X-Synchronzeit
Die X-Synchronzeit, kurz Synchronzeit oder Blitzsynchronzeit, ist die kürzeste Belichtungszeit, bei der ein Blitz das ganze Bild gleichmäßig ausleuchtet. Bei einem Schlitzverschluss ist das die kürzeste Zeit, bei der der Sensor für einen Moment vollständig frei liegt. Wählt man eine kürzere Zeit, verdeckt einer der beiden Verschlussvorhänge beim Zünden des Blitzes einen Teil des Sensors, und im Bild erscheint ein dunkler Streifen. Bei den meisten Kameras liegt die X-Synchronzeit zwischen 1/160 und 1/250 Sekunde.
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Warum es eine Grenze gibt
Ein Schlitzverschluss belichtet den Sensor mit zwei Vorhängen. Bei längeren Zeiten öffnet sich der erste Vorhang vollständig, bevor der zweite startet. Der Blitz zündet genau in diesem Moment und trifft den ganzen Sensor. Bei kürzeren Zeiten startet der zweite Vorhang, bevor der erste unten angekommen ist. Dann wandert nur noch ein Schlitz über den Sensor. Der Blitz dauert aber nur einen Sekundenbruchteil und belichtet deshalb nur den Teil, der gerade frei ist.

Herkunft des Namens
Ältere Kameras hatten mehrere Blitzanschlüsse. Der X-Kontakt war für Elektronenblitze gedacht, die sofort ihre volle Leistung abgeben. Ein M- oder FP-Kontakt löste früher aus, weil Blitzbirnen einen Moment brauchten, bis sie hell genug brannten. Heute gibt es praktisch nur noch den X-Kontakt, der Name ist geblieben.
Synchronzeit nach Verschlussart
| Verschluss | Typische Synchronzeit |
|---|---|
| mechanischer Schlitzverschluss | 1/160 bis 1/250 s |
| elektronischer erster Verschlussvorhang | meist wie mechanisch |
| rein elektronischer Verschluss | oft länger oder gar kein Blitz möglich |
| Zentralverschluss | bei allen verfügbaren Zeiten |
| Global Shutter | kameraseitig keine Grenze |
Bei Funkauslösern kann die tatsächlich nutzbare Zeit etwas länger sein als die Herstellerangabe, weil die Funkübertragung eine kleine Verzögerung hat. Ein dunkler Rand am Bildrand ist dann der Hinweis, die Zeit eine Stufe zu verlängern.
Bedeutung in der Praxis
Die Synchronzeit spielt vor allem beim Aufhellblitzen draußen eine Rolle. Bei hellem Sonnenlicht und offener Blende braucht es oft Zeiten von 1/1000 Sekunde oder kürzer, um nicht überzubelichten. Diese Zeiten liegen weit über der Synchronzeit. Es gibt drei Lösungen:
- Kurzzeitsynchronisation (HSS): Der Blitz gibt viele schnelle Impulse ab und leuchtet so gleichmäßig, während der Schlitz über den Sensor wandert. Dabei geht allerdings viel Blitzleistung verloren.
- ND-Filter: Er schluckt Licht, sodass bei offener Blende die Synchronzeit genügt.
- Abblenden: Mit einer kleineren Blende reicht ebenfalls die Synchronzeit, allerdings mit mehr Schärfentiefe.
Im Studio wird oft genau mit der Synchronzeit gearbeitet. So hat das Umgebungslicht möglichst wenig Einfluss, und das Bild wird fast nur vom Blitz bestimmt.
Verwandte Begriffe
- Schlitzverschluss
- Zentralverschluss
- Verschluss
- Blitzgerät
- Studioblitz
- TTL-Blitzsteuerung
Fazit
Die X-Synchronzeit ist die kürzeste Belichtungszeit, bei der ein Blitz mit einem Schlitzverschluss das ganze Bild ausleuchtet, meist 1/160 bis 1/250 Sekunde. Wer kürzere Zeiten braucht, greift zu Kurzzeitsynchronisation, ND-Filter, Zentralverschluss oder Global Shutter.
« Zum Fotografie LexikonDer Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.
Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen, Veranstaltungen und in der Milchstraßenfotografie zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen sowie Milchstraßenfotokurse. Ich erstelle Tutorials, in denen ich meine Foto-Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.
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