Dunkelstrom

Definition

Dunkelstrom bezieht sich auf den elektrischen Strom, der in einem Bildsensor einer Digitalkamera fließt, selbst wenn kein Licht auf den Sensor fällt. Er entsteht durch thermische Effekte und andere innere Quellen der Sensorstruktur und trägt zur sogenannten „Bildrauschen“ bei.

Hintergrund

In der digitalen Fotografie werden Bildsensoren verwendet, um Licht in elektrische Signale umzuwandeln. Diese Sensoren, wie CCD (Charge-Coupled Device) und CMOS (Complementary Metal-Oxide-Semiconductor), sind lichtempfindlich und erzeugen bei Lichteinfall elektrische Ladungen. Dunkelstrom ist jedoch ein unerwünschter Nebeneffekt, denn selbst in völliger Dunkelheit erzeugen die Sensoren elektrische Signale aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften. Dieser Effekt ist besonders relevant bei längeren Belichtungszeiten, wenn der Sensor überproportional belastet wird und somit das Bildrauschen zunimmt.

Ursachen


Die Hauptursachen für Dunkelstrom sind:

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  1. Thermische Energie: Jeder Bildsensor hat einen bestimmten Temperaturbereich, in dem er arbeitet. Bei höheren Temperaturen kann die thermische Energie der Atomstrukturen des Sensors dazu führen, dass Elektronen unabhängig von Lichtquellen in den aktiven Bereich des Sensors angeregt werden.
  2. Baustellenrauschen: Fertigungstoleranzen und Unregelmäßigkeiten im Kristallgitter des Sensors tragen ebenfalls zur Dunkelstrombildung bei.
  3. Elektronische Komponenten: Die Schaltungen und Transistoren, die zur Auslesung der Signale vom Sensor verwendet werden, können ebenfalls zu einem gewissen Dunkelstrom beitragen.

Auswirkungen auf die Fotografie

  1. Bildrauschen: Dunkelstrom führt zu unerwünschtem Rauschen im Bild, insbesondere in dunklen Bildbereichen. Dies kann sich als helle Punkte oder verlustige Details in den Schattenbereichen zeigen.
  2. Dynamikbereich: Bei längeren Belichtungszeiten kann Dunkelstrom den Dynamikbereich eines Bildes beeinträchtigen, da die Signale von den helleren Bildbereichen überlagert werden.
  3. Bildqualität: Hohe Dunkelstromwerte kann die Gesamtbildqualität negativ beeinflussen, was besonders in der Astrofotografie bemerkbar ist.

Minimierung von Dunkelstrom

Um die Auswirkungen des Dunkelstroms zu reduzieren, können Fotografen folgende Maßnahmen ergreifen:

  1. Kühlung des Sensors: Einige Hochleistungs- und professionelle Kameras sind mit Kühlsystemen ausgestattet, die die Temperatur des Sensors senken und so den Dunkelstrom minimieren.
  2. Kurzere Belichtungszeiten: Die Verwendung kürzerer Belichtungszeiten kann helfen, die Zeit zu reduzieren, in der Dunkelstrom erzeugt wird.
  3. Dunkelstrom-Korrektur: In der Bildbearbeitung können spezielle Algorithmen eingesetzt werden, um Dunkelstromrauschen zu entfernen oder zu reduzieren. Dafür muss jedoch auch ein sogenanntes Darkframe erstellt werden, ein Bild bei dem keine Photonen auf den Sensor fallen und die Temperatur der der echten Aufnahme gleicht. Dies kann man machen indem mit den gleichen Einstellungen einfach ein Foto mit Objektivdeckel gemacht wird.

Dunkelstrom ist ein kritischer Aspekt der digitalen Fotografie – insbesondere bei Langzeitbelichtungen und der Astrofotografie, der die Bildqualität erheblich beeinflussen kann.

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Der Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Stephan Forstmann - Fotografie Experte

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.

Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen und Veranstaltungen zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen und erstelle Tutorials, in denen ich meine Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.

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