7Artisans 14mm 2.8 Test – Günstiges Astro-Objektiv im Check

Im heutigen Objektivtest schaue ich mir das günstige Ultraweitwinkel von 7Artisans an und zeige dir viele Fotos, die mit dem Objektiv entstanden sind.

7Artisans 14mm 2.8 Test - Günstiges Astro-Objektiv im Check 1

Mit einer Lichtstärke von f/2.8 verspricht das 7Artisans 14mm 2.8 nicht nur Landschaftsaufnahmen bei Tageslicht, sondern auch Nachtfotografie, Architektur, Innenräume und sogar Astrofotografie. Gleichzeitig bewegt es sich preislich in einem Bereich, der neugierig macht. Kann ein vergleichsweise günstiges manuelles Ultraweitwinkel wirklich überzeugen? Oder kaufst du hier einen Kompromiss?

In diesem ausführlichen Test werfe ich einen realistischen, praxisnahen Blick auf das 7Artisans 14mm f/2.8. Du bekommst Einschätzungen zu Verarbeitung, Bildqualität, Schwächen, Stärken und für wen sich dieses Objektiv lohnt. Getestet habe ich es an der Canon EOS R6 Mark II – also mit dem RF Mount.

Technische Daten und Varianten im Überblick

Bevor wir uns in die Bildqualität stürzen, lohnt sich ein Blick auf die nackten Zahlen. Das 7Artisans 14mm f/2.8 ist ein rein manuelles Ultraweitwinkelobjektiv für spiegellose Systemkameras. Es wurde für Vollformat konzipiert, ist aber auch an APS-C-Kameras nutzbar. Natürlich mit entsprechend angepasstem Bildwinkel.

Hier die wichtigsten technischen Daten im Überblick:

Merkmal7Artisans 14mm f/2.8
Brennweite14mm
Lichtstärkef/2.8
Blendenlamellen10
Naheinstellgrenzeca. 43 cm
FokusManuell
Filtergewindeja, 77mm
Gewichtca. 500g (je nach Anschluss)
Konstruktion13 Elemente in 9 Gruppen
Top Preis Leistung
7artisans 14mm 2.8 Ultraweitwinkelobjektiv
3.5
332,00 €

Sehr gutes, kleines Ultraweitwinkel mit sehr guter Abbildungsleistung. Ideal für Astrofotografie, Landschafts- und Architekturfotografen,

Vorteile:
  • Sehr gute Abbildungsleistung
  • Klein und kompakt
  • Filter nutzbar
  • Lichtstark
  • Blendenring entklickbar
  • Aus Metall
  • Sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis
Nachteile:
  • Anfällig für Gegenlicht
  • Manueller Fokus
  • Kein Witterungsschutz
Details:
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02/20/2026 11:04 am GMT

Verfügbare Anschlüsse und Sensorabdeckung

Das Objektiv ist für verschiedene spiegellose Systeme erhältlich, darunter Sony E, Nikon Z, Canon RF und L-Mount. Es deckt Vollformat vollständig ab. An APS-C-Kameras entspricht der Bildwinkel ungefähr einem 21mm-Objektiv.

Wichtig: Es handelt sich um ein vollständig manuelles Objektiv. Es gibt also keinen Autofokus, keine elektronische Blendensteuerung, keine EXIF-Datenübertragung der Eingestellten Blende. Wer damit arbeitet, sollte also bewusst fotografieren wollen.

Lieferumfang und erste Eindrücke

Im Karton findet man neben dem Objektiv eine fest verbaute Gegenlichtblende sowie vordere und hintere Schutzkappen.

Der erste Eindruck ist sehr positiv, denn das 7Artisans 14mm 2.8 fühlt sich nicht billig an. Es ist aus Metall gefertigt, Blenden und Fokusring sind leichtgängig. Ersterer kann sogar entklickt werden, um die Blende stufenlos einzustellen.

Verarbeitung und Design

Das 7Artisans 14mm f/2.8 hat sauber eingravierte Skalen und macht insgesamt eine wertigen Eindruck. Das Design ist funktional gehalten. Die Gegenlichtblende schützt die Frontlinse und schirmt seitlich einfallendes Streulicht ab. Trotz der stark gewölbten Frontlinse gibt es ein klassisches Filtergewinde mit 77mm Durchmesser. Du kannst also mit ND- oder Polfiltern arbeiten und benötigst für dieses Objektiv kein spezielles Haltersysteme.

Mit einem Gewicht von rund einem halben Kilo ist es kein Leichtgewicht. An größeren Vollformatkameras wie meiner Canon EOS R6 Mark II ist es gut ausbalanciert. An kleineren Bodies, wie der R100, kann es leicht frontlastig werden. Dennoch bleibt es angenehm klein und transportabel.

Ein kleiner Kritikpunkt könnte die fehlende Abdichtung gegen Staub und Spritzwasser sein, die besonders in der Landschaftsfotografie sehr sinnvoll ist. Gemessen am Preis bekommt man aber eine erstaunlich solide Konstruktion. und das 7Artisans 14mm f/2.8 spielt in einer höheren Liga, als der Preis vermuten lässt.

Bedienung in der Praxis

Ein manuelles Ultraweitwinkel ist nichts für schnelle Arbeit. Das 7Artisans 14mm 2.8 zwingt dich zum bewussten Fotografieren. Bei so kurzen Brennweiten kann das ein echter Vorteil sein.

Der Fokusring läuft angenehm gedämpft. Nicht zu leichtgängig, nicht zu schwergängig. Genau so, wie man es sich wünscht. Der Fokusweg ist ausreichend lang, um präzise zu arbeiten, aber nicht so lang, dass man ewig drehen muss. Gerade bei 14mm ist die Schärfentiefe ohnehin enorm. Wenn du bei f/8 auf zwei bis drei Meter fokussiert, bekommt fast alles scharf. Vom Vordergrund bis zum Horizont. Das macht das Arbeiten überraschend entspannt.

Die Entfernungsskala ist hilfreich, ganz drauf verlassen tue ich mich dann aber nicht. Ich zoome lieber 10-fach ins Bild hinein und stelle dann scharf.

Manueller Fokus

Viele schrecken vor manuellem Fokus zurück. Aber bei 14mm relativiert sich das Ganze dann doch stark. Der Autofokus bringt hier ohnehin wenig Mehrwert, da du bei 14mm eine große Schärfentiefe hast. Für Architektur, Landschaft oder Astro fokussierst du in 95% der Fälle eh immer manuell.

Mit Fokus-Peaking oder Suchervergrößerung moderner spiegelloser Kameras ist das Ganze ja ganz einfach. Selbst bei Nachtaufnahmen lässt sich präzise auf Sterne oder Lichtquellen scharfstellen. Das 7Artisans 14mm 2.8 macht hier keine Ausnahme.

Optische Konstruktion und Besonderheiten

Ultraweitwinkel sind optisch eine Herausforderung. 14mm bei Vollformat bedeuten einen extremen Bildwinkel von rund 114 Grad. Das ist gewaltig. Das 7Artisans 14mm 2.8 setzt auf eine komplexe Linsenkonstruktion mit mehreren Gruppen und speziellen Elementen zur Kontrolle von Verzerrungen und chromatischen Aberrationen. Die stark gewölbte Frontlinse ist typisch für diese Brennweite. Sie ermöglicht den großen Bildwinkel, bringt aber auch oft Probleme mit sich. Unter anderem tonnenförmige Verzeichnungen.

Optisch fällt vor allem eines auf: Das Objektiv versucht, ein Gleichgewicht zu finden. Es ist zwar keine klinisch perfekte High-End-Optik, aber dennoch ein solides, bezahlbares Ultraweitwinkel mit guter Abbildungsleistung. Das merkt man besonders bei der Randauflösung und Verzeichnung. Bereiche, die wir gleich im Detail betrachten.

Bildqualität im Detail

Kurz gesagt: Das 7Artisans 14mm 2.8 liefert eine sehr gute Leistung mit klaren Stärken und ein paar erwartbaren Schwächen.

Im Zentrum ist die Schärfe bereits bei Offenblende sehr gut. Kontraste sind ordentlich, Details sauber aufgelöst. Für Landschaft und Reportage sehr gut. Abgeblendet gewinnt das Bild sichtbar an Mikrokontrast und Klarheit. Die Ecken sind wie bei vielen günstigen Ultraweitwinkeln der kritische Punkt. Offenblendig wirken sie weicher, minimal unscharf. Bei f/2.8 zeigt sich das Objektiv solide im Zentrum. Ab f/5.6 verbessert sich das deutlich, ab f/8 erreicht man ein wirklich sehr gutes Niveau. Farben wirken neutral bis leicht warm.

Für klassische Landschaftsaufnahmen bei f/8 liefert das 7Artisans 14mm f/2.8 überzeugende Ergebnisse, besonders gemessen am Preis.

Bildbeispiele

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Verzeichnung

Das 7Artisans 14mm 2.8 verzeichnet nur minimal und alle Fotos, die du hier siehst, sind ohne eine Verzeichnungskorrektur aufgenommen bzw. bearbeitet. Du erhältst also wenig Verzeichnung, trotz des großen Bildwinkels und gerade Linien sind kein Problem.

Vignettierung

Bei Blende 2.8 ist die Vignettierung erkennbar. Der Randbereich wirkt etwas dunkler als das Zentrum. Ab Blende 4 reduziert sich die Abdunklung sichtbar, bei f/5.6 ist sie nur noch moderat vorhanden, bleibt aber in einem kontrollierbaren Rahmen.

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Unterm Strich ist die Vignettierung kein Problem bei diesem Objektiv.

Chromatische Aberrationen

Farbsäume an kontrastreichen Kanten sind beim 7Artisans 14mm 2.8 kein Problem. Ich habe auf meinen Fotos keine lila oder grünen Farbsäume sichtbar. Für ein Objektiv dieser Preisklasse ist die Kontrolle der chromatischen Aberrationen sehr gut.

Gegenlichtverhalten, Flares, Sonnensterne

Streulicht ist die größte Herausforderung mit diesem Objektiv. Das 7Artisans 14mm 2.8 zeigt nämlich einiges an Streulicht, wenn du beispielsweise direkt in die Sonne fotografierst. Leicht abgeblendet auf Blende 4 verschwindet das Streulicht aber. Flares gibt es, diese sind am Randbereich groß.

Kontrastverlust bei starkem Gegenlicht ist vorhanden, aber nicht extrem. Mit leicht veränderter Kameraposition und etwas abgeblendet kannst du viele Artefakte minimieren.

Abgeblendet entstehen schöne, klar definierte Sonnensterne. Die 10 Blendenlamellen sorgen für ansprechende Strahlen. Ein nettes Extra für Landschaftsfotografen.

Bokeh

Mit einem 14mm wirst du es schon schwer haben, Bokeh-Effekte gut sichtbar darzustellen. Aber auf der absoluten minimalen Fokusdistanz klappt das auch mit diesem Objektiv ganz gut. Weiter thematisieren möchte ich das Bokeh hier aber nicht, da ein 14mm ja eh für andere Anwendungsbereiche gedacht ist.

Astrofotografie-Tauglichkeit

Das 7Artisans 14mm 2.8 schreit förmlich nach Sternenhimmel. Die große Blendenöffnung und der riesiger Bildwinkel sind perfekt geeignet um diese Linse unter den Nachthimmel zu nehmen. Ich finde, das 7Artisans 14mm f/2.8 ist absolut für Astrofotografie geeignet. Besonders, wenn du ein Astrofotografie Objektiv suchst, dass deinen Geldbeutel nicht zu stark belastet.

Die Sterne erscheinen relativ punktförmig, der Kontrast ist ebenfalls ordentlich. Mit 14mm lassen sich beeindruckende Milchstraßenaufnahmen realisieren. Der kritische Punkt sind, wenig überraschend, die Ecken. Hier zeigt sich bei f/2.8 leicht sichtbares Koma. Sterne werden zu leicht verzogenen Formen. Für Social Media oder normale Druckgrößen ist das aber absolut vertretbar und da habe ich schon deutlich schlechtere Objektive genutzt.

Für die Astrofotografie absolut ist das Objektiv also sehr gut brauchbar und preislich attraktiv. Für kompromisslose High-End-Milchstraßenfotografie gibt es natürlich bessere, aber deutlich teurere Optionen, wie das Sigma 14mm 1.4 DG DN Art.

Da ich im Testzeitraum Pech mit dem Wetter hatte, konnte ich nur kurz durchs Fenster Aufnahmen vom Nachthimmel anfertigen. Ich erde aber in den nächsten Wochen das 14mm mit unter den Nachthimmel nehmen und weitere Fotos damit anfertigen und den Test mit neuen Fotos ergänzen.

Fazit: Lohnt sich der Kauf?

Das 7Artisans 14mm f/2.8 ist kein perfektes Objektiv. Aber es ist ein ehrliches und günstiges Objektiv, dass sich lohnt. Es liefert solide Schärfe im Zentrum, sehr gute Ergebnisse abgeblendet, gute Astrotauglichkeit und eine robuste Verarbeitung. Die größte Schwäche ist Streu- und Gegenlicht. aber wenn du darauf achtest, ist das kein Problem. Es kostet nur einen Bruchteil dessen, was High-End-Alternativen verlangen.

Wenn du absolute Perfektion suchst, wirst du deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Wenn du jedoch ein bezahlbares Ultraweitwinkel mit Charakter und solider Leistung suchst, dann findest du mit dem 7Artisans 14mm f/2.8 einen spannenden Begleiter auf deiner Kamera.

Top Preis Leistung
7artisans 14mm 2.8 Ultraweitwinkelobjektiv
3.5
332,00 €

Sehr gutes, kleines Ultraweitwinkel mit sehr guter Abbildungsleistung. Ideal für Astrofotografie, Landschafts- und Architekturfotografen,

Vorteile:
  • Sehr gute Abbildungsleistung
  • Klein und kompakt
  • Filter nutzbar
  • Lichtstark
  • Blendenring entklickbar
  • Aus Metall
  • Sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis
Nachteile:
  • Anfällig für Gegenlicht
  • Manueller Fokus
  • Kein Witterungsschutz
Details:
  • Festbrennweite
  • Größte Blende: 2.8
  • 116° Bildwinkel
  • Manueller Fokus
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02/20/2026 11:04 am GMT

Der Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Stephan Forstmann - Fotografie Experte

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.

Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen und Veranstaltungen zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen und erstelle Tutorials, in denen ich meine Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.

In diesen Beitrag habe ich viel Rechercheaufwand, Zeit und Herzblut investiert und ich gebe gerne mein Fachwissen an andere Fotografiebegeisterte weiter. Das macht aber auch sehr viel Arbeit und braucht vor allem viel Zeit. Fandest du diesen Artikel hilfreich und hast ihn gerne gelesen? Dann spendiere mir doch einen Kaffee für meine Mühe! Damit hilfst du mir und meiner Familie, hier alles am Laufen zu halten.

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