Unscharfmaskierung

Die Unscharfmaskierung, im Englischen Unsharp Mask oder kurz USM, ist ein Verfahren zum Schärfen von Bildern. Trotz des Namens macht sie ein Foto nicht unscharf. Sie nutzt eine unscharfe Kopie des Bildes, um Kanten zu finden und deren Kontrast zu erhöhen. Dadurch wirken Details klarer. Die Methode stammt aus der analogen Dunkelkammer und ist heute in fast jedem Bildbearbeitungsprogramm als Filter vorhanden.

Herkunft aus der Dunkelkammer

In der analogen Technik wurde vom Negativ ein leicht unscharfes, kontrastarmes Positiv auf Film angefertigt. Dieses Positiv, die unscharfe Maske, wurde passgenau mit dem Negativ zusammengelegt und gemeinsam vergrößert. In großen Flächen hoben sich Negativ und Maske teilweise auf, an Kanten dagegen nicht. Das Ergebnis war ein Abzug mit betonten Kanten und mehr Detailwirkung.

Funktionsweise in der digitalen Bearbeitung

  1. Das Programm erzeugt eine weichgezeichnete Kopie des Bildes.
  2. Es zieht diese Kopie vom Original ab. Übrig bleiben die Kanten und feinen Details.
  3. Dieses Kantenbild wird verstärkt und wieder zum Original addiert.

An jeder Kante wird dadurch die helle Seite etwas heller und die dunkle Seite etwas dunkler. Das Auge nimmt diesen erhöhten Kantenkontrast als Schärfe wahr. Echte, im Bild nicht vorhandene Details entstehen dabei nicht.

Die Regler

Regler (Photoshop)Wirkung
Stärkewie stark der Kontrast an Kanten erhöht wird
Radiuswie breit der Bereich um eine Kante ist, der beeinflusst wird
Schwellenwertwie groß der Helligkeitsunterschied mindestens sein muss, damit geschärft wird

Ein kleiner Radius schärft feine Details wie Haare oder Wimpern. Ein großer Radius mit geringer Stärke erhöht eher den lokalen Kontrast und lässt ein Bild plastischer wirken. Der Schwellenwert schützt glatte Flächen wie Haut oder Himmel, damit dort kein Rauschen mitgeschärft wird. Lightroom und Capture One arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip, nennen die Regler aber anders, etwa Betrag, Radius, Details und Maskieren.

Typische Fehler

  • helle Lichthöfe, sogenannte Halos, entlang kontrastreicher Kanten
  • verstärktes Rauschen in glatten Flächen
  • harte, unnatürliche Hautstruktur bei Porträts
  • Farbsäume, weil alle Farbkanäle mitgeschärft werden

Gegen Farbsäume hilft es, nur die Helligkeit zu schärfen, zum Beispiel durch den Ebenenmodus „Luminanz“ in Photoshop. Geschärft wird am besten in der 100-Prozent-Ansicht.

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Schärfen im Arbeitsablauf

Viele Fotografen schärfen in mehreren Schritten: zunächst eine leichte Grundschärfung im RAW-Konverter, dann gezieltes Schärfen einzelner Bereiche und zum Schluss eine Ausgabeschärfung. Diese richtet sich nach dem Zielmedium. Ein Bild für Instagram braucht andere Werte als ein großer Druck auf mattem Papier.

Verwandte Begriffe

Fazit

Die Unscharfmaskierung schärft Bilder, indem sie mithilfe einer unscharfen Kopie Kanten erkennt und deren Kontrast erhöht. Mit den Reglern Stärke, Radius und Schwellenwert lässt sie sich fein steuern. Zu kräftig eingesetzt, erzeugt sie Halos und betont Rauschen.

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Der Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Stephan Forstmann - Fotografie Experte

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.

Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen, Veranstaltungen und in der Milchstraßenfotografie zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen sowie Milchstraßenfotokurse. Ich erstelle Tutorials, in denen ich meine Foto-Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.

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