TIFF
TIFF steht für Tagged Image File Format. Es ist ein Bildformat, das Fotos in der Regel verlustfrei speichert und hohe Farbtiefen wie 16 Bit pro Kanal unterstützt. Fotografen nutzen TIFF vor allem als Zwischenformat zwischen Programmen, für hochwertige Drucke und für die Archivierung fertig bearbeiteter Bilder. Der Nachteil sind große Dateien.
Das erwartet dich im Beitrag
Herkunft und Aufbau
TIFF wurde Mitte der 1980er-Jahre von der Firma Aldus entwickelt, ursprünglich für Scanner und das Desktop-Publishing. Die Rechte liegen heute bei Adobe. Der Name kommt von den „Tags“, also Kennzeichnungen, mit denen die Datei beschreibt, wie die Bilddaten aufgebaut sind. Dadurch ist das Format sehr flexibel. Es kann unterschiedliche Farbmodelle, Farbtiefen, Kompressionen und sogar mehrere Bilder in einer Datei enthalten.
Eigenschaften
- 8, 16 oder 32 Bit pro Farbkanal
- Farbmodelle RGB, CMYK, Graustufen und Lab
- eingebettete Farbprofile und Metadaten
- Ebenen und Transparenz, wenn die Datei aus Photoshop stammt
- wahlweise ohne Kompression oder mit verlustfreier LZW- oder ZIP-Kompression
TIFF kann technisch auch verlustbehaftet mit JPEG-Kompression gespeichert werden. Das ist aber selten sinnvoll und wird nicht von allen Programmen unterstützt. Wer TIFF wegen der Qualität nutzt, sollte bei keiner Kompression, LZW oder ZIP bleiben.
TIFF im Vergleich
| Format | Kompression | Farbtiefe | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| RAW | meist verlustfrei, herstellerabhängig | 12 bis 14 Bit Sensordaten | Aufnahme, Entwicklung |
| TIFF | keine oder verlustfrei | 8 oder 16 Bit | Bearbeitung, Druck, Archiv |
| JPEG | verlustbehaftet | 8 Bit | Web, Weitergabe, Labor |
| PSD | verlustfrei | 8, 16 oder 32 Bit | Photoshop-Projekte mit allen Ebenen |
Einsatz in der Praxis
Ein typischer Fall: Du entwickelst ein Foto in Lightroom und öffnest es zur Retusche in Photoshop. Lightroom übergibt dabei eine TIFF- oder PSD-Datei mit 16 Bit, damit bei weiteren Bearbeitungsschritten keine Abrisse in Farbverläufen entstehen. Auch Plug-ins und Programme wie Topaz oder die Nik Collection arbeiten häufig mit TIFF-Kopien. Viele Druckereien und Fine-Art-Labore nehmen TIFF-Dateien entgegen, weil keine Qualitätsverluste durch Kompression entstehen. Das von Adobe entwickelte DNG-Format für RAW-Dateien baut technisch auf TIFF auf.
Vorteile und Nachteile
- Vorteil: keine Qualitätsverluste beim wiederholten Speichern
- Vorteil: hohe Farbtiefe für umfangreiche Bearbeitung
- Vorteil: von fast allen Bildprogrammen lesbar
- Nachteil: sehr große Dateien, ein 16-Bit-TIFF einer 45-Megapixel-Kamera belegt unkomprimiert rund 270 MB
- Nachteil: für Webseiten und E-Mails ungeeignet
Verwandte Begriffe
Fazit
TIFF ist ein flexibles, meist verlustfrei gespeichertes Bildformat mit hoher Farbtiefe. Es eignet sich für die Übergabe zwischen Programmen, für den Druck und für das Archiv, ist wegen seiner Dateigröße aber kein Format für die Weitergabe im Internet.
« Zum Fotografie LexikonDer Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.
Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen, Veranstaltungen und in der Milchstraßenfotografie zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen sowie Milchstraßenfotokurse. Ich erstelle Tutorials, in denen ich meine Foto-Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.
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