Tiefenschärfe
Tiefenschärfe bezeichnet den Bereich vor und hinter der eingestellten Entfernung, der im fertigen Bild noch als scharf wahrgenommen wird. Der Begriff wird gleichbedeutend mit Schärfentiefe verwendet. Ob ein Foto von vorn bis hinten scharf ist oder nur ein schmaler Streifen, hängt von Blende, Brennweite, Aufnahmeabstand und Sensorgröße ab.
Das erwartet dich im Beitrag
Tiefenschärfe oder Schärfentiefe?
Beide Wörter meinen dasselbe. In der Fachsprache hat sich „Schärfentiefe“ durchgesetzt, weil es um die Tiefe des scharfen Bereichs geht. „Tiefenschärfe“ ist umgangssprachlich mindestens genauso verbreitet und wird in vielen Fotobüchern ebenfalls verwendet. Falsch ist keiner der beiden Begriffe. Eine ausführliche Erklärung mit Beispielbildern findest du im Lexikoneintrag zur Schärfentiefe.
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Warum es überhaupt einen Schärfebereich gibt
Ein Objektiv bildet genau genommen nur eine einzige Entfernung exakt scharf ab. Punkte davor und dahinter werden als kleine Scheibchen abgebildet, die Zerstreuungskreise. Solange diese Scheibchen kleiner sind, als das Auge beim Betrachten auflösen kann, wirken sie trotzdem scharf. Der Bereich, in dem das gilt, ist die Tiefenschärfe. Sie hängt daher auch davon ab, wie groß ein Bild später gezeigt und aus welchem Abstand es betrachtet wird.
Einflussfaktoren
| Faktor | Mehr Tiefenschärfe | Weniger Tiefenschärfe |
|---|---|---|
| Blende | große Blendenzahl, z. B. f/11 | kleine Blendenzahl, z. B. f/1.8 |
| Abstand zum Motiv | größer | kleiner |
| Brennweite (bei gleichem Abstand) | kürzer | länger |
| Sensorgröße (bei gleichem Bildausschnitt) | kleiner | größer |
Der Schärfebereich verteilt sich bei normalen Entfernungen nicht gleichmäßig. Grob reicht er etwa ein Drittel vor und zwei Drittel hinter die Fokusebene. Im Nahbereich wird die Verteilung gleichmäßiger.
Tiefenschärfe gezielt einsetzen
- Wenig Tiefenschärfe: für Porträts, Details und Produkte, die sich vom Hintergrund abheben sollen
- Viel Tiefenschärfe: für Landschaften, Architektur und Gruppenfotos, bei denen alles erkennbar sein soll
- Hyperfokale Distanz: Wird auf diese Entfernung scharfgestellt, reicht die Schärfe von etwa der halben Distanz bis unendlich.
- Focus Stacking: Mehrere Aufnahmen mit verschobenem Fokus werden zu einem durchgehend scharfen Bild kombiniert, etwa in der Makrofotografie.
Grenzen beim Abblenden
Sehr starkes Abblenden auf f/16 oder f/22 vergrößert zwar die Tiefenschärfe, macht das Bild aber durch Beugung insgesamt weicher. Gerade an hochauflösenden Kameras liegt der beste Kompromiss oft zwischen f/8 und f/11.
Verwandte Begriffe
- Schärfentiefe
- Blende
- Zerstreuungskreis
- Beugungsunschärfe
- Abblendtaste
- Bokeh
- Zonenfokussierung
Fazit
Tiefenschärfe ist ein anderes Wort für Schärfentiefe, also den scharf wirkenden Bereich vor und hinter der Fokusebene. Blende, Abstand, Brennweite und Sensorgröße bestimmen, wie groß er ist. Über diese Größen lässt sich steuern, ob ein Bild durchgehend scharf ist oder ein Motiv freigestellt wird.
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Der Beitrag wurde verfasst von: Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor aus Dolgesheim, Rheinland-Pfalz
Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.
Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen, Veranstaltungen und in der Milchstraßenfotografie zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen sowie Milchstraßenfotokurse. Ich erstelle Tutorials, in denen ich meine Foto-Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.
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