Canon RF 14mm f/1.4L VCM Test – bestes Astro Objektiv derzeit?

Canon RF 14mm 1.4 L VCM im Praxistest: Schärfe, Koma, digitale Korrekturen und die Frage, ob du zum 14mm oder zum 20mm greifen solltest.

Canon RF 14mm f/1.4L VCM im Test: Ein 14mm mit Blende 1.4 ist für Milchstraßenfotografen so etwas wie der heilige Gral. Extrem viel Himmel im Bild, extrem viel Licht auf dem Sensor. Genau solche Objektive haben aber meist ein Problem: Sterne am Bildrand sehen aus wie kleine Möwen. Ob Canon das beim RF 14mm 1.4 L VCM in den Griff bekommen hat, habe ich ausprobiert.

Canon hat mir das Objektiv für diesen Test als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Alle Fotos im Beitrag habe ich selbst damit aufgenommen.

Vorab: Die Bildqualität ist hervorragend. Zusammen mit dem RF 20mm 1.4 L VCM ist das RF 14mm 1.4 L VCM für mich eines der besten Objektive, die du aktuell für die Milchstraßenfotografie kaufen kannst. Welches der beiden besser zu dir passt, kläre ich weiter unten.

Kurze Bitte: Wenn dir der Test weiterhilft und du dich für das Objektiv entscheidest, nutze gerne einen meiner Affiliate-Links. Damit kann ich weitere Tests wie diesen finanzieren.

Überblick & Technische Daten

Bestes Astro-Objektiv für Canon RF
Canon RF 14mm 1.4 L VCM
2499€

Das Canon RF 14mm F1.4L VCM ist eines der schärfsten Astro-Objektive, dass ich bisher nutzen durfte. Mit seiner enormen Abbildungsleistung eröffnet es neue kreative Möglichkeiten – besonders für die Astrofotografie.

Vorteile:
  • Extrem Scharf bis in die Ecken
  • Sehr lichtstark
  • Kaum Koma
  • Klein und kompakt
  • Lange Belichtungszeiten möglich
Nachteile:
  • Teuer
Details:
  • Ultraweitwinkel-Festbrennweite
  • Lichtstarke Blende f1.4
  • Präziser, leiser Autofokus
  • Blendenring, Steuerring und Funktionstaste
  • Staub- und Spritzwasserschutz
  • Kompakt und leicht (ca. 578 g)
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Als Fotograf muss ich dir sagen: Das Canon RF 14mm f/1.4L VCM ist für die hohe Lichtstärke und Bildqualität äußerst leicht und bietet jede Menge Funktionen. Neben der wirklich grandiosen Schärfe auch bei Offenblende, kannst du mit diesem Objektiv die Milchstraße relativ einfach fotografieren, besonders, wenn du auf Reisen bist und kein schweres Gepäck mit dir herumtragen möchtest.

Vorteile

  • SSehr scharf, schon bei Offenblende
  • Sterne bis in die Ecken fast punktförmig
  • Kaum Farbsäume, auch vor hellem Himmel
  • Leicht und kompakt für ein 14mm f/1.4
  • Wetterfest
  • Gleiche Größe wie die anderen VCM-Objektive
  • Schneller, leiser Autofokus

Nachteile

  • 2.499 € UVP
  • Blendenring im Fotomodus nur eingeschränkt nutzbar
  • Ohne Profilkorrektur starke Verzeichnung und Vignette (mehr dazu weiter unten)

Das RF 14mm gehört zur L-Serie und bringt alles mit, was man in dieser Klasse erwartet: Abdichtung gegen Staub und Spritzwasser, eine abgedichtete Rücklinse und Innenfokussierung. Das Objektiv wird beim Scharfstellen also nicht länger. Anders als bei den VCM Objektiven ist die Gegenlichtblende fest verbaut. Das schützt die stark gewölbte Frontlinse, heißt aber auch, dass die Front etwas mehr Aufmerksamkeit braucht.

Canon RF 14mm f/1.4L VCM Test - bestes Astro Objektiv derzeit? 1
Objektivtest: Im Test werfe ich einen genauen Blick auf das RF 14mm 1.4 aus der L-Serie.

An Bedienelementen gibt es:

  • einen Steuerring, den ich an der R5 [Kameramodell prüfen] mit dem Weißabgleich belegt habe
  • eine frei belegbare Objektivtaste
  • einen AF/MF-Schalter
  • einen Blendenring, der vor allem für Filmer gedacht ist

Wie alle Objektive der VCM-Reihe hat das 14er dieselben Außenmaße wie das 20mm, 24mm, 35mm und 50mm f/1.4. Für Videografen mit Gimbal ist das praktisch, weil beim Wechsel kaum neu ausbalanciert werden muss. Bei einem 14mm dürfte das allerdings seltener eine Rolle spielen.

Im Karton liegen neben Front- und Rückdeckel noch ein Köcher.

Mit rund 578 g ist das Objektiv für ein 14mm mit dieser Lichtstärke erstaunlich leicht. Das macht das 14mm 1.4 auch sehr interessant für kleine Nachführungen, die nur wenig Gewicht aushalten.

2.499 € sind viel Geld. Das RF 14mm lohnt sich vor allem, wenn du regelmäßig Astroscapes fotografierst oder die extreme Weitwinkel-Perspektive für Architektur und Landschaft brauchst. Wenn du nur gelegentlich die Milchstraße fotografierst, bekommst du mit günstigeren Objektiven ebenfalls gute Ergebnisse, muss dann aber mit mehr Koma an den Rändern leben.

Seine Stärken spielt das Objektiv hier aus:

  • Astrofotografie, vor allem Milchstraßenbögen und Panoramen mit Vordergrund
  • Architektur, besonders Innenräume
  • Landschaften mit starkem Vordergrund

Selbstverständlich gibt es noch weitere Anwendungsbereiche für ein 14mm Festbrennweitenobjektiv, aber ich bin mir sicher, du verstehst, dass ich hier nicht alle Möglichkeiten im Detail auflisten möchte.

Schärfe und Bildqualität

Bei Offenblende ist das 14er schon so scharf, dass ich kaum einen Grund sehe abzublenden, außer ich brauche mehr Schärfentiefe. In den äußersten Ecken fällt die Schärfe bei f/1.4 etwas ab, das ist bei dieser Brennweite und Lichtstärke aber erwartbar und fällt im normalen Bild kaum auf.

Auf meiner persönlichen Skala gebe ich 9,5 von 10 Punkten. Nur das RF 50mm 1.2 L und das RF 85mm 1.2 L bekommen bei mir die volle Punktzahl.

Farben und Kontrast gefallen mir sehr. Farbsäume, die bei Ultraweitwinkeln vor hellem Himmel gerne an Ästen und Kanten auftauchen, sind praktisch nicht vorhanden. Die EXIF-Daten findest du bei allen Bildern.

Milchstraßen- und Astrofotografie mit dem RF 14mm 1.4 L VCM

Der Testzeitraum hatte es in sich: Entweder war der Himmel bedeckt, oder der Vollmond hat alles überstrahlt. Ein paar klare Nächte habe ich trotzdem erwischt. Die Aufnahmen sind in Rheinhessen unter einem Bortle-5-Himmel entstanden, also mit deutlicher Lichtverschmutzung. Ich zeige dir unbearbeitete, gestackte und fertig bearbeitete Versionen. Jeweils auch mit Bildecken in 100% Ansicht, damit du Koma besser beurteilen kannst.

Denn Koma ist gerade bei einem 14mm besonders wichtig. Denn we weiter der Bildwinkel, desto mehr Sterne landen am Bildrand, und desto stärker fällt es auf, wenn sie dort verzerrt dargestellt werden. Bei vielen lichtstarken 14mm Objektiven ist das der größte Schwachpunkt. Das RF 14mm zeigt die Sterne auch in den Ecken nahezu punktförmig. Schau dir die Bilder am besten in voller Auflösung an, dort sieht man es am deutlichsten.

Dass ich bei mir viel nachbearbeiten muss, um die Milchstraße sichtbar zu machen, ist für den Test sogar hilfreich. Starke Kontrast- und Farbanpassungen bringen optische Schwächen gnadenlos zum Vorschein. Beim 14er ist da nichts aufgetaucht.

Übrigens: Wenn du selbst mit der Milchstraßenfotografie anfangen willst, findest du alle Grundlagen in meinem Tutorial Milchstraße fotografieren. Die passende Belichtungszeit für 14mm berechnest du ganz einfach mit meinem Belichtungszeitrechner.

14mm oder 20mm: Welches VCM-Objektiv passt zu dir?

Beide Objektive sind optisch auf sehr hohem Niveau, sie fühlen sich in der Praxis aber unterschiedlich an.

  • Das 14mm zeigt deutlich mehr vom Himmel und erlaubt längere Belcihtungszeiten. Den kompletten Milchstraßenbogen bekommst du eher in ein einzelnes Bild, und auch Innenräume oder enge Gassen passen besser drauf. Dafür wirkt der Vordergrund schnell klein und weit weg. Du musst bewusster komponieren und nah an dein Motiv heran. DAfür bekommen Milchstraßenfotos aber einen absoluten WOW-Effekt.
  • Das 20mm ist vielseitiger im Alltag. Es eignet sich neben der Astrofotografie auch für Reportage, Landschaft und Reisen und erzeugt eine natürlichere Perspektive. Mit etwas Abstand zum Hintergrund ist sogar ein bisschen Freistellung möglich. Außerdem ist es 400 € günstiger.

Beispielfotos RF 14mm 1.4 L VCM

Die sehr gute Bildqualität des RF 14mm 1.4 L VCM kannst du in diesen Fotos sehr gut sehen:

Bokeh

Ehrlicherweise kauft niemand ein 14mm für Bokeh. Der Vollständigkeit halber zwei Beispiele, bei denen ich sehr nah ans Motiv gegangen bin:

Mein Preset-Paket "Marlene"

Du magst meine Fotos und den Bildlook? Dann sind meine Marlene Presets für Lightroom genau richtig für dich!

Fokus

Der Autofokus arbeitet schnell, leise und hat im Test zuverlässig getroffen. Für die Astrofotografie spielt er keine Rolle, weil du dort ohnehin manuell auf die Sterne fokussierst. Bei Architektur und Landschaft am Tag gab es nichts zu bemängeln.

Profilkorrekturen

Um das Objektiv so kompakt zu bauen, setzt Canon auf digitale Korrekturen. Das RAW-Bild ohne Korrektur zeigt einen deutlich weiteren Bildwinkel als 14 mm, mit starker tonnenförmiger Verzeichnung und dunklen Ecken. Erst die Korrektur entzerrt das Bild, schneidet es zu und hellt die Ränder auf.

Im Netz wird darüber heftig diskutiert. Im Alltag merkst du davon nichts. Kamera, Lightroom und Capture One wenden das Korrekturprofil automatisch an, sobald du ein RAW öffnest. Damit du dir selbst ein Bild machen kannst, hier ein Vergleich ohne und mit Korrektur:

Schränkt dich das ein? Nein. Zumindest wenn du mit der aktuellen Version von Lightroom oder Capture One arbeitest und eine RAW Datei importierst, wird das Korrekturprofil direkt angewendet und du siehst ein Foto ohne Verzerrungen und in top Qualität.

Canon RF 14mm 1.4 L VCM Test – Fazit

Das Canon RF 14mm f/1.4L VCM löst das Problem, das die meisten lichtstarken Ultraweitwinkel haben: Sterne bleiben auch am Rand Sterne. Dazu kommt eine Schärfe, die schon bei Offenblende überzeugt, und ein Gewicht, das dich nicht davon abhält, es nachts mitzunehmen und auch für einen Ausflug in die Berge geeignet ist.

Wenn du viel Milchstraße fotografierst und den maximalen Bildwinkel willst, gibt es für Canon RF aktuell kaum eine bessere Wahl als das RF 14mm 1.4 L VCM. Wenn du ein Objektiv suchst, das auch tagsüber vielseitig ist, würde ich eher zum 20mm 1.4 L VCM greifen.

Bestes Astro-Objektiv für Canon RF
Canon RF 14mm 1.4 L VCM
2499€

Das Canon RF 14mm F1.4L VCM ist eines der schärfsten Astro-Objektive, dass ich bisher nutzen durfte. Mit seiner enormen Abbildungsleistung eröffnet es neue kreative Möglichkeiten – besonders für die Astrofotografie.

Vorteile:
  • Extrem Scharf bis in die Ecken
  • Sehr lichtstark
  • Kaum Koma
  • Klein und kompakt
  • Lange Belichtungszeiten möglich
Nachteile:
  • Teuer
Details:
  • Ultraweitwinkel-Festbrennweite
  • Lichtstarke Blende f1.4
  • Präziser, leiser Autofokus
  • Blendenring, Steuerring und Funktionstaste
  • Staub- und Spritzwasserschutz
  • Kompakt und leicht (ca. 578 g)
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Hast du Fragen zum Objektiv oder fotografierst du selbst schon damit? Schreib mir in die Kommentare, ich antworte auf jeden Kommentar.

Der Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Stephan Forstmann - Fotografie Experte

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.

Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen, Veranstaltungen und in der Milchstraßenfotografie zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen sowie Milchstraßenfotokurse. Ich erstelle Tutorials, in denen ich meine Foto-Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.

In diesen Beitrag habe ich viel Rechercheaufwand, Zeit und Herzblut investiert und ich gebe gerne mein Fachwissen an andere Fotografiebegeisterte weiter. Das macht aber auch sehr viel Arbeit und braucht vor allem viel Zeit. Fandest du diesen Artikel hilfreich und hast ihn gerne gelesen? Dann spendiere mir doch einen Kaffee für meine Mühe! Damit hilfst du mir und meiner Familie, hier alles am Laufen zu halten.

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