Dynamikumfang
Definition
Der Dynamikumfang bezeichnet in der Fotografie den Bereich von Helligkeiten, den eine Kamera oder ein Bildsensor erfassen kann, vom dunkelsten Schatten bis zur hellsten Lichtsituation, ohne dass Details verloren gehen. Er wird häufig in Blendenstufen (EV – Exposure Value) oder in der Einheit von Stops angegeben.
Moderne Kameras haben einen Dynamikumfang von 11 bis 15 EV. Das menschliche Auge hat einen Dynamikumfang von rund 20 EV.
Das erwartet dich im Beitrag
Der Dynamikumfang beeinflusst die Bildqualität, denn ein größerer Dynamikumfang ermöglicht es, sowohl in sehr hellen als auch in sehr dunklen Bereichen eines Bildes Details zu erfassen und somit ein ausgewogenes und detailreiches Foto zu erzeugen.
Technische Aspekte
- Messung: Der Dynamikumfang wird oft als Differenz zwischen der maximalen Helligkeit, die ein Sensor erfassen kann, und der minimalen Helligkeit, die er noch reproduzieren kann, gemessen. Dies wird in Blendenstufen angegeben.
- Sensoren: Digitale Bildsensoren wie CCD (Charge-Coupled Device) oder CMOS (Complementary Metal-Oxide-Semiconductor) haben unterschiedliche Dynamikumfänge. Hochwertige Sensoren in professionellen Kameras bieten einen größeren Dynamikumfang als herkömmliche Smartphonekameras.
- ISO-Einstellung: Der Dynamikumfang wird deutlich durch die ISO-Einstellung der Kamera beeinflusst. Höhere ISO-Werte führen zu einem Verlust an Dynamikumfang, weil das Rauschen in den helleren Bereichen zunimmt.
Praktische Relevanz
- Landschaftsfotografie: In Szenen mit hohem Kontrast, wie Landschaftsbildern mit strahlendem Sonnenlicht und tiefen Schatten, ist ein hoher Dynamikumfang besonders wichtig, um sowohl den Himmel als auch die im Schatten liegenden Bereiche detailliert abzubilden.
- Portraitfotografie: Auch beim Fotografieren von Menschen ist es entscheidend, den Dynamikumfang zu berücksichtigen, um Hauttöne realistisch wiederzugeben und Überbelichtungen zu vermeiden.
- Nachbearbeitung: Fotos mit einem begrenzten Dynamikumfang können in der Nachbearbeitung oft weniger gut angepasst werden. Eine große Auswahl an Helligkeiten ermöglicht eine flexiblere Bearbeitung ohne Verlust von Details.
Tipps zur Maximierung des Dynamikumfangs
- Bracketing: Verschiedene Belichtungen aufnehmen und diese später mit HDR-Techniken (High Dynamic Range) kombinieren, um den vollen Dynamikumfang der Szene zu erfassen.
- Belichtungsmessung: Richtiges Belichten durch das Messen von hellen und dunklen Bereichen der Szene und gegebenenfalls Anpassen der Belichtungskorrektur.
- RAW-Format: Fotografieren im RAW-Format anstelle von JPEG, da RAW-Dateien einen größeren Dynamikumfang und mehr Bearbeitungsmöglichkeiten in der Nachbearbeitung bieten.
Der Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.
Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen und Veranstaltungen zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen und erstelle Tutorials, in denen ich meine Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.
In diesen Beitrag habe ich viel Rechercheaufwand, Zeit und Herzblut investiert und ich gebe gerne mein Fachwissen an andere Fotografiebegeisterte weiter. Das macht aber auch sehr viel Arbeit und braucht vor allem viel Zeit. Fandest du diesen Artikel hilfreich und hast ihn gerne gelesen? Dann spendiere mir doch einen Kaffee für meine Mühe! Damit hilfst du mir und meiner Familie, hier alles am Laufen zu halten.
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