Telekonverter

Ein Telekonverter, auch Extender genannt, ist ein optisches Zwischenstück, das zwischen Kamera und Objektiv gesetzt wird. Er vergrößert das Bild des Objektivs und verlängert so dessen Brennweite. Üblich sind die Faktoren 1,4 und 2. Aus einem 400-mm-Objektiv wird damit ein 560-mm- oder 800-mm-Objektiv. Der Preis dafür ist Licht: Die effektive Blende wird kleiner, und je nach Kombination leidet auch die Bildqualität.

Funktionsweise

Im Telekonverter sitzt eine Zerstreuungsoptik. Sie vergrößert den mittleren Teil des Bildkreises, den das Objektiv erzeugt, auf die volle Sensorgröße. Die Brennweite steigt um den Faktor des Konverters. Weil dasselbe Licht nun auf eine größere Fläche verteilt wird, sinkt die Helligkeit. Die Blendenzahl wird mit demselben Faktor multipliziert.

KonverterBrennweiteLichtverlustBeispiel mit 300 mm f/2.8
1,4×× 1,41 Blendenstufe420 mm f/4
2×× 22 Blendenstufen600 mm f/5.6

Kompatibilität

Telekonverter passen nicht an jedes Objektiv. Bei vielen Herstellern ragt die Frontlinse des Konverters ein Stück aus dem Gehäuse heraus. Sie kann daher nur an Objektiven montiert werden, die dafür hinten genug Platz haben. Das sind meist lichtstarke Teleobjektive und Telezooms. Die Hersteller veröffentlichen Listen, welche Objektive kompatibel sind. Konverter von Fremdherstellern können mehr Objektive aufnehmen, übertragen aber nicht immer alle Funktionen zuverlässig.

Einige Profi-Teleobjektive haben einen eingebauten Telekonverter, der sich per Hebel zuschalten lässt. Beispiele sind das Canon EF 200-400 mm f/4L IS USM Extender 1.4× und das Nikon AF-S 180-400 mm f/4E TC1.4.

Autofokus mit Telekonverter

Durch den Lichtverlust bekommt auch der Autofokus weniger Licht. Ältere Spiegelreflexkameras fokussierten oft nur bis zu einer effektiven Offenblende von f/5.6, bessere Modelle bis f/8. Moderne spiegellose Kameras mit Autofokus auf dem Sensor arbeiten meist auch bei f/8 bis f/11 zuverlässig. Trotzdem wird der Autofokus mit Konverter in der Regel etwas langsamer, besonders mit einem 2-fach-Konverter.

Einfluss auf die Bildqualität

  • Jede Schwäche des Objektivs wird mit vergrößert, etwa chromatische Aberration.
  • Ein 1,4-fach-Konverter kostet an guten Objektiven nur wenig Schärfe.
  • Ein 2-fach-Konverter ist anspruchsvoller. Leichtes Abblenden verbessert das Ergebnis oft deutlich.
  • Mehr Brennweite bedeutet mehr Verwacklungsgefahr. Die Belichtungszeit sollte kürzer sein oder der Bildstabilisator aktiv.

Einsatzbereiche

Telekonverter sind vor allem in der Tier-, Vogel- und Sportfotografie verbreitet, wo Reichweite wichtiger ist als die letzte Blendenstufe. Sie sind leichter und günstiger als ein zweites, längeres Teleobjektiv. Auch Makrofotografen nutzen sie gelegentlich, weil sich der Abbildungsmaßstab bei gleicher Naheinstellgrenze erhöht.

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Alternative: Zuschneiden

Bei hochauflösenden Kameras kann es sinnvoll sein, statt eines Konverters einfach den Bildausschnitt zu verkleinern. Das spart Licht und erhält den Autofokus. Ob der Konverter oder der Zuschnitt das bessere Ergebnis liefert, hängt von Objektiv, Sensorauflösung und Licht ab und lässt sich am besten im direkten Vergleich prüfen.

Verwandte Begriffe

Fazit

Ein Telekonverter verlängert die Brennweite eines Objektivs um den Faktor 1,4 oder 2. Er kostet dabei eine beziehungsweise zwei Blendenstufen Licht und etwas Bildqualität. An lichtstarken Teleobjektiven ist er eine kompakte und günstige Möglichkeit, mehr Reichweite zu bekommen.

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Der Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Stephan Forstmann - Fotografie Experte

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.

Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen, Veranstaltungen und in der Milchstraßenfotografie zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen sowie Milchstraßenfotokurse. Ich erstelle Tutorials, in denen ich meine Foto-Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.

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