Wildlife-Fotografie
Die Wildlife-Fotografie, auf Deutsch Tier- oder Wildtierfotografie, zeigt frei lebende Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum. Dazu gehören Vögel, Säugetiere, Insekten und Meerestiere, ob im heimischen Wald oder auf einer Safari. Anders als im Zoo lassen sich die Tiere weder bestellen noch dirigieren. Gute Bilder entstehen durch Wissen über das Verhalten der Tiere, Geduld, Rücksicht und passende Technik.
Das erwartet dich im Beitrag
Ausrüstung
| Bereich | Typische Wahl |
|---|---|
| Objektiv | Telezoom wie 100-400 mm, 150-600 mm oder 200-800 mm, für Profis Festbrennweiten wie 500 mm oder 600 mm |
| Kamera | schneller Autofokus mit Tiererkennung, hohe Serienbildrate |
| Sensor | APS-C oder MFT für mehr Reichweite, Vollformat für wenig Licht |
| Zubehör | Einbein, Bohnensack, Tarnnetz oder Tarnzelt |

Kameraeinstellungen
- kontinuierlicher Autofokus mit Tier- oder Augenerkennung
- kurze Belichtungszeiten, für Vögel im Flug oft 1/2000 Sekunde oder kürzer
- Auto-ISO, damit Zeit und Blende fest bleiben können
- elektronischer Verschluss für lautloses Fotografieren, wenn die Kamera schnell genug ausliest
- Vorauslösung, sofern vorhanden, um den Abflug eines Vogels nicht zu verpassen
Gestaltung
Eine Aufnahme auf Augenhöhe des Tieres wirkt fast immer stärker als ein Blick von oben. Dafür legen sich Tierfotografen oft auf den Boden. Der Fokus gehört auf das Auge. Ein ruhiger, unscharfer Hintergrund hebt das Tier hervor. Das weiche Licht am frühen Morgen und am Abend ist besonders gut geeignet, und viele Tiere sind zu dieser Zeit auch am aktivsten. Bilder, die Verhalten zeigen, etwa Fressen, Jagen oder Interaktion, erzählen mehr als reine Porträts.
Rücksicht und Rechtliches
Das Wohl der Tiere geht immer vor. Zeigt ein Tier Unruhe, ist der Abstand zu gering. Brutplätze, Nester und Jungtiere sind besonders empfindlich. In Deutschland ist es nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, streng geschützte Arten und europäische Vogelarten während der Fortpflanzungs- und Aufzuchtzeit erheblich zu stören. In Naturschutzgebieten und Nationalparks gelten außerdem Wegegebote und weitere Regeln. Anlocken mit Futter oder Klangattrappen ist umstritten und vielerorts untersagt.
Einstieg
Für den Anfang eignen sich Tiere, die an Menschen gewöhnt sind: Wasservögel am Stadtsee, Eichhörnchen im Park oder Vögel am Futterhaus im Garten. Wildparks bieten die Möglichkeit, Technik und Autofokus zu üben, bevor es in die freie Natur geht.
Verwandte Begriffe
- Teleobjektiv
- Telezoom
- Telekonverter
- Autofokus
- Sportfotografie
- Makrofotografie
Fazit
Wildlife-Fotografie zeigt frei lebende Tiere in ihrer Umgebung. Lange Brennweiten, schneller Autofokus und kurze Belichtungszeiten sind die technische Grundlage. Mindestens genauso wichtig sind Geduld, Wissen über die Tiere und Rücksicht auf ihre Ruhe.
« Zum Fotografie LexikonDer Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.
Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen, Veranstaltungen und in der Milchstraßenfotografie zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen sowie Milchstraßenfotokurse. Ich erstelle Tutorials, in denen ich meine Foto-Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.
In diesen Beitrag habe ich viel Rechercheaufwand, Zeit und Herzblut investiert und ich gebe gerne mein Fachwissen an andere Fotografiebegeisterte weiter. Das macht aber auch sehr viel Arbeit und braucht vor allem viel Zeit. Fandest du diesen Artikel hilfreich und hast ihn gerne gelesen? Dann spendiere mir doch einen Kaffee für meine Mühe! Damit hilfst du mir und meiner Familie, hier alles am Laufen zu halten.
Vielen Dank für deine Unterstützung!
Noch mehr von mir bzw. über mich findest du in den sozialen Medien:

