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Rauschen

Definition

Rauschen bezeichnet in der Fotografie zufällige, störende Helligkeits- oder Farbschwankungen in einem Bild, die nicht zum eigentlichen Motiv gehören. Es tritt vor allem bei digitalen Aufnahmen auf und äußert sich als körnige oder fleckige Struktur, besonders in dunklen Bildbereichen.

Rauschen ist ein technisches Nebenprodukt der digitalen Bildverarbeitung und kann die Bildqualität beeinträchtigen, wird in bestimmten Fällen aber auch kreativ genutzt.

Arten von Rauschen

Luminanzrauschen

Luminanzrauschen betrifft die Helligkeit eines Bildes. Es zeigt sich als körnige Struktur, ähnlich dem Korn bei analogem Film.

Typische Merkmale:

  • unregelmäßige Helligkeitspunkte
  • meist gut sichtbar in Schattenbereichen
  • wirkt oft „grisselig“
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Hier musste das ISO stark erhöht werden, um eine schnelle Verschlusszeit zu ermöglichen. Dadurch ist deutliches Rauschen im Bild zu sehen.

Chrominanzrauschen

Chrominanzrauschen betrifft die Farbinformation. Es erscheint als zufällige Farbflecken, meist in Rot-, Grün- oder Blauanteilen.

Typische Merkmale:

  • bunte Pixelstörungen
  • besonders sichtbar in dunklen Flächen
  • wirkt oft unnatürlich

Ursachen von Rauschen

Rauschen entsteht durch verschiedene physikalische und technische Faktoren im Kamerasensor:

Hohe ISO-Werte

Je stärker das Sensorsignal verstärkt wird, desto deutlicher treten zufällige Signalstörungen hervor. Hohe ISO-Einstellungen sind daher die häufigste Ursache für starkes Rauschen.

Kleine Sensoren

Sensoren mit geringer Fläche haben weniger Lichtaufnahmefläche pro Pixel, was das Signal-Rausch-Verhältnis verschlechtert.

Lange Belichtungszeiten

Bei langen Belichtungen kann sogenanntes „thermisches Rauschen“ entstehen, da sich der Sensor erwärmt.

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Schwaches Licht

Bei wenig Licht muss der Sensor stärker verstärken, wodurch Rauschen sichtbarer wird.

Signal-Rausch-Verhältnis

Ein zentrales Konzept ist das Signal-Rausch-Verhältnis: Es beschreibt das Verhältnis zwischen echtem Bildsignal und zufälligem Störsignal. Je höher das Verhältnis, desto sauberer das Bild.

Vereinfacht gilt:

  • viel Licht → wenig Rauschen
  • wenig Licht → mehr Rauschen

Zusammenhang mit ISO

Die ISO-Einstellung beeinflusst direkt die Verstärkung des Sensorsignals. Hohe ISO-Werte führen typischerweise zu:

Moderne Kameras von Herstellern wie Sony, Canon und Nikon haben jedoch stark verbesserte Rauschunterdrückungssysteme.

Rauschverhalten in der Bildbearbeitung

In der digitalen Nachbearbeitung kann Rauschen inzwischen per KI sehr gut reduziert werden, oft ohne die üblichen Nebenwirkungen wie Detail- oder Farbverlust. Programme wie Adobe Lightroom oder Luminar Neo bieten spezielle Rauschreduzierungsfunktionen für Luminanz- und Chrominanzrauschen.

Rauschen und Bildqualität

Rauschen wird meist als Qualitätsminderung betrachtet, da es:

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  • Details überlagern kann
  • Farben verfälscht
  • die Schärfewahrnehmung reduziert
  • besonders in dunklen Bereichen sichtbar wird

Allerdings ist ein gewisses Maß an Rauschen technisch kaum vermeidbar.

Kreative Nutzung von Rauschen

In manchen fotografischen Stilen wird Rauschen bewusst eingesetzt:

  • für analoge Anmutung
  • zur Verstärkung von Stimmung
  • in der Street- und Reportagefotografie
  • für filmähnliche Looks

Leichtes Rauschen kann einem Bild Charakter verleihen und es weniger „digital glatt“ wirken lassen.

Unterschied zu Filmkorn

Rauschen wird oft mit analogem Filmkorn verwechselt, unterscheidet sich jedoch technisch:

  • Filmkorn ist physikalisch bedingt durch Silberhalogenid-Kristalle
  • digitales Rauschen entsteht durch elektrische Signalstörungen

Film wirkt meist strukturierter, digitales Rauschen unregelmäßiger.

Maßnahmen zur Reduzierung

Rauschen kann bereits bei der Aufnahme reduziert werden durch:

  • niedrigere ISO-Werte
  • ausreichende Beleuchtung
  • kürzere Belichtungszeiten (wenn möglich)
  • Verwendung größerer Sensoren
  • korrektes Belichten (ETTR-Prinzip)

Typische Situationen mit hohem Rauschen

Verwandte Begriffe

Fazit

Rauschen ist eine unerwünschte, zufällige Störung in digitalen Bildern, die sich als Körnung oder Farbflecken zeigt. Es entsteht vor allem bei wenig Licht und hohen ISO-Werten und beeinflusst die Bildqualität, kann aber auch gezielt als stilistisches Gestaltungsmittel eingesetzt werden.

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Der Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Stephan Forstmann - Fotografie Experte

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.

Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen und Veranstaltungen zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen und erstelle Tutorials, in denen ich meine Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.

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