Zoomobjektiv
Ein Zoomobjektiv hat eine veränderbare Brennweite. Durch Drehen am Zoomring lässt sich der Bildausschnitt enger oder weiter wählen, ohne den Standort zu wechseln oder das Objektiv zu tauschen. Angegeben wird der Brennweitenbereich, etwa 24-70 mm oder 70-200 mm. Teilt man die längste durch die kürzeste Brennweite, ergibt sich der Zoomfaktor. Ein 24-240-mm-Objektiv hat also einen zehnfachen Zoom.
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Funktionsweise
Im Inneren eines Zoomobjektivs verschieben sich beim Zoomen mehrere Linsengruppen gegeneinander. Dadurch ändert sich die Brennweite. Echte Zoomobjektive halten dabei die Schärfe auf derselben Entfernung, man spricht von parfokalen Objektiven. Viele Fotoobjektive sind streng genommen Varioobjektive, bei denen sich die Schärfe beim Zoomen leicht verschiebt. Beim Fotografieren fällt das kaum auf, weil vor jeder Aufnahme ohnehin fokussiert wird. Beim Filmen ist es dagegen spürbar.
Arten von Zoomobjektiven
| Typ | Typischer Bereich (Vollformat) | Einsatz |
|---|---|---|
| Weitwinkelzoom | 14-24 mm, 16-35 mm | Landschaft, Architektur, Innenräume |
| Standardzoom | 24-70 mm, 24-105 mm | Allround, Reportage, Hochzeiten |
| Telezoom | 70-200 mm, 100-400 mm | Sport, Tiere, Porträts |
| Superzoom | 24-240 mm, 28-400 mm | Reisen, Immerdrauf |

Konstante und variable Lichtstärke
Bei Zooms mit konstanter Lichtstärke, zum Beispiel 24-70 mm f/2.8, bleibt die größte Blende über den gesamten Bereich gleich. Bei Zooms mit variabler Lichtstärke, etwa 24-105 mm f/4-7.1, wird die Offenblende beim Zoomen in den Telebereich kleiner. Diese Objektive sind dafür kleiner, leichter und günstiger.
Optischer und digitaler Zoom
Ein Zoomobjektiv arbeitet optisch. Der Bildausschnitt wird durch die Linsen verändert, die volle Auflösung des Sensors bleibt erhalten. Der digitale Zoom von Kompaktkameras und Smartphones schneidet dagegen nur einen Teil des Bildes heraus und vergrößert ihn. Dabei geht Auflösung verloren.
Vorteile und Nachteile
- Vorteil: viele Brennweiten in einem Objektiv, weniger Objektivwechsel
- Vorteil: schnelle Anpassung des Ausschnitts, wenn der Standort festgelegt ist
- Nachteil: meist lichtschwächer als Festbrennweiten
- Nachteil: lichtstarke Zooms sind groß, schwer und teuer
- Nachteil: Verzeichnung und Vignettierung an den Enden des Zoombereichs
Die Bildqualität moderner Zoomobjektive ist inzwischen so hoch, dass sie vielen Festbrennweiten kaum nachstehen. Der Unterschied liegt heute vor allem bei Lichtstärke und Freistellung.
Verwandte Begriffe
- Brennweite
- Optischer Zoom
- Digitalzoom
- Weitwinkelzoom
- Telezoom
- Superzoomobjektiv
Fazit
Ein Zoomobjektiv deckt einen Bereich von Brennweiten ab und erlaubt es, den Bildausschnitt ohne Standortwechsel zu verändern. Es ist flexibel und bequem, im Vergleich zu Festbrennweiten aber meist weniger lichtstark.
« Zum Fotografie LexikonDer Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.
Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen, Veranstaltungen und in der Milchstraßenfotografie zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen sowie Milchstraßenfotokurse. Ich erstelle Tutorials, in denen ich meine Foto-Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.
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