sRGB

sRGB ist ein standardisierter RGB-Farbraum und der kleinste gemeinsame Nenner für Fotos am Bildschirm. Webseiten, soziale Netzwerke, die meisten Monitore und viele Fotolabore gehen davon aus, dass ein Bild in sRGB vorliegt. Neben sRGB sind in der Fotografie vor allem Adobe RGB und ProPhoto RGB verbreitet. Diese beiden Farbräume umfassen deutlich mehr Farben, sind aber nicht überall richtig darstellbar.

Was ein Farbraum ist

Ein Farbraum legt fest, welche Farben eine Datei enthalten kann und wie die Zahlenwerte für Rot, Grün und Blau in echte Farben übersetzt werden. Derselbe RGB-Wert kann in sRGB und in Adobe RGB unterschiedlich aussehen. Deshalb wird der Farbraum als ICC-Profil in die Bilddatei eingebettet. Fehlt das Profil oder ignoriert ein Programm es, wirken Farben flau oder übersättigt.

Die drei wichtigsten Farbräume

sRGB

sRGB wurde 1996 von HP und Microsoft vorgestellt und später international genormt. Er orientiert sich an den Möglichkeiten typischer Monitore jener Zeit. Für alle Bilder, die im Internet, auf Smartphones oder in einfachen Fotodiensten landen, ist sRGB die sichere Wahl.

Adobe RGB

Adobe RGB (1998) deckt vor allem im Bereich von Grün und Cyan mehr Farben ab als sRGB. Das kommt hochwertigen Drucken zugute, weil gute Fotodrucker einige dieser Farben wiedergeben können. Um den Vorteil zu sehen, brauchst du allerdings einen Monitor, der den Adobe-RGB-Farbraum weitgehend darstellt.

ProPhoto RGB

ProPhoto RGB wurde von Kodak entwickelt und ist so groß, dass er sogar Werte enthält, die kein Mensch sehen kann. Er wird vor allem als Arbeitsfarbraum bei der Bearbeitung genutzt, damit bei der Entwicklung von RAW-Dateien keine Farben verloren gehen. Lightroom arbeitet intern mit einem Farbraum auf Basis von ProPhoto RGB. Wegen seiner Größe sollte ProPhoto RGB nur mit 16 Bit Farbtiefe verwendet werden, sonst können Abrisse in Farbverläufen entstehen. Für die Weitergabe ist er ungeeignet.

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Vergleich

FarbraumGrößeTypische Verwendung
sRGBkleinWeb, soziale Medien, Bildschirmpräsentation, einfache Laborabzüge
Adobe RGBmittelhochwertiger Druck, Monitore mit großem Farbraum
ProPhoto RGBsehr großArbeitsfarbraum für die Bearbeitung in 16 Bit

Welchen Farbraum wann?

  • RAW fotografieren: Die Farbraumeinstellung der Kamera wirkt sich nur auf JPEGs und die Vorschau aus. Den Farbraum wählst du erst beim Export.
  • JPEG fotografieren: sRGB ist unkompliziert. Adobe RGB lohnt sich nur, wenn der gesamte Arbeitsablauf darauf ausgelegt ist.
  • Export fürs Web: immer sRGB.
  • Druck: beim Labor nachfragen, viele erwarten sRGB. Beim eigenen Fotodrucker kann Adobe RGB oder die direkte Ausgabe aus dem RAW-Programm mit dem Druckerprofil sinnvoll sein.

Neuere Geräte von Apple und viele Smartphones arbeiten zusätzlich mit Display P3. Dieser Farbraum ist ebenfalls größer als sRGB und setzt sich bei Bildschirmen zunehmend durch.

Verwandte Begriffe

Fazit

sRGB ist der Standardfarbraum für Bildschirme und das Internet. Adobe RGB bietet mehr Farben für den hochwertigen Druck, ProPhoto RGB dient vor allem als großer Arbeitsfarbraum bei der Bearbeitung. Für die Weitergabe von Fotos bleibt sRGB in den meisten Fällen die richtige Wahl.

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Der Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Stephan Forstmann - Fotografie Experte

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.

Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen, Veranstaltungen und in der Milchstraßenfotografie zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen sowie Milchstraßenfotokurse. Ich erstelle Tutorials, in denen ich meine Foto-Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.

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