Superzoomobjektiv
Ein Superzoomobjektiv deckt einen sehr großen Brennweitenbereich ab, meist vom Weitwinkel bis weit in den Telebereich. Als Superzoom gelten in der Regel Objektive mit einem Zoomfaktor von etwa zehnfach und mehr, zum Beispiel 18-200 mm, 24-240 mm oder 18-400 mm. Der Vorteil liegt auf der Hand: ein Objektiv für fast alle Situationen, ohne Objektivwechsel. Dafür nimmt man Kompromisse bei Lichtstärke und Bildqualität in Kauf.
Das erwartet dich im Beitrag
Beispiele
| Objektiv | System | Zoomfaktor |
|---|---|---|
| Canon RF 24-240 mm f/4-6.3 IS USM | Canon RF (Vollformat) | 10× |
| Sony FE 24-240 mm f/3.5-6.3 OSS | Sony E (Vollformat) | 10× |
| Nikon Z 28-400 mm f/4-8 VR | Nikon Z (Vollformat) | ca. 14× |
| Tamron 18-400 mm f/3.5-6.3 Di II VC HLD | Canon EF-S, Nikon F (APS-C) | ca. 22× |
Bei Bridgekameras mit festem Objektiv sind noch größere Bereiche möglich. Die Nikon Coolpix P1000 erreicht umgerechnet auf Kleinbild 24 bis 3000 mm, also einen 125-fachen Zoom. Das gelingt nur durch einen sehr kleinen Sensor.
Vorteile
- ein Objektiv für Landschaft, Porträt, Architektur und Tiere
- kein Objektivwechsel, dadurch weniger Staub auf dem Sensor
- leichteres Gepäck als mit mehreren Objektiven
- schnelle Reaktion auf wechselnde Situationen
Nachteile
- geringe Lichtstärke, vor allem am langen Ende, oft nur f/6.3
- wenig Möglichkeiten zur Freistellung
- weniger Schärfe und Kontrast als gute Festbrennweiten oder Zooms mit kleinerem Bereich, besonders am Bildrand
- deutliche Verzeichnung, tonnenförmig im Weitwinkel und kissenförmig im Tele
- effektive Brennweite im Nahbereich oft kürzer als angegeben
Viele dieser Fehler werden heute automatisch in der Kamera oder im RAW-Konverter korrigiert. Das funktioniert bei Verzeichnung und Vignettierung gut, bei fehlender Schärfe nur begrenzt.
Einsatzbereiche
Superzooms sind beliebt als Reiseobjektiv, für Städtetrips, Wanderungen und Familienfeiern. Auch als Immerdrauf für Einsteiger, die noch nicht wissen, welche Brennweiten sie am häufigsten nutzen, eignen sie sich. Für Porträts mit unscharfem Hintergrund, Hallensport oder Fotografie bei wenig Licht sind lichtstarke Objektive die bessere Wahl. Ein eingebauter oder kamerainterner Bildstabilisator ist bei den langen Brennweiten sehr hilfreich.
Verwandte Begriffe
- Zoomobjektiv
- Telezoom
- Brennweite
- Optischer Zoom
- Verzeichnung
- Reisefotografie
- Bildstabilisator
Fazit
Ein Superzoomobjektiv vereint Weitwinkel und starkes Tele in einem Objektiv. Es ist bequem und vielseitig, vor allem auf Reisen. Geringe Lichtstärke und Abstriche bei der Bildqualität sind der Preis für diese Flexibilität.
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Der Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor
Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.
Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen, Veranstaltungen und in der Milchstraßenfotografie zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen sowie Milchstraßenfotokurse. Ich erstelle Tutorials, in denen ich meine Foto-Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.
In diesen Beitrag habe ich viel Rechercheaufwand, Zeit und Herzblut investiert und ich gebe gerne mein Fachwissen an andere Fotografiebegeisterte weiter. Das macht aber auch sehr viel Arbeit und braucht vor allem viel Zeit. Fandest du diesen Artikel hilfreich und hast ihn gerne gelesen? Dann spendiere mir doch einen Kaffee für meine Mühe! Damit hilfst du mir und meiner Familie, hier alles am Laufen zu halten.
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