Die Kamera ist gekauft, und dann geht die Frage los: Was brauche ich eigentlich noch? Im Fotofachhandel und im Netz wartet eine endlose Liste an Zubehör, und vieles davon landet bei Einsteigern ungenutzt in der Schublade. Andere Dinge fehlen genau dann, wenn du sie brauchst, etwa ein zweiter
Die Kurzfassung: Für den Start brauchst du eine Kamera mit Objektiv, eine schnelle Speicherkarte, einen Ersatzakku und eine Tasche. Danach kommen eine lichtstarke Festbrennweite, ein Stativ, eine externe Festplatte für Backups und ein Bildbearbeitungsprogramm. Alles Weitere kaufst du erst, wenn du weißt, welche Motive dich wirklich interessieren.
Das erwartet dich im Beitrag
Die Grundausstattung für den ersten Tag
Diese Dinge brauchst du, bevor du zum ersten Mal ernsthaft fotografieren gehst:
- Kamera mit Kit-Objektiv: Eine aktuelle spiegellose Systemkamera mit Standardzoom deckt für den Anfang fast alle Motive ab.
- Schnelle Speicherkarte: Mindestens 64 GB, besser 128 GB, mit ausreichender Schreibgeschwindigkeit für Serienbilder und 4K-Video.
- Ersatzakku: Spiegellose Kameras verbrauchen mehr Strom als Spiegelreflexkameras. Ein zweiter
Akku verhindert, dass dir mitten im Ausflug die Energie ausgeht. - Tasche oder Rucksack: Schützt die Kamera unterwegs vor Stößen, Regen und Staub.
- Mikrofasertuch und Blasebalg: Für Fingerabdrücke auf der Frontlinse und Staub auf dem Objektiv.
Die Kamera: Systemkamera mit Kit-Objektiv
Für Einsteiger ist eine spiegellose Systemkamera mit APS-C-Sensor die beste Wahl. Sie ist leichter und günstiger als eine Vollformatkamera und liefert bei Tageslicht eine hervorragende Bildqualität. Moderne Modelle bieten einen Autofokus mit Augen- und Tiererkennung, der dir viel Arbeit abnimmt. Im Anfänger-Fotokurs empfehle ich am häufigsten die Canon EOS R10. Ich habe sie ausführlich getestet. Sie hat einen Sucher, ein klappbares Touch-Display, drei Einstellräder für das manuelle Fotografieren und einen sehr zuverlässigen Autofokus.

Die Canon EOS R10 ist die perfekte Einsteigerkamera für alle, die Wert auf Leistung und Qualität legen. Die spiegellose Kamera schafft 15 Bilder in der Sekunde. Das Dual Pixel CMOS AF II Fokussystem sorgt für eine präzise Schärfe und bringt Funktionen wie Motivverfolgung und Augen- und Tierautofokus mit.
- Sehr gute Allround-Kamera für Einsteiger und Fortgeschrittene
- Klein und leicht
- Klappdisplay
- sehr gute Bildqualität
- sehr guter Autofokus
- Derzeit kaum RF-S Objektive verfügbar
- 24 Megapixel APS-C Sensor
- 15 Bilder pro Sekunde
- 4K Video
- Bildqualität: 7/10
- Handling: 8/10
- Geschwindigkeit: 7/10
- Autofokus: 9/10
- Ausstattung: 7/10
- Videofunktionen: 7/10
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Weitere Modelle vergleiche ich im Ratgeber Kamera für Anfänger. Das Kit-Objektiv, bei Canon meist das RF-S 18-45mm, reicht für den Anfang völlig aus. Es deckt den Bereich vom leichten Weitwinkel bis zur kurzen Porträtbrennweite ab und ist winzig und leicht.
Speicherkarte und Ersatzakku
Die Speicherkarte wird oft unterschätzt. Eine langsame Karte bremst Serienaufnahmen aus und bricht 4K-Videos ab. Achte auf eine Karte mit der Kennzeichnung V30 oder schneller und kaufe lieber zwei mittelgroße Karten als eine riesige. Geht eine Karte verloren oder kaputt, sind nicht alle Fotos auf einmal weg. Alle Unterschiede zwischen SD- und CFexpress-Karten erkläre ich im Beitrag Speicherkarten für Kameras.

Absolut ausreichende Speicherkarte für die meisten Kameras und Fotografen.
- Gute Speicherkarte mit ausreichend Platz
- Vergleichsweise günstig
- Es gibt deutlich schnellere Karten
Beim Ersatzakku musst du nicht zwingend zum Original greifen. Ich nutze seit 2021 Akkus von Patona für meine Canon-Kameras mit LP-E6NH-Akku. Achte darauf, dass der
- günstige Ersatzakkus
- inkl. Ladestation
- keine Akkuanzeige
Ersatzakku Canon LP-E6NH, nutze ich in all meinen Canon Kameras seit ca. einem Jahr.
- Gleiche Leistung wie der originale LP-E6NH
- 2er Pack
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Tasche und Kameragurt
Für eine Kamera mit ein bis zwei Objektiven reicht eine kleine Umhängetasche. Sie erlaubt schnellen Zugriff und fällt in der Stadt weniger auf als ein großer Fotorucksack. Für längere Wanderungen und mehr Ausrüstung ist ein Rucksack bequemer, weil sich das Gewicht auf beide Schultern verteilt.
Der mitgelieferte Kameragurt ist meist schmal und unbequem. Ein breiterer Gurt, den du schnell abnehmen oder verstellen kannst, macht einen langen Fototag deutlich angenehmer. Worauf du achtest und welche Modelle es gibt, erkläre ich im Beitrag Kameragurt.

Stabiler und belastbarer Kameragurt aus Paracord.
Reinigung: Tuch und Blasebalg
Fingerabdrücke auf der Frontlinse machen Fotos flau und kontrastarm, besonders im Gegenlicht. Ein sauberes Mikrofasertuch gehört deshalb in jede Kameratasche. Staub entfernst du zuerst mit einem Blasebalg, bevor du mit dem Tuch über die Linse wischst. So reibst du keine Sandkörner über die Vergütung. Beim Objektivwechsel hältst du die Kamera mit der Öffnung nach unten und wechselst zügig, damit möglichst wenig Staub auf den Sensor gelangt. Den Sensor selbst reinigst du als Einsteiger nicht mit Tüchern oder Stäbchen, sondern nutzt die automatische Sensorreinigung der Kamera oder den Blasebalg.
Reinigungsset mit Tüchern, Pinsel, blasebalg und Sensor-Swabs. Nutze ich selbst.
Die sinnvolle Erweiterung nach den ersten Wochen
Wenn du deine Kamera kennst und merkst, wo das Kit-Objektiv an Grenzen stößt, lohnt sich der nächste Schritt. Die folgende Tabelle zeigt dir, welche Ausrüstung in welcher Reihenfolge Sinn ergibt:
| Ausrüstung | Priorität | Wofür | Wann anschaffen |
|---|---|---|---|
| Kamera mit Kit-Objektiv | Sofort | Alle Motive | Zum Start |
| Speicherkarte V30, 128 GB | Sofort | Fotos und Video | Zum Start |
| Ersatzakku | Sofort | Längere Ausflüge, Feiern | Zum Start |
| Tasche | Sofort | Schutz unterwegs | Zum Start |
| Lichtstarke Festbrennweite | Hoch | Porträts, wenig Licht, Bokeh | Nach den ersten Wochen |
| Externe Festplatte | Hoch | Backup der Fotos | Sobald die ersten Fotos auf dem Rechner sind |
| Bildbearbeitungsprogramm | Hoch | RAW-Entwicklung | Sobald du in RAW fotografierst |
| Stativ | Mittel | Landschaft, Nacht, Langzeitbelichtung | Wenn du bei wenig Licht fotografierst |
| Telezoom | Mittel | Tiere, Sport, Details | Wenn dir die Brennweite fehlt |
| Weitwinkel | Mittel | Landschaft, Architektur, Innenräume | Wenn dir der Bildwinkel fehlt |
| Filter, Blitz, Fernauslöser | Später | Spezielle Techniken | Wenn du ein konkretes Projekt planst |
Die lichtstarke Festbrennweite: das beste zweite Objektiv
Kein Zubehör verändert deine Fotos so deutlich wie eine lichtstarke Festbrennweite. Mit Blende f/1.8 sammelt sie ein Vielfaches des Lichts eines Kit-Objektivs. Du fotografierst in Innenräumen ohne Blitz und stellst Porträts mit unscharfem Hintergrund frei. Für Canon-Kameras ist das RF 50mm f/1.8 STM die erste Wahl. Es ist günstig, winzig und an APS-C-Kameras ein ideales Porträtobjektiv mit dem Bildwinkel eines 80mm-Objektivs.
Nachfolger des beliebten 50mm Objektivs aus der EF-Reihe. Die einfache Festbrennweite mit Lichtstärke von 1.8 ist für viele Fotografie-Bereiche sehr gut geeignet. Mit dem RF 50mm 1.8 kann man sehr einfach Fotos mit unscharfen Hintergrund erstellen. Es hat ein exzellentes Preis-Leistungsverhältnis, eine gute Schärfe und ein tolles Bokeh. Passt auf alle Kameras aus der Canon EOS R Serie.
- Klein
- Leicht
- Hervorragende Schärfe
- Lichtstark
- keine Innenfokussierung
- STM Motor in Video deutlich hörbar
- Festbrennweite für Vollformat
- Lichtstärke f/1.8
- 160 Gramm leicht
- Filtergewinde 43mm Durchmesser
- Metallbajonett
- Nur 4,1 cm lang
- Brennweite: 50 mm
- nutzbar für: Alltagsfotografie,Portraits
- bildstabilisiert: Nein
- Objektivart: Festbrennweite
Möchtest du entfernte Motive wie Tiere oder Sportler fotografieren, ergänzt das RF-S 55-210mm das Kit-Objektiv. Welche Objektive sich darüber hinaus für den Einstieg lohnen, findest du im Beitrag Objektive für Einsteiger.
Kompaktes Telezoomobjektiv mit optischem Bildstabilisator, perfekt für Alltagsfotografie und Reisefotografie.
- Leicht
- kompakt
- schneller Autofokus
- gute Bildqualität
- F5-7.1 in schwachem Licht problematisch
- Brennweite: 55-210 mm
- Gewicht:335g
- nutzbar für: Alltagsfotografie, Reisen, Tiere bildstabilisiert:Ja
- Objektivart: Zoomobjektiv
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Externe Festplatte: Backup von Anfang an
Als Fachinformatiker weiß ich: Fotos gehen fast nie verloren, weil eine Kamera kaputtgeht, sondern weil die einzige Kopie auf einer Festplatte lag, die irgendwann ausfällt. Lege deshalb von Anfang an eine zweite Kopie deiner Fotos auf einer externen Festplatte an. Eine tragbare SSD ist schnell, robust und passt in jede Tasche. Was du über HDD, SSD, Anschlüsse und Speichergröße wissen musst, erkläre ich ohne Technik-Kauderwelsch im Beitrag Externe Festplatten für Fotografen, die passende Backup-Strategie im Beitrag Fotos sichern.
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Stativ: für Landschaft, Nacht und Langzeitbelichtung
Ein Stativ brauchst du nicht vom ersten Tag an. Sobald du Landschaften in der Dämmerung, die Milchstraße oder fließendes Wasser fotografieren willst, wird es unverzichtbar. Achte auf ein leichtes, aber stabiles Modell mit Kugelkopf. Ein Stativ, das zu schwer ist, bleibt zu Hause. Ich nutze selbst regelmäßig das Rollei C6i aus Carbon. Mehr Tipps findest du im Beitrag Stativ für die Kamera.

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Bildbearbeitung: das unsichtbare Zubehör
Ein Foto ist mit dem Auslösen nicht fertig. Gerade wenn du in RAW fotografierst, brauchst du ein Programm, das die Rohdaten entwickelt. Lightroom ist der Standard unter Fotografen, es gibt aber auch kostenlose Alternativen. Was Lightroom kann und wie du damit startest, erkläre ich im Beitrag Was ist Lightroom? Programme ohne Abo findest du im Vergleich der Lightroom-Alternativen.
Lightroom Lizenz für ein Jahr mit 1 TB Cloud Speicher.
Was du dir am Anfang sparen kannst
Viele Zubehörteile klingen verlockend, bringen Einsteigern aber wenig. UV-Filter verbessern die Bildqualität digitaler Kameras nicht, eher das Gegenteil ist der Fall. Ein großes Objektiv-Set aus mehreren Zooms, das oft im Paket mit der Kamera angeboten wird, enthält häufig Objektive, die du nie brauchst. Ein Studioblitz-Set lohnt sich erst, wenn du regelmäßig Porträts in Innenräumen fotografierst. Und ein teurer, großer Fotorucksack ist für eine Kamera mit zwei kleinen Objektiven überdimensioniert. Kaufe Zubehör erst dann, wenn du ein konkretes Problem lösen willst.
Das wichtigste Werkzeug kostet übrigens kein Geld: Zeit zum Üben. Wer die Grundlagen von Blende, Belichtungszeit und ISO beherrscht, holt aus einer Einsteigerkamera mehr heraus als jemand mit teurer Ausrüstung im Automatikmodus. Einen guten Einstieg findest du im Beitrag Fotografieren lernen.
Häufige Fragen zur Fotoausrüstung für Einsteiger
Welche Fotoausrüstung brauche ich als Anfänger?
Eine Kamera mit Kit-Objektiv, eine schnelle Speicherkarte, einen Ersatzakku und eine Tasche. Danach ergänzt du eine lichtstarke Festbrennweite, eine externe Festplatte für Backups und ein Bildbearbeitungsprogramm.
Welches Objektiv sollte ich als Zweites kaufen?
Eine lichtstarke Festbrennweite wie ein 50mm f/1.8. Sie ist günstig, eignet sich für Porträts und Innenräume und erzeugt einen unscharfen Hintergrund.
Brauche ich als Anfänger ein Stativ?
Nicht sofort. Ein Stativ wird wichtig, sobald du Landschaften in der Dämmerung, Nachtaufnahmen oder Langzeitbelichtungen fotografieren willst.
Wie groß sollte meine Speicherkarte sein?
128 GB reichen für die meisten Einsteiger. Achte auf die Kennzeichnung V30 oder schneller und nutze lieber zwei mittelgroße Karten als eine sehr große.
Sind Ersatzakkus von Drittherstellern empfehlenswert?
Gute Akkus von Drittherstellern funktionieren zuverlässig und kosten weniger als Originalakkus. Achte darauf, dass der Akku exakt zu deinem Kameramodell passt.
Was hast du dir als Erstes nach der Kamera gekauft, und was liegt bei dir ungenutzt in der Schublade? Schreib es mir in die Kommentare.
Der Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.
Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen, Veranstaltungen und in der Milchstraßenfotografie zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen sowie Milchstraßenfotokurse. Ich erstelle Tutorials, in denen ich meine Foto-Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.
In diesen Beitrag habe ich viel Rechercheaufwand, Zeit und Herzblut investiert und ich gebe gerne mein Fachwissen an andere Fotografiebegeisterte weiter. Das macht aber auch sehr viel Arbeit und braucht vor allem viel Zeit. Fandest du diesen Artikel hilfreich und hast ihn gerne gelesen? Dann spendiere mir doch einen Kaffee für meine Mühe! Damit hilfst du mir und meiner Familie, hier alles am Laufen zu halten.
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