Positiv
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Definition
Ein Positiv bezeichnet in der Fotografie ein Bild, bei dem die Helligkeits- und Farbwerte der Realität „richtig herum“ wiedergegeben werden. Helle Bereiche erscheinen hell, dunkle Bereiche dunkel. Das Positiv ist somit das direkt betrachtbare Endbild.
Der Begriff stammt ursprünglich aus der analogen Fotografie und bildet den Gegenbegriff zum Negativ, bei dem Tonwerte und Farben umgekehrt dargestellt werden.
Ursprung des Begriffs
In den frühen fotografischen Verfahren entstand nach der Belichtung zunächst meist ein Negativ. Erst durch einen weiteren Kopiervorgang wurde daraus ein Positiv erstellt.
Beispiel:
- Negativ:
- Positiv:
Das Positiv entsprach also der natürlichen Wahrnehmung.

Positiv in der analogen Fotografie
Papierpositiv
Das klassische Foto auf Fotopapier ist ein Positiv.
Es entsteht durch:
- Aufnahme auf Filmnegativ
- Entwicklung des Negativs
- Belichtung von Fotopapier
- Entwicklung des Papierbildes
Das Ergebnis ist ein direkt betrachtbares Bild.
Dia / Umkehrfilm
Ein Dia ist ebenfalls ein Positiv, allerdings auf transparentem Film.
Bekannte Diafilme:
- Kodachrome
- Fujifilm Velvia
- Agfa CT Precisa
Besonderheiten von Positivfilm:
- sehr hohe Farbsättigung
- hoher Kontrast
- geringe Belichtungstoleranz
- direkte Projektion möglich
Dias wurden häufig mit Projektoren präsentiert.
Positiv im digitalen Zeitalter
In der Digitalfotografie wird der Begriff seltener verwendet, weil digitale Bilder standardmäßig bereits als Positiv dargestellt werden.
Trotzdem bleibt der Begriff relevant:
- bei Filmscans
- in der Bildbearbeitung
- bei Archivierung analoger Bestände
- im historischen Kontext
Ein gescannter Negativfilm muss beispielsweise „invertiert“ werden, um ein Positiv zu erzeugen.
Unterschied zwischen Negativ und Positiv
| Merkmal | Negativ | Positiv |
|---|---|---|
| Tonwerte | Umgekehrt | Natürlich |
| Farben | Komplementärfarben | Reale Farben |
| Betrachtung | Nicht direkt geeignet | Direkt betrachtbar |
| Verwendung | Zwischenstufe | Endbild |
Positive direkt in der Kamera
Einige historische Verfahren erzeugten bereits unmittelbar Positive:
Daguerreotypie
Die Einführung der Daguerreotypie erzeugte ein einzigartiges Direktpositiv auf versilberten Metallplatten.
Merkmale:
- extrem detailreich
- spiegelnde Oberfläche
- kein Negativ vorhanden
- Unikat
Polaroid / Sofortbild
Sofortbildkameras liefern ebenfalls direkt ein Positivbild.
Bekannte Systeme:
- Polaroid
- Instax
Das Bild entwickelt sich unmittelbar nach der Aufnahme sichtbar.
Positivkopie
Eine Positivkopie ist ein Abzug oder eine Reproduktion eines Negativs oder Dias.
Anwendungsbereiche:
- Ausstellungsprints
- Kontaktbögen
- Archivkopien
- Reproduktionen
Positivumkehr in der Bildbearbeitung
In Programmen wie Adobe Photoshop oder Adobe Lightroom können Negative digital in Positive umgewandelt werden.
Typische Arbeitsschritte:
- Negativ scannen
- Farben invertieren
- Weißabgleich korrigieren
- Kontrast anpassen
- Farbstiche entfernen
Charakteristik von Positivmaterial
Positivmaterial – insbesondere Diafilm – besitzt bestimmte Eigenschaften:
Hoher Kontrast
Lichter brennen schneller aus, Schatten saufen schneller ab.
Präzise Belichtung nötig
Die Belichtung muss deutlich exakter erfolgen als bei Negativfilm.
Brillante Farben
Viele Fotografen schätzen den typischen „Look“ klassischer Diafilme.
Bedeutung in der fotografischen Praxis
Der Begriff Positiv ist wichtig für:
- analoge Dunkelkammerarbeit
- Filmscans
- Restaurierung historischer Bilder
- Archivierung
- Verständnis fotografischer Prozesse
Gerade in der heutigen Renaissance analoger Fotografie gewinnt das Verständnis von Negativ- und Positivprozessen erneut an Bedeutung.
Verwandte Begriffe
- Negativ
- Umkehrfilm
- Dia
- Kontaktabzug
- Dunkelkammer
- Silbergelatineabzug
- Filmscan
- Invertierung
Kurzdefinition
Positiv bezeichnet in der Fotografie ein Bild mit natürlicher Tonwert- und Farbwiedergabe, das direkt betrachtet werden kann. Es ist meist das Endergebnis eines fotografischen Prozesses und bildet den Gegenpol zum Negativ.
« Zum Fotografie LexikonDer Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.
Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen und Veranstaltungen zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen und erstelle Tutorials, in denen ich meine Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.
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