückgaberecht, keine Garantie und keine rechtliche Absicherung, wenn die Kamera nicht das hält, was sie verspricht. Wenn der Verkäufer verschwunden ist, hast du schlechte Karten.

Worauf solltest du beim Privatkauf achten?

  • Persönlich treffen, um die Kamera selbst zu testen
  • Kaufvertrag aufsetzen (auch handschriftlich reicht!)
  • Nach Seriennummern fragen, um gestohlene Ware auszuschließen
  • Misstrauisch sein bei auffällig günstigen Angeboten

Händlerkauf: mehr Sicherheit, aber meist teurer

Fotofachgeschäfte, Second-Hand-Händler oder spezialisierte Online-Plattformen wie MPB, Calumet, Foto Koch, Rebuy oder Amazon Warehouse bieten gebrauchte Kameras mit geprüfter Qualität an. Viele dieser Händler geben dir eine Gewährleistung (meist 6 bis 12 Monate) oder sogar eine Rückgabemöglichkeit. Das gibt dir ein gutes Stück Sicherheit.

Kamera gebraucht kaufen - darauf solltest du achten: Beispielbild Nummer 16

Dazu kommt: Händler prüfen die Technik in der Regel gründlich. Du bekommst meist genaue Angaben zum Zustand, Auslösungen, Zubehör und manchmal sogar ein Zertifikat oder ein Check-Protokoll. Dafür musst du allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen.

Vorteile beim Händlerkauf:

  • Technisch geprüfte Geräte
  • Teilweise Garantie oder Rückgabeoption
  • Bessere Dokumentation der Kamerahistorie
  • Häufige Angebote und Rabatte

Nachteile beim Händlerkauf:

  • Höherer Preis als beim Privatverkauf
  • Weniger Raum für Verhandlungen

Wenn dir Sicherheit wichtig ist und du keine Lust auf böse Überraschungen hast, ist der Kauf bei einem Händler klar im Vorteil. Bist du aber bereit, ein gewisses Risiko einzugehen und hast ein gutes Auge für Technik, kannst du beim Privatkauf deutlich sparen.

Checkliste: Kamera gebraucht kaufen

Zum Schluss habe ich dir noch eine Checkliste für den Kauf einer gebrauchten Kamera erstellt:

Vorbereitung

  • Recherchieren: Preise, Bewertungen, bekannte Schwachstellen.
  • Neupreis vergleichen: Realistische Preisvorstellung entwickeln.
  • Verkäufer prüfen: Bewertungen, Feedback, Fotos der Kamera.

Zustand der Kamera prüfen

  • Gehäuse: Kratzer, Dellen, abgenutzte Gummierungen.
  • Display: Pixelfehler, Kratzer, tote Bereiche.
  • Sensor: Flecken, Staub, Kratzer – Testfoto mit kleiner Blende (f/16–f/22).
  • Bedienelemente: Tasten, Räder, Menüfunktionen.
  • Anschlüsse & Batteriefach: USB, HDMI, SD-Kartenschacht prüfen.
  • Diebesgut ausschließen: Seriennummer online prüfen

Zubehör & Seriennummer

  • Ladegerät, Batterien, Objektivdeckel, Trageriemen vorhanden?
  • Originalverpackung oder Handbuch prüfen (optional).

Objektive prüfen

  • Kratzer, Staub, Pilzbefall (Fungus).
  • Fokussierung und Zoommechanik testen.
  • Blende korrekt öffnen/schließen.

Auslösungen (Shutter Count)

  • Shutter Count auslesen (z. B. mit EOSMSG). Leider nicht kostenlos.
  • Mit Herstellerangaben vergleichen (Lebensdauer des Verschlusses).

Technische Testaufnahmen

  • Sensor-Test: Weißes Blatt fotografieren um Dreck auf dem Sensor zu erkennen.
  • Autofokus-Test: Treffsicherheit prüfen.
  • Belichtung & Serienaufnahme: Konsistenz prüfen.
  • Video-Test: Bildqualität, Ton und AF prüfen (falls relevant).

Kaufabwicklung

  • Kauf über seröse Plattform oder Händler bevorzugen.
  • Bei privatem Verkauf: persönliche Übergabe + Prüfung vor Ort.
  • Bezahlung sicher abwickeln: z. B. PayPal Goods & Services, Plattform-Käuferschutz.
  • Dokumentation: Testfotos, Seriennummer, Zustand fotografisch festhalten.

Nach dem Kauf

  • Kamera registrieren (falls möglich).
  • Firmware prüfen / ggf. aktualisieren

Nun möchte ich wissen, ob du denn schon Kameras gebraucht gekauft hast und welche Erfahrungen du gemacht hast. Ich freue mich auf deinen Kommentar!


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