Belichtung

Definition

Die Belichtung in der Fotografie bezeichnet den Prozess, bei dem Licht auf einen lichtempfindlichen Sensor oder Film trifft, um ein Bild zu erstellen. Sie entscheidet, wie hell oder dunkel ein Foto aufgenommen wird und ist somit auch für die Bildqualität und die visuelle Wirkung eines Fotos verantwortlich. Eine „korrekte“ Belichtung sorgt dafür, dass Details sowohl in hellen als auch in dunklen Bereichen eines Bildes gut sichtbar sind.

Komponenten der Belichtung

Die Belichtung wird durch drei Hauptfaktoren bestimmt, die oft als die „Belichtungsdreieck“ oder „Belichtungsparameter“ bezeichnet werden:

  1. Blende (Apertur)
    • Definition: Die Blende ist eine Öffnung in der Kamera, die den Lichtdurchlass reguliert. Sie wird in Blendenstufen (z. B. f/2.8, f/4, f/5.6) gemessen.
    • Einfluss: Eine größere Blende (kleine f-Zahl) lässt mehr Licht herein und erzeugt einen verschwommenen Hintergrund (geringere Tiefenschärfe), während eine kleinere Blende (große f-Zahl) weniger Licht durchlässt und eine größere Tiefenschärfe bietet.
  2. Verschlusszeit (Shutter Speed):
    • Definition: Die Verschlusszeit ist die Zeitspanne, während der der Verschluss der Kamera geöffnet ist und Licht auf den Sensor oder Film trifft. Sie wird in Sekunden oder Bruchteilen einer Sekunde angegeben (z. B. 1/1000s, 1s).
    • Einfluss: Längere Verschlusszeiten lassen mehr Licht herein, was nützlich ist bei dunklen Bedingungen, während kürzere Verschlusszeiten Bewegungen „einfrieren“ können, um scharfe Bilder von sich schnell bewegenden Motiven zu erzeugen.
  3. ISO-Wert:
    • Definition: Der ISO-Wert gibt die Lichtempfindlichkeit des Sensors an. Höhere ISO-Werte (z. B. ISO 3200) ermöglichen Aufnahmen bei schwachem Licht, beeinflussen jedoch auch die Bildqualität, insbesondere in Bezug auf Rauschen (Körnung).
    • Einfluss: Ein niedriger ISO-Wert (z. B. ISO 100) bietet bessere Bildqualität und weniger Rauschen, ist aber nur bei ausreichend Licht sinnvoll.

Belichtungsmessung

Die richtige Belichtung erfordert oft eine präzise Belichtungsmessung, die durch verschiedene Methoden erfolgen kann:

Mein Preset-Paket "Marlene"

Du magst meine Fotos und den Bildlook? Dann sind meine Marlene Presets für Lightroom genau richtig für dich!

  • Integrierte Belichtungsmesser: Moderne Kameras verfügen über integrierte Belichtungsmesser, die die Lichtverhältnisse analysieren und eine ideale Belichtungsansetzung empfehlen.
  • Externe Belichtungsmesser: Diese Geräte werden verwendet, um das Licht in der Szene zu messen, bevor die Aufnahme gemacht wird. Sie sind besonders nützlich für die professionelle Fotografie.
  • Manuelle Belichtungsmessung: Fotografen können auch manuell mit den Belichtungsparametern experimentieren, um kreative Ergebnisse zu erzielen. Dabei müssen oft Kompromisse zwischen Blende, Verschlusszeit und ISO wert.

Überbelichtung und Unterbelichtung

  • Überbelichtung: Tritt auf, wenn zu viel Licht auf den Sensor oder Film fällt, was zu hellen, detailarmen Bildern führt. Einige Hochlichtpunkte können „ausbrennen“ und keine Details mehr zeigen.
  • Unterbelichtung: Dies geschieht, wenn zu wenig Licht auf den Sensor gelangt, was dunkle, detailarme Bilder erzeugt. Schattenbereiche können zu einer massiven Verlust an Informationen führen.

Kreative Aspekte der Belichtung

Die bewusste Manipulation der Belichtung kann verwendet werden, um kreative Effekte zu erzielen:

  • Langzeitbelichtung: Hierbei werden längere Verschlusszeiten eingesetzt, um Bewegung darzustellen, z. B. fließendes Wasser oder sich bewegende Wolken.
  • Hohe Kontraste und Silhouetten: Durch gewollte Unterbelichtung können Silhouetten von Motiven betont werden, während Überbelichtung einen hohen Kontrast zwischen Licht und Dunkelheit erzeugen kann.

Techniken zur Belichtungssteuerung

  • Belichtungskorrektur: Eine Funktion in vielen Kameras, die es dem Fotografen ermöglicht, die von der Kamera vorgeschlagene Belichtung um einen bestimmten Wert (plus oder minus) zu ändern.
  • Mehrfachbelichtung: Eine Technik, bei der mehrere Bilder übereinandergelegt werden, um interessante Effekte zu erzielen.

Die Belichtung ist ein fundamentales Konzept in der Fotografie, das es Fotografen ermöglicht, nicht nur die Helligkeit von Bildern zu steuern, sondern auch kreative Effekte zu erzielen und die Gesamtästhetik eines Fotos zu gestalten.

« Zum Fotografie Lexikon

Der Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Stephan Forstmann - Fotografie Experte

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.

Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen und Veranstaltungen zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen und erstelle Tutorials, in denen ich meine Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.

In diesen Beitrag habe ich viel Rechercheaufwand, Zeit und Herzblut investiert und ich gebe gerne mein Fachwissen an andere Fotografiebegeisterte weiter. Das macht aber auch sehr viel Arbeit und braucht vor allem viel Zeit. Fandest du diesen Artikel hilfreich und hast ihn gerne gelesen? Dann spendiere mir doch einen Kaffee für meine Mühe! Damit hilfst du mir und meiner Familie, hier alles am Laufen zu halten.

Vielen Dank für deine Unterstützung!

Noch mehr von mir bzw. über mich findest du in den sozialen Medien: