Storytelling
Storytelling bedeutet in der Fotografie, mit Bildern eine Geschichte zu erzählen. Das kann ein einzelnes Foto sein, das eine Situation so verdichtet, dass der Betrachter versteht, was davor passiert ist und was danach kommen könnte. Häufiger ist es aber eine Bildserie, in der mehrere Fotos zusammen einen Ablauf, einen Ort oder einen Menschen zeigen. Storytelling ist die Grundlage von Reportage, Dokumentarfotografie und Hochzeitsreportage, wird aber auch in Werbung und sozialen Medien eingesetzt.
Das erwartet dich im Beitrag
Einzelbild und Bildserie
Ein erzählendes Einzelbild braucht klare Hinweise: eine Handlung, einen Gesichtsausdruck, ein Detail, das Fragen aufwirft. In einer Serie verteilt sich die Geschichte dagegen auf mehrere Bilder. Jedes Foto übernimmt eine Aufgabe, und erst die Abfolge ergibt das Ganze. Ein bekanntes frühes Beispiel ist die Reportage „Country Doctor“ von W. Eugene Smith, die 1948 im Magazin LIFE erschien und den Alltag eines Landarztes zeigt.
Bausteine einer Bildgeschichte
Viele Fotografen denken eine Serie in verschiedenen Bildtypen. Eine bewährte Mischung besteht aus:
- Übersicht: zeigt den Ort und ordnet die Geschichte ein
- Handlung: Menschen bei dem, was sie tun
- Porträt: die Hauptperson, oft mit Blick in die Kamera
- Details: Hände, Werkzeuge, Gegenstände, die mehr verraten als eine Totale
- Beziehung: Momente zwischen zwei oder mehr Personen
- Abschluss: ein Bild, das die Geschichte enden lässt
Gestalterische Mittel
Licht, Farbe, Bildausschnitt und Perspektive steuern, wie eine Geschichte wirkt. Eine einheitliche Bildsprache hält eine Serie zusammen. Wechsel zwischen Weitwinkel und Nahaufnahme sorgen für Rhythmus, ähnlich wie Schnitte in einem Film. Auch die Reihenfolge der Bilder ist ein Werkzeug. Dieselben Fotos können in anderer Anordnung eine ganz andere Geschichte erzählen.
Einsatzbereiche
- Fotojournalismus und Reportage
- Hochzeits- und Familienreportagen
- Reisefotografie und Fotobücher
- Unternehmensfotografie, etwa ein Tag in einem Handwerksbetrieb
- freie Projekte und Ausstellungen
Tipps für die Praxis
- Vor dem Fotografieren überlegen, was die Geschichte im Kern aussagen soll.
- Zeit mitbringen. Menschen gewöhnen sich an die Kamera, und die ehrlicheren Momente kommen oft später.
- Beim Auswählen streng sein. Ein schwaches Bild schwächt die ganze Serie.
- Bildunterschriften nutzen, wenn Informationen fehlen, die das Bild allein nicht zeigen kann.
Verwandte Begriffe
- Dokumentarfotografie
- Streetfotografie
- Reisefotografie
- Bildkomposition
- Portfolio-Erstellung
Fazit
Storytelling in der Fotografie heißt, mit einem Bild oder einer Bildserie eine Geschichte zu vermitteln. Eine durchdachte Mischung aus Übersicht, Handlung, Porträt und Detail sowie eine bewusste Reihenfolge machen aus einzelnen Fotos eine zusammenhängende Erzählung.
« Zum Fotografie LexikonDer Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.
Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen, Veranstaltungen und in der Milchstraßenfotografie zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen sowie Milchstraßenfotokurse. Ich erstelle Tutorials, in denen ich meine Foto-Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.
In diesen Beitrag habe ich viel Rechercheaufwand, Zeit und Herzblut investiert und ich gebe gerne mein Fachwissen an andere Fotografiebegeisterte weiter. Das macht aber auch sehr viel Arbeit und braucht vor allem viel Zeit. Fandest du diesen Artikel hilfreich und hast ihn gerne gelesen? Dann spendiere mir doch einen Kaffee für meine Mühe! Damit hilfst du mir und meiner Familie, hier alles am Laufen zu halten.
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