Softproofing

Softproofing ist die Simulation eines Drucks auf dem Bildschirm. Die Software rechnet das Foto dafür mit dem Farbprofil des Druckers und des Papiers um und zeigt an, wie das Ergebnis voraussichtlich aussehen wird. So lassen sich Farbverschiebungen, zu dunkle Schatten oder nicht druckbare Farben erkennen, bevor Tinte und Papier verbraucht sind.

Warum ein Druck anders aussieht als der Monitor

Ein Monitor leuchtet selbst und mischt Farben aus rotem, grünem und blauem Licht. Ein Druck reflektiert nur das Umgebungslicht und arbeitet mit Tinten. Daraus ergeben sich typische Unterschiede:

  • Der Druck wirkt dunkler und kontrastärmer.
  • Sehr gesättigte Farben, vor allem kräftiges Blau, Grün und Orange, liegen oft außerhalb des druckbaren Farbraums.
  • Mattes Papier hat ein weniger tiefes Schwarz als Glanzpapier.
  • Das Papierweiß ist selten so neutral wie das Weiß des Monitors.

Voraussetzungen

Softproofing ist nur so gut wie die Daten, auf denen es beruht. Du brauchst dafür:

  • einen kalibrierten und profilierten Monitor
  • das passende ICC-Profil für die Kombination aus Drucker, Tinte und Papier
  • eine Monitorhelligkeit, die zum Betrachtungslicht des späteren Drucks passt

Papierhersteller und Fotolabore stellen ihre Profile meist zum Download bereit. Ein zu hell eingestellter Monitor ist einer der häufigsten Gründe, warum Drucke enttäuschend dunkel ausfallen.

Softproofing in Lightroom und Photoshop

In Lightroom Classic aktivierst du im Entwickeln-Modul unter dem Bild die Option „Softproof“. Dort wählst du das Druckerprofil und die Renderpriorität aus. Lightroom bietet an, eine eigene Proof-Kopie anzulegen, sodass du die Anpassungen für den Druck getrennt von der Bildschirmversion speichern kannst. In Photoshop findest du die Funktion unter „Ansicht“ und „Proof einrichten“. Mit „Farbumfang-Warnung“ markiert Photoshop die Bereiche, die sich nicht drucken lassen.

Renderprioritäten

Farben außerhalb des Druckfarbraums müssen umgerechnet werden. Für Fotos sind zwei Methoden üblich:

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RenderprioritätArbeitsweiseGeeignet für
Perzeptivstaucht alle Farben, damit die Abstufungen erhalten bleibenBilder mit vielen sehr gesättigten Farben
Relativ farbmetrischlässt druckbare Farben unverändert und setzt nur die übrigen auf die nächste druckbare FarbeBilder, die größtenteils im druckbaren Bereich liegen

Am besten vergleichst du beide Varianten in der Softproof-Ansicht und entscheidest nach Bild.

Grenzen

Ein Softproof ersetzt keinen Probedruck. Die Oberfläche des Papiers, das Licht im Raum und der Abstand beim Betrachten lassen sich am Monitor nicht nachbilden. Für wichtige Aufträge lohnt sich deshalb ein kleiner Testausdruck, bevor die große Auflage oder das teure Fine-Art-Papier zum Einsatz kommt.

Verwandte Begriffe

Fazit

Softproofing zeigt auf dem kalibrierten Monitor, wie ein Foto mit einem bestimmten Drucker und Papier aussehen wird. Es hilft, Farben und Helligkeit vor dem Druck anzupassen, und spart Fehldrucke. Einen echten Probedruck ersetzt es aber nicht vollständig.

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Der Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Stephan Forstmann - Fotografie Experte

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.

Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen, Veranstaltungen und in der Milchstraßenfotografie zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen sowie Milchstraßenfotokurse. Ich erstelle Tutorials, in denen ich meine Foto-Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.

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