Ein Weitwinkelobjektiv zeigt mehr, als dein Auge auf einen Blick erfasst. Es holt den ganzen Sternenhimmel über einer Landschaft ins Bild, passt einen kompletten Raum auf ein Foto und lässt einen Felsen im Vordergrund riesig wirken, während die Berge dahinter in die Ferne rücken. Genau diese Wirkung macht Weitwinkel so spannend und gleichzeitig so anspruchsvoll. In diesem Beitrag erkläre ich dir, was ein Weitwinkelobjektiv ausmacht, wofür du es einsetzt, worauf du beim Kauf achtest und welche Modelle es für Vollformat und APS-C gibt. Einige davon habe ich selbst ausführlich getestet, meine Erfahrungen fließen hier mit ein.
Das erwartet dich im Beitrag
Was ist ein Weitwinkelobjektiv?
Als Weitwinkelobjektiv bezeichnet man ein Objektiv, dessen Brennweite kürzer ist als die Normalbrennweite. Am Vollformat liegt die Normalbrennweite bei rund 43 bis 50 mm, Weitwinkel beginnt also ungefähr bei 35 mm. Ab etwa 24 mm abwärts spricht man von Ultraweitwinkel. Eine Sonderform sind Fisheye-Objektive, die gerade Linien bewusst gekrümmt abbilden und je nach Bauart bis zu 180 Grad erfassen.
Entscheidend für die Wirkung ist der Bildwinkel. Ein 50-mm-Objektiv erfasst am Vollformat horizontal rund 40 Grad, ein 14 mm schon über 100 Grad. Die Grafik zeigt, wie stark der Bildausschnitt mit jeder kürzeren Brennweite wächst.

An APS-C-Kameras brauchst du für denselben Bildausschnitt kürzere Brennweiten, weil der kleinere Sensor nur einen Teil des Bildkreises nutzt. Bei Sony, Nikon und Fujifilm teilst du die Vollformat-Brennweite durch 1,5, bei Canon durch 1,6. Die Tabelle zeigt gängige Weitwinkel-Brennweiten mit ihrem Bildwinkel und dem passenden APS-C-Gegenstück.
| Brennweite (Vollformat) | Bildwinkel diagonal | Bildwinkel horizontal | Entspricht an APS-C (1,5 / Canon 1,6) | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|---|
| 12 mm | 122° | 113° | 8 mm / 7,5 mm | Innenräume, extreme Perspektiven |
| 14 mm | 114° | 104° | 9 mm / 9 mm | Milchstraße, Architektur |
| 16 mm | 107° | 97° | 11 mm / 10 mm | Landschaft, Astro, Reise |
| 20 mm | 94° | 84° | 13 mm / 12,5 mm | Astro, Landschaft, Reportage |
| 24 mm | 84° | 74° | 16 mm / 15 mm | Reportage, Street, Hochzeit |
| 28 mm | 75° | 65° | 19 mm / 17,5 mm | Street, Reise, Alltag |
| 35 mm | 63° | 54° | 23 mm / 22 mm | Reportage, Street, Umgebungsporträt |
Wie ein Weitwinkel auf deine Bilder wirkt
Ein Weitwinkel verändert nicht nur, wie viel aufs Bild passt, sondern auch, wie Abstände wirken. Gehst du nah an ein Objekt im Vordergrund heran, erscheint es groß, während alles dahinter schnell kleiner wird. Räume wirken tiefer, Landschaften weiter. Diese Perspektive entsteht durch deinen Standpunkt und die Nähe zum Motiv. Das Objektiv macht sie nur besonders deutlich sichtbar, weil du mit ihm überhaupt so nah herangehst.
Am Bildrand dehnt ein Weitwinkel Objekte in die Breite. Gesichter und Körper am Rand eines Gruppenfotos sehen dadurch breiter aus als in der Mitte. Das ist keine Verzeichnung im technischen Sinn, sondern eine Folge der geometrischen Projektion. Für Porträts setzt du Menschen deshalb lieber in die Bildmitte. Neigst du die Kamera nach oben oder unten, laufen senkrechte Linien zusammen. Diese stürzenden Linien fallen bei Gebäuden besonders auf. Halte die Kamera für Architekturaufnahmen möglichst gerade oder korrigiere die Linien später in Lightroom.
Wofür du ein Weitwinkelobjektiv einsetzt
Weitwinkel sind keine Spezialobjektive für eine einzige Disziplin. Diese Bereiche profitieren besonders davon:
- Landschaft: weite Panoramen mit starkem Vordergrund, etwa Steine, Blumen oder Wasserläufe.
- Astrofotografie: Milchstraße und Sternenhimmel mit viel Himmel im Bild und längeren Belichtungszeiten ohne Sternspuren.
- Architektur und Innenräume: ganze Gebäude aus kurzer Distanz, enge Räume, Kirchen und Treppenhäuser.
- Reportage und Hochzeit: Szenen mit Umgebung, Getting Ready im engen Hotelzimmer, Gruppen auf wenig Raum.
- Street und Reise: nah dran am Geschehen, mit Gassen, Märkten und Plätzen als Kulisse.
- Video und Vlog: Selbstaufnahmen mit ausgestrecktem Arm, bei denen auch der Hintergrund ins Bild passt.
Weitwinkelzoom oder Festbrennweite?
Ein Weitwinkelzoom wie ein 16-35 mm oder 14-30 mm deckt mehrere klassische Brennweiten ab. Für Landschaft und Architektur ist das praktisch, weil du den Ausschnitt anpasst, ohne den Standort zu wechseln. Viele dieser Zooms haben eine durchgehende Blende von f/4 oder f/2.8 und ein normales Filtergewinde, was für ND- und Polfilter wichtig ist.
Festbrennweiten mit f/1.4 oder f/1.8 sammeln deutlich mehr Licht. In der Astrofotografie ist das ein echter Vorteil: Zwischen f/2.8 und f/1.4 liegen zwei Blendenstufen. Du fotografierst also mit einem Viertel der ISO oder sammelst in derselben Zeit viermal so viel Licht. Gute lichtstarke Weitwinkel bilden Sterne außerdem bis in die Ecken punktförmig ab, während schwächere Objektive dort Koma zeigen und Sterne wie kleine Möwen aussehen lassen. Wer hauptsächlich bei Tageslicht und mit Stativ fotografiert, ist mit einem f/4-Zoom gut bedient. Wer nachts fotografiert, greift zur lichtstarken Festbrennweite.
Weitwinkelzooms für Vollformat
Die Tabelle zeigt eine Auswahl aktueller Weitwinkelzooms für spiegellose Vollformatkameras. Achte vor allem auf die Spalte Filter: Einige extreme Ultraweitwinkel haben eine stark gewölbte Frontlinse und kein Frontgewinde.
| Objektiv | Lichtstärke | Gewicht | Filter | Bajonett |
|---|---|---|---|---|
| Canon RF 10-20 mm F4L IS STM | f/4 | 570 g | Gelfilter hinten | Canon RF |
| Canon RF 14-35 mm F4L IS USM | f/4 | 540 g | 77 mm | Canon RF |
| Canon RF 15-35 mm F2.8L IS USM | f/2.8 | 840 g | 82 mm | Canon RF |
| Canon RF 16-28 mm F2.8 IS STM | f/2.8 | 445 g | 67 mm | Canon RF |
| Canon RF 15-30 mm F4.5-6.3 IS STM | f/4.5-6.3 | 390 g | 67 mm | Canon RF |
| Sony FE 12-24 mm F2.8 GM | f/2.8 | 847 g | Gelfilter hinten | Sony E |
| Sony FE 16-35 mm F2.8 GM II | f/2.8 | 547 g | 82 mm | Sony E |
| Sony FE 16-25 mm F2.8 G | f/2.8 | 409 g | 67 mm | Sony E |
| Sony FE PZ 16-35 mm F4 G | f/4 | 353 g | 72 mm | Sony E |
| Nikon Z 14-24 mm f/2.8 S | f/2.8 | 650 g | 112 mm über Gegenlichtblende | Nikon Z |
| Nikon Z 14-30 mm f/4 S | f/4 | 485 g | 82 mm | Nikon Z |
| Nikon Z 17-28 mm f/2.8 | f/2.8 | 450 g | 67 mm | Nikon Z |
| Sigma 14-24 mm F2.8 DG DN Art | f/2.8 | 795 g | Gelfilter hinten | Sony E, L-Mount |
| Sigma 16-28 mm F2.8 DG DN Contemporary | f/2.8 | 450 g | 72 mm | Sony E, L-Mount |
| Tamron 17-28 mm F2.8 Di III RXD | f/2.8 | 420 g | 67 mm | Sony E |
Canon RF: vom 10 mm bis zum kompakten STM
Bei Canon ist das RF 14-35 mm F4L IS USM für viele Landschaftsfotografen die vernünftigste Wahl. Es beginnt bei 14 statt 16 mm, hat einen Bildstabilisator und ein normales 77-mm-Filtergewinde. Das RF 15-35 mm F2.8L IS USM ist das lichtstärkere Profi-Zoom für Events und Hochzeiten. Wer extreme Perspektiven sucht, findet im RF 10-20 mm F4L IS STM das kürzeste Zoom des Systems. Mit 130 Grad diagonalem Bildwinkel bei 10 mm geht es weit über das hinaus, was andere Zooms zeigen.
Ultraweitwinkel-Zoomobjektiv mit konstanter Blende von f/4. Perfekt für Landschaften und Architektur mit hervorragender Bildstabilisierung.
- Hohe Bildqualität
- robust
- stabilisiert
- Hoher Preis
- Brennweite: 14-35 mm
- Gewicht:650 g
- nutzbar für: Landschafts-, Architekturfotografie
- bildstabilisiert: Ja
- Objektivart: Zoomobjektiv
Profi-Ultraweitwinkel-Zoomobjektiv mit durchgängiger f/2.8-Blende, ideal für Architektur- und Landschaftsfotografie.
- Weitwinkel
- hohe Qualität
- guter IS
- Teuer
- schwer
- Brennweite: 15-35 mm
- Gewicht:840 g
- nutzbar für: Architektur, Landschaft, Reportage
- bildstabilisiert: Ja
- Objektivart: Zoomobjektiv
Günstiger und deutlich leichter sind das RF 16-28 mm F2.8 IS STM und das RF 15-30 mm F4.5-6.3 IS STM. Das 16-28 mm bietet durchgehend f/2.8 bei nur 445 g, das 15-30 mm ist mit 390 g das leichteste Vollformat-Weitwinkelzoom von Canon und passt gut zu Kameras wie der EOS R8 oder RP.
Ultraweitwinkel-Zoomobjektiv mit schneller Blende, ideal für Landschaftsfotografie und kreative Anwendungen.
- Hohe Lichtstärke
- gute Bildqualität
- Hoher Preis
- schwer
- Brennweite: 16-28 mm
- Gewicht:688g
- nutzbar für: Landschaft, Architektur
- bildstabilisiert: Ja
- Objektivart: Zoomobjektiv
Sony E und Nikon Z
Sony bietet die größte Auswahl. Das FE 16-35 mm F2.8 GM II ist für ein lichtstarkes Profi-Zoom erstaunlich leicht, das FE 16-25 mm F2.8 G ist noch kompakter und verzichtet dafür auf das lange Ende. Das FE PZ 16-35 mm F4 G hat einen motorischen Zoom und richtet sich auch an Filmer. Für extreme Weitwinkel gibt es das FE 12-24 mm F2.8 GM. Dazu kommen Drittanbieter wie Sigma und Tamron mit lichtstarken und vergleichsweise günstigen Zooms.
Bei Nikon ist das Z 14-30 mm f/4 S eine Besonderheit: Trotz 14 mm Anfangsbrennweite hat es ein normales 82-mm-Filtergewinde. Das Z 14-24 mm f/2.8 S nimmt Filter über eine spezielle Gegenlichtblende mit 112-mm-Gewinde auf. Das Z 17-28 mm f/2.8 ist die leichte und preiswerte Alternative mit 67-mm-Filtern.
Lichtstarke Weitwinkel-Festbrennweiten aus meinen Tests
Weitwinkel-Festbrennweiten habe ich in den letzten Jahren viele getestet, vor allem für die Milchstraßenfotografie. Hier fasse ich die wichtigsten Ergebnisse zusammen. Die ausführlichen Testberichte mit allen Beispielfotos sind jeweils verlinkt.
Canon RF 14 mm f/1.4L VCM
Ein 14 mm mit Blende 1.4 ist für Milchstraßenfotografen so etwas wie der heilige Gral. Bei den meisten lichtstarken Ultraweitwinkeln sehen Sterne am Bildrand aus wie kleine Möwen. Das RF 14 mm f/1.4L VCM zeigt sie im Test auch in den Ecken nahezu punktförmig. Die Schärfe ist schon bei Offenblende so hoch, dass ich kaum einen Grund zum Abblenden sehe. Mit rund 578 g ist es für diese Lichtstärke erstaunlich leicht. Ohne Profilkorrektur zeigt das RAW starke Verzeichnung und Vignette, Kamera, Lightroom und Capture One korrigieren das aber automatisch. Die unverbindliche Preisempfehlung lag zum Testzeitpunkt bei 2.499 €.

Das Canon RF 14mm F1.4L VCM ist eines der schärfsten Astro-Objektive, dass ich bisher nutzen durfte. Mit seiner enormen Abbildungsleistung eröffnet es neue kreative Möglichkeiten – besonders für die Astrofotografie.
- Extrem Scharf bis in die Ecken
- Sehr lichtstark
- Kaum Koma
- Klein und kompakt
- Lange Belichtungszeiten möglich
- Teuer
- Ultraweitwinkel-Festbrennweite
- Lichtstarke Blende f1.4
- Präziser, leiser Autofokus
- Blendenring, Steuerring und Funktionstaste
- Staub- und Spritzwasserschutz
- Kompakt und leicht (ca. 578 g)
Canon RF 20 mm und 24 mm f/1.4L VCM
Das RF 20 mm f/1.4L VCM ist vielseitiger als das 14er. Neben der Astrofotografie eignet es sich für Reportage, Landschaft und Reisen und erzeugt eine natürlichere Perspektive. Auch hier bleiben Sterne bis in die Ecken fast punktförmig, und mit 519 g ist es ein Leichtgewicht. Das RF 24 mm f/1.4L VCM wiegt 515 g und hat mich im Test ebenfalls mit hoher Schärfe bei Offenblende und punktförmigen Sternen überzeugt. Mit 24 mm ist es das Objektiv dieser Reihe, das sich am besten für Hochzeiten, Street und Reportage eignet. Alle VCM-Objektive haben dieselben Außenmaße, was beim Wechsel am Gimbal praktisch ist.

Das RF 20mm f/1.4 L VCM ist ein echtes Leichtgewicht – nur 519 g – und steckt trotzdem voll mit Funktionen. Die Schärfe? Top – selbst bei Offenblende. Damit lässt sich die Milchstraße richtig gut einfangen. Aber auch für Landschaft, Architektur oder Reportage ist die Brennweite super geeignet.
- Knackscharf, selbst bei f/1.4
- Kaum Farbsäume
- Klein, leicht, kompakt
- Wetterfest
- F1.4 für super Low-Light-Performance
- Extrem schneller & leiser Autofokus
- Einheitliche Größe mit anderen RF-Hybriden
- Der Preis: 2.099 € UVP – kein Schnäppchen
- Blendenring im Fotomodus nur eingeschränkt nutzbar
- RAWs sind ohne Profilkorrektur stark vignettiert und verzerrt (aber dazu später mehr)
Hochleistungs-Weitwinkelobjektiv mit außergewöhnlicher Lichtstärke und VCM-Technologie für herausragende Bildqualität.
- Hohe Lichtstärke
- sehr gute Bildqualität
- hohe Lichtstärke
- Teuer
- Brennweite: 24 mm
- Gewicht:600g
- nutzbar für: Landschaft, Street-Fotografie
- bildstabilisiert: Ja
- Objektivart: Festbrennweite
Günstige Alternativen: Canon RF 16 mm F2.8 STM und 7Artisans 14 mm f/2.8
Nicht jeder will über 2.000 € für ein Weitwinkel ausgeben. Das RF 16 mm F2.8 STM wiegt nur 165 g und nimmt 43-mm-Filter auf. Im Test hat es mich mit guter Schärfe und schönen Blendensternen positiv überrascht. Die Schwächen kenne ich ebenfalls: Am Bildrand zeigt es Koma und Vignettierung, und bei seitlichem Sonnenlicht entstehen starke Flares. Wer diese Grenzen berücksichtigt, macht mit dem kleinen Objektiv sehr schöne Milchstraßenfotos.

Kompaktes und leichtes Weitwinkelobjektiv mit f/2.8-Blende, perfekt für Reise-, Landschafts- und Architekturaufnahmen.
Durch die Lichtstärke von 2.8 auch für die Astrofotografie perfekt geeignet.
- Klein
- Leicht
- Viel Weitwinkel
- günstig
- schöne Blendensterne bei f/11
- leiser, schneller Fokus
- Randunschärfen
- Vignettierung
- Gehäuse aus Kunststoff
- Nicht witterungsbeständig
- 16mm Ultraweitwinkelobjektiv für Vollformatsensor
- 165g leicht
- 43mm Filterdurchmesser
- Nur 69,2mm x 40,2mm groß
- nutzbar für: Astrofotografie, Landschaft
- bildstabilisiert: Nein
- Objektivart: Festbrennweite
Das 7Artisans 14 mm f/2.8 ist ein rein manuelles Ultraweitwinkel, das ich an der EOS R6 Mark II getestet habe. Es gibt es für Sony E, Nikon Z, Canon RF und L-Mount. Das Metallgehäuse wirkt hochwertig, und trotz der gewölbten Frontlinse hat es ein 77-mm-Filtergewinde. Im Zentrum ist es schon offen sehr scharf, die Ecken erreichen ab f/8 ein sehr gutes Niveau. Es verzeichnet kaum, Farbsäume waren auf meinen Fotos nicht zu sehen. Die größte Schwäche ist Streulicht bei Gegenlicht, das ab f/4 verschwindet. Für die Milchstraße ist es eine preiswerte Wahl, mit leichter Koma in den Ecken.
Sehr gutes, kleines Ultraweitwinkel mit sehr guter Abbildungsleistung. Ideal für Astrofotografie, Landschafts- und Architekturfotografen,
- Sehr gute Abbildungsleistung
- Klein und kompakt
- Filter nutzbar
- Lichtstark
- Blendenring entklickbar
- Aus Metall
- Sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis
- Anfällig für Gegenlicht
- Manueller Fokus
- Kein Witterungsschutz
- Festbrennweite
- Größte Blende: 2.8
- 116° Bildwinkel
- Manueller Fokus
Alternativen für Sony und Nikon
Für Sony E und L-Mount ist das Sigma 14 mm F1.4 DG DN Art die kompromisslose Astro-Linse. Mit rund 1.170 g ist es allerdings deutlich schwerer als das Canon-Pendant. Sony selbst bietet mit dem FE 14 mm F1.8 GM eine leichtere Alternative mit 460 g. An Nikon Z ist das Z 20 mm f/1.8 S eine ausgewogene Wahl für Landschaft und Sterne.
Das beste Objektiv für die Milchstraßenfotografie am Markt. Extrem lichtstark, scharf und extra für Milchstraßenfotos konstruiert.
Lichtstarke 20mm Festbrennweite. Ideal für die Milchstraße.
Weitwinkelobjektive für APS-C
An APS-C brauchst du für echtes Ultraweitwinkel Brennweiten um 10 mm. Ein normales Kit-Objektiv mit 18 mm entspricht nur etwa 27 bis 29 mm am Vollformat und ist damit kaum mehr als ein leichtes Weitwinkel. Die folgenden Zooms schließen diese Lücke.
| Objektiv | KB-Äquivalent | Lichtstärke | Gewicht | Filter | Bajonett |
|---|---|---|---|---|---|
| Canon RF-S 10-18 mm F4.5-6.3 IS STM | ca. 16-29 mm | f/4.5-6.3 | 150 g | 49 mm | Canon RF |
| Sigma 10-18 mm F2.8 DC DN Contemporary | ca. 15-27 mm (Canon 16-29 mm) | f/2.8 | ca. 260 g | 67 mm | Sony E, Fujifilm X, L-Mount, Canon RF |
| Sony E PZ 10-20 mm F4 G | ca. 15-30 mm | f/4 | 178 g | 62 mm | Sony E |
| Tamron 11-20 mm F2.8 Di III-A RXD | ca. 16-30 mm | f/2.8 | 335 g | 67 mm | Sony E, Fujifilm X |
| Fujifilm XF 10-24 mm F4 R OIS WR | ca. 15-36 mm | f/4 | 385 g | 72 mm | Fujifilm X |
| Nikon Z DX 12-28 mm f/3.5-5.6 PZ VR | ca. 18-42 mm | f/3.5-5.6 | 205 g | 67 mm | Nikon Z |
Das Canon RF-S 10-18 mm ist mit 150 g winzig und ideal für Reisen mit einer EOS R50 oder R10. Für Nacht und Innenräume ist das Sigma 10-18 mm F2.8 die bessere Wahl, weil es durchgehend f/2.8 bietet und es für fast alle APS-C-Systeme gibt. Wer an Canon APS-C eine lichtstarke Festbrennweite für Sterne sucht, schaut sich das Samyang 12 mm f/2.0 an. Ein ganz anderer Look entsteht mit einem Fisheye wie dem Brightin Star 7,5 mm f/2.8, das ich ebenfalls getestet habe.
Kompaktes Weitwinkel-Zoomobjektiv, ideal für Architektur- und Landschaftsaufnahmen.
- Günstig
- weitwinklig
- gute Abbildungsqualität
- lichtschwach
- Brennweite: 10-18 mm
- Gewicht:310 g
- nutzbar für: Landschaft, Architektur
- bildstabilisiert: Ja
- Objektivart: Zoomobjektiv
Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und sehr gute Schärfe.
Worauf du beim Kauf eines Weitwinkelobjektivs achtest
Bevor du dich entscheidest, gehst du am besten diese Punkte durch:
- Brennweite: 16 bis 24 mm am Vollformat decken die meisten Situationen ab. Unter 16 mm wird die Bildgestaltung anspruchsvoller, weil der Vordergrund schnell klein und weit weg wirkt.
- Lichtstärke und Koma: Für die Milchstraße sind f/2.8 das Minimum, f/1.4 bis f/1.8 sind besser. Schau dir Testbilder mit Sternen in den Ecken an.
- Filtergewinde: Für Langzeitbelichtungen mit ND-Filtern und für Polfilter ist ein normales Frontgewinde deutlich praktischer als Gelfilter hinten oder große Haltersysteme.
- Digitale Korrekturen: Viele kompakte Weitwinkel verzeichnen ohne Profil stark. Im RAW-Konverter mit aktuellem Profil merkst du davon nichts, bei älterer Software schon.
- Gewicht: Für Wanderungen und Reisen zählt jedes Gramm. Zwischen 165 g und über 1 kg liegt eine große Spanne.
- Gegenlicht: Weitwinkel haben oft die Sonne im Bild. Achte in Tests auf Flares und Streulicht.
- Autofokus: Für Landschaft und Astro reicht manueller Fokus, für Reportage und Hochzeit ist Autofokus Pflicht.
Tipps für bessere Fotos mit dem Weitwinkel
Der häufigste Fehler mit einem Weitwinkel ist zu viel Abstand. Das Bild wird dann voll mit Belanglosem, und das eigentliche Motiv wirkt klein. Geh deutlich näher heran, als du es gewohnt bist, und such dir einen interessanten Vordergrund. Ein Stein, ein Weg oder eine Linie, die ins Bild führt, gibt dem Foto Tiefe.
Die große Schärfentiefe ist ein Vorteil. Bei 14 mm und f/8 ist fast alles von etwa einem Meter bis unendlich scharf, wenn du auf zwei bis drei Meter fokussierst. Für Architektur hältst du die Kamera möglichst gerade, sonst kippen die Wände. Vorsicht mit dem Polfilter: Bei sehr kurzen Brennweiten färbt er den Himmel ungleichmäßig ein, weil der Bildwinkel einen großen Teil des Himmels mit unterschiedlicher Polarisation umfasst. Für die Milchstraße findest du alle Grundlagen in meiner Anleitung Sterne fotografieren, die passende Belichtungszeit berechnest du mit meinem Belichtungszeitrechner für die Milchstraße.
Welche Objektive du neben dem Weitwinkel brauchst, hängt von deiner Fotografie ab. Einen Überblick über alle Objektivarten findest du in meinem Ratgeber Welches Objektiv passt zu dir?.
Häufige Fragen zu Weitwinkelobjektiven
Ab welcher Brennweite spricht man von Weitwinkel?
Am Vollformat gelten Brennweiten unter etwa 35 mm als Weitwinkel, unter etwa 24 mm als Ultraweitwinkel. An APS-C liegen die Werte um den Faktor 1,5 beziehungsweise 1,6 bei Canon niedriger, Ultraweitwinkel beginnt dort also bei etwa 15 mm.
Welches Weitwinkel eignet sich für die Milchstraße?
Ideal sind lichtstarke Festbrennweiten zwischen 14 und 24 mm mit f/1.4 bis f/2.8, die Sterne bis in die Ecken punktförmig abbilden. Im Test haben mich das Canon RF 14 mm und das RF 20 mm f/1.4L VCM besonders überzeugt, als günstige Alternative eignet sich das 7Artisans 14 mm f/2.8.
Verzerrt ein Weitwinkelobjektiv?
Am Bildrand werden Objekte in die Breite gezogen, und bei geneigter Kamera stürzen senkrechte Linien. Das ist eine Folge der Perspektive. Die tonnenförmige Verzeichnung vieler kompakter Weitwinkel korrigiert die Kamera oder der RAW-Konverter automatisch über das Objektivprofil.
Reicht ein Weitwinkelzoom oder brauche ich eine Festbrennweite?
Für Landschaft und Architektur bei Tageslicht ist ein Zoom mit f/4 flexibel und vollkommen ausreichend. Für Astrofotografie und wenig Licht bringen Festbrennweiten mit f/1.4 oder f/1.8 bis zu zwei Blendenstufen mehr Licht und meist weniger Koma.
Welches Weitwinkel passt zu einer APS-C-Kamera?
Für echtes Ultraweitwinkel brauchst du an APS-C etwa 10 mm. Kompakt ist das Canon RF-S 10-18 mm, lichtstark das Sigma 10-18 mm F2.8, das es für Sony E, Fujifilm X, L-Mount und Canon RF gibt.
Mit welchem Weitwinkel fotografierst du, und was ist dein Lieblingsmotiv dafür? Schreib es mir gern in die Kommentare.
Der Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.
Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen, Veranstaltungen und in der Milchstraßenfotografie zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen sowie Milchstraßenfotokurse. Ich erstelle Tutorials, in denen ich meine Foto-Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.
In diesen Beitrag habe ich viel Rechercheaufwand, Zeit und Herzblut investiert und ich gebe gerne mein Fachwissen an andere Fotografiebegeisterte weiter. Das macht aber auch sehr viel Arbeit und braucht vor allem viel Zeit. Fandest du diesen Artikel hilfreich und hast ihn gerne gelesen? Dann spendiere mir doch einen Kaffee für meine Mühe! Damit hilfst du mir und meiner Familie, hier alles am Laufen zu halten.
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