Vollformat oder APS-C: Welche Kamera passt zu dir?

Vollformat oder APS-C? In diesem Beitrag schauen wir uns Vor- und Nachteile beider System ganz genau an.

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Wenn du heute eine neue Kamera kaufen möchtest, landest du früher oder später bei der Frage: Vollformat oder APS-C? Beide Systeme können hervorragende Bilder liefern. Trotzdem gibt es Unterschiede, die du im Alltag durchaus bemerkst. Es geht dabei nicht nur um die Größe des Sensors. Auch Objektive, Gewicht, Preis, Bildwinkel und die Möglichkeiten bei wenig Licht spielen eine Rolle.

Die gute Nachricht: Du brauchst nicht automatisch eine Vollformatkamera, nur weil du möglichst gute Fotos machen möchtest. Eine moderne APS-C-Kamera kann für viele Fotografen sogar die sinnvollere Wahl sein. Die Frage ist deshalb weniger, welches Format grundsätzlich besser ist. Viel wichtiger ist, was du fotografierst und welche Eigenschaften deiner Ausrüstung dir wichtig sind.

Vollformat und APS-C: Was ist eigentlich der Unterschied?

Der offensichtlichste Unterschied steckt im Namen: Die Sensoren sind unterschiedlich groß.

  • Ein Vollformatsensor misst 36 × 24 Millimeter. Seine Abmessungen entsprechen damit dem klassischen Kleinbildformat, das sich in der analogen Fotografie über Jahrzehnte etabliert hat.
  • APS-C ist kleiner. Je nach Hersteller unterscheiden sich die genauen Abmessungen etwas. Bei Canon liegt der Sensor beispielsweise ungefähr bei 22,3 × 14,9 Millimetern, während Nikon, Sony und Fujifilm Sensoren mit etwa 23,6 × 15,6 Millimetern verwenden.

Das klingt zunächst nach einer rein technischen Angabe. In der Praxis wirkt sich die Sensorgröße aber auf mehrere Bereiche der Fotografie aus.

Vollformat: mehr Fläche auf dem Sensor

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Der größere Sensor bietet dir bei gleicher Brennweite einen größeren Bildwinkel. Ein 50-mm-Objektiv bleibt natürlich ein 50-mm-Objektiv, aber du bekommst mit einer Vollformatkamera einen größeren Ausschnitt der Szene auf das Bild. Genau deshalb sind beispielsweise 24 oder 16 Millimeter für Landschafts- und Architekturfotografie an Vollformat sehr interessant.

Auch bei der Arbeit mit geringer Schärfentiefe hat Vollformat Vorteile. Wenn du bei gleicher Brennweite und gleicher Blende fotografierst, kannst du den Hintergrund stärker auflösen als mit APS-C. Das ist vor allem bei Porträts interessant. Wenn das Gesicht scharf sein soll und der Hintergrund möglichst ruhig und weich erscheinen soll, spielt das größere Format seine Stärke aus.

APS-C: kleiner, leichter und oft günstiger

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Bei APS-C ist der Bildausschnitt enger. Dafür kannst du den sogenannten Crop-Faktor zu deinem Vorteil nutzen. Bei Nikon, Sony und Fujifilm liegt er ungefähr bei 1,5, bei Canon APS-C bei etwa 1,6. Ein 50-mm-Objektiv liefert an einer APS-C-Kamera deshalb ungefähr den Bildwinkel eines 75- beziehungsweise 80-mm-Objektivs an Vollformat.

Für Tier- und Sportfotografie kann das praktisch sein. Wenn du einen weit entfernten Vogel fotografierst, kommt dir der engere Bildwinkel entgegen.

Dazu kommt ein weiterer Punkt: APS-C-Kameras und die dazu passenden Objektive können kleiner und leichter gebaut werden. Gerade wenn du viel unterwegs bist, kann das einen deutlichen Unterschied machen.

Bildqualität: Ist Vollformat wirklich besser?

Das ist eine der Fragen, die beim Vergleich immer wieder auftaucht. Die kurze Antwort lautet: In bestimmten Situationen ja. Im normalen fotografischen Alltag ist der Unterschied aber häufig kleiner, als man zunächst denkt.

Fotografieren bei wenig Licht

Eine der klassischen Stärken von Vollformat ist das Verhalten bei hohen ISO-Werten. Der größere Sensor kann bei vergleichbarer technischer Auslegung Vorteile beim Signal-Rausch-Verhältnis bieten. Das macht sich besonders dann bemerkbar, wenn wenig Licht vorhanden ist und du die ISO-Empfindlichkeit deutlich erhöhen musst.

Bei einer Hochzeit in einem dunklen Saal kann das beispielsweise interessant sein. Auch bei Konzerten, Theateraufnahmen oder Aufnahmen in der Dämmerung hast du mit Vollformat gute Voraussetzungen.

ISO 6400 oder ISO 12800 sind mit vielen aktuellen Vollformatkameras durchaus nutzbar. Wie gut das Ergebnis tatsächlich aussieht, hängt allerdings auch vom jeweiligen Sensor, der Kameraelektronik und der späteren Bildbearbeitung ab.

APS-C ist deshalb keineswegs ungeeignet für schlechte Lichtverhältnisse. Moderne Kameras dieses Formats haben sich deutlich weiterentwickelt. ISO 1600 oder ISO 3200 liefern bei vielen aktuellen Modellen sehr gute Ergebnisse.

Wenn du allerdings regelmäßig bei sehr wenig Licht fotografierst und dabei möglichst viel Spielraum haben möchtest, spricht einiges für Vollformat.

Dynamikumfang

Auch beim Dynamikumfang hat Vollformat häufig einen Vorteil. Gemeint ist damit vereinfacht gesagt, wie viele Details die Kamera gleichzeitig in sehr hellen und sehr dunklen Bildbereichen erfassen kann.

Das kann beispielsweise bei einer Landschaft mit hellem Himmel und dunklem Vordergrund interessant sein. Je mehr Reserven der Sensor bietet, desto stärker kannst du später bei der Bearbeitung in die Tiefen und Lichter eingreifen.

Moderne APS-C-Kameras sind allerdings keineswegs schlecht. Die Unterschiede werden vor allem dann interessant, wenn du eine Aufnahme sehr stark bearbeiten musst.

Für ein normal belichtetes Foto, das später nur leicht korrigiert wird, wirst du den Unterschied häufig kaum bemerken.

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Tiefenschärfe und Bokeh

Wenn du gerne mit einem unscharfen Hintergrund arbeitest, ist der Unterschied zwischen den beiden Formaten interessanter. Vollformat ermöglicht dir bei vergleichbarer Bildgestaltung eine geringere Schärfentiefe. Das Motiv lässt sich dadurch stärker vom Hintergrund lösen. Bei einem Porträt kann das sehr schön aussehen. Das Gesicht bleibt im Mittelpunkt, während störende Elemente hinter der Person zunehmend verschwimmen.

APS-C liefert bei vergleichbarer Brennweite und Blende etwas mehr Schärfentiefe. Das ist nicht grundsätzlich schlecht. Im Gegenteil: Bei manchen Motiven ist es sogar hilfreich, wenn etwas mehr vom Bild scharf bleibt. Bei Landschaftsaufnahmen kann das praktisch sein. Auch bei Sport- oder Konzertaufnahmen kann zusätzliche Schärfentiefe helfen, wenn du nicht immer exakt den gewünschten Punkt triffst.

Wenn du mit APS-C den gleichen Freistellungseffekt wie bei Vollformat erreichen möchtest, brauchst du entweder eine lichtstärkere Blende oder musst deine Bildgestaltung entsprechend anpassen. Ein 50 mm f/1.4 ist dafür beispielsweise interessanter als ein 50 mm f/2.8.

Auflösung und Detailwiedergabe

Viele Fotografen schauen beim Kamerakauf zuerst auf die Megapixelzahl. Das allein sagt allerdings noch nicht, wie viele Details ein Foto tatsächlich enthält.

Auch die Sensorgröße, das Objektiv und die Qualität der gesamten Bildverarbeitung spielen eine Rolle. Bei gleicher Megapixelzahl können größere Pixel eines Vollformatsensors Vorteile bei der Lichtaufnahme bieten. Das kann sich positiv auf die Bildqualität und die Reserven bei der späteren Bearbeitung auswirken. Gleichzeitig liefern moderne APS-C-Kameras mit 24 Megapixeln oder mehr eine sehr hohe Auflösung. Für die meisten Anwendungen reicht das problemlos aus.

Wenn du deine Bilder hauptsächlich für das Internet, Social Media oder normale Ausdrucke verwendest, brauchst du dir über die Auflösung moderner APS-C-Kameras deshalb kaum Gedanken zu machen. Interessanter wird das Thema, wenn du regelmäßig große Ausdrucke anfertigst oder sehr stark in deine Fotos hineinzoomst und Ausschnitte verwendest.

Die Objektive machen einen großen Unterschied

Beim Vergleich von Vollformat und APS-C solltest du nicht nur auf das Kameragehäuse schauen. Das Objektivsystem begleitet dich häufig deutlich länger als die Kamera selbst. Deshalb würde ich die Objektivauswahl bei deiner Entscheidung von Anfang an berücksichtigen.

Vollformat-Objektive

Vollformatobjektive müssen einen größeren Sensor ausleuchten. Dadurch sind sie häufig größer und schwerer. Ein gutes 24-70 mm f/2.8 ist dafür ein gutes Beispiel. Solche Objektive sind leistungsfähig, aber auch entsprechend groß und teuer.

Dafür ist die Auswahl riesig. Von lichtstarken Festbrennweiten über Weitwinkelzooms bis zu langen Teleobjektiven findest du praktisch für jedes fotografische Gebiet passende Objektive. Ein weiterer Vorteil: Vollformatobjektive lassen sich in vielen Systemen auch an APS-C-Kameras verwenden.

Ein 24-70-mm-Objektiv wird an einer APS-C-Kamera durch den Crop-Faktor zu einem deutlich engeren Bildwinkel. Bei einem Faktor von 1,5 entspricht das ungefähr 36-105 Millimetern. Für Porträts kann das durchaus interessant sein. Für Landschaften kann es dagegen problematisch werden, wenn dir am kurzen Ende der Weitwinkel fehlt.

APS-C-Objektive

APS-C-Objektive sind speziell für den kleineren Sensor gerechnet. Das ermöglicht kompaktere Konstruktionen. Gerade bei Reise- und Alltagskameras kann das einen großen Unterschied machen.

Ein kleines APS-C-Gehäuse mit einem ebenfalls kompakten Objektiv kannst du problemlos über Stunden mitnehmen. Bei einer großen Vollformatausrüstung sieht die Sache oft anders aus. Auch der Preis ist häufig niedriger.

Der Nachteil liegt vor allem in der Auswahl. Gerade bei speziellen Ultraweitwinkelobjektiven ist das Angebot bei Vollformat häufig größer. Vollformatobjektive kannst du an APS-C dagegen sehr gut als Teil eines flexiblen Systems einsetzen.

Was passiert mit dem Crop-Faktor?

Der Crop-Faktor sorgt immer wieder für Verwirrung. Dabei ist das Prinzip eigentlich einfach: Die Brennweite des Objektivs verändert sich nicht. Ein 50-mm-Objektiv bleibt ein 50-mm-Objektiv.

Der kleinere APS-C-Sensor erfasst aber nur einen kleineren Teil des Bildkreises. Dadurch wirkt der Bildausschnitt enger. Bei einem Crop-Faktor von 1,5 entspricht der Bildwinkel eines 50-mm-Objektivs ungefähr dem eines 75-mm-Objektivs an Vollformat. Aus einem 200-mm-Tele wird damit vom Bildwinkel her ungefähr ein 300-mm-Tele.

Gerade bei Tier- und Sportfotografie kann das sehr nützlich sein. Für Weitwinkelaufnahmen funktioniert der Effekt natürlich in die andere Richtung. Hier brauchst du entsprechend kürzere Brennweiten, wenn du mit APS-C einen ähnlich großen Bildwinkel wie bei Vollformat erreichen möchtest.

Autofokus: Vollformat oder APS-C?

Beim Autofokus lässt sich heute kaum noch sagen, dass ein bestimmtes Sensorformat grundsätzlich überlegen ist. Moderne Kameras beider Klassen verfügen über sehr leistungsfähige Autofokussysteme. Bei den teuren Vollformatmodellen findest du häufig die technisch aufwendigsten Systeme. Augen- und Motiverkennung gehören inzwischen zum Standard vieler hochwertiger Kameras.

Doch auch APS-C hat hier stark aufgeholt. Eine aktuelle APS-C-Systemkamera kann beim Autofokus ausgesprochen schnell sein und bewegte Motive zuverlässig verfolgen. Für Sport, Tiere, Kinder oder Veranstaltungen reicht die Leistung vieler Modelle vollkommen aus. Wenn du eine Kamera hauptsächlich wegen ihres Autofokus kaufst, solltest du deshalb das konkrete Modell vergleichen und nicht nur auf den Sensor schauen.

Serienbildgeschwindigkeit

Ähnlich sieht es bei der Serienbildgeschwindigkeit aus. Professionelle Vollformatkameras schaffen häufig zehn Bilder pro Sekunde oder deutlich mehr. Bei einigen aktuellen Modellen sind sogar wesentlich höhere Geschwindigkeiten möglich. APS-C-Kameras können ebenfalls sehr schnell sein. Teilweise erreichen sie ähnliche oder sogar höhere Bildraten als Vollformatkameras derselben Preisklasse.

Der Grund liegt unter anderem darin, dass der Prozessor weniger Bilddaten verarbeiten muss, wenn Sensorauflösung und technische Rahmenbedingungen entsprechend ausfallen. Für die Sport- und Tierfotografie ist deshalb nicht automatisch Vollformat die bessere Wahl.

Video: Vollformat oder APS-C?

Auch beim Filmen gibt es Unterschiede, aber wieder gilt: Das konkrete Kameramodell ist wichtiger als das Sensorformat allein.

Vollformat bietet dir bei Videoaufnahmen die gleichen grundsätzlichen Vorteile wie bei Fotos. Bei wenig Licht kann der größere Sensor hilfreich sein, und du kannst leichter mit geringer Schärfentiefe arbeiten. Das kann besonders interessant sein, wenn du einen sehr filmischen Look möchtest.

APS-C bietet dagegen kompakte Kameras und Objektive. Für viele Videografen ist das ein echtes Argument. Beim Filmen musst du außerdem darauf achten, wie die Kamera den Sensor ausliest. Manche Modelle verwenden bei bestimmten Videoauflösungen einen zusätzlichen Crop. Dadurch wird der Bildwinkel noch enger.

Wenn du häufig mit 4K arbeitest, lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die technischen Daten des jeweiligen Modells.

Größe und Gewicht im Alltag

Hier wird der Unterschied zwischen den Systemen besonders greifbar. Eine Vollformatkamera ist häufig größer. Dazu kommen größere Objektive und entsprechend mehr Gewicht in der Fototasche. Das merkst du vielleicht nicht bei einem kurzen Shooting. Nach sechs oder acht Stunden sieht das schon anders aus.

Wenn du beispielsweise eine Hochzeit fotografierst, bist du den ganzen Tag mit deiner Ausrüstung unterwegs. Gewicht und Ergonomie können dann wichtiger werden als ein kleiner Vorteil bei der Bildqualität. APS-C kann hier punkten.

Die Kameras sind oft kompakter und die passenden Objektive ebenfalls. Für Reisen, Wanderungen oder Streetfotografie ist das angenehm. Allerdings gibt es auch große APS-C-Kameras und sehr kleine Vollformatmodelle. Deshalb solltest du immer das konkrete System betrachten.

Bedienung und Ergonomie

Die Größe der Kamera beeinflusst auch die Bedienung. Professionelle Vollformatkameras besitzen häufig viele Bedienelemente, sodass du wichtige Einstellungen direkt am Gehäuse verändern kannst. Das ist praktisch, wenn du schnell reagieren musst.

Bei APS-C ist die Spannweite größer. Einfache Einsteigermodelle besitzen teilweise weniger Bedienelemente, während hochwertige APS-C-Kameras eine sehr gute Ergonomie bieten und sich kaum hinter größeren Vollformatmodellen verstecken müssen. Hier lohnt sich ein Besuch beim Händler. Nimm die Kamera in die Hand und schau, ob du mit den Bedienelementen gut zurechtkommst. Das kann mehr wert sein als der Vergleich einzelner Datenblätter.

Was kostet ein Vollformat- oder APS-C-System?

Beim Preis liegt APS-C normalerweise vorne. Nicht nur die Kamera ist häufig günstiger. Auch die Objektive können deutlich weniger kosten. Das macht einen großen Unterschied, wenn du dein erstes System aufbaust. Das gesparte Geld kannst du beispielsweise in ein weiteres Objektiv, einen guten Blitz, Speicherkarten oder eine vernünftige Datensicherung investieren.

Bei Vollformat kann allein ein hochwertiges Objektiv schnell einen vierstelligen Betrag kosten. Wenn dann noch mehrere Objektive dazukommen, wächst das Budget entsprechend. Dafür bekommst du ein System, das viele fotografische Möglichkeiten bietet und sich über Jahre erweitern lässt.

Hier findest du übrigens meine Liste der besten Vollformat Kameras. Und hier eine Liste der besten APS-C Kameras.

Welche Folgekosten solltest du einplanen?

Beim Kamerakauf wird häufig nur der Preis des Gehäuses betrachtet. Das ist ein Fehler.

Wenn du beispielsweise eine Kamera für 1.000 Euro kaufst und anschließend drei Objektive für jeweils mehrere hundert Euro benötigst, ist der Kamerapreis irgendwann nur noch ein Teil der Gesamtkosten.

Bei Vollformat solltest du deshalb von Anfang an überlegen, welche Objektive du wirklich brauchst. Ein gutes Objektiv kann dich viele Jahre begleiten. Das gilt auch dann, wenn du später das Kameragehäuse wechselst. Genau deshalb kann es sinnvoll sein, lieber einmal in ein gutes Objektiv zu investieren, statt ständig die gesamte Ausrüstung auszutauschen.

Für wen lohnt sich Vollformat?

Vollformat ist besonders interessant, wenn du die Vorteile des größeren Sensors tatsächlich brauchst. Bei Porträts profitierst du von der Möglichkeit, mit geringer Schärfentiefe zu arbeiten. Bei Hochzeiten oder Veranstaltungen kann die bessere Leistung bei hohen ISO-Werten hilfreich sein.

Auch in der Landschaftsfotografie kann der größere Bildwinkel ein Argument sein. Wenn du gerne mit sehr weitwinkligen Brennweiten arbeitest, bietet dir Vollformat mehr Möglichkeiten.

Ähnlich sieht es bei Nachtaufnahmen und anderen Low-Light-Situationen aus. Wenn du häufig bei wenig Licht fotografierst und deine Bilder stark nachbearbeitest, können die Reserven des größeren Sensors interessant werden.

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Und natürlich gibt es Fotografen, die einfach gerne mit einer hochwertigen Vollformatkamera arbeiten. Auch das ist ein legitimer Grund.

Für wen reicht APS-C?

Für sehr viele Fotografen. Wenn du hauptsächlich unterwegs fotografierst, ist das geringere Gewicht ein starkes Argument. Auch als Einsteiger musst du nicht sofort mehrere tausend Euro für ein Vollformatsystem ausgeben. Eine gute APS-C-Kamera bietet dir bereits sehr viele Möglichkeiten, Fotografie richtig zu lernen.

Für Sport und Tierfotografie kann der Crop-Faktor sogar hilfreich sein. Stell dir vor, du fotografierst einen Vogel mit einem 300-mm-Objektiv. An einer APS-C-Kamera bekommst du einen engeren Bildwinkel und kannst das Tier dadurch größer im Bild darstellen.

Auch für Video ist APS-C interessant, wenn du ein möglichst kompaktes System möchtest.

Welche Brennweiten brauchst du?

Das hängt zunächst einmal davon ab, was du fotografierst. Bei Vollformat gilt ein 50-mm-Objektiv als klassische Normalbrennweite. Es eignet sich für viele Alltagssituationen, Streetfotografie und Porträts. An APS-C brauchst du ungefähr 30 bis 35 Millimeter, wenn du einen ähnlichen Bildwinkel erreichen möchtest.

Bei Weitwinkelaufnahmen kannst du an Vollformat beispielsweise mit 16 oder 24 Millimetern arbeiten. An APS-C brauchst du dafür eine deutlich kürzere Brennweite. Ein 10-20-mm- oder 12-24-mm-Zoom kann hier interessant sein.

Beim Tele sieht es wieder anders aus. Ein 70-200 mm ist an Vollformat ein klassischer Bereich für Porträts, Sport und Veranstaltungen. An APS-C liefert dasselbe Objektiv einen Bildwinkel von ungefähr 105-300 Millimetern bei einem Crop-Faktor von 1,5. Genau deshalb kann ein vorhandenes Vollformat-Tele an APS-C plötzlich besonders interessant werden.

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Mit einem 100-400mm Teleobjektiv wird an einer APS-C Kamera wie der Canon EOS R7 scheinbar ein 160-640mm Objektiv.

Spiegellose Kameras

Inzwischen findest du sowohl Vollformat als auch APS-C überwiegend im spiegellosen Bereich. Das hat die Unterschiede zwischen den Systemen etwas verändert.

Spiegellose Vollformatkameras können trotz des größeren Sensors relativ kompakt gebaut werden. Dazu kommen moderne Autofokussysteme, elektronische Sucher und zahlreiche Funktionen, die man früher vor allem aus professionellen Kameras kannte.

APS-C spielt seine Stärken dagegen weiterhin bei Größe und Gewicht aus. Ein kleines APS-C-Gehäuse mit einem kompakten Objektiv kann eine sehr angenehme Kombination für Reisen oder den Alltag sein. Welche Variante besser passt, hängt deshalb wieder davon ab, wie du fotografierst.

Was bringt die Zukunft?

Eine genaue Vorhersage ist schwierig. Beide Sensorformate werden weiterentwickelt. APS-C dürfte bei Rauschverhalten, Dynamikumfang und Autofokus noch besser werden. Gleichzeitig werden auch Vollformatsensoren leistungsfähiger.

Der Abstand zwischen den Systemen wird dadurch bei manchen Anwendungen kleiner.

Das bedeutet aber nicht, dass Vollformat irgendwann überflüssig wird. Wer maximale Freistellung, hohe ISO-Leistung oder sehr hohe Auflösung benötigt, wird auch weiterhin gute Gründe für einen größeren Sensor finden. Für viele Fotografen wird die Entscheidung vermutlich immer stärker über Gewicht, Objektive, Preis und persönliche Vorlieben fallen.

Meine Einschätzung: Wann würde ich welches Format nehmen?

  • Wenn du hauptsächlich Menschen fotografierst und gerne mit stark freigestellten Motiven arbeitest, würde ich Vollformat in Betracht ziehen. Das gilt besonders für Porträts und Hochzeiten. Auch wenn du regelmäßig bei schlechtem Licht arbeitest, kann der größere Sensor seine Vorteile ausspielen.
  • Wenn du dagegen viel unterwegs bist und deine Kamera möglichst oft dabeihaben möchtest, würde ich APS-C nicht unterschätzen. Eine Kamera, die du tatsächlich mitnimmst, ist für mich wertvoller als eine theoretisch bessere Kamera, die wegen ihres Gewichts zu Hause bleibt.
  • Für Tier- und Sportfotografie kann APS-C ebenfalls eine sehr interessante Lösung sein. Der Crop-Faktor verschafft dir einen engeren Bildwinkel, ohne dass du dafür sofort ein noch längeres Teleobjektiv kaufen musst.
  • Und wenn dein Budget begrenzt ist, bekommst du mit APS-C oft mehr Ausrüstung für dein Geld.

Vollformat oder APS-C: Was ist nun besser?

Die Antwort hängt von dir ab. Wenn du maximale Möglichkeiten bei geringer Schärfentiefe, hohen ISO-Werten und Weitwinkelaufnahmen möchtest, spricht viel für Vollformat.

Wenn dir ein geringes Gewicht, ein niedrigerer Preis und zusätzliche Reichweite bei Teleobjektiven wichtiger sind, ist APS-C eine sehr gute Alternative.

Du solltest deshalb nicht versuchen, einen eindeutigen Sieger zu finden. Schau dir stattdessen deine eigene Fotografie an. Fotografierst du hauptsächlich Hochzeiten und Porträts? Dann können die Vorteile von Vollformat für dich tatsächlich relevant sein. Bist du viel auf Reisen oder fotografierst Tiere? Dann kann APS-C die praktischere Lösung sein.

Und wenn du gerade erst mit der Fotografie beginnst, würde ich nicht zu viel Zeit mit der Sensorfrage verbringen. Eine aktuelle APS-C-Kamera bietet dir bereits alles, was du brauchst, um fotografieren zu lernen.

Das Wichtigste ist am Ende nicht, was auf dem Datenblatt steht. Wichtig ist, ob du mit der Kamera gerne fotografierst und ob sie zu deinen Motiven passt.

Häufige Fragen zu Vollformat und APS-C

Was ist der größte Unterschied zwischen Vollformat und APS-C?

Der Sensor ist bei Vollformat größer. Ein Vollformatsensor misst 36 × 24 Millimeter, während APS-C je nach Hersteller ungefähr 23 × 15 Millimeter groß ist. Daraus ergeben sich Unterschiede beim Bildwinkel, bei der möglichen Schärfentiefe, beim Rauschverhalten und bei der Größe der Kameras und Objektive.

Brauche ich als Hobbyfotograf eine Vollformatkamera?

Nein. Eine moderne APS-C-Kamera liefert eine sehr gute Bildqualität und reicht für die meisten Hobbyfotografen vollkommen aus. Vollformat lohnt sich vor allem dann, wenn du bestimmte Eigenschaften wirklich nutzen möchtest, beispielsweise eine sehr geringe Schärfentiefe oder eine möglichst gute Leistung bei hohen ISO-Werten.

Kann ich Vollformatobjektive an einer APS-C-Kamera verwenden?

Ja, in vielen Systemen ist das problemlos möglich. Du musst lediglich den Crop-Faktor berücksichtigen. Ein 50-mm-Objektiv entspricht vom Bildwinkel her an einer APS-C-Kamera ungefähr 75 Millimetern bei einem Crop-Faktor von 1,5. Für Teleaufnahmen kann das ein Vorteil sein. Bei Weitwinkelaufnahmen kann der engere Bildwinkel dagegen störend sein.

Sind APS-C-Kameras bei wenig Licht schlechter?

Im direkten Vergleich haben Vollformatsensoren bei hohen ISO-Werten häufig Vorteile. Moderne APS-C-Kameras sind allerdings deutlich besser geworden und liefern auch bei wenig Licht gute Ergebnisse. Wie groß der Unterschied tatsächlich ist, hängt vom konkreten Kameramodell, Objektiv und der Bildbearbeitung ab.

Was bedeutet Crop-Faktor?

Der Crop-Faktor beschreibt den Unterschied im Bildwinkel zwischen einem kleineren Sensor und Vollformat. Bei APS-C liegt er je nach Hersteller ungefähr bei 1,5 (Nikon & Sony) oder 1,6(Canon). Ein 50-mm-Objektiv liefert bei einem Crop-Faktor von 1,5 also ungefähr den Bildwinkel eines 75-mm-Objektivs an Vollformat. Die Brennweite des Objektivs verändert sich dabei nicht. Nur der aufgenommene Bildausschnitt wird kleiner.

Lohnt sich der Wechsel von APS-C zu Vollformat?

Das kommt darauf an, was dir bei deiner aktuellen Kamera fehlt. Wenn du mit der Bildqualität zufrieden bist und deine Objektive deine Anforderungen erfüllen, gibt es keinen zwingenden Grund für einen Wechsel. Anders sieht es aus, wenn du regelmäßig an Grenzen stößt. Wenn dir beispielsweise die Freistellung fehlt, du häufig mit sehr hohen ISO-Werten arbeitest oder bestimmte Vollformatobjektive nutzen möchtest, kann ein Wechsel durchaus sehr sinnvoll sein.
Ein größeres Format macht deine Fotos allerdings nicht automatisch besser. Wenn du mit deiner APS-C-Kamera gute Bilder machst, bleibt das auch dann so, wenn neben dir jemand mit einer Vollformatkamera fotografiert. Die Kamera ist ein Werkzeug. Wirklich wichtig ist, was du damit machst.

Der Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Stephan Forstmann - Fotografie Experte

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.

Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen und Veranstaltungen zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen und erstelle Tutorials, in denen ich meine Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.

In diesen Beitrag habe ich viel Rechercheaufwand, Zeit und Herzblut investiert und ich gebe gerne mein Fachwissen an andere Fotografiebegeisterte weiter. Das macht aber auch sehr viel Arbeit und braucht vor allem viel Zeit. Fandest du diesen Artikel hilfreich und hast ihn gerne gelesen? Dann spendiere mir doch einen Kaffee für meine Mühe! Damit hilfst du mir und meiner Familie, hier alles am Laufen zu halten.

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