Beleuchtung
Definition
Beleuchtung bezieht sich auf die Steuerung, Qualität und Richtung des Lichts, das die Szene oder das Motiv, das fotografiert wird, illuminiert. Die Beleuchtung ist für die Bildgestaltung enorm wichtig und beeinflusst die Stimmung, den Charakter und den visuell wahrgenommenen Wert eines Fotos erheblich.
Arten der Beleuchtung
- Natürliches Licht:
- Tageslicht: Das Licht, das von der Sonne kommt, variiert je nach Tageszeit, Wetterbedingungen und geografischem Standort. Es kann weich, diffus oder hart sein, abhängig von der Position der Sonne und den atmosphärischen Bedingungen.
- Goldene Stunde: Die Zeit kurz nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang, wenn das Licht warm und weich ist.
- Blaue Stunde: Die Dämmerzeit kurz vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang, wenn das Licht kühl und blau ist.
- Künstliches Licht:
- Blitzlicht: Blitzgeräte, die in der Fotografie verwendet werden, um zusätzliche Helligkeit zu erzeugen. Sie können auf verschiedene Arten verwendet werden, z. B. als Hauptlicht oder Aufheller.
- Dauerlicht (Studiolicht): Dauerlichter sind Lichtquellen wie LED-Panels oder Glühlampen, die eine konstante Lichtquelle bieten.
- Sonderlichter: Lichter wie Ringleuchten, Softboxen oder Reflektoren, die eine spezifische Art der Illumination bieten und häufig in der Portrait- und Produktfotografie eingesetzt werden.
Lichtqualität
- Hartes Licht: Erzeugt scharfe Schatten und klare Kontraste. Es wird oft mit einer kleinen, direkten Lichtquelle in Verbindung gebracht.
- Weiches Licht: Schafft diffuse Schatten und einen sanfteren Look, oft durch Streuung des Lichts (z. B. durch Wolken oder Diffusoren) erreicht.
- Farbe des Lichts: Licht hat eine Farbtemperatur, die in Kelvin (K) gemessen wird. Es reicht von warmen (z.B. 2500K – 3000K) bis zu kühlen (z.B. 7000K – 10000K) Tönen. Farbkorrekturen können erforderlich sein, um die Farbwiedergabe in der Fotografie zu optimieren.
Lichtgestaltungstechniken
- Hauptlicht (Key Light): Die primäre Lichtquelle, die das Motiv beleuchtet. Es definiert die Form und die Textur.
- Aufhelllicht (Fill Light): Ein sekundäres Licht, das Schatten aufhellt, um Kontraste zu mildern, ohne die Hauptlichtquelle zu ersetzen.
- Hintergrundlicht (Backlight): Beleuchtet den Hintergrund oder das Motiv von hinten und kann helfen, Konturen und Tiefe zu erzeugen.
- Akzentlicht: Fokussierte Lichtquellen, die bestimmte Bereiche oder Details eines Bildes hervorheben.
Technische Aspekte
- Belichtungszeiten, Blende und ISO: Diese drei Elemente, auch bekannt als das Belcihtungsdreieck, beeinflussen, wie Licht auf den Sensor oder Film einfällt und die endgültige Bildqualität bestimmt.
- Belichtungskorrektur: Anpassungen der Belichtung, die vorgenommen werden, um sicherzustellen, dass das Bild gut belichtet wird, besonders bei herausfordernden Lichtverhältnissen.
- Histogramm: Ein Diagramm, das die Verteilung von Licht im Bild zeigt und hilft festzustellen, ob Bereiche unter- oder überbelichtet sind.
Praktische Anwendung
Die richtige Beleuchtung kann je nach Genre der Fotografie unterschiedlich angewendet werden:
- Portraitfotografie: Oft bevorzugt man weiches Licht, um Hauttöne schmeichelhaft zu gestalten. Reflektoren werden häufig verwendet, um Schatten aufzuhellen.
- Produktfotografie: Details und Texturen stehen im Vordergrund. Künstliches Licht wird oft genutzt, um eine kontrollierte und wiederholbare Beleuchtung zu erzielen.
- Landschaftsfotografie: Natürliche Lichtverhältnisse werden hierbei stark betont; das Licht zu verschiedenen Tageszeiten und Wetterbedingungen wird gezielt genutzt, um die Struktur und Farben der Landschaft zu betonen.
Die Beleuchtung ist ein elementarer Bestandteil der Fotografie, der sowohl technische als auch kreative Entscheidungen erfordert. Sie beeinflusst die Stimmung, die Klarheit und den künstlerischen Ausdruck eines Bildes. Die Auseinandersetzung mit verschiedenen Lichtarten, deren Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten ist für uns Fotografen extrem wichtig.
Das erwartet dich im Beitrag
Der Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.
Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen und Veranstaltungen zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen und erstelle Tutorials, in denen ich meine Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.
In diesen Beitrag habe ich viel Rechercheaufwand, Zeit und Herzblut investiert und ich gebe gerne mein Fachwissen an andere Fotografiebegeisterte weiter. Das macht aber auch sehr viel Arbeit und braucht vor allem viel Zeit. Fandest du diesen Artikel hilfreich und hast ihn gerne gelesen? Dann spendiere mir doch einen Kaffee für meine Mühe! Damit hilfst du mir und meiner Familie, hier alles am Laufen zu halten.
Vielen Dank für deine Unterstützung!
Noch mehr von mir bzw. über mich findest du in den sozialen Medien:
