Polarisationsfilter
Definition
Ein Polarisationsfilter (auch Polfilter genannt) ist ein optisches Filter, das in der Fotografie vor dem Objektiv angebracht wird, um Lichtwellen einer bestimmten Schwingungsrichtung durchzulassen und andere zu blockieren. Dadurch werden Reflexionen und Blendeffekte reduziert, Farben intensiviert und Kontraste verstärkt.
Funktionsweise
Natürliches Licht besteht aus elektromagnetischen Wellen, die in unterschiedlichen Ebenen schwingen. Beim Auftreffen auf nichtmetallische Oberflächen wie Wasser, Glas oder Laub wird ein Teil des Lichtes polarisiert, das heißt, die Lichtwellen schwingen bevorzugt in einer bestimmten Richtung. Ein Polarisationsfilter lässt nur Licht einer bestimmten Polarisationsebene passieren und blockiert die anderen, wodurch störende Reflexionen und Spiegelungen deutlich reduziert werden.
Arten von Polarisationsfiltern
- Lineare Polarisationsfilter: Lassen Licht nur in einer bestimmten Ebene passieren. Sie werden heute kaum noch in der digitalen Fotografie verwendet, da sie die Autofokus- und Belichtungsmesssysteme moderner Kameras stören können.
- Zirkulare Polarisationsfilter: Bestehen aus einem linearen Polarisationsfilter und einer nachgeschalteten λ/4-Platte (Phasenplatte), die das Licht in zirkular polarisiertes Licht umwandelt. Sie sind mit modernen Kameras kompatibel und der Standard in der Fotografie.
Anwendungsbereiche
- Reduktion von Reflexionen: Besonders wirksam bei spiegelnden Oberflächen wie Wasser, Glas oder lackierten Flächen. Unerwünschte Spiegelungen können gezielt entfernt werden, sodass der Blick auf darunterliegende Strukturen freigegeben wird (z. B. Steine im Wasser).
- Steigerung der Farbsättigung: Polarisationsfilter verstärken die Farbintensität, indem sie Streulicht aus der Atmosphäre herausfiltern. Besonders auffällig ist dies bei blauen Himmel, der satter und dunkler erscheint, sowie bei grüner Vegetation.
- Kontraststeigerung: Durch die Reduktion von Dunst und Reflexionen werden Motive kontrastreicher und klarer abgebildet.
- Fotografie durch Glas: Polarisationsfilter helfen, störende Reflexionen beim Fotografieren durch Fensterscheiben oder Vitrinen zu vermeiden.
Handhabung
Der Polarisationsfilter wird auf das Objektiv geschraubt und besitzt ein drehbares Element. Durch das Drehen des Filters kann die Stärke der Polarisationswirkung gezielt eingestellt werden, je nach Winkel zur Lichtquelle. Die maximale Wirkung wird erzielt, wenn der Winkel zwischen Kamera und Lichtquelle etwa 90° beträgt (also seitliches Sonnenlicht).
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Vorteile
Reduziert unerwünschte Reflexionen und Spiegelungen
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- Sorgt für kräftigere Farben und höheren Kontrast
- Verbessert die Bildqualität bei Landschafts-, Architektur- und Produktfotografie
Nachteile
- Lichtverlust: Je nach Filtertyp und Einstellung kann der Polarisationsfilter bis zu 2 Blendenstufen Licht schlucken, was längere Belichtungszeiten oder höhere ISO-Werte erfordert.
- Uneinheitliche Wirkung bei Weitwinkelobjektiven: Der Effekt kann über das Bildfeld variieren und zu ungleichmäßiger Himmelfärbung führen.
- Nicht für alle Situationen geeignet: Bei bewölktem Himmel oder in Innenräumen ist die Wirkung oft gering.
Pflege und Hinweise
Polarisationsfilter sollten regelmäßig gereinigt werden, um Bildqualitätseinbußen durch Staub und Fingerabdrücke zu vermeiden. Hochwertige Filter besitzen eine Mehrfachvergütung, die Reflexionen und Kratzer reduziert.
Der Polarisationsfilter ist ein unverzichtbares Werkzeug in der Fotografie, um Reflexionen zu kontrollieren, Farben zu intensivieren und Kontraste zu steigern. Er wird vor allem in der Landschafts-, Architektur- und Produktfotografie eingesetzt und ist besonders bei Außenaufnahmen unter Sonnenlicht effektiv. Die richtige Anwendung und Einstellung des Filters sind entscheidend für optimale Ergebnisse.
« Zum Fotografie LexikonDieser Beitrag wurde verfasst von:
Stephan Forstmann – Fotograf, Autor und Fotografie-Tutor

Ich bin Stephan Forstmann, Berufsfotograf aus Leidenschaft und seit über 30 Jahren mit der Kamera unterwegs. Die letzten 10 davon professionell.
Fotografisch bin ich vor allem bei Hochzeiten, Portraits, Paaren & Familien, Reportagen und Veranstaltungen zu Hause. Ich leite Fotokurse für Anfänger und fortgeschrittene Fotografen und erstelle Tutorials, in denen ich meine Erfahrungen aus der Praxis weitergebe. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, kam ich aus der IT und habe viele Jahre im Marketing gearbeitet. Eine Kombination, die mir heute bei Technik, Workflow und Kundenkommunikation enorm hilft.
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