Kameras und Objektive für den Einstieg in die digitale Fotografie

Deine ersten 10000 Bilder sind die schlechtesten – Helmut Newton

Mit diesem Zitat des Fotografen Helmut Newton heiße ich euch in meinem Einsteigertutorial herzlich willkommen!

Tatsächlich gibt es rund um die Fotografie so viele Tutorials zum Einstieg, dass man direkt fragen könnte, warum ich jetzt auch noch einen Beitrag darüber schreiben muss.

Es geht mir darum, den Fokus für den Anfänger auf die wirklich essentiellen Sachen zu legen. Im Klartext heißt das, keine überteuerte Technik sondern die Reduktion auf das Wesentliche.

Aussagen wie, „Ohne 70-200 2.8er Teleobjektiv brauchst du gar nicht erst mit der Portraitfotografie anzufangen“ oder „Vergiss Canon und Nikon, nur Sony ist gut!“ findet man ohne Ende im Netz. Solche Sätze machen es dem Anfänger gar nicht so leicht, schrecken ab und sind einfach absolut unnötig.

Lass uns also zusammen herausfinden, was wir für den Einstieg in die extrem spannende Welt der Fotografie überhaupt brauchen! Und lass uns auch zusammen herausfinden, was wir NICHT brauchen.


Was brauche ich?

Einsteigerkamera

Welche Kamera brauche ich als Einsteiger?

Canon, Nikon, Sony oder doch was anderes?

Der wohl unabdingbare Teil deiner Ausrüstung ist die digitale Kamera. Welche Kameramarke du dir für den Einstieg dabei aussuchst, ist tatsächlich fast völlig egal.

Canon, Nikon, Sony, Olympus, Panasonic und wie sie alle heißen, nehmen sich nicht viel. Der wohl größte Unterschied ist, ob ein Spiegel verbaut ist, oder nicht. Aber Fakt ist: Die Kamera soll Bilder machen, wie genau sie das macht, ist am Anfang (und auch am Ende) total egal.

Wer noch nie fotografiert hat – und das halte ich in Zeiten von Smartphones eigentlich für unmöglich – der sollte sich bei einem Freund vielleicht eine Kamera ausleihen, bevor man Geld ausgibt und am Ende gar keinen Spaß am Fotografieren hat.

Wer schon herausgefunden hat, dass ihm die Fotografie Spaß macht und den Einstieg wagen möchte, für den sind die nächsten Absätze sicherlich am interessantesten:

Kauft euch nicht die neuste und teuerste Spiegelreflex-, bzw. spiegellose Kamera. Das ist am Anfang meines Erachtens rausgeworfenes Geld. Wer anfängt zu fotografieren, der muss IMMER durch einen Lernprozess. Daher sollte das Kamera-Equipment beim Einstieg entsprechend „einfach“ sein. Schließlich kauft ihr euch auch nicht direkt nach der bestandenen Fahrprüfung ein Auto mit 400 PS 😉

Ich empfehle für den Anfang Kameras mit einem APS-C oder Micro-four-thirds Sensor, da diese nicht gleich so ins Geld gehen, wie digitale Kameras mit einem Kleinbildformat-Sensor (gerne auch als Vollformat bezeichnet).

Eine Liste solcher Kameras gibt es weiter unten. Kameras mit einem APS-C oder Micro 4/3-Sensor haben ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis, betrachtet man einmal die Sensorgröße genauer:

Vergleich Kamerasensor Groessevergleich
Kameras mit einem Sensor in Kleinbildformat sind sehr teuer. Diese Skizze stellt die Größenunterschiede der APS-C- und Micro 4/3 im Vergleich zum Kleinbildformat dar.

Kamera kaufen

Woher bekommen wir nun eine Kamera?

Mein Tipp sind vor allem gebrauchte Kameras. Auch mit einer 10 Jahre alten Kamera kann man nämlich richtig geile Fotos machen! Für den Einstieg brauchen wir auch keine top-moderne Kamera, die uns mit ihren Einstellmöglichkeiten total überfordert.

Eine 10 Jahre alte Kamera? Ist das mein Ernst? Ja!

Das beste Beispiel liefert jemand in meinem Freundeskreis, der 2016 bei einem Fotowettbewerb Bilder mit seiner uralten 450D gemacht hat und den ersten Platz belegte.

Auch ich habe damals mit einer noch älteren 350D meine ersten Bilder gemacht, bevor ich mir 2010 eine 550D gekauft habe.

Der ganze Megapixelwahn ist übertrieben. Und beim Einstieg in die digitale Fotografie brauchen wir keine 30 Megapixel, da wir weder Auftragsarbeiten durchführen noch unsere Bilder so groß ausdrucken, dass man Sie auf die Hochhaus-Fassade kleben kann.

Fass die Kamera an – und verlieb dich im Idealfall

Wichtig ist, dass euch die Kamera gut in der Hand liegt. Jeder hat andere Hände und empfindet das Handling unterschiedlicher Kameramarken als gut oder schlecht. Man sollte dabei auf seinen eigenes Gefühl hören. Schließlich ist die Kamera ein Arbeitsmittel, das man sehr oft in der Hand halten wird 🙂

Klug ist auch, sich vor der Entscheidung im Freundeskreis vielleicht mal umzuhören, ob denn jemand bereits mit einer bestimmten Marke fotografiert. Das sage ich nicht, weil es “cool” ist, die gleichen Sachen zu kaufen, die der Freundeskreis besitzt, sondern weil man dann mal das eine oder andere Objektiv ausleihen und ausprobieren kann.

Gebrauchte Kameras gibt es wie Sand am Meer. Kauft jedoch immer vorsichtig ein. Bei Ebay/Ebay-Kleinanzeigen zahlt ihr auch am besten immer via Paypal – und damit meine ich nicht die “Geld-an-Freunde-senden”-Funktion. Nur so seid ihr abgesichert. Wen Ebay eher abschreckt, der findet gebrauchte Kameras auf Rebuy.de und auch bei Amazon. Aber auch der klassische Fotoladen um die Ecke hat sicher etwas im Angebot.

Ich habe euch mal eine Liste guter Einsteigerkameras erstellt – für Canon, Nikon und Sony.


Liste guter Kameras von Canon für Einsteiger

Modell Jahr Megapixel Klasse Preis
Canon EOS 1100D 2011 12 Einsteigerkamera Ca. 180€ gebraucht auf Ebay
Canon EOS 1200D 2014 18 Einsteigerkamera Ca. 220€ gebraucht auf Ebay
Canon EOS 1300D 2016 18 Einsteigerkamera Ca. 330€ gebraucht auf Ebay
Canon EOS 450D 2008 12 Mittelklasse Ca. 130€ gebraucht auf Ebay
Canon EOS 550D 2010 18 Mittelklasse Ca. 200€ gebraucht auf Ebay
Canon EOS 650D 2012 20 Mittelklasse Ca. 350€ gebraucht auf Ebay
Canon EOS 750D 2015 24 Mittelklasse Ca. 605€ neu
Canon 5D Mark II 2013 20 Semi-Profi Vollformat Ca. 500€ gebraucht
Canon EOS 6D 2013 20 Einsteiger Vollformat Ca. 600€ gebraucht
Canon EOS M50 2018 24 Einsteiger – spiegellos Ca. 600€ neu

Liste guter Kameras von Nikon für Einsteiger

Modell Jahr Megapixel Klasse Preis
Nikon D3100 2010 14,2 Einsteigerkamera Ca. 170€ gebraucht auf Ebay
Nikon D3200 2012 24,2 Einsteigerkamera Ca. 260€ gebraucht auf Ebay
Nikon D5100 2011 16,2 Mittelklasse Ca. 230€ gebraucht auf Ebay
Nikon D5300 2014 24,2 Mittelklasse Ca. 390€ gebraucht auf Ebay

Liste guter spiegelloser Kameras von Sony für Einsteiger

Modell Jahr Megapixel Klasse Preis
Sony Alpha 6000 2014 24 Einsteigerkamera Ca. 550€ neu
Sony Alpha 6300 2016 24,2 Einsteigerkamera Ca. 760€ neu
Sony Alpha 7 2013 24 Einsteiger Vollformat Ca. 800€ neu
Sony Alpha 7 II 2014 24,3 Semi-Profi Vollformat Ca. 1150€ neu

Und die anderen Hersteller? Die Olympus OM-D5, die Olympus OM-D E-M10,, Panasonic G80 kann ich ebenfalls empfehlen.
Welche Kamera es am Ende wird, liegt ganz bei euch 🙂

Folgendes sollte eure neue Kamera mitbringen

Ausschlaggebend ist, dass eure Neuanschaffung ein paar Funktionen hat. Wichtig wäre da besonders ein Modus für Programmautomatik (Canon und Nikon: P), den Modus Zeitautomatik (Canon AV / Nikon A) und Blendenautomatik (Canon TV / Nikon S) und zu guter Letzt einen manuellen Modus (Canon und Nikon: M).

Diese Modi sind für das Erlernen und Erleben der digitalen Fotografie aus meiner Sicht essentiell.

Für den Einstieg wird der P Modus mit Sicherheit am interessantesten sein. Dazu aber später mehr.

Neben einer Kamera brauchen wir noch ein Objektiv. Objektive sind für uns Fotografen sogar wichtiger als Kameras. Über nichts wird mehr und heftiger gestritten, als über die Qualität und den Zweck bestimmter Objektive.


Objektive für den Einstieg

Das Objektiv ist ganz einfach gesagt, “die Ansammlung an Linsen vor der Kamera” durch die das Licht in die Kamera (und damit auf den Sensor) fällt. Es beeinflusst den Bildwinkel, also ob man fast einen 180° Blick hat, oder etwas ganz nah heranholt oder ob wenig im Bild scharf ist, oder ganz viel.

Zugegebenermaßen ist das eine sehr laienhafte Erklärung und ich bekomme nun sicher von Physikern böse E-Mails. Mir ging es jetzt nur darum, in 2 Sätzen die Funktion des Objektivs zu beschreiben.

Startet man seinen Weg in die digitale Fotografie, dann fängt man häufig mit einem Kitobjektiv an. Das ist ein Objektiv, das meist zusammen mit der Kamera ausgeliefert wird. Bei Canon ist das in der Regel ein 18-55mm Zoomobjektiv mit einer maximalen Blende von f/3,5 und f/5,6 (was die Blende ist, erkläre ich weiter unten).

Das ist eines der günstigsten Objektive und für den Einstieg und den Anfang seiner fotografischen Laufbahn ein ideales Lerninstrument. Theoretisch bräuchten wir aber nicht einmal ein Objektiv um unser erstes Bild zu machen (siehe Lochkamera).

Kurzum: Das Kitobjektiv eignet sich perfekt, um das erste halbe Jahr mit Kamera und der Fotografie warm zu werden.

Die nächsten Abschnitte befassen sich mit Einsteigerobjektiven in bestimmten Fotografiegebieten. Da ich in erster Linie mit Canon fotografiere, beziehe ich mich größtenteils auf Objektive für Canon-Kameras. Jedoch gibt es das entsprechende Objektiv meist auch als Variante von Nikon 🙂


Einsteigerobjektiv für Portraits

Einsteigerobjektiv für die Portraitfotografie

Hat man sich mit Kamera und Objektiv angefreundet, merkt man recht schnell, welche Motive einen begeistern und man möchte sich weiterentwickeln. Bei mir war das die Portraitfotografie und ich kaufte mir daraufhin eines der Einsteigerobjektive für die Portraitfotografie schlechthin: das Canon 50mm f/1,8 (Zum 50mm 1.8 auf Amazon).

Dieses Objektiv war 6 Jahre ein fester Bestandteil in meiner Kameratasche. Zuletzt nur noch als Backup – daher habe ich es vor einer Weile an einen talentierten Jungfotografen verschenkt. Möge es ihm gute Dienste leisten 🙂

Was kann das Objektiv? Und warum ist es so toll für dem Einstieg in Portraits? Mit einer maximalen Blende von f/1,8 ist es sehr lichtstark und man kann sein Motiv wunderbar vom Hintergrund freistellen, wie dieses Beispielbild zeigt:

Portrait 50mm
Ein Portrait, aufgenommen mit dem 50mm 1.8er Objektiv von Canon und einer Canon 550D im AV-Modus

Und es ist leicht, daher hatte ich es im Urlaub immer auf meiner Cam, wenn mir nach Streetfotografie war. Das 50mm 1,8 ist eine Festbrennweite. Das heißt es hat immer den selben Bildausschnitt und ihr könnt nicht zoomen.

Für den Anfang ist das erstmal gewöhnungsbedürftig. Aber es schult das fotografische Auge ungemein, denn es zwingt euch dazu euch zu bewegen und euer Motiv aktiv zu komponieren. Still dastehen und am Zoomring drehen kann jeder.

Und das beste: Mit einem Neupreis von nur knapp 100€, ist es eines der wenigen Objektive, die ein gigantisches Preis-Leistungsverhältnis haben. Das 50mm 1.8 findet Ihr auf Amazon.


Einsteigerobjektiv für die Landschaftsfotografie

Objektiv für Landschaftsfotografie
Wäre ich in der Landschaftsfotografie gelandet, hätte ich mir wohl das Canon 10-18mm 4,5-5,6 als erstes Objektiv gekauft.

Hier bekommt man für relativ wenig Geld sehr viel Weitwinkel und das ist genau das, was den meisten Motiven in der Landschaftsfotografie einen tollen Effekt gibt. Ein integrierter Bildstabilisator ermöglicht sogar bei wenig Licht noch verwacklungsfreie Bilder aus der Hand. Das Canon 10-18mm 4,5-5,6 IS STM ist für ca. 220€ auf Amazon erhältlich.

Aber auch mit dem Kitobjektiv lassen sich am Anfang schöne Landschaftsbilder machen. Zumindest genügt es, um festzustellen, ob einem diese Art der Fotografie Spaß macht und liegt.

Weitwinkelobjektive sind leider immer sehr teuer. Besonders jene von Canon/Nikon. Hier lohnt sich auch ein Blick auf die Objektive der Marke Samyang/Walimex/Rokinon.
Empfehlenswert sind hier besonders das vollformattaugliche 14mm f/2.8 (Das Samyang 14mm 2.8 auf Amazon) und das für APS-C-Kameras entwickelte 16mm f/2.0 (Das Samyang 16mm 2.0 auf Amazon)

Diese Objektive haben eine großartige Bildqualität, unterstützen jedoch keinen Autofokus. In der Landschaftsfotografie brauchen wir aber in 99% der Fälle eh keinen Autofokus. Denn da wird meist manuell auf Unendlich fokussiert.

Übrigens habe ich der Landschaftsfotografie ein komplettes Einsteigertutorial gewidmet, dass du hier findest.

oodfotografie-objektiv

Einsteigerobjektive Foodfotografie

Die Foodfotografie erfreut sich derzeit an einem richtigen Hype. Das Ablichten leckerer Köstlichkeiten ist nicht so ganz meins (ich esse lieber direkt alles auf 🙂 ).

Dennoch ist es ein wunderbares Feld der Fotografie, das bei vielen die Begeisterung für die Fotografie weckt.

Auch hier kann man wie bei der Portraifotografie mit dem 50mm 1.8 ideal den Einstieg wagen. Allerdings hilft es, bei der Foodfotografie ein etwas weitwinkligeres Objektiv zu haben, da man mit 50mm dann doch schon sehr nah dran ist und sich eher für die wunderbaren Details eignet.

Hier ist das EF-S 24mm 2.8 STM schon eine gute Alternative. Es kostet gerade mal 150€ und ist ein kompaktes Pancake-Objektiv. Wenn das mal nicht zur Foodfotografie passt, dann weiß ich es auch nicht 🙂 Ihr findet das 24mm Pancake-Objektiv auf Amazon.

Einsteigerobjektiv Tierfotografie.

Bei der Tierfotografie nutzt man meist ein Tele-Zoomobjektiv. Das hilft uns beispielsweise dabei, den Bildausschnitt bei einem rennenden Hund flexibel anzupassen und weit genug weg zu sein, damit sich das Tier ungestört fühlt.

Hier haben sich lange Brennweiten bewährt. Die richtig guten Teleobjektive sind für Einsteiger jedoch so teuer, dass die beliebten 70-200er 2,8er Teleobjektive mit Bildstabilisator ein Wunschtraum bleiben (Die neuesten Modelle kosten gerne mal 2000€).

Aber es gibt auch Teleobjektive, die einen guten Kompromiss aus Preis, Bildqualität und Geschwindigkeit besitzen.

Die Marke Tamron hat ein tolles Einsteigertele mit integriertem Bildstabilisator und einem schnellen Fokusmotor. Die Rede ist vom Tamron AF 70-300mm 4-5.6 Di SP VC USD (Das Tamron 70-300 auf Amazon).

Aber auch Canon hat mit dem EF-S 55-250mm IS STM ein tolles Einsteigertele, ausgestattet mit einem Bildstabilisator, das am Anfang sehr gut geeignet ist. Für rund 200€ ist es auf Amazon erhältlich

Diese beiden Teleobjektive kann man auch für den Einstieg in die Sportfotografie nutzen. Allerdings nicht in dunkeln Hallen, sondern nur bei ausreichend Licht im Freien. Jedoch habe ich die Sportfotografie hier nicht ohne Grund weggelassen. Denn hier braucht man schon relativ teures Equipment.

Einsteigerobjektiv Makrofotografie

Das Kleine ganz groß darzustellen – die Makrofotografie ist ein spannendes Feld, was leider gerade am Anfang sehr schnell ins Geld gehen kann.

Makroobjektive sind gerade für Anfänger recht teuer. Dennoch gibt es Möglichkeiten, sich in diesem Feld auszuprobieren ohne gleich extrem viel Geld zu investieren. Dazu eigenen sich Vorsatzlinsen, Makroringe oder Umkehradapter.

Makroringe sind hierbei wohl die unkomplizierteste Lösung, da jedes vorhanden Objektiv daran angeschlossen werden kann (Makroringe gibt es auch auf Amazon).

Sigma und Tamron haben 2 tolle Makroobjektive, die sehr geschätzt werden. Jedoch sind sie eben mit 400€ nicht gerade günstig für den Einstieg.

Zubehör für den Einstieg

Das Zubehör, was man für den Einstieg benötigt, hält sich eigentlich in Grenzen. Zudem richtet sich das Zubehör danach, was man fotografieren möchte. In der Landschaftsfotografie ist beispielsweise ein Stativ fast immer Pflicht. Auch ein Fernauslöser ist natürlich nützlich.

Um sein Equipment zu reinigen und zu pflegen empfehle ich euch einen Blasebalg anzuschaffen sowie ein Microfastertuch. Nehmt aber bitte kein x-beliebiges Tuch, sondern eines, das für Optiken gedacht ist. Brillenträger haben sicher eines im Haushalt 🙂

Noch ein Wort zum Blasebalg: Pustet bitte nie damit ins Kamerainnere einer Spiegelreflexkamera. Dadurch verteilt ihr den Dreck in der Kamera an Stellen, die ungünstig sein können. Der Blasebalg ist nur zur Objektivreinigung und zum Reinigen des äußeren Kameragehäuses da.

Eine Kameratasche ist ebenfalls nützliches Zubehör, das eigentlich jeden Kameraverrückten begleitet (und auch ein tolles Weihnachtsgeschenk). Je weniger die Tasche dann nach Kameratasche aussieht, umso besser ist es dann meiner Meinung nach auch 🙂

Ersatzakkus sind ebenfalls nützlich. Zumindest einen sollten man besitzen und sie kosten nicht die Welt. Nachbauten langen hier dicke, denn die Originale sind mir persönlich zu teuer.

Was brauche ich nicht?

Im ersten “Kapitel” meines Beitrages habe ich erklärt, was man für den Einstieg in die Fotografie braucht. Nun möchte ich ein klares Statement gegen den Ausrüstungswahn setzten, indem ich euch auch zeige, was ihr definitiv NICHT braucht.

Die neuste und modernste Kamera

Jede Kamerareihe hat eine Zielgruppe und leider hält sich auch 2016 noch hartnäckig unter vielen die Meinung, dass es immer auf die Kamera ankommt.
Oben habe ich schon erwähnt, dass man auch mit einer 10 Jahre alten Kamera geile Bilder machen kann.

Jemand, der hobbymäßig Portraits fotografiert, braucht keine 50 Megapixel, keine 9 Bilder die Sekunde und vor allem keine Belichtungszeit von 1/8000s.

Die Kamera sollte sich idealerweise an euren Fähigkeiten orientieren. Beschäftigt ihr euch lange genug mit der Fotografie, werdet ihr sicher nach 1-2 Jahren oder gar schneller aus eurem ersten Kameramodell “herauswachsen”. Erst wenn es soweit ist, solltet ihr über ein Upgrade nachdenken.

Ein Fuhrpark an Objektiven

Was ihr auch nicht braucht sind massenweise Objektive um alle Brennweitenberiech abzudecken. Beschränkt euch! Unbedingt!

Je länger ihr mit nur einer kleinen Objektivauswahl fotografiert, umso eher entwickelt ihr euren persönlichen Stil und “meistert” neben diesen Optiken auch euer Gefühl für die Fotografie.

Und euer Rücken wird es euch ebenfalls danken: Denn mal ehrlich, nichts ist blöder, als wenn man mit einem 12kg schweren Kamera-Rucksack durch die Natur läuft und dann den größten Teil seiner Fotozeit mit dem Objektivwechsel beschäftigt ist.

Nehmt einfach mal für eine Tour nur eure Kamera und ein Objektiv mit und arbeitet nur damit. Dabei lernt ihr am besten euer Bild zu komponieren!

Haut ein 50mm Objektiv auf die Kamera, geht raus auf die Straße und fotografiert einfach das, was um euch herum passiert. Mehr braucht es manchmal gar nicht um spannende Bilder zu machen.

Batteriegriffe

Auch hier scheiden sich die Geister. Als Einsteiger braucht man sowas aber überhaupt nicht. Selbst auf Hochzeiten brauche ich keinen Batteriegriff. Die Kamera wird nur unnötig schwer und vor allem größer. Dadurch fällt man nur noch mehr auf.

Die Akkus eurer Kamera sind leistungsstark genug, um lange durchzuhalten. Und falls nicht, ist der Akku in maximal 5 Sekunden gewechselt 🙂

128Gb Speicherkarten

Kauft euch keine riesengroßen Speicherkarten, denn das ist rausgeworfenes Geld. Ich fotografiere in RAW und nutze selber maximal 32 Gb-Karten, meist habe ich sogar nur eine 16 Gb-Karte drin, die ich selten ansatzweise voll bekomme.

L-Objektive, alles über 500€

Für den Einstieg rate ich dringend davon ab, die extrem teuren Objektive in den Einkaufswagen zu legen – es sei denn, Geld spielt in eurem Leben keine Rolle (Glückwunsch!).

Nur weil ein Roter Ring vorne drauf gemalt ist, werden die Bilder nicht gleich gut.

Wirklich teure und hochwertige Objektive braucht es nur, wenn man mit der Fotografie Auftragsarbeiten durchführt, sprich damit sein Geld verdient. Denn dann hat man eh wesentlich höhere Ansprüche an sein “Gear”, als ein Einsteiger oder Hobbyfotograf.

Und nun geh raus fotografieren 🙂

Ich gratuliere dir – du hast den ganzen Beitrag bis zum Schluss durchgelesen 🙂

Wenn dich nun die Lust auf die Fotografie gepackt hat, dann hat sich die Arbeit, die in dem Beitrag steckt gelohnt 🙂

Kommentare und Anregungen darfst du gerne über die Kommentarfunktion da lassen. Ich bemühe mich, schnell zu antworten.
Und nun wünsche ich dir viel Spaß beim Fotografieren!

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