Was ist besser – das Canon RF 50mm 1.8 STM oder RF 45mm 1.2 STM? Eine gute Frage! Beide Objektive habe ich ausführlich getestet und beide nutze ich privat. Das RF 50mm 1.8 STM war lange mein Objektiv für Familienfotos und Reisen, bis das RF 45mm 1.2 STM diesen Platz übernommen hat. Das heißt aber nicht, dass das 45er für jeden die bessere Wahl ist. Die beiden Objektive liegen in Brennweite und Bauart nah beieinander, unterscheiden sich aber deutlich bei Lichtstärke, Größe, Bildcharakter und Preis. In diesem Vergleich zeige ich dir, wo die Unterschiede liegen und für wen sich welches Objektiv lohnt.
Damit du dir selbst ein Bild machen kannst, zeige ich dir im Vergleich viele Beispielfotos, die ich mit beiden Objektiven aufgenommen habe. Die ausführlichen Einzeltests mit vielen Beispielfotos findest du hier: Canon RF 50mm 1.8 STM Test und Canon RF 45mm 1.2 STM Test.
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Das erwartet dich im Beitrag
Technische Daten im Vergleich
| RF 50mm 1.8 STM | RF 45mm 1.2 STM | |
|---|---|---|
| Erschienen | 2020 | 2025 |
| Brennweite | 50 mm | 45 mm |
| Größte Blende | f/1.8 | f/1.2 |
| Kleinste Blende | f/22 | f/16 |
| Blendenlamellen | 7 | 9 (abgerundet) |
| Optischer Aufbau | 6 Linsen in 5 Gruppen, 1 asphärische Linse | 9 Linsen in 7 Gruppen, 1 asphärische Linse |
| Naheinstellgrenze | 30 cm | 45 cm |
| Max. Abbildungsmaßstab | 1:4 | 1:7,7 |
| Autofokus | STM (Schrittmotor) | STM (Schrittmotor) |
| Innenfokussierung | nein | ja |
| Bildstabilisator | nein | nein |
| Filtergewinde | 43 mm | 67 mm |
| Länge | 4,1 cm | ca. 7,5 cm |
| Gewicht | 160 g | ca. 346 g |
| Bajonett | Metall | Metall |
| Preis | ca. 200 € | 499 € (UVP) |
Nachfolger des beliebten 50mm Objektivs aus der EF-Reihe. Die einfache Festbrennweite mit Lichtstärke von 1.8 ist für viele Fotografie-Bereiche sehr gut geeignet. Mit dem RF 50mm 1.8 kann man sehr einfach Fotos mit unscharfen Hintergrund erstellen. Es hat ein exzellentes Preis-Leistungsverhältnis, eine gute Schärfe und ein tolles Bokeh. Passt auf alle Kameras aus der Canon EOS R Serie.
- Klein
- Leicht
- Hervorragende Schärfe
- Lichtstark
- keine Innenfokussierung
- STM Motor in Video deutlich hörbar
- Festbrennweite für Vollformat
- Lichtstärke f/1.8
- 160 Gramm leicht
- Filtergewinde 43mm Durchmesser
- Metallbajonett
- Nur 4,1 cm lang
- Brennweite: 50 mm
- nutzbar für: Alltagsfotografie,Portraits
- bildstabilisiert: Nein
- Objektivart: Festbrennweite
Sehr gutes, vielseitiges Autfokus-Objektiv mit einer Lichtstärke von 1.2. Ideal für Portrait, Reportage, Alltag und Streetfotografie im Dunkeln.
- Extrem Lichtstark
- Extrem starkes "Charakterobjektiv"
- Gute Schärfe in der Bildmitte bei Offenblende
- Klein und leicht
- Vergleichsweise günstig
- Schönes Bokeh
- Randschärfe schwach bei Offenblende
- Starke chromatische Abberation bei Blende 1.2
- Geringe Naheinstellgrenze
- 45mm Festbrennweite für Vollformat
- Naheinstellgrenze: ca. 0,45 m
- Filtergewinde: 67 mm
- Abmessungen: ca. 78 × 75 mm
- Gewicht: ca. 346 g
- Minimale Blende: f/16
- Maximale Blende: f/1.2
Größe, Gewicht und Verarbeitung
Hier liegt der deutlichste Unterschied, den du schon beim Auspacken merkst. Das 50er ist mit 160 Gramm und 4,1 Zentimetern Länge ein echtes Pancake-ähnliches Objektiv, das an der Kamera kaum aufträgt. Das 45er wiegt mehr als das Doppelte und ist fast doppelt so lang. Für ein Objektiv mit Blende 1.2 ist das trotzdem sehr leicht, aber in die Jackentasche passt die Kamera damit nicht mehr so selbstverständlich.
Bei der Verarbeitung nehmen sich beide nicht viel. Die Tuben bestehen aus Kunststoff, das Bajonett jeweils aus Metall. Beide haben den für RF-Objektive typischen Steuerring, den du frei belegen kannst, etwa mit ISO, Blende oder Weißabgleich. Eine Gegenlichtblende liegt keinem der beiden bei. Für das 45er kostet die passende ES-73B rund 35 Euro.
Ein praktischer Unterschied: Das 45er fokussiert intern und behält beim Scharfstellen seine Länge. Beim 50er fährt die Frontlinse im Nahbereich heraus. Das ist meist kein Problem, in staubiger Umgebung gelangt dadurch aber eher Schmutz ins Innere.
Auch beim Filtergewinde unterscheiden sie sich stark. Filter mit 43 mm sind günstig, Filter mit 67 mm kosten mehr, passen aber oft auch an andere Objektive.
Lichtstärke und Freistellung
Zwischen f/1.8 und f/1.2 liegt etwas mehr als eine Blendenstufe. In der Praxis bedeutet das: Bei gleicher Belichtungszeit kannst du mit dem 45er den ISO-Wert ungefähr halbieren, oder du hältst bei gleichem ISO eine doppelt so kurze Verschlusszeit. Gerade in Innenräumen, am Abend oder bei Reportagen ohne Blitz macht das einen spürbaren Unterschied.
Noch wichtiger ist für mich die Freistellung. Mit Blende 1.2 trennst du dein Motiv so stark vom Hintergrund, wie es mit 1.8 kaum möglich ist. Deine Fotos bekommen dadurch eine Tiefe, die man auf den ersten Blick sieht. Die fünf Millimeter weniger Brennweite gleichen das nicht aus.
Schärfe und Bildqualität
Das 50er ist schon bei Offenblende in der Bildmitte sehr scharf, und auch die Ränder sind ordentlich. Ab Blende 2.8 ist es über das ganze Bild knackscharf.
Das 45er ist bei f/1.2 in der Mitte gut scharf, die Ränder bleiben bei Offenblende aber weich. Ab Blende 4 ist die Schärfe über das gesamte Bild sehr gut. Spannend ist der direkte Vergleich bei gleicher Blende: Bei f/1.8 ist das 45er für mich einen Tick schärfer als das 50er.
Wer also bei Offenblende auch an den Rändern Schärfe braucht, ist mit dem 50er besser bedient. Wer abgeblendet arbeitet oder das Motiv mittig platziert, bekommt mit dem 45er mindestens gleichwertige Ergebnisse.
Bildfehler
Das 50er ist optisch erstaunlich sauber. Chromatische Aberrationen sieht man dank der asphärischen Linse kaum, nur bei f/1.8 vignettiert es deutlich.
Beim 45er musst du mehr korrigieren. Bei f/1.2 zeigt es deutliche Farblängsfehler: lila Säume vor und grüne Säume hinter der Fokusebene, besonders bei harten Kontrasten. Die lassen sich in Lightroom oder einem anderen RAW-Konverter gut entfernen. Dazu kommen eine tonnenförmige Verzeichnung und eine kräftige Vignette, die bei Porträts allerdings oft sogar gewollt ist. Ein Punkt, der nicht korrigierbar ist: die starke Koma. Für Astrofotografie ist das 45er deshalb trotz Blende 1.2 nicht geeignet.
Bokeh
Beide haben ein angenehmes Bokeh, der Charakter ist aber verschieden. Das 50er zeichnet mit seinen sieben Blendenlamellen unauffällig und ruhig, für seinen Preis gibt es da nichts zu bemängeln.
Das 45er ist das, was ich ein Charakterobjektiv nenne. Im Zentrum sind die Unschärfekreise rund und sehr weich, zum Rand hin werden sie härter und nehmen die typische Katzenaugenform an. Mir gefällt dieser Look sehr, er ist aber Geschmackssache.
Autofokus
Beide Objektive fokussieren mit einem Schrittmotor (STM), der an die USM- oder VCM-Antriebe der L-Objektive nicht herankommt.
Das 50er stellt zügig und relativ leise scharf und verfolgt Motive zuverlässig. Bei schlechtem Licht sucht es aber gerne und pumpt. Beim Filmen ist der Motor deutlich hörbar.
Das 45er ist für seine Preisklasse überraschend schnell, wird aber in der Nahdistanz träge und arbeitet unter etwa 60 cm ungenau. Bei spielenden Kindern im Servo-AF funktioniert es, andere Objektive können das besser. Bei Blende 1.2 hatte ich gelegentlich Fehlfokus. Mein Tipp: Mach bei Offenblende lieber zwei, drei Aufnahmen hintereinander. Die Trefferquote hängt auch von der Kamera ab. An der EOS R6 Mark II lag sie bei mir höher als an der ersten R6.
Naheinstellgrenze
Hier hat das 50er klar die Nase vorn. Mit 30 cm Naheinstellgrenze und einem Abbildungsmaßstab von 1:4 kommst du sehr nah an Details heran, etwa bei Foodfotos oder kleinen Gegenständen. Das 45er braucht mindestens 45 cm Abstand und erreicht nur 1:7,7. Für Detailaufnahmen ist das spürbar einschränkend.
Preis-Leistung
Mit rund 200 Euro ist das 50er eines der günstigsten Objektive im RF-System und für das Geld kaum zu schlagen. Das 45er kostet mit 499 Euro mehr als das Doppelte. Für ein Objektiv mit Blende 1.2 ist das allerdings sehr wenig, vergleichbar lichtstarke Objektive kosten ein Vielfaches.
Für wen eignet sich welches Objektiv?
- Das RF 50mm 1.8 STM ist die richtige Wahl, wenn du gerade mit Festbrennweiten anfängst, ein möglichst kleines und leichtes Objektiv für Reisen und Alltag suchst oder viel im Nahbereich fotografierst. Auch wenn du Wert auf Randschärfe bei Offenblende legst oder das Budget knapp ist, spricht alles für das 50er.
- Das RF 45mm 1.2 STM lohnt sich, wenn du viel bei wenig Licht fotografierst, etwa Familienalltag in Innenräumen, Reportagen oder Streetfotografie am Abend. Und natürlich, wenn du maximale Freistellung und einen Bildlook mit Charakter suchst. Dafür nimmst du mehr Gewicht, mehr Nachbearbeitung und einen höheren Preis in Kauf.
Nachfolger des beliebten 50mm Objektivs aus der EF-Reihe. Die einfache Festbrennweite mit Lichtstärke von 1.8 ist für viele Fotografie-Bereiche sehr gut geeignet. Mit dem RF 50mm 1.8 kann man sehr einfach Fotos mit unscharfen Hintergrund erstellen. Es hat ein exzellentes Preis-Leistungsverhältnis, eine gute Schärfe und ein tolles Bokeh. Passt auf alle Kameras aus der Canon EOS R Serie.
- Klein
- Leicht
- Hervorragende Schärfe
- Lichtstark
- keine Innenfokussierung
- STM Motor in Video deutlich hörbar
- Festbrennweite für Vollformat
- Lichtstärke f/1.8
- 160 Gramm leicht
- Filtergewinde 43mm Durchmesser
- Metallbajonett
- Nur 4,1 cm lang
- Brennweite: 50 mm
- nutzbar für: Alltagsfotografie,Portraits
- bildstabilisiert: Nein
- Objektivart: Festbrennweite
Sehr gutes, vielseitiges Autfokus-Objektiv mit einer Lichtstärke von 1.2. Ideal für Portrait, Reportage, Alltag und Streetfotografie im Dunkeln.
- Extrem Lichtstark
- Extrem starkes "Charakterobjektiv"
- Gute Schärfe in der Bildmitte bei Offenblende
- Klein und leicht
- Vergleichsweise günstig
- Schönes Bokeh
- Randschärfe schwach bei Offenblende
- Starke chromatische Abberation bei Blende 1.2
- Geringe Naheinstellgrenze
- 45mm Festbrennweite für Vollformat
- Naheinstellgrenze: ca. 0,45 m
- Filtergewinde: 67 mm
- Abmessungen: ca. 78 × 75 mm
- Gewicht: ca. 346 g
- Minimale Blende: f/16
- Maximale Blende: f/1.2
Fazit
Das RF 50mm 1.8 STM ist das vernünftigere Objektiv: kleiner, leichter, günstiger und optisch sauberer. Das RF 45mm 1.2 STM ist das emotionalere: Es bringt eine Lichtstärke und einen Bildlook, die du mit dem 50er nicht erreichst, und ist bei gleicher Blende sogar etwas schärfer. Für mich hat das 45er das 50er im Familienalltag abgelöst. Wenn du aber vor allem ein kompaktes Immerdrauf suchst oder gerade erst einsteigst, ist das 50er weiterhin eine hervorragende Wahl.
Der Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.
Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen, Veranstaltungen und in der Milchstraßenfotografie zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen sowie Milchstraßenfotokurse. Ich erstelle Tutorials, in denen ich meine Foto-Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.
In diesen Beitrag habe ich viel Rechercheaufwand, Zeit und Herzblut investiert und ich gebe gerne mein Fachwissen an andere Fotografiebegeisterte weiter. Das macht aber auch sehr viel Arbeit und braucht vor allem viel Zeit. Fandest du diesen Artikel hilfreich und hast ihn gerne gelesen? Dann spendiere mir doch einen Kaffee für meine Mühe! Damit hilfst du mir und meiner Familie, hier alles am Laufen zu halten.
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