Canon EOS R Test – Review, Testbericht, Erfahrungen & Testbilder

Canon EOS R Test: In diesem Review erzähle ich dir von meinen Erfahrungen mit der Canon EOS R – der ersten spiegellosen Vollformatkamera von Canon:

Canon EOS R
Ich nutze die Canon EOS R seit über einem Jahr und konnte sie über diesen ganzen Zeitraum ausgiebig testen: Die Fotografie-Funktionen haben mich dabei sehr überzeugt.

Liest man sich durch die ganzen Internet-Rezensionen und Tests, wurde wohl kaum eine Kamera mehr in der Luft zerrissen, als die Canon EOS R – die erste Vollformat-Systemkamera von Canon. (Auch wenn die „Hitzeprobleme“ der Canon EOS R5 derzeit ja auch extrem diskutiert werden)

Die EOS R soll laut Datenblättern und den ganzen „Kritikern“ im Netz ein Schuss in den Ofen sein, wenn man Kommentare wie „Das ist Technik von 2015!“, oder „LOL, die kann nur 8 Bilder die Sekunde!“ in Foren oder auf YouTube so sieht…

Die Canon EOS R ist wohl also eine Kamera, die auf den ersten Blick den Modellen von Sony und Nikon gnadenlos unterlegen ist… Oder etwa doch nicht?

#Transparenz

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Bevor ich direkt und ausführlich in den Test der Canon EOS R mit einigen Testfotos einsteige, möchte ich darauf hinweisen, dass es im Test zur Canon EOS R gleich sehr ausführlich wird. Vielleicht reicht dir ja auch schon der grobe Überblick über die Features, die ich im Test weiter unten detailierter besprechen werde:

Canon EOS R: Technische Daten und Ersteindruck

Canon EOS R: Test

Canon EOS R Test: meine Erfahrungen mit der spiegellosen Kamera
Die Canon EOS R im Praxis-Test: Ich hatte die Kamera über ein Jahr im Einsatz und konnte sie in vielen Fotografie-Bereichen ausgiebig testen. Meine Erfahrungen im Test der Canon EOS R sind dabei fast durchweg positiv. Auch heute begeistert mich die Canon EOS R immer noch und ist meine Hauptkamera geworden, mit der ich sehr zufrieden bin.

Getestet und für sehr gut befunden: Die Canon EOS R ist eine Systemkamera, die deutlich mehr bietet, als die doch teils negativen Kommentare im Netz vermuten lassen. Denn gerade die für Canon typische Ergonomie, der extrem verlässliche Autofokus und ein tadellos funktionierender EF-Adapter sorgen dafür, dass die Canon EOS R vor allem mit den Fotografie-Funktionen sehr überzeugt. Der Canon EOS R Test macht eines sichtbar: Sie ist nicht die Eierlegende-Wollmilchsau, die von so manchem Fotografen gewünscht wird. Aber das ist bekanntlich keine Kamera.

Schauen wir uns doch gemeinsam die Stärken und Schwächen der EOS R an: Gerne teile ich meine Erfahrungen und zeige dir in dieser Liste, was mich an der Canon EOS R nach einem Jahr im Einsatz immer noch überzeugt und was nicht.

Testergebnis: sehr gut

  • Die Canon EOS R liegt exzellent in der Hand und die Bedienung macht Spaß und schnell erlernt
  • Der Autofokus der EOS R ist der absolute Wahnsinn und kann an die Bedürfnisse angepasst werden
  • Servo-Modus für kontinuierliches Nachführen ist extrem gut – sowohl im Foto- als auch im Videobetrieb. Bei offenblendigen Fotos ein Game-Changer.
  • Einfache, für Canon typische, intuitive Bedienung
  • Sehr leise Kamera, im Vergleich zur 5D Mark IV
  • Präzises Face-Tracking & extrem verlässlicher Augenautofokus! Ein Gamechanger für die Arbeit mit offenblendigen Objektiven wie dem Sigma 105mm 1.4 Art – besonders in Kombination mit dem Servo-Modus
  • Objektive von Drittanbietern fokussieren exakt und sicher. Besonders die Sigma Art und Tamron SP Objektiv-Serien profitieren davon.
  • Wählen des Fokuspunktes via Touch and Drag ist ein Game-Changer. So extrem schnell und präzise konnte ich bisher nicht fokussieren. Da vermisst man definitiv keinen Joystick!
  • Geringes Gewicht
  • EF-RF-Adapter funktioniert perfekt
  • Sucher ist flimmerfrei und so scharf, dass ich sogar bei meinem 80mm 2.8 Tilt-Shift die Schärfeebene sehe
  • Hohe Konfigurierbarkeit der Tasten
  • Video mit 60fps im Full HD-Modus und Autofokus läuft extrem gut

Testergebnis: neutral

  • Nur ein Kartenslot – Daten sind aber via WIFI und Canon Camera Connect automatisch übertragbar
  • Kein Fullframe 4k Video
  • 120fps Video nur mit 720p
  • Kein IBIS
  • Akkulaufzeit: mit einem voll geladenem LP-E6N-Akku schaffe ich in etwa 1200 Fotos – Der von CIPA gemessene Wert der Akkulaufzeit ist für spiegellose Kameras eh absoluter Schwachsinn (mehr dazu hier)
  • Augen-Sensor für das Aktivieren des elektronischen Suchers an ungünstiger Stelle. Zeigt man einem Kunden Fotos auf dem Display und bewegt Hand oder Finger etwas darüber, geht das Display aus. Das Problem habe ich aber inzwischen gelöst, indem ich Kamera-Sucher oder Display aktiv halte und nicht beides

Testergebnis: schlecht

  • Ich hatte drei System-Freezes ohne Fehlercode, die das Entfernen des Akkus benötigten (bei ca. insgesamt 100000 Fotos verteilt auf ein Jahr Nutzung, zwei auf alter Firmware). Der Canon Support konnte mir keine Ursache dafür nennen und riet, die Kamera einzuschicken.
  • Touchbar leider nicht vernünftig nutzbar – nutze ich derzeit zum Ein- und Ausschalten der Wasserwaage, des Histograms und ggf. für den Weißabgleich

Ausführlicher Review der Canon EOS R

Eines kann ich hier vorweg nehmen: Ich habe eine neue Lieblingskamera – die Canon EOS R* liefert das ab, was sie verspricht. Ich bin froh darüber, dass ich sie gekauft habe und nutze Sie seit Herbst 2019 als Hauptbody. Meine 5D Mark IV wurde zum Second Body degradiert.

Die Canon EOS R ohne Objektiv
Die Canon EOS R in der Frontansicht – ohne Objektiv

Übertriebene Kritik an der Canon EOS R aus dem Netz

Gehen wir in diesem etwas anderem Test-Review zur Canon EOS R auf die ganzen Aussagen aus dem Netz ein. Ich habe nun den mutigen Schritt gewagt und unsere wirklich in die Jahre gekommene 5D Mark II gegen die EOS R getauscht. Und ich kann schon mal so viel verraten: Selbst meine bisherige Hauptkamera, die Canon 5D Mark IV* wird von der Canon EOS R* gnadenlos in den Schatten gestellt! Und das heißt nicht, dass die 5D Mark IV eine schlechte Kamera ist. Ganz im Gegenteil!

Wer mir/bzw. uns (@tinaundmaxim) schon länger folgt, der weiß ja, dass wir schon immer mit Equipment von Canon fotografieren. Meine beiden Hauptobjektive sind das Canon 35mm 1.4 II L USM* und das Canon 135mm 2.0 L USM* , aber auch das Tamron 85mm 1.8 SP VC, Sigma 50mm 1.4 Art* und ein Sigma 20mm 1.4 Art* nutzen wir regelmäßig. Und das machen wir nicht ohne Grund. Wenn das Equipment abliefert, gut in der Hand liegt und du es im Schlaf bedienen kannst, dann gibt es keinen Grund über einen Systemwechsel nachzudenken.
Machen wir kurz noch einmal einen Ausflug zum Datenblatt-Hating. Die wohl meisten Kritikpunkte aus den ersten Tests der Canon EOS R sind die Folgenden:

• Angeblich ist in der Canon EOS R ein alter, schlechter Sensor verbaut
• Die EOS R hat keinen IBIS (In Body Image Stabilization – also Bildstabilisierung auf dem Sensor)
• Die EOS R hat hur einen Kartenslot, das geht gar ja nicht!
• 4K mit krassem Crop disqualifiziert die EOS R angeblich für Video

Schütteln wir mal diesen ganzen Datenblatt-Mist ab und beschäftigen uns ernsthaft mit den Features der Canon EOS R!

Ergonomie

Chapeau Canon! Ihr habt eine Kamera gebaut, die für mich perfekt in der Hand liegt. Ich möchte Sie nicht mehr aus der Hand legen und an die neuen Button-Plätze der EOS R gewöhnt man sich schnell. Die Kamera lässt sich mit beiden Händen sehr stabil halten und ich finde sie „bequemer“ als meine 5D Mark IV. Canon, bitte nehmt für eure zukünftigen Kameras genau das Material, das ihr bei der Canon EOS R am Griff für die Gummierung genutzt habt. Es fühlt sich einfach fantastisch an.

Der Kontrollring des Adapters (oder die Objektive mit RF-Mount) eröffnet noch leichtere Möglichkeiten der Fotografie: Ganz Konkret gesagt ist das die Nutzung der EOS R im AV Modus mit Auto-Iso in Kombination mit der Belichtungskorrektur auf dem Kontrollring – Fertig ist eine Kamera, die für schnelle Situationen perfekt taugt.

Das ganze wird noch gepaart mit zahlreichen Konfigurationsmöglichkeiten für einzelne Knöpfe. So kann man bei der Canon EOS R beispielsweise mit einem Tastendruck zwischen den drei Custom-Modi wechseln. Dadurch kann man besonders in der Fotoreportage extrem schnell und flexibel auf unterschiedliche Situationen reagieren, ohne das Auge vom Sucher zu nehmen.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich jedoch: Ich hätte mir gewünscht, dass der AF-On Taste der EOS R Canon einen kleinen „Knubbel“ angebracht hätte, damit diese Taste besser zu erfühlen ist.

Der Sucher der EOS R

Ein absoluter Traum. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich so schnell an einen elektronischen Sucher gewöhne. Der Sucher der EOS R ist glasklar, kontrastreich, scharf und macht einfach Spaß!

Im Vergleich zu einer Sony Alpha 7 III ist der Sucher der EOS R überragend. Während der Sucher der Sony im Sonnenlicht permanent flimmert, so sieht man bei der EOS R immer ein glasklares Sucherbild, was mir die Umstellung auf ein spiegelloses System extrem erleichtert hat.

Was mich ebenfalls umgehauen hat: Beim Fotokurs: „Milchstraße fotografieren“ konnte ich die Milchstraße in Kombination mit dem Canon 35mm 1.4 L II durch den Sucher erkennen, was Komposition und Fokus extrem einfach gemacht hat!

Was mir jedoch nicht gefällt, ist die Polsterung ganz oben am Sucher. Ich finde, dass sie leider zu dünn ist. Nach vier Stunden Foto-Reportage hatte ich eine rote Stelle an meiner rechten Augenbraue – ein Indiz dafür, dass da ruhig mehr Polsterung verbaut sein könnte, denn an der 5D Mark IV merke ich das erst nach sechs bis acht Stunden.

Autofokus der Canon EOS R mit dem EF auf RF Adapter

Canon EOS R fokussiert trotz Gegenlicht problemlos
Extremes Gegenlicht – direkt in die Sonne – die Canon EOS R fokussiert trotzdem problemlos

 

Canon EOS R Test
Canon EOS R – hier mit einem Sigma 20mm 1.4 Art am Adapter – Der Fokus sitzt bei 99% der Fotos genau auf den Punkt – egal ob originales Canon Objektiv, oder ein Objektiv vom Dritthersteller.

Extremes Gegenlicht – direkt in die Sonne – die Canon EOS R fokussiert trotzdem problemlos. EOS R mit Canon 135mm 2L USM bei Blende 2.0

Canon hat mit der EOS R nicht zuviel versprochen. Alle meine „alten“ EF Objektive funktionieren perfekt an dem Adapter – egal in welchem Modus. Ehrlicherweise funktionieren die Objektive noch besser als an der 5D Mark IV, da nun der Fokus immer perfekt sitzt!

EOS R Autofokus im Test
Sich bewegende Motive sind für das Fokussystem der Canon EOS R kein Problem. Servo-Autofokus und Serienmodus harmonieren perfekt. Canon 35mm 1.4 L USM II an einer Canon EOS R.

Wie gut der Autofokus der EOS R ist, zeigt das Foto oben: Ich musste nicht mal die Sonne mit der Hand verdecken, um überhaupt zu fokussieren. Mühelos hat die Canon EOS R ins direkte Gegenlicht der Sonne fokussiert (Fokuspunkt lag auf den Händen) – einfach grandios!

Das Face und Eye-Tracking der EOS R funktioniert unglaublich gut und präzise. Der Augen AF mit dem Sigma Art 50mm 1.4 macht einfach nur Spaß. Jedes Foto ist bei Blende 1.4 knackscharf – vorher war das ja immer ein bisschen wie Lotto spielen. Vorbei sind die Zeiten, in der man mühsam für jedes Objektiv die Fokusjustage vornehmen musste. Probleme wie Front- und Backfokus gehören der Vergangenheit an.

Wie gut ein Fremdhersteller-Objektiv am EF-RF-Adapter funktioniert, zeigen die Fotos, die ich mit mit dem Sigma Art 50mm 1.4  und Sigma Art 105mm 1.4 an der EOS R gemacht habe.

Testfotos EOS R

Alle Fotos der folgenden Serie wurden mit Offenblende 1.4 an der Canon EOS R fotografiert. Ein Klick öffnet die Testbilder, die ich mit der EOS R gemacht habe, vergrößert.

Das gleiche Bild ergibt sich mit dem oft unterschätzten Canon 135mm 2.0 L an der Canon EOS R. Mit diesem Objektiv eignet sich die EOS R perfekt für die Hochzeitsreportage aus der Distanz. Ich bekomme die Gäste nun noch schneller unbemerkt in guten Momenten fotografiert und der Fokus sitzt auch schon beim ersten Foto perfekt.

Bereits nach den ersten 15 Minuten mit der Kamera hatte ich blindes Vertrauen in den Autofokus. Endlich kann ich bedenkenlos mit Offenblende fotografieren – so wie an der 5D Mark IV über das Display.

Die nachfolgenden Fotos entstanden alle mit dem Canon EF 135mm 2.0 USM und der Canon EOS R bei Blende 2.

Servomodus + Gesichts- & Augen-AF an der Canon EOS R

Eines vorweg: aktualisiert die Firmware der Kamera unbedingt mindestens auf Version 1.2.0 1.4.0! Durch die Aktualisierung ist der Augen-Autofokus auch im kontinuierlichem Servo-Modus verfügbar, was unfassbar gut funktioniert! Das Update auf Version 1.4 lohnt extrem, da zudem auch der Augen-AF noch schneller und zuverlässiger wurde als bei Version 1.2.0 (siehe weiter unten).

Update: EOS R Firmware 1.4.0

Ende September hat Canon ein Firmware-Update veröffentlicht, dass sich merklich auf die Autofokus-Leistung der R ausgewirkt hat. Der Autofokus wurde noch weiter verbessert – insbesondere das Tracking mit dem Augenautofokus funktioniert nun noch besser und verfolgt Augen und andere Objekte nun auch auf weitaus größere Entfernungen extrem präzise, sowohl im Foto- als auch im Videomodus.  Dazu ist das Verschieben des Fokuspunktes via Touch-and-Drag noch „weicher“ geworden und ist nun deutlich schneller.

Die Arbeit mit der EOS R macht mir nun noch mehr Spaß als zuvor und ich verlasse nur noch selten den Servo-Modus.

Ich nutze den Augen AF oft bei Portraits und bei Familienshootings – ab und an sogar in etwas extremeren Situationen: Einmal beim herumhüpfen auf dem Trampolin in Verbindung mit einem 50mm 1.4 Art von Sigma und dann gegen direkt das Licht beim Kirschen pflücken.

Bildqualität und Sensor

Die Bildqualität der Canon EOS R entspricht in etwa der 5D Mark IV. Das kann ich bestätigen. Hier gibt es schon genug Material im Netz, das man sich herunterladen kann. Aber schaut selbst: Mangels Katze, entstanden diese Testfotos auf einem Feldweg und bei einem Dorfspaziergang.

Der EOS R-Sensor ist wirklich gar nicht schlecht!
Der Sensor der EOS R ist wirklich gar nicht so schlecht!

Der Sensor der EOS R wurde ja ebenfalls im Netz schlechtgeredet. Sicher, er kommt nicht an den Dynamikumfang der BSI-Sensoren von Sony (und Nikon) ran. Das stimmt. In der Realität muss ich aber kein Foto in der Nachbearbeitung um 5 Blenden raufziehen – erst recht nicht, wenn ich mit einer spiegellosen Kamera fotografiere und im Sucher sehe, wie das Foto bereits aussieht.

Klar gibt es Lichtsituationen, in denen man mal nachträglich selektiv Bereiche stark aufhellen muss. Aber mehr als eine bis zweieinhalb Blenden musste ich da noch nie aufhellen. Und das ging selbst mit der alten Canon 5D Mark II. Übrigens: wer die Tiefen mit Werten um bis zu 100 raufzieht, der hat Fotografie dann nicht ganz verstanden. Die bessere Lösung für so etwas ist eh immer „fix it while shooting!“.

Die wohl größte Stärke des Sensors liegt ganz klar auf der Hand: Das Arbeiten mit dem grandiosen Dual Pixel AF und einer atemberaubenden Fokusgeschwindigkeit.

So und jetzt kommt´s: vergleicht man die A7III mit der EOS R, muss man bedenken, dass hier 24 gegen 30 Megapixel stehen. Logisch, dass ein Sensor mit 6 Megapixeln mehr durchaus nicht den gleichen Dynamikumfang hat.

High ISO

Die Milchstraße - fotografiert mit der Canon EOS R bei ISO 6400
Die Milchstraße – fotografiert in Deutschland bei extremer Lichtverschmutzung mit der EOS R bei ISO 6400

Auf Hochzeiten erlebe ich eigentlich jedes Wochenende Situationen, bei denen das vorhandene Licht meine Kameras an die Grenzen bringt. Auch wenn ich selten ISO-Werte über 6400 nutze und spät am Abend dann bevorzugt blitze, bin ich mit der Leistung der R komplett zufrieden. Auch bei Fotos vom Nachthimmel mit sehr hohen ISO-Werten macht die R einen exzellenten Job.

Das Rauschverhalten ist wie an der 5D Mark IV auf einem wirklich sehr guten Level. Aber im Grunde sind alle modernen Vollformat-Sensoren so weit entwickelt, dass es fast keinen Unterschied macht, wenn das ISO mal ein bisschen höher gedreht wird.

Akkuleistung

Ja, die Akkuleistung der Canon EOS R ist schlechter als an der 5D Mark IV, aber sie ist okay. Ich hatte bei rund 1000 geschossenen Fotos noch ca. 30% Akku. Wobei ich sagen muss, dass ich keine großen Optimierungen am Stromverbrauch vorgenommen habe, das Display auch selten ausgeschaltet hatte und da noch ein bisschen mit den Einstellungen spielen muss. Für mich bleibt die Canon 6D wohl auf ewig die Königin der Akkulebensdauer 🙂

Update Mitte Juli: Auf den letzten Hochzeiten hatte ich die EOS R sechs bzw. sieben Stunden im Einsatz. Der Akku hält bei mir auf Hochzeiten ca. 5 Stunden durch. Auf der letzten Hochzeit hätte ich auch wohl noch die letzte Stunde mit dem Akku geschafft, hatte ich ihn jedoch aus Gewohnheit vorher gewechselt.

Verdammt ist die EOS R leise!

Der Verschluss der Canon EOS R ist angenehm leise und „kurz“ – klar es gibt ja auch keinen Spiegelschlag. Nach unserer ersten kirchlichen Trauung mit der EOS R bekam ich vom Pfarrer übrigens (ohne das ich gefragt hatte!) das Feedback, dass er kein einziges mal meine Kamera hat klicken hören. Ja, ich habe teils mal mit dem lautlosen, elektronischem Verschluss gearbeitet, aber der mechanische Verschluss ist auch so schon so leise, dass sich wohl niemand daran stören wird.

Kein IBIS

Canon EOS R - leider keine sensorbasierte BildstabilisierungJa, hier hat Canon leider nicht geliefert. Einen kamerainternen Bildstabilisator zu haben ist ein dickes Plus in verschiedenen Situationen. Das ist für mich der wohl stärkste Punkt, der gegen die EOS R spricht.

Betrachte ich aber meine Arbeitsweise der letzten Jahre sehe ich eines: Ich habe jahrelang ohne Bildstabilisator fotografiert und bin damit auch sehr gut klargekommen. Für mich ist das also nicht wirklich kaufentscheidend – noch bin ich jung und kann die Kamera ruhig halten. Hält man die Belichtungszeiten in etwa bei 3 x Brennweite, kommen auch ohne Stabi eigentlich immer scharfe Fotos bei rum.

Auch beim Filmen ist ein interner Stabilisator sehr wertvoll. Canon nutzt beim Aufzeichnen von Videomaterial einen softwarebasierten Stabilisator, der zumindest in zwei Achsen stabilisieren kann. Wer viel filmt, wird eh mit einem Gimbal unterwegs sein und der langt in der Regel auch. Ich mag Videomaterial mit dem IBIS der Sonys nicht gern anschauen. Es „wabbert“ mir zu sehr am Rand. Aber hey das ist auch Geschmackssache.

Canons Nachfolgemodelle (die EOS R5 und die EOS R6) haben aber einen wohl sehr guten IBIS.

Die Touch-Bar der Canon EOS R

Ein Satz mit X – das war wohl nix. Ja, die Touch-Bar der EOS R ist für viele ein Griff ins Klo. Sie ist zu Fehleranfällig, da man sie zu leicht und aus Versehen berühren kann und dann ggf. irgendwas wichtiges verstellt. Und ich finde dass das Durchschalten von Optionen mittels dieser Bar zu langsam ist.

Die Bar ist bei meiner Canon EOS R ausgeschaltet und hier hätte man lieber zwei Knöpfe mehr verbaut. Wahrscheinlich waren aber zwei konventionelle Knöpfe für Canon nicht „hip“ genug.

Die einzig sinnvolle Nutzung der Touch-Bar an der EOS R ist für mich beim Fotografieren das Einblenden des Histograms und der Wasserwaage und im Wiedergabemodus das Durchscrollen der Fotos, wie man es mittels Daumenrad an der 1er und 5er Serie bereits kennt.

Nur ein Kartenslot

EOS R Card SlotWer von einer Kamera mit zwei Kartenslots kommt, wird den einzelnen Kartenslot der EOS R sehr kritisch betrachten. Zugegeben, das habe ich anfangs auch. Aber, ich und alle anderen Fotografen in meinem Bekanntenkreis haben jahrelang mit nur einem Slot in einer 6D oder 5D Mark II fotografiert.

Ja, ein Datenverlust ist auf einer Hochzeit der Horror. Wenn man jedoch mit seinen Speicherkarten entsprechend sorgsam umgeht, ist das Risiko wirklich sehr sehr gering. Ich empfehle eh immer nur kleine Marken-SD-Karten mit 32 oder 64 GB zu nutzen und regelmäßig zu wechseln und ggf. jährlich auszutauschen.

Datenverlust kann auch auf anderen Wegen auftreten. Schon einmal daran gedacht, dass jemand die Fototasche mit allen Karten des Hochzeitstages auf einer Hochzeit klauen kann? Das passiert wesentlich häufiger, als dass eine SD-Karte den Geist aufgibt.

Die EOS R kann übrigens in Echtzeit aufgenommene Fotos via WIFI direkt auf ein gekoppeltes Smartphone senden. Das ist zwar keine extrem sichere Backupvariante, aber es ist zumindest eine.

4K mit Crop

EOS R 4k CropFür mich als Hochzeitsfotograf ist das auf Deutsch gesagt total egal. Ja, ich filme auch während einer Hochzeit vereinzelt Sequenzen mit. Da langt mir aber Full HD dicke.

Für Youtuber und Instagramer, die unbedingt 4K brauchen: Holt euch eine EF-S Linse für die EOS R. Dann ist der Crop egal. Ein Geheimtipp soll ja das Sigma Art 18-35mm 1.8 oder das Sigma Art 30mm 1.4 sein…

Was keiner auch nur im Ansatz erwähnt: Die Canon EOS R bietet euch im 4K eine Bitrate von 480Mbps, Sony gerade mal 100Mbps. Canon schenkt euch also die vierfache Menge an Informationen gegenüber einer Sony Alpha 7III – Das ist nicht unerheblich!

So, nachdem ich mich erstmal über die stark kritisierten Punkte vom Datenblatt geäußert habe, möchte ich erstmal die wirklich gelungenen Features der EOS R vorstellen, die fast nirgends erwähnt werden:

Staubschutz beim Objektivwechsel

EOS R Sensorschutz

Ein tolles Feature! Wenn ich die Canon EOS R ausschalte wird der Sensor geschützt, so dass nicht sofort sämtlicher Staub drauf fliegt, wenn man ein Objektiv wechselt. Hier hätte ich mir gewünscht, dass man optional einstellen kann, dass der Sensor automatisch verschlossen wird, wenn man das Objektiv vom Bajonett trennt. Vielleicht kommt das ja noch mit einem Firmwareupdate.
Inzwischen habe ich mich aber dran gewöhnt, die Kamera vorm Objektivwechsel auszuschalten.

Touch and Drag Fokuswahl

Ich dachte, ich wäre schnell, was die Wahl des Fokusfeldes angeht. Ich stelle mit der 5D Mark IV auf Hochzeiten mittels Joystick bzw. wenn es noch schneller gehen muss mittels Einstellräder blind den Fokuspunkt ein, ohne die Kamera vor dem Gesicht zu haben. Andere Fotografen behaupten da bis heute, dass das extrem umständlich wäre und gar nicht geht.

Der Touch and Drag Fokus der EOS R ist für mich ein Game-Changer. Kein Joystick kommt an die Geschwindigkeit bei der Fokusfeld-Wahl ran. Ich kann den Fokuspunkt in Sekundenbruchteilen über den Touchscreen wählen, wenn ich durch den Sucher schaue. Damit die Nase nichts versehentlich fokussiert, kann der hierfür nutzbare Bereich auf dem Display eingeschränkt werden, was extrem nützlich ist!

Zwei Modi stehen zur Verfügung: Absolut und relativ. Der absolute Modus ist schneller, erfordert aber etwas mehr Übung. Der relative Modus eignet sich für feine Justierungen. Seit Firmware-Version 1.4.0 arbeite bevorzugt mit dem relativen Modus, da hier die Geschwindigkeit extrem verbessert wurde – auf Hochzeiten muss es schließlich schnell gehen.

Kurzer Hinweis an die „kein Joystick-Fraktion“: Glaubt mir – mit dem Joystick seid ihr nicht schneller. Blättert mal 2500 Fokuspunkte durch – das dauert deutlich länger. Ich habe jahrelang mit dem Joystick gearbeitet – ich vermisse ihn überhaupt nicht und erwische mich regelmäßig dabei, wie ich versuche ganz schnell an meiner 5D Mark IV auf dem Display via Touch and Drag den Fokuspunkt zu verschieben – was ja leider nicht geht 😉

Den Fokuspunkt vorm eigentlichen Fotografieren vorauszuwählen geht auch super: man kann bevor man die Kamera vor die Nase nimmt den Fokuspunkt nämlich mit einer Berührung in die richtige Ecke setzen.

Und fotografiert man mit der Canon EOS R im Servo-Modus, muss man nicht mal händisch den Fokuspunkt verschieben, sondern es langt, wenn man fokussiert und die Kamera einfach für die Komposition verschwenkt. Der Fokus bleibt dabei fest auf dem Objekt „kleben“.

Manual-Focus-Aid

Wird leider fast nirgends erwähnt, aber die Art und Weise, wie Canon die Unterstützung für manuelles Fokussieren umgesetzt hat, ist perfekt und macht die Arbeit mit manuellen Objektiven noch leichter und mein Samyang XP 85mm 1.2 kommt auch mal wieder zum Einsatz.

Die Canon EOS R verbessert meine Arbeitsweise

Die Kamera ist doch egal… jein – es gibt sie eben doch: die kleinen, aber feinen Dinge, die dafür sorgen, dass man mit einer neuen Kamera bessere Fotos macht: Mit der EOS R kann ich unkompliziert im AV-Modus mit Auto ISO arbeiten, da ich im Sucher das Endergebnis sehe. Ich brauche nur am Rad für die Belichtungskorrektur drehen und drücke ab.

Ich muss nicht mehr ständig Belichtungszeiten umrechnen, ISO verstellen oder auf dem Display schauen, ob korrekt belichtet wurde. Das ist klasse. Dadurch habe ich mehr Zeit „zu sehen“ – also nach dem nächsten Foto ausschau zu halten oder über die Komposition nachzudenken – wunderbar! Natürlich fotografiere ich aber auch mit der EOS R im manuellen Modus.

Noch mehr Testfotos der EOS R

Hier möchte ich euch noch ein paar Test-Fotos zeigen, die mit der EOS R in der letzten Saison entstanden sind – alle teils sehr offenblendig fotografiert:

Und auch ein Video, dass ich mit der EOS R und unstabilisierten Objektiven gefilmt habe möchte ich auch noch zeigen:

Fazit – Test der EOS R

Die Canon EOS R ist eine Kamera, die mehr kann, als man auf den ersten Blick erahnt. Die Fotofähigkeiten, die Ergonomie, der Autofokus und die Kompatibilität mit dem EF-Adapter bewerte ich ab Firmware-Version 1.4 als überragend.. Lohnt sich ein Kauf? Ja, wenn du vorrangig fotografierst, Wert auf Ergonomie legst und die EOS R relativ günstig bekommen kannst. Dann würde ich definitiv zuschlagen. Filmst du viel in 4K, dann solltest du lieber zu Sony, Fuji oder Panasonic greifen oder sogar noch etwas warten, bis die neuen Nachfolger der Canon EOS R – die R5 und R6 auf dem Markt sind, die ich sicher auch testen werde! Und wer weiß, vielleicht bekommen wir ja dieses, oder nächstes Jahr auch noch eine Canon EOS R Mark II serviert 🙂

Lohnt sich die Canon EOS R noch, nachdem die R5 bzw. R6 verfügbar ist?

Eine gute Frage! Das würde ich davon abhängig machen, was du fotografieren möchtest. Die Canon R5 und R6 sind Profikameras, die ein ganz klare Zielgruppe haben:
Fotografierst du Hochzeiten, greif zur R6 – Das werde ich auch machen und für nächstes Jahr habe ich schon zwei R6 als Hauptkameras für Hochzeiten eingeplant. Sind Landschaften und Portraits dein Feld, ist die R5 wohl genau richtig für dich.

Brauchst du jedoch einen günstigen „Allrounder“ und Videofunktionen sind dir nicht wichtig, dann kannst du bedenkenlos zu einer (gebrauchten) Canon EOS R greifen. Denn auch wenn die neue R6 und R5 mit ihren beeindruckenden Specs durchaus überzeugen, ist die Canon EOS R trotzdem noch eine sehr gute Kamera, die viele gute Fotos produzieren wird.

Nun interessiert mich eure Meinung! Habt ihr gute Erfahrungen mit der Canon EOS R gemacht? Was findet ihr an der EOS R gelungen? Was nicht? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Hier habe ich die ganzen Daten der Canon EOS R für euch nochmal aufgelistet:

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36 Kommentare zu Canon EOS R Test – Review, Testbericht, Erfahrungen & Testbilder

  1. Basti Juli 15, 2019 at 8:36 pm

    Hey, danke für den eos r Beitrag. Hast du zufällig einen Beitrag zu den Settings die du in der Kamera nutzt?

    1. Walter Juli 18, 2019 at 9:01 am

      Danke, für Dein Beitrag, die EOS R hab ich auch, bin von 1DX II „herabgestiegen“ auf die „R“ und bin dennoch zufrieden!
      Den mechanischen Verschluß finde ich noch zu laut, deutlich hörbar in leisen Räumen, und Augen AF so wie Gesichtserkennung geht bei Querformat- Ganzkörper Porträts oft „verloren“, kann mir vorstellen das es besser werden kann…
      Und offenblendig fotografieren macht mit „R“ echt Spaß!

      1. Maxim Juli 18, 2019 at 9:23 am

        Hallo Walter, danke für deinen Kommentar!
        Nun der mechanische Verschluss ist im Vergleich zur 5D Mark IV doch deutlich leiser. Ich durfte jetzt schon drei kirchliche Trauungen mit der R fotografieren und habe jedes mal von den Pfarrern das Feedback bekommen, dass das Auslösegeräusch nicht wahrgenommen wurde.

        Was mir aufgefallen ist: Der Gesichts- & Augen-AF ist teils sehr abhängig von Brennweite und Abstand zum Motiv. Bei meinem EF 35mm 1.4 L II erkennt die R Gesichter ab ca. 4-5 Metern nicht mehr so sicher. Beim 50mm 1.4 Sigma Art ist das wiederum kein Problem und macht an der EOS R irre viel Freude. Und bei meinem 135mm 2.0 L ist der Gesichts- & Augen-AF wirklich ein Traum!

        Ich glaube auch, dass da noch sehr viel Verbesserungspotiential drin ist, gerade weil das ja alles auf Software basiert. Hier kann man also nach und nach Funktionen verbessern und aufrüsten.

        Man muss halt bedenken: Es ist Canons erste spiegellose Vollformat und es kam ja auch recht zügig ein Firmwareupdate mit neuen Funktionen nach. Ich denke, es wird mit der Firmaware 1.3.0 noch weitere Verbesserungen geben.

    2. Elias Juni 2, 2020 at 7:08 am

      Vielen Dank für den Alltagsbericht! Was von Relevanz ist hast du für mich sehr schön herausgearbeitet. Meine Kameraentscheidung ist wohl getroffen… Übrigens: der Look deiner Fotos gefällt mir sehr!!

  2. t31 August 8, 2019 at 1:53 pm

    Schön zu lesender Bericht, frei von 4K die Welt geht unter. Das generelle Problem der heutigen Zeit sind Leute, die nicht wirklich arbeiten, die nicht wirklich kaufen, die nur leihen oder sich kostenlose Testexemplare zuschicken lassen und dann „drück den Abo-Knopf und Like“-süchtig praxisfremde Szenarien ausdenken und irgendwie mindesten auf 10min kommen müssen, nicht wirklich die Kamera im Sinn haben, noch brauchen.
    Was nutzt einem ein Dynamikwunder, wenn man es nicht gescheit bedienen kann.
    Seit wenigen Tagen besitze ich nun auch die schlechteste Kamera aller Zeiten und kann sagen, bis ISO 1600 wunderbar, ISO 3200 mit Nachbearbeitung, ISO 6400 verwend- aber nicht wirklich nachschärfbar, da Artefakte sichtbar werden.
    Die Laustärke beim Auslösen empfinde ich eher laut und trocken, sehr auffallend – lautlos habe ich noch nicht benutzt. Was mir klar auffällt – ich besitze auch die 6DII – der AF ist mir zu langsam. Ich weiß das der AF vom Objektiv abhängt (16-35 und 24-70), eine RF-Linse kommt demnächst, mal schauen. Der Vorteil der R ist, das sie praktisch fast überall fokussiert, während die 6DII z.B. mehr oder minder nur zentral fokussieren kann.
    Die Touchbar empfinde ich auch als unbrauchbar, zum einem muss sie aktiviert werden (kostet Zeit), zum anderem habe ich da nur die ISO rauf bekommen (wozu?, entweder ich gebe sie vor oder verwende AutoISO).
    Die AF-ON-Taste finde ich auch suboptimal, auch das das Display oft ausgeht, wenn man den Sucher ein wenig verdeckt – intelligenter wäre es, wenn das Menü aktiv ist, bleibt es an, denn warum soll ich das Menü im Sucher anschauen?
    Eine weitere Sache ist einzoomen beim FocusPeaking mit zwei Tasten recht umständlich und schwer erreichbar, und leider auch ohne Fokusassistent, der ansonsten genial ist.
    Fast vergessen, ich habe die WiFi-Bildübertragung nicht verstanden. Bilder werden nicht auf den PC geschickt. Man sieht nur „Warten“. Schalten man die R aus, passiert auch nichts, obgleich einige meinen, sie würde auch dann Bilder übertragen können. Schalte ich die R dann wieder ein, dauert es etwas und die Bilder kommen an.

    1. Maxim August 9, 2019 at 6:41 am

      Danke für deinen Kommentar,

      ja so ist es, Dynamik ist nicht alles. Ich nehme lieber eine Blende weniger Dynamikumfang, als mir die Fingerknöchel zwischen Objektiv und Griff bei einer anderen Kameramarke einzuquetschen.

      4K filmen funktioniert mit dem 18-35mm 1.8 von Sigma ebenfalls extrem gut – das Netz schaut halt oft nur auf das Datenblatt, sieht den Crop und kommt dann mit der Keule um die Ecke.

      Das der AF aber langsam sei soll, kann ich so nicht bestätigen. Welchen AF-Modus nutzt du denn? Einzelfeld (klein) sowohl im Servo, als auch Oneshot sind bei mir verdammt schnell.
      Ist denn eventuell noch bei deiner EOS R eingestellt, dass sie permanent fokussieren will ( die Option heißt kontinuierl. Fokus)? Dann kann es sein, dass die Kamera vielleicht die komplette Fokusrange im Objektiv ständig hoch und runter dreht. Der Dual Pixel Phasen-Autofokus ist an der R definitiv verdammt schnell – schneller als bei meiner 5D Mark IV. Besonders mit dem 135mm 2.0L ein Traum!

      Einzoomen beim Focus-Peaking: Hier hoffe ich auch, dass da noch softwareseitig was ergänzt wird. So wie bei Olympus, wo automatisch 10x reingezoomt wird, sobald man manuell fokussiert.

      Zur WLAN-Funktion kann ich leider nix sagen, da ich sie wirklich gar nicht nutze.

      1. t31 August 9, 2019 at 7:48 pm

        Vielleicht täusche ich mich auch beim AF, ich empfinde da doch ein gewisses Delay bis zum Klack, kann auch sein das der Spiegelschlag der 6DII bei der R fehlt. Ich habe allerdings in Tat den kontinuierlichen Fokus eingeschalten. Das Zoomen beim Focus Peaking habe mir jetzt auf eine Taste gelegt, ist jetzt deutlich konfortabler. Was schon etwas Hammer ist, ich habe einfach aus Interesse mal das Sigma 150-600 rangeschnallt, selbst bei schlechten Licht sitzt der Fokus. Zu guter Letzt dann bei Dämmerung mit dem 2x Extender dann noch einem draufgesetzt, freihändig am Langen Ende 1200mm bei Blende 13 und 1/200s mit ISO 6400, weil es ging, ich muss ja wissen was geht. Gut war schon leidlich.

        1. Maxim August 9, 2019 at 8:30 pm

          Ja, die Sigma-Linsen funktionieren wirklich weltklasse an der R. Mein 50er Art ist an der EOS R ein Traum.

          Ich habe eben noch einmal an der 5D Mark IV und der EOS R mit dem gleichen Objektiv (35mm 1.4 II L) von unendlich richtung Nahdistanz fokussiert: gefühlt kein Unterschied in der Geschwindigkeit 🙂

          Auch wenn das 35er jetzt nicht das schnellste Objektiv ist.

    2. Andre Kersten Dezember 26, 2019 at 3:28 pm

      Die Touchbar muss nicht aktiviert werden, sie steht immer sofort zur Verfügung, einfach die Sperre ausschalten. Die Sperre befindet sich im Menü zur Belegung der Touchbar. Ich habe da auch die ISO drauf und finde die Touchbar, nach großer Skepsis, jetzt schon deutlich besser. Auch ich hatte die Sperre anfangs drin.

  3. Ingo Krehl September 26, 2019 at 9:42 pm

    Das die Kamera keine Sensor-Stabilisierung hat, ist aus meiner Sicht die schlechte Kühlung des Sensors, weil er ja dafür frei beweglich aufgehängt sein muss.
    Für eine bestmögliche Bildqualität sollte der Sensor möglichst kühl sein, weil mit steigender Sensortemperatur auch das Sensorrauschen steigt.
    Da bei spiegelosen Kameras sich der Sensor eh stärker erwärmt als bei einer DSLR, weil der Sensor ja Bilder für den Sucher liefern muss.
    Lange Videoaufnahmen von einer Stunde oder mehr an einem Stück wären mit einer Sensor-Stabilisierung so nicht möglich – was meine 70D problemlos macht.

    1. Maxim September 30, 2019 at 1:21 pm

      Hallo Ingo,

      danke für deinen Kommentar. Canon wird den Stabi spätestens 2020 liefern. Im Netz ist ja schon ein Patent von Canon dafür geleakt.

      Canon will es halt richtig machen und baut die Komponenten erst ein, wenn sie sicherstellen können, dass es 100%ig funktioniert.

      Die 70D ist eine tolle Kamera, die ich auch hatte. Allerdings musst du auch bedenken, dass die 70D einen kleineren Sensor hat, der dementsprechend leichter auszulesen ist und daher auch weniger Wärme erzeugt wird.

      Zudem glaube ich, dass alles unterhalb von 8K oder 4K- Auflösung und bis 60fps alles nicht wirklich eine nennenswerte, thermische Belastung für den Sensor darstellt.

      Ich fotografiere mit der R auch Hochzeiten und ich konnte bisher keine krasse Erwärmung feststellen – auch nicht an den heißen Tagen. Auf so einer Hochzeit „läuft“ der Sensor gerne mal 10-12 Stunden ohne Pause.

  4. Matthias Oktober 5, 2019 at 11:33 am

    Danke für den sachlichen Bericht. Kann ich in fast allen Bereichen so unterschreiben.
    Ich habe am Feiertag das Firmware Update auf die Version 1.4.0 gemacht, was soll ich sagen, der Augenautofokus ist nun ein super Tool, funktioniert auch bei meinem Enkel sehr gut und der ist wirklich schnell unterwegs, das sind Welten und macht die Kamera noch mal besser.
    Ich bin dabei meine Sony A7ii zu verkaufen, die ganze Bedienung und der Fokus sind eine Pein. Auch wenn die BQ auch sehr gut ist.

    Matthias

    1. Maxim Oktober 7, 2019 at 8:45 am

      Danke für deinen Kommentar. Mit dem Update auf 1.4. hat sich die R nochmal merklich verbessert!

  5. Heinz Jaskolka Oktober 27, 2019 at 12:03 pm

    Meine Güte, endlich einmal ein review, die sich nicht mit Pixel-Peeping und theoretischen Sensor-Vergleichen wie DMXO befasst, sondern mit der Realität des Fotografierens. Ich habe schon sehr lange den Eindruck, dass die „digitalen Jünger“ die Basis des Fotografierens nicht mehr beherrschen. Die Masse läuft mit DSLR und nun mit DSLM mit superteuren Bodies, aber Kit-Linsen, und meist dann die Sonnenblende in der Transportstellung. Fragen sie die einmal was Schärfentiefe oder diverse Objektiv-Abberationen bedeuten.
    Ich: 66 Jahre, 1972 die erste Pentax-SLR, 6×6 mit Bronica, ab 1987 mit Contax und etlichen Zeiss-Objektiven, ab 2004 mit DSLR, Canon 10D mit 6 MP, habe ich heute noch und demonstriere Unwissenden, dass man tat-sächlich scharfe Aufnahmen hinbekommt, von 30D, 50D über 5DII zu 5DIV, kann also nachvollziehen, was sie schreiben. Werde mir eine R kaufen, warte aber auf die Pro-Version.
    Gruß Jaskolka

    1. Maxim Oktober 30, 2019 at 9:14 am

      Hallo Heinz,
      danke für deinen Kommentar!
      Ja, die ganzen Vergleiche mit Dynamikumfang halte ich auch für übertrieben. Eine Kamera muss sich im Einsatz bewähren und gut zu bedienen sein.

  6. Thomas Oktober 29, 2019 at 2:19 am

    Über einen Umweg via Fuji bin ich von der EOS77D dann doch bei der RP gelandet. Und auch für diese Consumervariante der R gilt im Wesentlichen das hier Beschriebene. Dummerweise dringen erst jetzt nach und nach die deutlich realisterischen Einschätzungen der R-Serie durch. Allerdings gibt es ja auch die erheblichen Verbesserungen durch die neue Firmware auch erst seit kurzem.
    Was für mich eindeutig für Canon spricht, sind der Bildlook (die Farben wirken bei Fuji in jeder Filmsimulation auf mich immer künstlich, ich verstehe auch den Sinn dieses Overloads der Kamera nicht), die intuitive Bedienung (dort hat mich die Fuji am meisten enttäuscht, ich dachte die vielen gut sichtbaren Einstellrädchen sind nützlich, in der Praxis ist die Userführung aber völlig überladen, langsam und teilweise unlogisch), der sehr schnelle und auch unter schwierigen Lichtbedingungen sichere Autofokus und mit der Erweiterung liegt auch die RP gut in der Hand und vermittelt die typische Canonhaptik mit einer moderneren Bedienung. Die Nutzung des Touchscreen für das Setzen des Fokuspunktes ist für mich auch wesentlich effektiver als ein Joystick (die Fuji hat so einen). Selbst an den Verlust des Schulterdisplays habe ich mich sehr schnell gewöhnt.
    Kurz: für meine Zwecke bin ich endlich bei der richtigen Kamera gelandet und sozusagen wieder daheim. Unter schlechteren Lichtbedingungen liegen Welten zwischen der Fuji und selbst der RP. Erst die aktuelle X-Pro 3 scheint da aufschließen zu können.
    Ich könnte mir zwar vorstellen, dass ich auch mit der Nikon Z glücklich geworden wäre. Allerdings hätte ich dann wirklich wieder bei Null angefangen. Ich hatte mir für die 77D nämlich auch schon fast ausschließlich nur Vollformatobjektive gekauft und stehe daher nun gut gerüstet da. Und dieses Gefühl von langer Bekanntschaft, das auch die RP ausstrahlt, hätte mir eine Nikon auch kaum vermitteln können. Die 77D war nicht meine erste Canon.
    Was mir an Fuji gefallen hat, ist die Konsequenz in Bezug auf APS-C.
    Die RP ist für Makros für mich perfekt gerüstet. Das Focus-Stacking funktioniert sehr gut. Somit war daher auch sie und nicht die richtige R für mich der perfekte Einstieg in der R-Welt. Mal schauen, was in den nächsten Jahren noch so kommt.

    1. Maxim Oktober 30, 2019 at 9:17 am

      Hallo Thomas,

      super, dass du mit der RP happy bist! Mich stört an der RP nur, dass sie nur die „kleinen“ Akkus nimmt. Die LP-E6(N) wären deutlich komfortabler gewesen.

  7. Max Alperth Januar 7, 2020 at 4:04 pm

    Schöner Bericht. Wie sieht es mit der Treffsicherheit des AF bei LowLight oder höherer ISO aus?
    Kann das Touch AF in jedem AF Modi eingesetzt werden?

  8. Maxim (Stephan Forstmann) Januar 9, 2020 at 7:08 am

    Hi Max,

    klar, braucht die Canon EOS R, wie jede andere Kamera im Dunkeln etwas länger zum fokussieren. Ich hatte aber bisher nie Probleme und wenn der Servo-AF mal sitzt, springt er nicht mehr vom Objekt.

    Der Touch AF kann sowohl im Servo, als auch Oneshot-Modi genutzt werden.

  9. Lydia Januar 23, 2020 at 7:08 am

    Hallo Stephan,

    schöner Bericht – vor allem weil du auch mit Sigma fotografierst. Gestern hatte ich den ersten Kundentermin mit der Canon EOS R und habe in leichtes Gegenlicht fotografiert, auf fast jedem Bild zeichnen sich links oben am Bildrand waagerechte Streifen ab. Es sieht aus wie als würde ein Druckkopf beim Drucker schleifen. Aufgenommen wurde das Bild mit den Einstellungen ISO200, 85mm (Sigma 1.4 Art welches erfolgreich an der 7D Mark II und 1D funktioniert), f4,0 und 1/125. Hattest du dieses Problem schon einmal, oder hast du davon schon einmal etwas gelesen?

    Liebe Grüße,
    Lydia

    1. Maxim (Stephan Forstmann) Januar 23, 2020 at 7:57 am

      Hallo Lydia,

      gab es in deiner Umgebung Kunstlichtquellen und hast du mit dem lautlosen, elektronischem Verschluss gearbeitet? Dann ist das Artefakt, dass du auf den Fotos siehst sehr wahrscheinlich Banding. Mit der EOS R und anderen spiegellosen Kameras sollte man nicht bei Kunstlicht fotografieren, da die Lampen alle in bestimmten Frequenzen flackern und dadurch Hell-Dunkel-Streifen auf Fotos erzeugen. Je nach Qualität der Lampen ist dass dann entsprechend mehr oder weniger ausgeprägt.

      Müsste auch in der Bedienugsanleitung stehen 🙂

      Diese Problematik wird leider erst mit einem Global-Shutter gelöst werden können =(

  10. Barbara März 24, 2020 at 8:20 pm

    Es macht Spaß hier zu lesen! Bin zwar zufriedene Nikon-Userin, – durfte hier hoffentlich trotzdem stöbern ; – ). – Was mich tatsächlich von N zu C locken könnte, ist das neue, famose 2,0/28-70mm-Zoom von Canon. So etwas gibt’s bei Nikon nicht, und ehrlich gesagt: ich erwarte es auch nicht; bei Canon scheinen die besseren Optik-Designer zu sitzen. Die Cam. wird fast zweitranging, wenn das Objektiv super ist! Systemwechsel wegen der Linse – das gibt es.
    Barbara

    1. Maxim (Stephan Forstmann) März 26, 2020 at 1:54 pm

      Hi Barbara, ja das 28-70 2.0 ist ein klasse Objektiv und ich hätte es auch gern, müsste dafür aber viele Festbrennweiten verkaufen 🙂

      Nikon wird aber sicher auch ähnliche Objektive entwickeln. Es ist nur eine Frage der Zeit 🙂

  11. Angelika April 11, 2020 at 7:58 pm

    hallo! vielen vielen dank für deinen swhr hilfreichen und ausführlichen bericht…ich habe mir vor 2 monaten die 5d markiv gekauft, mag sie abe gar nicht 🤣 ich finde sie zu schwer, tu unhandlich und da ich ausschließlich mit sucher fotografiere, kann ich mich auf dieses system nicht gewöhnen…bin einfach zu langsam….also fiel jetzt meine entscheidung auf ein spiegelloses system umzusteigen…ich habe mich fast für diese kamera entschieden, jedoch ist noch eine frage ausständig, die mir bisher nicht beantwortet wurde im netz 😅 und zwar wie groß der bewegliche fokuspunkt im sucher und im lifeview ist … es wäre toll wenn du mir diese frage noch beantworten könntest…ich fotografiere ausschließlich menschen(neugeborene, familien) und bei der 5d mark iv muss ich sagen war mir der punkt im lifeview zu großdass ich bei einem gesicht aus entfernung nicht wusste, ob ich auf die augenbraue oder das auge fokussiere🙈 passiert selten da ich das lifeview so gut wie nie nutze aber wenn ich die kamera hochhalten muss zb dann komm ich nicht drum herum… da du ja auch die 5d mark iv benutzt kannst du mir vllt sagen ob die jeweiligen fokuspunkte gleich groß sind? danke inzwischen ! lg

    1. Maxim (Stephan Forstmann) April 11, 2020 at 9:55 pm

      Hallo Angelika,

      die 5D Mark IV ist eine unglaublich gute Kamera die alles perfekt meistert, wenn man sie entsprechend einstellt. Die 5D besitzt einen sehr treffsicheren Gesichtsautofokus im Live-View, der in der Regel auch den Fokus auf den Augen setzt.

      Und auch die Fokuspunktwahl im Sucher ist mittels Joystick und einigen Konfigurationen wirklich schnell genug, um beispielsweise bei Hochzeiten auf der Tanzfläche schnell den Fokuspunkt zu verschieben. Man muss einfach ein bisschen mit den Einstellungen herumprobieren. Die 5D ist definitiv ein echtes Arbeitstier – in jeder Situation.

      Aber zu deiner Frage: Ja, der Fokuspunkt ist bei der R kleiner. Die R hat zudem auch Augenautofokus der bei mir im Dauereinsatz ist und immer auf dem Punkt sitzt. Bei 1000 Fotos sind vielleicht Mal 5 dabei, wo der Fokus daneben gehauen hat.

      Ich habe mit der R auch schon Newbornfotos gemacht und sie macht auch da einen sehr guten Job.

      Derzeit würde ich an deiner Stelle aber noch etwas warten, da die R5 und R6 ja quasi schon bald ausgeliefert werden und die neuen R Modelle noch etwas besser sein werden.

      Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen 🙂

  12. Anne Mai 11, 2020 at 10:53 pm

    Ich hab mir neben 5 d lll die R geleistet und bin schwer beeindruckt. Sie macht unendlich Spass. Kinder, Hunde,Pferde,Landschaft,Doppelbelichtung,makro .. grossartig. Bei all meinen guten Objektiven sitzt der Focus präzise,, ich kann sie mit beginnender Altersweitsichtigkeit viel besser bedienen, muss nicht mehr bei hochzeiten auf dem boden liegen für spannende perspektiven, ich sehe genau,wo ich wieviel licht hab, außerdem ist sie so leicht, dass sich Schulter und Nacken langsam entspannen. Von deinen Einstellungen hab ich einiges übernommen. Vielen Dank.

    1. Maxim (Stephan Forstmann) Mai 12, 2020 at 2:48 pm

      Hallo Anne, danke für deinen Kommentar!

      Ja, auch heute ist die R eine unterschätzte Kamera, die den Fokus wirklich auf Leichtigkeit beim fotografieren gelegt hat.

      Ich fotografiere auch nach einem Jahr immer noch mit genau der gleichen Freude, wenn ich die R nutze und kann deine Euphorie absolut nachvollziehen!

  13. Pille Juni 18, 2020 at 11:35 am

    Ein Hoch auf den elektronischen Sucher!
    Mit Interesse habe ich den Beitrag gelesen.
    Die vielen unbestreitbaren Vorteile, die die Canon R als Kamera mit elektronischem Sucher gegenüber einer DSLR mit optischem Sucher hat sind richtig beschrieben.
    Seit Jahren genießen diese Vorteile (kein Front- und Backfocus mehr, Scharfstellung auch bei sehr schlechtem Licht möglich, Focuspunkt-Verschiebung per Touchscreen, direkte Beurteilung des Belichtungsausgleiches, Focus-Lupe, FocusPeaking, Highlight-Warnung und und und..) alle Benutzer von Cameras mit elektronischem Sucher. Deine Begeisterung für diese Technik hat mich (und viele andere) auch ins Lager derjenigen gezogen, die nur noch mit elektronischem Sucher fotografieren. Aber daß schon 2009 !
    Was mich wundert ist, daß offensichtliche Profis diese Vorteile JETZT erst erkennen.
    Alle o.g. Funktionalitäten hatte ich schon vor 6 Jahren an meiner Lumix G2.
    Die G81 (knapp 4 Jahre alt) kann alles was die Canon R kann, natürlich hat sie einen kleineren Sensor, kostet aber auch nur 1/4. Hat aber IBIS eingebaut.
    Das Beste wäre eine Vollformat mit allen Features der Lumix im Vollformat – aber die S1 ist einfach zu groß.
    Ich hatte die EOS R ausprobiert, aber die nativen R-Objektive sind zu groß und schwer.
    Hoffen wir auf eine Verbesserte R in Gestalt einer R5 , damit ich meine ganzen EF-Objektive an einer Canon-Camera mit elektronischem Sucher benutzen kann .
    Das wäre doch mal was: Das beste aus allen Welten eine schöne, robuste Canon im Vollformat mit IBIS und Handheld-HiRes-Mode und elektronischem ND-Filter und Live-Composite und FocusLupe für einen erschwinglichen Preis. Und nicht immer alle Objektive komplett neu kaufen….

    1. Maxim (Stephan Forstmann) Juni 21, 2020 at 11:23 am

      Hey Pille,

      danke für deinen Kommentar!

      Der Umstieg vieler Fotografen ins spiegellose Segment hat so lange gedauert, weil vor der Sony Alpha 7II alles nur ein „Kompromiss“ war.
      Das größte Problem war die schlechte Qualität der Sucher und ein doch sehr extrem pumpender Autofokus im schlechten Licht, da hier der Kontrast-Autofokus der ersten Systemkameras sehr lange benötigt überhaupt etwas scharf zu stellen.

      Ja, bei einer alten MFT Panasonic mag das mit dem AF noch relativ schnell gehen, aber da muss auch ein Sensor ausgelesen und analysiert werden, der nur halb so groß ist, als bei einer Kleinbild-Kamera. Das ist dann nicht ganz unerheblich 🙂 Zumal die Akkulaufzeiten „damals“ auch noch eher sehr mau waren.

      Besonders auf Hochzeiten oder anderen Reportage-Feldern ist ein langsamer und dadurch unzuverlässiger AF ein KO-Kriterium, weswegen viele Fotografen eine Umstellung eher später vorgenommen haben.

      In den letzten Jahren – spätestens mit der Sony Alpha 7III hat sich das jedoch deutlich gebessert und ist nun auf einem Niveau, mit dem Profis sehr zufrieden sind.

      Aber prinzipiell gilt auch hier: Ein richtig guter Fotograf macht mit jeder Kamera extrem gute Fotos, egal ob DLSR oder DSLM.

  14. Viktor Tourniaire August 4, 2020 at 1:02 pm

    Hallo Maxim,
    Erst mal danke für Deinen EOS R Beitrag. Die Eos R ist seit einigen Monaten meine „Immerdabei“ und sie tut das brav, was sie soll. Inzwischen ist die Firmware 1.7 drauf
    und nun ist auch die viel gescholten „Multifunktionsleiste“ brav. Im AV Modus habe ich
    ISO draufgelegt sodass ich bei höheren ISO Werten eine schnellere Verchlußzeit bekomme
    um schnell bewegte „Objekte“ wie fliegende Vögel knackscharf zu bekommen und das ohne
    zu „fummeln“. Auf dem Einstellring am Objektiv liegt die Belichtungskorrektur. In der Wildlife-
    Fotografie entscheiden oft Sekundenbruchteile, dann muß alles intuitiv und ohne nachzudenken gehen und das geht super mit der EOS R. Mit EF-Objektiven kann ich keinen
    Unterschied zur EOS 5D Mark IV erkennen, aber mit dem RF-Objektiv, wenn man genau
    hinsieht, sind die feinen Strukturen minimal schärfer.
    Nun einen Rat für alle die sich eine neu Kamera kaufen wollen, in den Fotoladen gehen, eine CF und SD Karte mitnehmen auf „Deibel komm raus“ forografieren und dann zu Hause in
    Ruhe die Bilder betrachten. Und wenn die Bilder gut sind und man ein gutes Gefühl bei dieser Kamera hat, das Teil „koofen“. Bloß nicht von irgendwelchen „Laborwerten“ irre machen lassen. Ich denke dabei an meine betagte EOS 10 D, die immer noch gute Bilder
    macht und das ohne „Stabi“ – alles relativ.
    Gruß
    Viktor

  15. Hanns-Peter Eisold August 12, 2020 at 12:58 pm

    Hallo Maxim,
    danke für den ausführlichen Bericht.
    Was ich aber immer noch nicht verstehe, daß Canon bei der EOS R
    das Fokus Stacking nicht upgraded. Ist das problematisch oder wollen die nur auch noch eine RP verkaufen?

    Gruß
    Hanns-Peter

    1. Maxim (Stephan Forstmann) August 17, 2020 at 2:07 pm

      Hi Hanns-Peter,

      ja, das verstehe ich auch nicht. Entweder gibt es hardwareseitig Einschränkungen, die das Feature an der R nicht zulassen oder Canon ignoriert schlichtweg den Nutzer. Letzteres glaube ich allerdings nicht, da die R5 und R6 ja nun alle gewünschten Features der Nutzer bekommen haben.

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