Im heutigen Test schauen wir uns das Brightin Star 7,5mm 2.8 IV Fisheye für genau an. Ich hatte die Gelegenheit, dieses Objektiv ausgiebig mit meiner Sony ZV-E10 zu testen und will dir meine ehrlichen Eindrücke und Erfahrungen mit diesem Objektiv teilen. Kann ein günstiges APS-C Fischaugenobjektiv überzeugen? Oder kaufst du hier einen Kompromiss?
Getestet habe ich es an der Sony Alpha ZV-E10 – also einer APS-C Kamera, mit 24 Megapixeln. Wie immer findest du in allen Fotos die EXIF Daten. Du bekommst meine ehrliche Einschätzung zu Verarbeitung, Bildqualität, Schwächen, Stärken und für wen sich dieses Objektiv lohnt.
Bevor ich loslege, möchte ich mich bei Brightin Star dafür bedanken, dass sie mir das Objektiv für diesen Test zur Verfügung gestellt haben. Trotzdem basiert dieser Bericht ausschließlich auf meinen eigenen Erfahrungen – ohne jeglichen Einfluss des Herstellers.
Das erwartet dich im Beitrag
Technische Daten im Überblick
Wie immer gibt es zuerst einen Blick auf die technischen Daten des Objektivs. Das Brightin Star 7,5mm f/2.8 ist ein manuelles Objektiv für spiegellose APS-C Kameras mit Sony E-Mount. Es gehört zur Kategorie der Fischaugen-Festbrennweiten und zielt auf Fotografen ab, die kreative Looks erzeugen und möglichst viel aufs Bild bekommen wollen.
Hier findest du die wichtigsten technischen Daten im Überblick:
| Merkmal | Brightin Star 7,5mm f/2.8 Fisheye |
|---|---|
| Brennweite | 7,5 mm |
| Lichtstärke | f/2.8 |
| Blendenlamellen | 5 |
| Naheinstellgrenze | 15 cm |
| Fokus | Manuell |
| Filtergewinde | kein Frontfiltergewinde, 27 mm hinten |
| Gewicht | ca. 274 g |
| Konstruktion | 11 Elemente in 8 Gruppen |
| Bildwinkel | 190° |
| Format | APS-C |
Günstiges, kompaktes und manuelles Fischaugen-Objektiv für kreative Fotos. Erhältlich für Sony E Mount, Nikon Z Mount, Fuji X Mount, M43 Mount, Canon RF Mount und den alten Canon EOS-M Mount für rund 190€.
- Günstig (~190€)
- Gute Schärfe im Zentrum
- Lichtstark
- Klein und kompakt
- Geringere Schärfe bis f/5.6 am Rand
- Anfällig für Streulicht
- 7,5mm Festbrennweite / Fisheye für APS-C
- Minimale Fokusdistanz 15 cm
- ca. 274 g
Verfügbare Anschlüsse und Sensorabdeckung
Das Objektiv ist für verschiedene spiegellose Systeme erhältlich, darunter Sony E Mount, Nikon Z Mount, Fuji X Mount, M43 Mount, Canon RF Mount und den alten Canon EOS-M Mount. Es deckt APS-C Sensoren ab und deckt einen Bildwinkel von 190° ab.
Verarbeitung und Design
Das Design des Brightin Star 7,5mm f/2.8 ist schlicht gehalten, was mir sehr gut gefällt. Das Gehäuse ist aus Metall (Aluminium) und fühlt sich sehr wertig an. Im Lieferumfang ist das Objektiv sowie der Front- und Rückdeckel auch enthalten. Eine Streulichtblende ist fest am Objektiv angebracht. Der Fokusring dreht sich geschmeidig und die Blendenwahl erfolgt manuell über den Blendenring.
Ein Filtergewindes hat das Brightin Star 7,5mm f/2.8 nicht. Daher wirst du damit leider keine Langzeitbelichtungen am Tag fotografieren können.
Das Objektiv bringt rund 270 Gramm auf die Waage und es ist an meiner kleine Sony Kamera sehr gut ausbalanciert. Die Haptik steht teureren Objektiven in nichts nach. Mir persönlich ist es trotz des sehr gut laufenden Fokusrings jedoch schwer gefallen, bei diesem Objektiv die Schärfe korrekt manuell einzustellen. Das lag aber nicht am Objektiv, sondern an der Sony ZV-E10 und der mageren Auflösung des Displays. Mit einem optischen Sucher wäre mir das deutlich leichter gefallen. Die 10fach Vergrößerung und das Focus Peaking haben dann aber letztendlich geholfen. Nebenbei habe ich auch festgestellt, dass meine Augen im letzten Jahr schlechter geworden sind.
Vorteile
Das Brightin Star 7,5mm f/2.8 bietet eine Reihe von Vorteilen:
- Extrem weiter Bildwinkel: Mit einem Bildwinkel von rund 190° bekommst du eine enorme Menge auf das Bild. Gebäude, Landschaften, Architektur oder Innenräume lassen sich damit aus einer ungewöhnlichen Perspektive fotografieren. Gerade für kreative Aufnahmen ist dieser extreme Weitwinkel ein großer Pluspunkt.
- Sehr kompakt und leicht: Mit rund 274 g bleibt das Objektiv angenehm leicht und eignet sich dadurch auch gut als zusätzliches Objektiv im Fotorucksack. Gerade bei Landschafts-, Reise- oder Street-Fotografie fällt das geringe Gewicht kaum ins Gewicht.
- Lichtstärke f/2.8: Für ein Fisheye bietet die maximale Blende von f/2.8 eine ordentliche Lichtstärke. Dadurch eignet sich das Objektiv auch für Aufnahmen bei wenig Licht und beispielsweise für kreative Nacht- und Astrofotografie.
- Sehr kurze Naheinstellgrenze: Mit einer Naheinstellgrenze von etwa 15 cm kannst du sehr nah an dein Motiv herangehen. In Verbindung mit dem extremen Bildwinkel entstehen dadurch besonders dynamische Bilder mit einem stark betonten Vordergrund.
- Kreative Perspektiven: Das Fisheye erzeugt eine deutliche Bildkrümmung. Gerade Linien werden – abhängig von ihrer Position im Bild – stark gebogen. Das ist natürlich nicht für jede Aufnahme gewünscht, kann aber für Architektur, Landschaften, Action- und kreative Fotografie genau der gewünschte Effekt sein.
- Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: Brightin Star bietet das 7,5mm Fisheye vergleichsweise günstig an. Damit bekommst du die Möglichkeit, eine sehr spezielle Brennweite auszuprobieren, ohne gleich viel Geld für ein vergleichbares Fisheye-Objektiv auszugeben.
- Interessant für Astrofotografie: Die Kombination aus 7,5 mm Brennweite und f/2.8 ermöglicht einen sehr großen Himmelsausschnitt. Für Milchstraßenaufnahmen können dadurch ungewöhnliche Kompositionen entstehen – insbesondere wenn du den Vordergrund stark mit einbeziehst.
Das Brightin Star 7,5mm f/2.8 Fisheye bietet einige interessante Eigenschaften, vor allem wenn du ungewöhnliche Perspektiven und kreative Weitwinkelaufnahmen suchst: Besonders mit Blick auf Preis/Leistung.
Nachteile
Natürlich hat das Brightin Star 7,5mm f/2.8 Fisheye auch einige Einschränkungen:
- Manueller Fokus: Das Objektiv besitzt keinen Autofokus. Du musst die Schärfe also selbst einstellen. Bei einem 7,5mm Fisheye ist das allerdings weniger problematisch als bei längeren Brennweiten, weil die Schärfentiefe sehr groß ist. Für Landschaften und Astrofotografie lässt sich der Fokus beispielsweise problemlos manuell auf eine passende Entfernung beziehungsweise auf unendlich einstellen.
- Starke Verzeichnung: Die typische Fisheye-Verzeichnung ist gleichzeitig Stärke und Schwäche des Objektivs. Gerade Linien werden sichtbar gekrümmt. Für kreative Aufnahmen ist das interessant, für klassische Architektur- oder Immobilienfotografie dagegen eher problematisch.
- Kein normales Filtergewinde: Aufgrund der stark gewölbten Frontlinse lässt sich vorne kein gewöhnlicher Schraubfilter verwenden. Das schränkt den Einsatz von ND-, Pol- oder Verlaufsfiltern ein.
- Bildqualität zu den Rändern: Bei einem extremen 190°-Bildwinkel müssen die äußeren Bildbereiche entsprechend stark beansprucht werden. Die Randbereiche können deshalb sichtbar weicher sein als das Bildzentrum. Für viele kreative Fisheye-Aufnahmen gehört dieser Charakter allerdings durchaus dazu.
- Manuelle Bedienung: Neben dem manuellen Fokus gibt es weniger Komfortfunktionen als bei modernen Autofokus-Objektiven. Wer hauptsächlich mit AF fotografiert und möglichst wenig einstellen möchte, muss sich zunächst an die Arbeitsweise gewöhnen.
- Nicht für jede Aufnahme geeignet: Ein 7,5mm Fisheye ist ein Spezialist. Die extreme Perspektive kann sehr beeindruckend sein, wird aber schnell langweilig oder unbrauchbar, wenn sie bei jedem Motiv eingesetzt wird. Du solltest die Brennweite deshalb eher als kreatives Werkzeug und weniger als klassisches Immerdrauf-Objektiv betrachten.
Bildqualität im Detail
Die Schärfe und Bildqualität sind natürlich die Kernaspekte eines jeden Objektivtests. Das Brightin Star 7,5mm f/2.8 liefert ein gutes Bild ab, insbesondere wenn man den Preis bedenkt.
Achtung: In der Nahdistanz, in der ich das Testchart abfotografiert habe, wirkt sich die Randunschärfe durch die optische Konstruktion deutlich dramatischer aus, als bei Motiven, die weiter entfernt sind. Das siehst du bei den Testbildern auf größere Distanzen weiter unten deutlicher, die ich z einem großen Teil mit Blende 4 fotografiert habe.
- Im Zentrum: Bei Offenblende f/2.8 ist die Schärfe im Bildzentrum für so ein günstiges Objektiv erstaunlich gut. Die Ränder sind jedoch wirklich sehr weich und verbessern sich erst, wenn man deutlich abblendet.
- Bei f/4: Sobald man das Objektiv auf f/4 abblendet, steigt die Schärfe im Zentrum und am Rand merklich an. Die Details werden feiner, und der Kontrast verbessert sich. Ab Blende 5.6 erreicht man eine wirklich exzellente Schärfe im Zentrum.
- Randbereiche: Die Randbereiche sind bei generell weich, aber das ist bei günstigen Fischaugen-Objektiven oft der Fall. Wenn du jedoch eine gleichmäßige Schärfe über das gesamte Bild wünschst, musst du bis f/8 abblenden.
Die Schärfe ist für den Preis und die Lichtstärke gut. Natürlich darfst du für den Preis keine Leistung auf dem Niveau eines 1000€ Objektivs erwarten, aber für die meisten Szenarien ist die Schärfe mehr als ausreichend.
Beispielfotos
Hier findest du viele Beispielfotos, die ich mit dem Brightin Star 7,5mm f/2.8 im Testzeitraum von drei Wochen an einer Sony ZV-E10 aufgenommen habe. Alle Fotos zeigen dir EXIF Daten an:
Astrofotografie mit dem Brightin Star 7,5mm f/2.8
Das Brightin Star 7,5mm f/2.8 eigent sich durch den großen Bildwinkel und die hohe Lichtstärke auch für Foto von der Milchstraße. Allerdings erzeugt das Objektiv bei Offenblende leichte Koma am Bildrand.
Verzeichnung und Vignettierung
Klar, bei einem Fischaugenobjektiv gibt es deutliche Verzeichnung und der Effekt ist auch erwünscht. Du kannst ihn jedoch abmildern, wenn du in Lightroom das Korrekturprofil Canon EF 15mm f/2.8 wählst und bekommst deutlich entzerrte Fotos. Die Vignettierung ist mit rund einer Blende kein Problem bei diesem Objektiv.
Chromatische Aberrationen
Farbsäume an kontrastreichen Kanten sind beim Brightin Star 7,5mm f/2.8 bei Offenblende kaum sichtbar. Für ein Objektiv dieser Preisklasse ist die Kontrolle der chromatischen Aberrationen gut und erfordert nur minimale Korrekturen.
Gegenlichtverhalten, Flares
Das Gegenlichtverhalten ist oft ein Schwachpunkt bei günstigeren Objektiven. Das Brightin Star 7,5mm f/2.8 schlägt sich aber gut. Etwas Kontrastverlust bei bei Gegenlicht ist an den Rändern sichtbar. Bei direktem Sonnenlicht gibt es einen Regenbogen-Flare am Bildrand.
Bokeh
Mit dem Brightin Star 7,5mm f/2.8 wirst du eher selten Bokeh erzeugen, denn ein Fischaugen Objektiv ist jetzt eher für andere Anwendungen konzipiert. Dennoch zeige ich dir die Unschärfekreise in einigen Aufnahmen:
Fazit
Das Brightin Star 7,5mm f/2.8 ist ein spannendes Fisheye-Objektiv mit Blick auf Preis-Leistung. Wenn du ein günstiges Fisheye-Objektiv mit hoher Lichtstärke suchst, ist es genau richtig für dich. Es liefert spannende Bildergebnisse.
| Das ist gut | Neutral | Schlecht |
| Preis-Leistung Schärfe im Zentrum Größe und Gewicht Haptik | Vignette bei Offenblende Gegenlichtverhalten | Randschärfe |
Günstiges, kompaktes und manuelles Fischaugen-Objektiv für kreative Fotos. Erhältlich für Sony E Mount, Nikon Z Mount, Fuji X Mount, M43 Mount, Canon RF Mount und den alten Canon EOS-M Mount für rund 190€.
- Günstig (~190€)
- Gute Schärfe im Zentrum
- Lichtstark
- Klein und kompakt
- Geringere Schärfe bis f/5.6 am Rand
- Anfällig für Streulicht
- 7,5mm Festbrennweite / Fisheye für APS-C
- Minimale Fokusdistanz 15 cm
- ca. 274 g
Wie findest du das Brightin Star 7,5mm f/2.8? Sag es mir doch in den Kommentaren!
Der Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.
Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen und Veranstaltungen zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen und erstelle Tutorials, in denen ich meine Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.
In diesen Beitrag habe ich viel Rechercheaufwand, Zeit und Herzblut investiert und ich gebe gerne mein Fachwissen an andere Fotografiebegeisterte weiter. Das macht aber auch sehr viel Arbeit und braucht vor allem viel Zeit. Fandest du diesen Artikel hilfreich und hast ihn gerne gelesen? Dann spendiere mir doch einen Kaffee für meine Mühe! Damit hilfst du mir und meiner Familie, hier alles am Laufen zu halten.
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