Wir schauen auf die besten Micro-Four-Thirds Kameras im Jahr 2026: Micro Four Thirds (MFT) ist ein Kamerasystem mit Wechselobjektiven und einem Sensor, der kleiner ist als APS-C oder Vollformat. Der kleinere Sensor bedeutet nicht schlechtere Bilder. Aktuelle MFT-Modelle liefern Ergebnisse, die für Reisen, Familienfotos und viele professionelle Aufträge mehr als ausreichen. Hier stelle ich drei Kameras vor, die 2026 im MFT-System interessant sind, und zeige, worauf es bei der Auswahl ankommt.
Was für Micro Four Thirds spricht
- Kompakt und leicht: Gehäuse und Objektive sind deutlich kleiner als bei Systemen mit größerem Sensor. Eine Kamera mit zwei oder drei Objektiven passt in eine kleine Tasche.
- Große Objektivauswahl: Olympus und Panasonic haben den Standard gemeinsam entwickelt. Alle Objektive von OM System (früher Olympus) und Panasonic passen an jede MFT-Kamera, dazu kommen Drittanbieter wie Sigma und Laowa. Weil der Sensor kleiner ist, sind auch die Objektive kompakter und oft günstiger.
- Bildqualität: Moderne MFT-Sensoren liefern gute Farben, feine Details und einen Dynamikumfang, der für die meisten Motive ausreicht.
- Autofokus: Gesichts- und Augenerkennung arbeiten zuverlässig, auch bei Kindern oder Haustieren, die sich ständig bewegen.
- Video: Viele Modelle filmen auf sehr hohem Niveau. Wer eine Kamera zum Vloggen sucht, sollte MFT in die engere Wahl nehmen (mehr dazu in meinem Beitrag zur besten Vlogging-Kamera).
- Preis: Gehäuse und Objektive kosten in der Regel weniger als vergleichbare Vollformat-Ausrüstung.

Die Modelle im Überblick
OM System OM-1 Mark II
Die OM-1 löste die Olympus OM-D E-M1 Mark III ab und ist auf Geschwindigkeit ausgelegt. Ihr Stacked-Sensor mit 20 Megapixeln liest so schnell aus, dass Serien mit bis zu 50 Bildern pro Sekunde samt Autofokus-Nachführung möglich sind. Ohne AF sind es sogar 120 Fotos in der Sekunde. Die Motiverkennung findet Vögel, Tiere und Fahrzeuge, das Gehäuse ist nach IP53 gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Mit dem High-Res-Shot-Modus setzt die Kamera mehrere Aufnahmen zu einem deutlich höher aufgelösten Bild zusammen, was bei Landschaften hilft.
Sie richtet sich an Sport-, Tier- und Naturfotografen sowie an alle, die das Maximum aus dem System herausholen wollen. Für mich ist sie derzeit die leistungsstärkste MFT-Kamera. Meinen Test zur OM System OM-1 Mark II findest du übrigens hier.
Kompaktes Flaggschiff von OM System mit vielen Funktionen, schnellem Autofokus und bis zu 120 Fotos pro Sekunde.
- sehr gute Bildqualität
- gutes Rauschverhalten
- starke Videoeigenschaften
- kompakte Größe
- guter Autofokus
- leise Kamera
- gutes Bedienkonzept
- nur zwei Wahlräder
- Bildqualität ggü. größeren Sensoren schlechter
- 20MP MFT Stacked CMOS Sensor
- Bis zu 50 Fotos pro Sekunde mit kontinuierlichem Autofokus / 120 Bilder pro Sekunde mit Einzel-AF
- Sensorbasierte Bildstabilisierung
- 4K 60p Video
- Autofokus mit vielseitiger Motiverkennung und Verfolgung
- ND und Verlaufsfilter
- Staub- & Spritzwasserschutz
- Dual UHS-II Kartenslots
Panasonic Lumix GH6
Die GH-Serie ist seit Jahren erste Wahl für Videofilmer. Die GH6 nimmt in 5,7K und intern in Apple ProRes auf, ein eingebauter Lüfter erlaubt unbegrenzte Aufnahmezeiten. Für Fotografen bietet sie einen 25-Megapixel-Sensor. Der Autofokus arbeitet allerdings rein kontrastbasiert und ist bei schnellen Motiven weniger treffsicher als die Systeme der anderen Kameras hier.
Wer vor allem filmt oder Foto und Video gleichwertig nutzt, bekommt mit der GH6 ein robustes Arbeitsgerät.
OM System PEN
Die PEN übernimmt viele Funktionen der OM-1 in ein deutlich kleineres und günstigeres Gehäuse. Mit gut 393 Gramm ist sie leicht genug für lange Tage unterwegs, trotzdem spritzwassergeschützt nach IPX1. Dazu kommen ein starker Bildstabilisator sowie Funktionen wie Live ND (ein digitaler Graufilter) und High-Res-Shot aus der Hand.
Sie passt zu Reisefotografen, Hobbyfotografen und Content Creator. Durch die einfache Bedienung eignet sie sich auch für die Familien- und Babyfotografie. Für die meisten Anwender ist sie die vernünftigste Wahl im System.
Neuauflage der PEN Serie. Für eine so kleine Kamera besitzt sie sehr viele Funktionen. Perfekt für Reisen und Alltag geeignet.
- sehr klein und sehr leicht
- viele Filmsimulationen
- guter Autofokus
- Live ND Filter
- teuer
- 20,4 Megapixel MOS Sensor
- bis zu 30 Bildern pro Sekunde
- IPX1 Spritzwasserschutz
- sensorbasierte Bidlstabilisierung
Worauf du bei der Auswahl achten solltest
Am Anfang steht die Frage, was du hauptsächlich fotografierst. Daraus ergibt sich, welche der folgenden Punkte für dich zählen:
- Autofokus: Bei Sport, Tieren oder Kindern brauchst du ein schnelles System mit Motiv- und Augenerkennung.
- Bildstabilisierung (IBIS): Ein guter Stabilisator im Gehäuse erlaubt längere Belichtungszeiten aus der Hand, etwa bei wenig Licht oder mit langen Teleobjektiven.
- Bedienung: Ob eine Kamera gut in der Hand liegt und ob du dich in den Menüs zurechtfindest, ist individuell. Probiere sie nach Möglichkeit vorher aus.
- Sucher und Display: Ein heller, hoch auflösender Sucher hilft bei hellem Licht, ein dreh- und schwenkbares Display bei bodennahen Aufnahmen und beim Filmen.
- Preis: Lege ein Budget fest und entscheide, welche Funktionen dir wichtig sind. Ein Vorgängermodell kann viel Geld sparen und trotzdem sehr gute Ergebnisse liefern.
Welche Objektive es gibt
Plane die Objektive gleich mit ein, denn sie bestimmen oft mehr als das Gehäuse, was du fotografieren kannst.
- Kit-Objektive wie das 12-45 mm f/3.5-5.6 oder das 14-42 mm f/3.5-5.6 werden oft im Set verkauft. Sie decken den Alltag ab, sind aber nicht lichtstark.
- Standardzooms wie das 12-40 mm f/2.8 oder das 12-60 mm f/2.8-4 bieten mehr Lichtstärke bei ähnlichem Brennweitenbereich.
- Weitwinkelzooms wie das 7-14 mm f/2.8 oder das 8-18 mm f/2.8-4 eignen sich für Landschaft und Architektur.
- Telezooms wie das 40-150 mm f/2.8 oder das 100-400 mm f/4.5-6.3 sind für Sport, Tiere und weit entfernte Motive gedacht.
- Festbrennweiten wie das 17 mm f/1.2, 25 mm f/1.8 oder 45 mm f/1.8 sind lichtstark und klein, ideal für Porträts und schwaches Licht.
- Makroobjektive wie das 30 mm f/3.5 oder das 60 mm f/2.8 bilden kleine Motive formatfüllend ab.
Fazit
Die OM-1 ist die Wahl für Geschwindigkeit, die GH7 für Video und die OM Pen für leichtes Reisen. Am Ende ist die beste Kamera die, die du gerne mitnimmst.
Häufige Fragen
Kann ich mit einer MFT-Kamera gute Porträts machen?
Ja. Ein 45 mm f/1.8 entspricht im Bildwinkel einem 90-mm-Objektiv an Vollformat, also einer klassischen Porträtbrennweite. Mit offener Blende löst sich das Motiv gut vom Hintergrund, der Augen-Autofokus sorgt für Schärfe an der richtigen Stelle.
Wie gut sind MFT-Kameras bei wenig Licht?
Bei sehr hohen ISO-Werten rauscht ein Vollformatsensor weniger. Moderne MFT-Kameras gleichen viel davon aus, vor allem durch den Bildstabilisator: Wer aus der Hand länger belichten kann, braucht weniger ISO. Für die meisten Situationen reicht das gut aus.
Sind MFT-Kameras für Einsteiger geeignet?
Ja. Sie sind leicht, übersichtlich zu bedienen und die günstigen Objektive machen es einfach, die Ausrüstung schrittweise zu erweitern. Mit der Pen bietet OM System ein gutes Einsteigermodell an.
Was unterscheidet MFT von APS-C und Vollformat?
Die Sensorgröße. MFT ist das kleinste der drei Formate, APS-C liegt in der Mitte, Vollformat ist das größte. Größere Sensoren erzeugen bei gleicher Blende mehr Hintergrundunschärfe, MFT punktet bei Größe, Gewicht und Preis. Bridgekameras haben einen noch kleineren Sensor und ein fest verbautes Objektiv.
Der Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.
Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen, Veranstaltungen und in der Milchstraßenfotografie zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen sowie Milchstraßenfotokurse. Ich erstelle Tutorials, in denen ich meine Foto-Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.
In diesen Beitrag habe ich viel Rechercheaufwand, Zeit und Herzblut investiert und ich gebe gerne mein Fachwissen an andere Fotografiebegeisterte weiter. Das macht aber auch sehr viel Arbeit und braucht vor allem viel Zeit. Fandest du diesen Artikel hilfreich und hast ihn gerne gelesen? Dann spendiere mir doch einen Kaffee für meine Mühe! Damit hilfst du mir und meiner Familie, hier alles am Laufen zu halten.
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