Manuelle Objektive: Im heutigen Tutorial geht es um eine Welt der Fotografie, die viele Fotoeinsteiger fürchten: Das Fotografieren mit manuellen Objektiven.


Fragt man Neueinsteiger ob sie schon mal mit einem manuellen Objektiv fotografiert haben, wird in den meisten fällen ein dickes “Nein” über die Lippen kommen.

Schade eigentlich – den seltsamerweise halten viele Fotografen großen Abstand von manuellen Objektiven und geben dabei oft fadenscheinige Gründe an. Es scheint fast so, als würde die Fotografie heutzutage nur noch mit Autofokus funktionieren.

Zeit das zu ändern! Denn übt man das manuelle Fokussieren eine Weile, wird man gefallen daran finden. Ich möchte in meinem Beitrag zeigen, dass es gar nicht so schwer ist, mit einem Objektiv mit manuellem Fokus exzellente Fotos zu machen. Aber vorerst möchte ich kurz die Vorteile eines manuellen Objektivs näher bringen.

#Transparenz

Alle in diesem Beitrag mit Sternchen (*) versehenen Links sind sogenannte Provision-Links.
Klickst du auf solch einen Verweislink und kaufst ein Produkt, erhalte ich für deinen Einkauf eine kleine Provision. Für dich verändert sich der Preis selbstverständlich nicht.

Die Vorteile eines manuellen Objektivs

Niedriger Anschaffungspreis

Betrachten wir den wohl eindeutigsten Vorteil, den ein manuelles Objektiv mitbringt: Die niedrigen Anschaffungskosten. Objektive ohne Autofokus kosten meist nur halb so viel – oder gar noch weniger – als ein Objektiv mit Autofokus. Gerade für Fotografie-Einstieger ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Manuelle Objektive sind Lichtriesen

Manuelle Objektive haben oft eine große Anfangsblende
Manuelle Objektive haben oft eine große Anfangsblende. Hier: 85mm mit f/1.2

Manuelle Objektive haben in der Regel eine größere Offenblende als Objektive mit Autofokus, da kein AF-Motor im Objektivtubus verbaut werden muss. So erhält man schon relativ günstig Objektive mit einer Offenblende von f/1.4 – oder gar f/1.2 und kann dadurch Looks mit seinen Bildern erzeugen, die ansonsten in der Art nicht möglich wären!

Präzisere Fokussiermöglichkeiten – Ideal für die Videografie

Manuelle Objektive sind in der Regel mit einem weitaus präziserem Fokusring ausgestattet, der feineres Fokussieren durch einen längeren Fokusweg ermöglicht. Besonders für Videografen ist das von Vorteil, da der Fokus extrem weich nachgezogen werden kann.

Bessere Möglichkeiten für die Bildkomposition

Bokeh Samyang XP 50mm 1.2
Manuell fokussiert – losgebunden von AF-Punkten

Eine der größten Vorteile ist, dass man Bildkompositionen unabhängig von der Lage der Autofokus-Punkte der Kamera setzen kann. Durch den manuellen Fokus kann man sein Bildobjekt beliebig positionieren, es präzise scharfstellen und kann somit Fotos machen, die sonst mit einer DSLR nicht ohne die Nutzung des LiveView möglich wären – Das trifft insbesondere bei ältern Kameramodellen zu, die nur einen kleinen Bereich mit Autofokus-Punkten abdecken.

Manuelles Fokussieren entschleunigt deine Fotografie

Dadurch, dass man etwas Zeit zum Fokussieren benötigt, ist ein manuelles Objektiv ideal um sein fotografisches Können zu schulen. Durch den entschleunigten Fotoprozess fotografiert man deutlich weniger und man denkt mehr über die Komposition und das finale Foto nach, bevor man auf den Auslöser drückt.

Bei Portraits redet man in der Regel zudem mehr mit dem Model, wenn man ein manuelles Objektiv nutzt.

Hochwertige Optiken

Manuelles Objektiv, schnell fokussiert. Blende 1.2 bei 85mm
Manuelles Objektiv , dass ich mit Blende 1.2 bei 85mm benutzt habe- trotzdem exzellente Schärfe, dank hochwertiger Optiken

Die meisten manuellen Objektive haben eine überragende Abbildungsleistung und sind bereits bei Offenblende extrem scharf und korrigieren Bildfehler besser als Modelle mit Autofokus.

Das gilt oft auch für ältere Objektive, die im Netz oft als “Altglas” bezeichnet werden. Mein Biometar 80mm 2.8 Zeiss, dass für die Pentacon Six Mittelformatkamera gebaut wurde, liefert gestochen scharfe Bilder. Und das, obwohl das Objektiv ab 1970 produziert wurde!

Aber auch moderne, manuelle Objektive haben oft eine super Abbildungsleistung.

Manuelles Objektiv benutzt

Zahlreiche Adaptierungsmöglichkeiten

Alten, manuellen Objektiven kann man auf fast jedem System neues Leben einhauchen! Denn mit dem passenden Adapter lässt sich fast jedes Objektiv an eine moderne Kamera bringen. Da die manuellen Objektive nicht mit der Kamera kommunzieren müssen, sind die Adapter recht günstig erhältlich.

Nutzt man manuelle Mittelformatobjektive an einer Vollformatkamera, kann man sogar einen Tilt-Shift-Adapter nutzen und das Objektiv in ein Tilt-Shift-Objektiv verwandeln. Diese Adapter kosten jedoch deutlich mehr! Man hat dennoch wesentlich weniger Kosten, als wenn man sich ein “normales” Tilt-Shift-Objektiv kaufen würde.

An Canon-Kameras kann man wirklich so ziemlich alles an alten Objektiven adaptieren. Genauso bei Sony.

Objektivempfehlungen

Gerne möchte ich hier ein paar gute, manuelle Objektive empfehlen, die richtig Spaß machen. Alle Objektive in der Liste sind für Canon-EF, aber auch für andere Systeme verfügbar:

Empfehlenswerte, manuelle Objektive für Portraits

Angebot
SAMYANG 7493 135mm F2.0 für Canon EF - Vollformat und APS-C Teleobjektiv Festbrennweite für Canon Kamera mit EF/ EF-S Mount, manueller Fokus, für Canon EOS-1D X Mark III, 6D Mark II, 5D Mark IV
66 Bewertungen
SAMYANG 7493 135mm F2.0 für Canon EF - Vollformat und APS-C Teleobjektiv Festbrennweite für Canon Kamera mit EF/ EF-S Mount, manueller Fokus, für Canon EOS-1D X Mark III, 6D Mark II, 5D Mark IV*
  • LICHTSTARKES TELEOBJEKTIV HÖCHSTER QUALITÄT - 135mm Festbrennweite für Canon EOS Vollformat und APSC Kamera, ideal für Astro- Widefield- Landschafts- und Wildlifefotografie sowie Portrait, Alugehäuse mit Innenfokussierung, hochwertiger Haptik
  • AUFWENDIGE KONSTRUKTION - Exzellente Abbildungsqualität für hohe Auflösung und Schärfe bis zum Bildrand, 11 Linsen in 7 Gruppen, ideal für Langzeitbelichtung, UMC Vergütung gegen Aberrationen, weiches Bokeh dank 9 Blendenlamellen
  • PASSEND FÜR Canon EF-MOUNT VOLLFORMAT UND APSC KAMERAS - Canon EOS-1D X Mark III, 6D Mark II, 5D Mark IV, 1D X Mark II, 5DS, 1D C, 6D, 1D X, 5D Mark III, 5D Mark II, 5D, 1Ds sowie 850D, 90D, 250D, 2000D, 4000D, 200D, 77D, 800D, Mark III, 1D Mark II
  • DETAILDATEN - Brennweite 135 mm, Bildwinkel Vollformat 18.8° - APS-C 11,7°, F2.0 - F22, Linsen/Gruppen: 11/7, Naheinstellgrenze 0,8 m, 9 Blendenlamellen, UMC-Vergütung, Ø Filter 77 mm, Ø Objektiv 82 mm, Länge 122,1 mm, Gewicht: 830g
  • LIEFERUMFANG - Samyang 135mm F2.0 ED UMC Canon EF schwarz, 1x Gegenlichtblende, 2x Schutzdeckel (Linse und Bajonett), 1x Objektivschutzbeutel, 1x Anleitung und Garantieunterlagen DE/EN

Angebot
Samyang MF 85mm F1,4 AS IF UMC für Canon EF – Vollformat Portrait Objektiv für Canon EF/EF-S Mount, geeignet für APS-C, manueller Fokus, für DSLR Canon Kameras EOS 6D Mark II, 1Dx Mark III
303 Bewertungen
Samyang MF 85mm F1,4 AS IF UMC für Canon EF – Vollformat Portrait Objektiv für Canon EF/EF-S Mount, geeignet für APS-C, manueller Fokus, für DSLR Canon Kameras EOS 6D Mark II, 1Dx Mark III*
  • ERSTKLASSIGES PORTRAITOBJEKTIV – Lichtstarkes, kompaktes Portraitobjektiv 85mm F1,4, ausgezeichnete Bildqualität, Innenfokussierung, Aluminiumgehäuse, 540 g Gewicht, präzise manuelle Fokussierung durch leichtgängigen Fokusring
  • LICHTSTARKE OFFENBLENDE F1,4, TRAUMHAFTES BOKEH – Für Aufnahmen mit kurzer Belichtungszeit bei wenig Licht sorgt die Blende F1,4, ausgewogenes Bokeh mit runden Spitzlichtern durch 8 Blendenlamellen, UMC Vergütung, 9 Linsen in 7 Gruppen
  • PASSEND FÜR - Canon DSLR Kameras wie Canon EOS-1D X Mark III, 6D Mark II, 5D Mark IV, 1D X Mark II, 5DS(R), 1D C, 6D, 1D X, 5D Mark III, 5D Mark II, 1Ds Mark III, 1D, Mark III, 5D, 1Ds Mark II, 1D Mark II, 1Ds, 1D
  • DETAILDATEN - Brennweite 85mm, Vollformat 28,3° /APS-C 17,7°, Lichtstärke F1.4-F, Linsen/Gruppen: 9/7, Naheinstellgrenze 1,1m, 8 Blendenlamellen, Vergütung: UMC, Filter Ø 72mm, Objektiv Ø 78mm, Aluminium Gehäuse, Länge 74,7mm, Gewicht 540g
  • LIEFERUMFANG - Samyang MF 85 mm F1,4 AS IF UMC Canon EF schwarz, 1x Gegenlichtblende, 2x Schutzdeckel (Linse und Bajonett), 1x Objektivschutzbeutel, 1x Anleitung und Garantieunterlagen DE/EN

Empfehlenswerte, manuelle Objektive für Landschaften

Samyang MF 14mm F2,8 MK2 für Canon EF – Weitwinkel Objektiv manueller Fokus für Vollformat und APS-C Festbrennweite Canon EF Mount, 2. Generation EOS 7D Mark II, EOS 5D Mark IV, EOS 77D, EOS 90D
55 Bewertungen
Samyang MF 14mm F2,8 MK2 für Canon EF – Weitwinkel Objektiv manueller Fokus für Vollformat und APS-C Festbrennweite Canon EF Mount, 2. Generation EOS 7D Mark II, EOS 5D Mark IV, EOS 77D, EOS 90D*
  • ZWEITE GENERATION DES BELIEBTEN VOLLFORMAT WEITWINKELOBJEKTIVS – Viele Neuerungen und Features im neuen Design. Entwickelt für Vollformat, manuelles Objektiv.
  • FOCUS LOCK UND DE-CLICK-FUNKTION FÜR STUFENLOSE BLENDE – Der Fokus ist arretierbar für Langzeitbelichtungen oder Timelapse. Die neue Blende mit 9 gerundeten Lamellen von F2,8 bis F22 kann mit einem Handgriff stufenlos geschaltet werden.
  • PASSEND FÜR – Canon EF Vollformat und APS-C Serien EOS 5D Mark III, EOS 750D, EOS 7D Mark II, EOS 80D, EOS 5D Mark IV, EOS 1300D, EOS 2000D, EOS 4000D, EOS 200D, EOS 77D, EOS 750D, EOS 760D, EOS 250D, EOS 90D, EOS 850D, EOS 800D, EOS 6D Mark II
  • DETAILDATEN – 14mm Festbrennweite, Bildwinkel Vollformat 115,7°, APS-C 89,9°, Naheinstellgrenze 28 cm, 14 Elemente in 10 Gruppen, 1x ASP, 1x H-ASP, 3x HR, 1x ED, Wetterschutz, UMC-Vergütung, Ø Objektiv 87 mm, Gewicht 649 g, Länge 9,6 cm
  • LIEFERUMFANG – 1x Samyang MF 14mm F2.8 Canon EF mit fest verbauter Gegenlichtblende, 1x Schutzkappe für Linse, 1x Schutzkappe für Bajonett, 1x Objektivbeutel, 1x Anleitung

Angebot
Samyang 16/2,0 Objektiv DSLR Canon EF manueller Fokus Fotoobjektiv, Weitwinkelobjektiv schwarz
121 Bewertungen
Samyang 16/2,0 Objektiv DSLR Canon EF manueller Fokus Fotoobjektiv, Weitwinkelobjektiv schwarz*
  • Ultraweitwinkel-Objektiv 16mm F2.0
  • Perfekt für Landschafts - und Naturfotografie
  • Manuelle Fokusierung
  • Herstellergarantie: 5 Jahre bei Verkauf und Versand durch Amazon.de. Bei Verkauf und Versand durch einen Drittanbieter gelten die Angaben des jeweiligen Verkäufers
  • Lieferumfang:Samyang 16mm F2.0 Objektiv für Anschluss Canon EOS; Sonnenblende; Schutzdeckel für Linse und Anschlussgewinde; Objektivschutzbeutel

Die Nachteile eines manuellen Objektivs

Logisch – kein Autofokus

Das fehlen des Autofokus bringt natürlich Nachteile mit. Insbesondere wenn man viel Sport fotografiert oder in der Reportagefotografie unterwegs ist, da es wirklich extrem schwer ist, schnell bewegende Objekte korrekt zu fokussieren. Zumindest wenn man sehr offenblendig fotografiert.

Ich empfehle daher in diesen beiden fotografischen Feldern auf ein Objektiv mit manuellem Fokus eher zu verzichten, da die Ausbeute an guten, korrekt fokussierten Fotos eher gering sein wird.

Natürlich kann man auch abblenden, doch wer hat schon genug Licht und Lust ständig mit Blende f/11 zu fotografieren?

Übrigens nutze ich auch auf Hochzeiten gelegentlich Objektive mit manuellem Fokus. Jedoch wirklich nur in Momenten, in denen ich genau weiß, dass ich Zeit habe und keinen wichtigen Moment verpasse.

Man braucht gute Augen

Nutzt man ein Objektiv mit manuellem Fokus, braucht man gerade bei einer Spiegelreflex-Kamera wirklich gute Augen um korrekt zu fokussieren, insbesondere bei Offenblende.

Mit manuellen Objektiven fokussieren

Manuelles Fokussieren an einer Spiegelreflexkamera

Manuelles Objektiv für Portrait und Paarshooting genutzt
Hier habe ich ein manuelles Objektiv im Paarshooting genutzt. Fokussiert wurde mittels LiveView an einer 5D Mark IV

Manuelles Scharfstellen in Kombination mit offenblendigen Fotografieren scheint anfangs an einer (Canon-) DSLR extrem kompliziert zu sein. Besonders dann, wenn man über den Sucher fotografiert. Seltsamerweise hat man nämlich sehr viele fehlfokussierte Fotos, obwohl im Sucher alles Scharf aussah.

Erstens liegt das daran, dass der Sucher die Augen belügt! Denn der Sucher zeigt in Kombination mit der standardmäßigen, verbauten Mattscheibe nicht die tatsächliche Schärfentiefe, die das Foto haben wird, sondern zeigt eine Schärfentiefe die etwas f/2.8 entspricht.

Zweitens führt uns das Gehirn bei langen Fokussierversuchen in die Irre. Kleinere Fokusänderungen scheinen nichts mehr zu bewirken und die Schärfeebene ändert sich nicht, je länger man versucht auf den Millimeter genau scharfzustellen. Hier empfehle ich den Fokusring großzügiger zu bewegen um diesen Effekt zu vermeiden. In der Regel fokussiert man dadurch deutlich schneller!

Die richtige Mattscheibe nutzen

Wie bereits weiter oben erwähnt, ist die standardmäßig verbaute Mattscheibe keine große Hilfe um korrekt und präzise manuell zu fokussieren.

Für die Nutzung von manuellen Objektiven wurden daher spezielle Mattscheiben entwickelt, die das manuelle fokussieren deutlich erleichtern!

Canon bietet beispielsweise eine Hochpräzisionsmattscheibe ( Canon Mattscheibe EG-S* ) an, die man unkompliziert in eine Canon 6D oder Canon 5D Mark II einbauen kann. Diese Mattscheibe hilft dabei die Lage der Schärfeebene korrekt zu beurteilen. Dinge, die nicht fokussiert sind, werden durch diese Mattscheibe deutlich unschärfer dargestellt und erleichtert das manuelle Fokussieren dadurch ungemein!

Aber Achtung – die Mattscheibe sorgt dafür, dass der Sucher etwas dunkler wird als gewohnt. Wer viel mit lichtstarken Objektiven arbeitet, wird sich daran nicht stören. Jedoch kann es bei Zoomobjektiven mit einer Anfangsblende von f/5.6 schon ordentlich dunkel werden im Sucher.

Übrigens: Die Mattscheibe lässt sich an den oben genannten Modellen innerhalb weniger Sekunden wechseln und ist wirklich unkompliziert.

Leider hat sich Canon dafür entschieden, in der 5D Mark III oder der Mark IV die Mattscheibe “fast” fest zu verbauen und einen Wechsel deutlich komplizierter zu gestalten. Zudem werden keine Mattscheiben für diese Kameras hergestellt, so dass man auf einen Drittanbieter zurückgreifen muss.

Ein Schritt, den ich absolut nicht nachvollziehen kann. (So wie viele andere Dinge die man als Canon-Nutzer aber irgendwie gewohnt ist…)

Kommt es trotz verbauter Hochpräzisions-Mattscheibe immer noch zu fehlfokussieren Fotos, sollte man als allererstes die Dioptrien-Korrektur an der Kamera korrekt einstellen, damit der Sucher ein korrektes Bild zeigt!

Brillenträger sollten bei einer korrekt auf die Augen eingestellten Brille die Korrektur auf 0 gestellt haben!

Mit der Fokus-Bestätigung arbeiten

Cremiges Bokeh bei Blende 1.2
Blende 1.2 – Manuell fokussiert

Einige MF-Objektive haben einen AF-Bestätigungschip verbaut, der ein Autofokusfeld immer dann leuchten lässt, wenn etwas scharfgestellt wurde. Diese Methode kann man nutzen, wenn es etwas schneller gehen soll. Allerdings ist man dadurch in der Komposition wieder an die AF-Punkte gebunden.

Arbeiten mit dem LiveView

Über den LiveView zu fotografieren ist eine nützliche Möglichkeit um mit manuellen Objektiven korrekt zu fokussieren, da das tatsächliche Foto vorab sichtbar ist, dass durch drücken des Auslösers entstehen wird. Dadurch lässt sich die Schärfe im Bild sehr präzise beurteilen. Für die Astro- und Landschaftsfotografie empfehle ich prinzipiell die Nutzung des LiveView, um wirklich auf den Punkt scharfzustellen.

Dabei hilf auch die Funktion, den LiveView um den Faktor 10 zu vergrößern und somit noch präziser zu fokussieren. Das ist besonders bei Ultraweitwinkelobjektiven sehr nützlich.

Fokussieren an einer spiegellosen Kamera

Willkommen in einer neue Ära der Fotografie. Die spiegellosen Kameras machen so einiges einfacher, als an einer DSLR. Dazu gehört auch das manuelle fokussieren, da der elektronische Sucher euch immer genau beurteilen lässt wo genau die Schärfe im Bild liegt. Einfacher geht es kaum. Einige Modelle zoomen sogar automatisch ins Bild, sobald man den Fokusring dreht um direkt präzise zu fokussieren.

Zusätzlich verfügt fast jede spiegellose Kamera über Fokus-Peaking. Dadurch werden farbige Kanten über die Stellen im Foto gelegt, die scharfgestellt sind. Man sieht somit direkt, wo die Schärfeebene verläuft und stellt innerhalb weniger Sekunden korrekt scharf. Ob Sony, Fuji, Olympus, Panasonic, Nikon oder Canon – Den spiegellosen Kameras dieser Marken gehört auch dank dieser Features definitiv die Zukunft.

Fazit: Manuelle Objektive

Manuell zu fokussieren macht Spaß und ist wirklich nicht schwer, wenn man etwas Übung hat. Mit einer spiegellosen Kamera wird es erst recht zu Kinderspiel. Probiere doch mal ein manuelles Objektiv aus und fotografiere damit in verschiedenen Situationen.

Ich wünsche viel Spaß dabei!

Letzte Aktualisierung am 19.10.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Kommentare zu Manuelle Objektive – Guide – Tipps zur Fokussierung, Vor- und Nachteile

Hier kannst du mir und anderen Lesern Fragen zum Beitrag stellen und diskutieren. Alle Kommentare werden moderiert.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

8 Kommentare

  1. Bernhard 10. Juli 2021 at 19:45

    Vielen Dank für die Neuglasvorstellung. Neuglas, weil es manuelle Objekitve aus der Jetztzeit sind.

    Altglas, sind alte manuelle Objektive. Diese verwende ich am Häufigsten.

    LG Bernhard

  2. Berthold Mohr 19. März 2021 at 22:03

    Hallo Maxim,
    ich habe mir vor ein paar Monaten eine Canon EOS 5D (1.Serie) zugelegt. Da ich mehrere Canon Kameras und etliche Canon FD-Objektive besitze, kannst Du mir vielleicht weiterhelfen: Mit welchem Adapter hast Du denn für die alten Objektive an der digitalen Kamera gute Erfahrungen gemacht? Würde gerne meine FD-Optiken weiterverwenden, anstatt viele neue zu kaufen ;-). Für Deine Anregungen vielen Dank, ein schönes Wochenende und bleib gesund.
    Berthold

    1. Maxim (Stephan Forstmann) 24. Juni 2021 at 20:16

      Hallo Berthold,
      bei den FD Objektiven ist ja der Adapter ohne elektronische Kontakte. Daher ist es eigentlich egal, welchen du nimmst, solange er eine Korrekturlinse verbaut hat. Denn wenn die fehlt, kannst du nicht auf unendlich fokussieren.

  3. Schotterschnecke 19. März 2021 at 7:30

    Danke! Ich bin Anfängerin und durch Zufall jetzt an eine ep-3 gekommen. Da ich zu Hause nur wenig Licht habe, hab ich mir jetzt erst mal so ein günstiges Meike MFT Objektiv 35 mm f1.4 geholt für 80 €! Gefällt mir extrem. Metall statt Plastik. Verliebt. Und i-wie finde ich den manuellen Focus sogar viel besser, zu viel ElektronikChichi irritiert mich eher , ich weiß immer noch gar nicht, wie ich mit dem AF umgehen soll. Hier ist das feedback einfach und direkt. Danke für den Artikel

  4. Jonah 19. Januar 2020 at 21:54

    Besten Dank für diesen Beitrag!
    Ich bin mit analoger Fotografie groß geworden, es hat mir immer viel Spaß gemacht, aber da in jungen Jahren die finanziellen Mittel sehr beschränkt waren, hat es in Bezug auf eigene Geräte nur zu einfachen Kompaktkameras (erst analog, dann digital) gereicht. Nach einigen Jahren reiner Smartphoneknipserei habe ich darauf keine Lust mehr, möchte in mein altes Hobby wieder eintauchen und diesmal auch richtig was dazulernen. Was das Technische angeht, bin ich also sozusagen noch blutiger Anfänger. Nun habe ich mir zum Start eine Sony Alpha 6000 gekauft und, in erster Linie eben genau aus dem im Beitrag angeführten finanziellen Grund, dazu zwei manuelle Objektive. Natürlich war ich erst einmal ein wenig unsicher, ob ich recht daran tue, mir das zuzutrauen. Doch ich will ja viel dazu lernen und eben mehr Möglichkeiten haben als Leute, die sich komplett auf Automatik verlassen (müssen).
    Nach der Lektüre dieses Beitrags bin ich guter Dinge. Nächste Woche wird fröhlich ausprobiert. :-)
    Gut zu wissen, dass auch alte Objektive mit modernen Kameras kompatibel sind! Ich befürchte bloß, dass meine Eltern ihre komplette Ausrüstung bereits vor Jahren verkauft haben. Vielleicht findet sich ja doch noch das ein oder andere Teil in/auf Keller oder Dachboden.

    1. Maxim (Stephan Forstmann) 20. Januar 2020 at 9:01

      Hallo Jonah, super dass dir der Beitrag weitergeholfen hat. Manuelles Fokussieren macht Spaß! Es entschleunigt die Fotografie doch sehr und man konzentriert sich mehr auf das Motiv. Ich wünsche dir viel Spaß beim ausprobieren :)

  5. Thomas 13. August 2019 at 21:05

    Hallo Maxim,

    vielen Dank für den Beitrag. Ich habe genau diese Situation – mehr oder weniger freiwillig: neuer DSLR-Body (Canon D6 Mark II) und ein paar alte Zeiss und Pentacon-Objektive (Gruß nach Dresden).

    Ich fand mich erst ganz schlau, weil ich damit ja wahnsinnig Geld gespart habe und trotzdem unerreicht gute Optiken haben. Ganz so, wie du es geschrieben hast.

    Die Enttäuschung: technisch für möglich und selbstverständlich hielt ich es, dass die DSLR volle Unterstützung bei Schärfe und Belichtung bietet. Tja, leider nein. Auf der Suche nach Leidgenossen bin ich hier fündig geworden und weiß nun wenigstens, dass ich die Suche nach dieser Funktion beenden kann.

    Kannst du technisch erklären, warum das eine DSLR nicht kann?
    Sollte ich also meine DSLR verkaufen und doch besser eine spiegellose nehmen?

    Viele Grüße
    Thomas

    1. Maxim 14. August 2019 at 7:21

      Hallo Thomas,

      das Problem ist, dass die Kamera nicht mit den alten Objektiven kommunizieren kann. Der Adapter verändert ja nur Auflageform und das -maß, damit das Objektiv an die Kamera passt.

      Die Kamera weiß somit erstmal nicht bei welcher Blende das Objektiv gerade betrieben wird und wie stark das Objektiv vignettiert. Daher tut sich die Kamera entsprechend bei der Belichtungsmessung bei der Arbeit durch den Sucher schwer. Das erlebe ich beispielsweise oft, wenn ich mit mit meinem adaptierten Tilt-Shift-Objektiv arbeite. Hier hilft nur der LiveView. Moderne Objektive sind wie kleine Computer, die eine Menge Informationen an die verbundene Kamera weitergeben. Wenn du mehr über die Funktionsweise von Objektiven wissen möchtest, empfehle ich dir die große Objektivreihe von Krolop und Gerst. Achtung, da wird es sehr sehr technisch und alles wird bis ins kleinste Detail erklärt :)

      Ich selber arbeite derzeit viel mit der spiegellosen EOS R und da macht die Arbeit mit manuellen Objektiven wesentlich mehr Freude dank Focuspeaking.

      Ob sich für dich ein Wechsel lohnt? Das hängt ganz davon ab, ob du diese Objektive wirklich oft nutzen möchtest und ob für dich dann LiveView + 10 Fach-Vergrößerung zu umständlich ist.

      Falls du spielgellos in Betracht ziehst, kann jede Kameramarke mit ihren spiegellosen Systemen Focuspeaking. Die wohl günstigsten Option im Vollformat ist hier wohl derzeit (Mitte 2019) die Canon EOS RP.

      Aber auch mit Focuspeaking ist trotzdem ein gutes Auge und Geduld gefragt – besonders bei großen Blendenwerten :)

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.